Frage von zweitgeborene, 81

Ich habe Angst vor allem- Hilfe?

Hey. Ich habe vor allem Angst. Ich traue mich noch nicht mal mich im Unterricht zu melden, anderen Menschen meine Geschenke zu geben, Fragen zu stellen, einer Lehrerin einen Stift zu geben,... Ich könnte jetzt noch so viel mehr auflisten. Ich habe aber auch einfach, kein Selbstvertrauen. Meine Freunde nervt es auch schon, dass ich Angst vor allem habe. Mich nervt es ja auch, aber ich weiß nicht was ich dagegen tun kann. Gestern hatte ich ein Gespräch mit unserer Vertrauenslehrerin an der Schule. Ich war davor total aufgeregt und im Gespräch habe ich kaum ein Wort raus bekommen. Nachdem das Gespräch vorbei war, bin ich wieder zurück in die Klasse gegangen. Ich konnte mich überhaupt nicht mehr konzentrieren, ich hatte die ganze Zeit totales Herz rasen, ich konnte mich nicht mehr beruhigen. Nach der Schule war es immer noch so (es war der letzte Block, als ich mit ihr gesprochen habe), ich konnte mich einfach nicht beruhigen. Die Vertrauenslehrerin hat meiner Mutter nämlich auch eine E-Mail geschrieben. Vor Vorträgen ist es auch total schlimm. Am schlimmsten war es jetzt bei meinem Englisch Vortrag, ich hätte heulen können, mir war total schlecht, ich hatte total das Herz rasen, meine Stimme hat total gezittert,... Ich weiß einfach nicht, was ich gegen meine Ängste tun soll. Könnt ihr mir vielleicht helfen? Ich würde mich über alle Tipps freuen. Zur Zeit geht es mir auch nicht so gut...seelisch... Lg zweitgeborene

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von thuum, 36

Hallo zweitgeborene!

Ich habe hier mal eine Antwort kopiert, die ich vor ein paar Tage einer anderen Person gegeben habe, da diese auch ganz gut auf deine Situation anwendbar ist... denke ich. Bei Fragen kannst du dich immer an mich wenden, wenn du möchtest! Ich habe viel mit Jugendlichen zu tun, denen es ähnlich geht wie dir.

"So wie dir geht es (leider) relativ vielen Jugendlichen in deinem Alter. Das Traurige daran ist, dass diesen Jugendlichen/Kindern dann immer Faulheit unterstellt wird und ihre Ängste nicht ernst genommen werden.

Ich kann gut nachvollziehen, wie du dich fühlst. Ich habe sehr viel mit Jugendlichen zu tun, die sich in einer ähnlichen Situation befinden, wie du sie beschreibst. Nun gibt es aber viele Möglichkeiten, dein Problem anzugehen. 

1. Hast du ein gutes Verhältnis zu deinen Eltern? Wenn ja, hast du mit denen schonmal über deine Probleme geredet? Möglicherweise haben sie nicht gleich eine Lösung parat, aber oft fühlt man sich schon viel besser, wenn da jemand ist, der einem zuhört und einen ernst nimmt. Wenn du kein gutes Verhältnis zu deinen Eltern hast, hast du denn dann vielleicht Freunde, denen du dich anvertrauen könntest oder denen es vielleicht ähnlich geht? Wenn ihr auf die gleiche Schule geht, könnt ihr euch womöglich gegenseitig unterstützen.

2. Betreffen deine Ängste bzw. dein Panikgefühl nur die Schule oder fühlst du dich generell in öffentlichen/sozialen Situationen so? Bei letzterem würde ich an deiner Stelle mal einen Termin bei einem Psychologen/einer Psychologin vereinbaren, da es sich um eine soziale Angststörung handeln könnte. Bei vielen Jugendlichen äußert sich das vor allem durch Schulsituationen. Mit einem Psychologen könntest du dann deinen weiteren Weg beratschlagen.

