Ich habe Angst vom Sterben?

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13 Antworten

Das Gute am Tod ist, dass man selbst vermutlich danach nichts mehr mitbekommt. Ist es einmal so weit, bedauert man ggf., dass man nicht mehr Zeit hatte. Richtige Angst hat man aber eher vor dem Moment des Sterbens.

Egal, wann du stirbst, zwischen deinem Todeszeitpunkt und dem jetzigen Moment wird noch Zeit vergehen. Wenn dir dein Tod so präsent ist, hättest du die beste Voraussetzung, diese Zeit maximal auszunutzen, also alles mit den Menschen, die dir etwas bedeuten, zu bereinigen, alles anzustreben, das du erreichen möchtest (statt es aufzuschieben), so oft wie möglich etwas für dich zu tun (Hobbys, erfüllende Aufgabe, Zeit mit wichtigen Menschen verbringen, Dinge tun, auf die du stolz sein kannst, Projekte vorantreiben, die du beendet wissen möchtest).

Vera Birkenbihl schrieb tatsächlich, dass der eigene Tod der beste Ratgeber sei und meinte das so, dass der Gedanke an den Tod die Wahrnehmung verändert.

Was tue ich heute?

Arbeiten, Wäsche waschen, Boden schrubben, einkaufen, kochen, mit Freunden treffen, ins Kino gehen. 

Was würde ich heute tun, wenn ich morgen ganz sicher nicht mehr aufwachen würde?

Okay, über die Arbeit kann man streiten. Angenommen, ich wache doch wieder morgen auf, dass wäre es eine schlechte Idee, heute nicht mehr zur Arbeit zu kommen. Aber: MUSS ich heute die Wäsche waschen und den Boden schrubben? Wenn ja, wie muss ich das tun, grummelnd, weil es mir nicht gefällt? Wie würde ich das machen, wenn ich wüsste, dass es das letzte Mal wäre, vielleciht wäre ich dann sogar besonders gründlich und würde das bewusst genießen. Würde ich mit meinen Freunden irgendeinen Kinofilm ansehen oder würde ich versuchen, die Zeit besonders auszunutzen, jedem noch mal etwas Schönes mit auf den Weg zu geben, etwas Persönliches zu sagen und versuchen, ihnen mit mir eine möglichst unvergessliche Zeit zu gestalten?

Würde ich eine Fertigpizza kaufen und schnell runterschlingen oder würde ich mir einen Freund zum gemeinsamen Kochen einladen, besondere Lebensmittel (nicht unbedingt besonders teure) kaufen, liebevoll kochen und wirklich genießen?

Man hat oft Angst vor dem Tod, vor dem Ende, weil man einen Großteil seiner Zeit unbewusst (er-) lebt. Nicht mal mit unwichtigen Aufgaben, aber man erinnert sich nicht mehr, gibt sich keine Mühe, baut keine Erinnerungen auf, genießt nicht. Wüsste man, dass man morgen stirbt, würde man heute den Morgen (Sonnenaufgang, Wetter, auch Regen) ganz anders wahrnehmen und genießen. Man würde die Songs im Radio anders wahrnehmen und genießen. Man würde jedes Telefonat, jede SMS bewusst wahrnehmen und Nachrichten von unliebsamen Menschen gar nicht erst entgegen nehmen. Man würde, kurz gesagt, ganz einfache, alltägliche Dinge bewusster wahrnehmen und genießen.

Das kann man aber auch, wenn man morgen nicht stirbt!

Wir bedauern in der Regel nicht, zu wenig Zeit gehabt zu haben, sondern sie nicht bewusst genossen zu haben. Wer mit 70 stirbt, stirbt heutzutage recht früh (er hätte auch 10, 20 oder 30 Jahre länger leben können), aber er hatte bewusst mindestens 65 bis 60 (manche Menschen erinnern sich nicht an ihre Kindheit...) mal 365 Tage Zeit, das Leben zu genießen und Erinnerungen aufzubauen. Das tat er aber nicht, stattdessen baute er Erinnerungen auf Frust, Wut, Ärger, Angst auf, an Streit, Enttäuschung, Langeweile. Wenn er heute nur mal die letzten 10 Jahre zurückdenkt, dann wird da viel Routine sein, die er gar nicht bewusst erlebt hat, viele Essen, die er vergessen hat, viele Stunden mit Familie und Freunden, die er nicht bewusst wahrgenommen hat, vieles, das er unnötigerweise getan hat und bereut (den Wagen waschen, damit die Nachbarn nicht meckern).