3. Solltest du für gewöhnlich keine Probleme in sozialen Situationen haben wie in 2) beschrieben, ist es trotzdem nicht falsch, sich an einen Therapeuten zu wenden. Das muss nicht zwingend ein Psychologe sein, du könntest zum Beispiel zu einem Therapeuten/Therapeutin der systemischen Beratung gehen. Dort wird nie eine einzige Person als das 'Problem' angesehen, sondern das ganze Schul- und Gesellschaftssystem betrachtet und so nach Lösungen gesucht."

Vielleicht konnte dir einer dieser Ratschläge ja weiterhelfen. Wie oben schon einmal gesagt, bei Fragen kannst du dich immer gern an mich wenden.

Ganz liebe Grüße und bleib stark!

Kommentar von zweitgeborene ,

Danke für deine Antwort. Ich habe überhaupt kein gutes Verhältnis zu meinen Eltern, deswegen war ich auch bei der Vertrauenslehrerin. Ich erzähle anderen Menschen nicht gerne von meinen Problemen und Sorgen, aber ich rede schon ab und zu mit meinen Freunden darüber. Aber ich habe manchmal das Gefühl, dass es sie nicht interessiert. Ich rede aber eigentlich mit meiner Vertrauenslehrerin über alles, ich vertraue ihr wirklich sehr. Ich habe generell Angst, also auch in der Öffentlichkeit. Ich traue mich aber nicht, mit meinen Eltern über meine Probleme zu sprechen, weil ich ja auch kein gutes Verhältnis zu ihnen habe. Aber meine Vertrauenslehrerin hat meine Mutter jetzt zu einem Gespräch eingeladen.

Kommentar von thuum ,

Das ist natürlich eine sehr schwierige Situation, in der du gerade steckst. Vor allem die Tatsache, dass du das Gefühl hast, nicht offen mit deinen Eltern darüber reden zu können, erschwert das ganze für dich bestimmt sehr. 

Ich finde es allerdings sehr gut, dass du dich deiner Vertrauenslehrerin anvertraut hast und sie deine Probleme wirklich ernstzunehmen scheint. Sowas findet man echt selten! Das wichtigste ist nämlich im Moment, dass du jemanden hast, dem du von deinen Sorgen erzählen kannst und bei dem du dich einigermaßen geborgen fühlst. Ich finde es toll von deiner Lehrerin, dass sie vorhat, deine Eltern/deine Mutter in die Situation mit einzubeziehen. Das kann noch einmal ganz neue Möglichkeiten schaffen!

Ich wünsche dir ganz, ganz viel Glück für das Gespräch und auf deinem weiteren Weg. Versuche nicht aufzugeben, auch wenn es manchmal schwer scheint. Du wirst dich aufgrund deiner Angst in öffentlichen Situationen viele Male im Leben überwinden müssen, aber jede Überwindung hinterlässt später ein gutes Gefühl und etwas mehr Selbstsicherheit. :)

Wenn nochmal irgendwas sein sollte oder du Fragen hast, melde dich bei mir, wenn du möchtest. 

Ganz liebe Grüße!

Kommentar von zweitgeborene ,

Dankeschön! Echt lieb von dir. Das Gespräch mit meiner Mutter und meiner Lehrerin ist gleich diesen Donnerstag. Ich wollte aber lieber nicht dabei sein. Ich bedanke mich für deine Hilfe und dein Verständnis. Noch einen schönen Abend.

Antwort
von hajra2203, 42

hallo da ich auch schüchtern bin kaann ich das mit dem englishvortrag verstehen aber ich würde mit jmd reden ausser dem vertrauenslehrer zb einer guten freundin der es nicht nervt oder deinen eltern vllt such zum artzt gehen

Kommentar von zweitgeborene ,

Danke für deine Antwort. Ich habe kein gutes Verhältnis mit meinen Eltern, deswegen war ich auch bei der Vertrauenslehrerin. Ich rede ab und zu schon mit meinen Freundinnen über meine Probleme,Sorgen und Ängste aber es ist mir immer unangenehm. Ich vertraue der Vertrauenslehrerin aber schon sehr, ich würde ihr alles sagen. Sie hat jetzt meine Mutter auch zu einem Gespräch eingeladen. Ich habe aber Angst zu einem Arzt zu gehen...