Angenommen, du hättest noch ein Jahr zu leben.

Das klingt wenig!

Aber du würdest ab heute jeden Tag bewusst genießen, dir Ziele setzen (nicht zu viele), den Tag bewusst zu genießen: Heute bewusst die Freundin treffen, morgen bewusst mit Kumpels Handball spielen, übermorgen bewusst einen Ausflug machen, Montag alles schätzen, das du an deiner Arbeit oder Schule schätzt (oft mehr, als man im Alltag wahrnimmt) usw. Dann hättest du noch ein sehr erfülltes Jahr, in dem du viel mehr Erinnerungen aufbauen würdest als in den letzten 2 bis 5 Jahren vermutlich. Du würdest bewusster entscheiden, was du tun und lassen willst, dir käme die Zeit viel länger vor. Du würdest nicht versäumen, liebe Menschen noch etwas Wichtiges zu sagen und weniger Zeit mit Ärger, Frust und unliebsamen Menschen und Aufgaben verbringen (nicht: alle unliebsamen Aufgaben ablegen, das könnte nach hinten losgehen).

Ich habe gerade im Bekanntenkreis die Situation, dass eine OP ansteht, die so wahrgenommen wird, dass sie evtl. die letzte ist. Der Betroffene macht nichts anderes als sonst auch und das sind ganz banale Dinge. Frühstücken gehen mit Freunden und Familie. Dem Hobby nachgehen. Kleine Ausflüge in die Umgebung machen. Nicht die eine große Sache noch neu anfangen. Er macht das, was er bisher gerne gemacht hat, nur jetzt bewusster.

Das kann man dir auch raten, egal, ob du deinen vermutlichen Todeszeitpunkt kennst oder nicht.

Man kommt aber, wenn man über den Tod nachdenkt, zu vielen Ideen, die man bei sich und anderen umsetzen kann und an die man sonst nicht denkt.  Z.B. Schwerkranke im Krankenhaus zu fragen, ob sie rausgehen wollen. Daran denkt man oft nicht. Aber wenn man im Krankenhaus liegen würde und in einer Woche streben würde, würde man nicht noch mal rausgehen wollen, ungefilterte, nicht abgestandene Luft atmen, den Herbstwind genießen wollen? Im Alltag geht man täglich raus, im Krankenhaus bleibt man oft nur im Bett liegen und keiner fragt, ob man noch mal raus möchte. 

Solche Sachen fallen einem eher auf, wenn man darüber nachdenkt, jetzt selbst in der Situation zu sein, und zum letzten Mal, so dass es wichtig wäre, was man entscheidet.

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Eigentlich dürfte das für Dich kein Problem sein:

Kommentar von WasGlotznDu , vor 8 Std   

ich kann nicht weil ich auch ein riesen ego habe und nicht klein bei geben kann!

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Kommentar von czecx
14.10.2016, 08:01

Auch die größten Menschen haben Angst vorm Tod. Ich glaube dem Fragesteller das. Stalking muss doch nicht sein (;

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Das geht jedem so, nur der Tod gehört zum Leben, denn er kann dich jederzeit einholen. Du musst dich mit dem Thema aktiv beschäftigen, dann wird der Schrecken des Todes mit der Zeit etwas anders. Und alte Leute sehen das anders als junge Leute.

Und jeder Mensch hat ein Ablaufdatum, das ist nun mal eine Tatsache, und wir müssen damit leben. Alles Gute

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Ich kann Dich verstehen. Diese Floskeln wie "Ich habe keine Angst vor dem Tod, nur vor dem Sterben" kann ich nicht nachvollziehen. Leiden ist nicht schön, aber das Sterben geht vorüber. Der Tod (das vermutlich unendliche Nichts) endet nicht. Das muss doch jedem Angst machen! Nicht? Mir schon, aber der Gedanke daran, dass viele lockerer darüber sprechen (und man davon ausgeht, dass es bei denen nicht nur Verdrängen ist) kann Dich beruhigen. Solche Interviews beruhigen wiederum nicht: http://www.focus.de/kultur/buecher/tid-33605/das-letzte-gespraech-mit-marcel-reich-ranicki-sich-mit-dem-tod-auszusoehnen-ist-unmoeglich\_aid\_1104911.html Ich wünsche Dir, dass Du mit zunehmendem Alter entspannter darüber denken kannst. Leid wird es nach dem Tod allerhöchstwahrscheinlich keines geben.

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Wissenschaftlern zufolge sollte in 25 Jahren ungefähr unendliches Leben verfügbar sein.sie meinten man müsse ja nur neue Zellen einsetzten

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Hast du Angst vor dem Sterben oder dem Tod?
Denn Sterben tust du von Beginn deiner Geburt an...
Und das ist ein nicht zu vermeidender Prozess.

Das Leben und der Tod sind ein Liebespaar und das ist unausweichlich; also solltest du dich nicht damit weiter beschäftigen...beschäftige dich lieber damit was Großes zu vollbringen; etwas was man gerne mit dir verbindet. Sei ein guter Mensch...das ist das einzige was zählt...nämlich glücklich zu sterben...

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Mit dem Leben kommt der Tod.

Schenke jemanden Leben, so hälst du unsere Art weiter "am leben".
Ist übrigens auch der Sinn des Lebens. Artenerhalt.

Unsere Mutter schenk uns das Leben und das Alter nimmt es uns. So ist es halt und wird es immer sein.

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Du musst nur Angst haben das du nicht in die Hölle kommst :-)

Nach dem Tod heißt es nicht das es dich nicht mehr gibt. Dieses Leben ist vorübergehend und das nächste Leben im Jenseits ist das ewige Leben. Wir müssen uns hier auf das ewige Leben vorbereiten, denn nachdem Tod ist es zuspät. Nur deine gute Taten werden dir im Jenseits helfen. Die Zeit vergeht immer schneller und der Sinn des Lebens ist nicht soviel Spaß wie möglich zu haben. Oder einfach alles zu genießen.

In diesem Leben ist der Genuss nichts im Vergleich zum Genuss des ewigen Lebens. Und die Schmerzen und Qual die mann hier erleiden kann sind nichts im Vergleich zu der Hölle.

Nur ein Moslem der mit Iman(Glaube) stirbt kommt ins Paradies.

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Ich fände es äußerst schrecklich wenn man ein Mittel gegen den Tod finden würde.
Stell dir mal eine Welt vor in der immer mehr Menschen leben. Das Leben würde wahrscheinlich zu einer einzigen Qual und ein Kampf ums Überleben werden.

Lebe jetzt und so das du es weitgehend geniesen kannst.

Der Tod gehört zum Leben.

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Ganz normal, denn den Tod kann man nicht verhindern und irgendwann erwischt es jeden. Da niemand weiß, wann es soweit ist, kann man bis dahin nur das Beste aus dem Leben machen.

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Auch wenn ich kein Freund von Sprüchen bin, hat mir der hier geholfen:

Eines Tages werden wir alle sterben,

aber alle anderen Tage nicht!

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Wenn du stirbst, wollen die meisten es .

Wiso hast du angst vor dem Tod? Es passiert nichts schlimmes;) Wenn es soweit ist spürst du das irgendwie.

Meiner Meinung nach solltest du unbedingt etwas aus deinem Öeben machen....

Denn wenn du nucht zufrieden mit deinem Leben bist oder warst wirde dir der Abschied 200 mal schwerer fallen.
Sei stolz auf dein Leben
Sei stolz auf dich
Sei stolz auf die leute die dich dorthin gebracht haben.Sag ihnen dass du stolz auf sie bist.

Der Tod ist nicht schlimm... hängt halt davon ab wie du stirbst, aber es wird vorbei gehen!

Also: erreiche was im Leben und du wirst den Tid anlöcheln und ihn wie ein Alter freund begrüßen :D

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Hast du schonmal mit Familienmitgliedern gesprochen oder einem Arzt?

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