Kommentar von hajra2203 ,

du musst diese angst überwinden denn sonst geht das nicht

das schaffst du glaub an dich:)

Kommentar von zweitgeborene ,

Danke. Ich glaube leider überhaupt nicht an mich selber.

Antwort
von Sirias, 32

Ich würde dir raten eine Psychotherapie zu machen, damit du dein Selbstwertgefühl aufbauen kannst und dir ein Rüstzeug an die Hand gegeben wird, wie du in solchen Situationen deine Angst gezielt reduzieren kannst. War das denn schon immer so?

Kommentar von zweitgeborene ,

Danke. Mmh. Also ich war schon immer sehr schüchtern gewesen. Aber das ich jetzt wirklich vor so vielem und so krasse Angst habe. Ist erst seit 1-2 Jahren. Ich weiß nicht ob eine Therapie für mich das richtige wäre. Ich müsste ja dann auch mit meinen Eltern reden...

Antwort
von Sigimike, 21

Das sind Angst-Störungen. 

Versuche Dich in solchen Situationen auf deine Atmung zu konzentrieren.
Tief und ruhig Atmen - Und NICHT schnell und flach!

Zuhören - Kurz denken - Antworten. 
Falls du das nächste mal Angst oder Unwohlsein hast, Konzentriere Dich auf einen Gegenstand. Ich denke dabei an ein Klavier, nen Kugelschreiber, oder sonst etwas, was ich in Gedanken zerlegen kann ;)

Sei Dir bewusst: Das diese Angst wieder weg-geht, wie eine Welle.
Übung macht den Meister. 

Kommentar von zweitgeborene ,

Danke. Ich werde versuchen in solchen Situationen an deine Tipps zu denken.

Antwort
von DUMMaberOHO, 24

Mach dir klar, dass du mit Menschen sprichst, die auch ihre Schwächen haben. Auch sie kochen nur mit Wasser. Wenn du einen Vortrag hältst, musst du dir vorstellen, dass deine Zuhörer auf dem Klo sitzen. Es gibt überhaupt keinen Grund, nervös zu sein. Deine Mitmenschen werden dich nicht foltern, wenn ihnen das Referat nicht gefällt. 

Kommentar von zweitgeborene ,

Danke. Aber es ist für mich einfach hammer schwer, vor anderen Menschen zu reden, ihnen meine Meinung zu sagen oder auch meine Gedanken. Deswegen traue ich mich auch nicht im Unterricht zu melden, weil ich immer Angst habe, dass es falsch ist und dann sage ich lieber gar nichts. Obwohl ja nichts passieren würde, wenn es falsch ist. und das zieht meine Noten natürlich runter.

Kommentar von DUMMaberOHO ,

Glaube mir, du bist nicht die Einzige, die dieses Problem hat. Diese Angst kannst du nur überwinden, wenn du immer wieder versuchst, dich am Unterricht zu beteiligen (auch wenn es schwer ist). Irgendwann wirst du Routine bekommen. Einer meiner ehemaligen Klassenkameradinnen ging es auch so. Sie war total schüchtern und unsicher. Heute ist sie das krasse Gegenteil: Total selbstbewusst und kontaktfreudig.

Kommentar von zweitgeborene ,

Ich werde es versuchen. Ich weiß aber nicht, ob ich es schaffen werde. Ich habe jetzt mit meiner Vertrauenslehrerin ausgemacht, dass wenn ich etwas weiß mich melden soll. Sie mich aber nicht dran nimmt, weil wenn man sich nie meldet und sich dann mal meldet, wird man ja sonst immer sofort dran genommen und das ist doof. Also in ihrem Unterricht, ich melde mich nämlich leider nie bei ihr. Danach wollen wir es dann so machen, dass ich mich melde, sie mich dran nimmt und ich mit Absicht etwas falsches sage, damit ich merke, dass es nicht schlimm ist. Ich weiß das ja auch eigentlich, aber es ist trotzdem immer die Angst da. Sie hofft nur, dass sie mich dann nicht aus Versehen dran nimmt. Wenn es so kommen sollte, soll ich einen Daumen nach unten zeigen, weil sie soll mich ja erstmal nicht dran nehmen.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten