Frage von BiancaGaul, 88

Ich habe Angst nie wieder zu mir selbst zu finden.. Was tun?

In meiner Vergangenheit ist einiges geschehen was mich geprägt hat, welches ich allerdings bisher nicht verarbeiten konnte. Vertrauensbrüche, Ignoranz, Herzschmerz, selbst Tod ist dort ein Thema. ich könnte nicht mal in diesen 3000 Zeichen zusammenfassen was dieses Gefühl mit all dem Wirrwarr und unverarbeiteten Hintergründen auch nur annähernd gleich käme. Ich habe das Gefühl alles und jeden von mir zu stoßen. Seit 2 Jahren gehe ich nicht mehr raus um mich mit Freunden zu treffen sondern versuche mich sogar davor zu drücken. ich bemühe mich nicht um Ausbildung obwohl ich motiviert bin. Ich werde schnell wütend oder drehe durch wegen Kleinigkeiten die mir vorher scheiß egal waren auf gut Deutsch gesagt wie ein kleines Kind. Bin oft eingeschnappt und sehr launisch. Ich gehe nicht raus und lebe monoton nur noch vorm PC und verbringe meinen Alltag an selbigen. Ich komme nicht auf mich und meine Gefühle klar. Ich mute mich nicht meinen Freunden zu und kann Menschen die sich in mich verlieben zwar zurück lieben aber stoße diese unterbewusst immer und immer wieder von mir. Ich bin verzweifelt und weiß mir nicht zu helfen. Ich bekomme meine Vergangenheit nicht verarbeitet und sehe keine Perspektive mehr für mich. Und mein Umfeld muss mich ertragen. Ich finde einfach keinen Ausweg aus meiner Situation.. Über einen Psychiater habe ich bereits nachgedacht oder Therapien allerdings möchte ich niemanden meine Probleme Aufzwängen der dafür bezahlt wird. Weiß von euch jemand vllt einen Rat wie ich auf mich und mein Leben wieder klar kommen könnte? oder im Ansatz mal durchatmen ohne mich vor Problemen zu drücken (bzw den Ernst des Lebens)?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von survivor96, 43

Wie alt bist du, wenn ich fragen darf? Unabhängig davon:

zu aller erst, du bist nicht *anormal*, weil du gerne daheim zeit verbringst oder nicht oft raus gehst. Lass dir von der Gesellschaft nichts einreden und tue das was DIR gut tut.  Solange du die Möglichkeit hast, nichts zutun - tu es!
Versuche das Leben nicht so negativ zusehen. Das Leben hat viele Seiten und es läuft eben nicht immer nach den eigenen Plänen.
Wenn ich dir mal aufzählen würde, was das Leben alles mir gespielt hat, dann würdest du mit großen Augen staunen

(Missbrauch in jungen Jahren, beste Freundin stahl die ganze Zeit Geld von mir, Schuldenberge schon mit 17, Depressionen, Panikattacken... es geht nur so weiter!)

Das soll kein Vorwurf an dich oder an andere sein, aber mein Motto ist es mittlerweile die Sachen so zu nehmen, wie sie kommen.. mit ca. 17 Jahren bekam ich meine erste Panikattacke, ich wusste nicht, dass es eine psychische Krankheit ist und war damit völlig überfordert. Mich hat mein Psychiater aus dieser schweren Zeit rausgeholfen. Habe bis zu dem Zeitpunkt versucht es all den anderen recht zu machen und mich komplett vergessen. Ich habe vergessen, dass ich ein Individuum bin und meine eigenen Vorstellungen und Erwartungen von Leben habe! Und dass es auch etwas ganz normales ist, mal ein Monat lang nichts mit Freunden zu machen oder aus dem Haus zu gehen. Solange du dich gut fühlst, dann tu es.

Ich kann dir nur empfehlen Hilfe zu suchen, auch dein Post hier ist schon ein erster Schritt!
Das muss nicht unbedingt direkt ein Therapeut sein, vielleicht kannst du auch mit gleichgenossenen darüber austauschen. Das Internet bietet doch ein Riesen Spielraum dafür. Nutze das!

Falls du mal jemanden brauchst, höre ich dir  gerne zu!
Alles Gute

Kommentar von BiancaGaul ,

alleine zu hören das ich nicht anormal zu sein scheine erleichtert mich ungemein. ich bin 22 jahre alt.

Kommentar von survivor96 ,

Das freut mich zu hören!
Du darfst und sollst sogar aus der Reihe tanzen! Am Ende des Tages bist nämlich nur du alleine mit deinen Gedanken zusammen.
Sagen wir mal, du tust das, was die Mehrheit so alltäglich macht.. raus gehen, Freunde treffen, etc. etc. doch was bringt es dir, wenn du am Ende des Tages in deinem Bett liegst und nicht glücklich bist? Da kann die Gesellschaft noch so gute Dinge über dich rumreden, das wird dich nicht glücklich machen.

Ich kann dir nur eins sagen. Alle in meiner Familie sind Muslime, zwar nicht streng religiös, aber jeder versucht jedem klar zu machen, wie perfekt ihre Kinde sind und wie problemlos die ehe funktioniert. Das war schon immer so und da wir in Deutschland in einem Dorf wohnen, sprach sich so alles rum. Das Motto meiner Mutter ist und war "man lebt für die anderen, was die anderen über einen denken ist sehr wichtig" ... "Ehre und Stolz". Ich habe bis heute nie die chance gehabt, mein Leben so zu leben, wie ich möchte... mein Freund ist Italiener und wegen den kulturellen unterschieden, ist das für meine Familie ein NO-GO, dabei wissen sie nicht einmal, dass er mich aus dem Loch rausgeholt hat, in dem ich wegen meiner Mutter war.
Doch was mache ich? Ich scheiss wortwörtlich drauf! Da nur ich daran kaputt gehe und sonst niemand anders! Vergesse eins nicht.. Menschen müssen Fehler begehen, Menschen müssen Trauer und Schmerz spüren, damit sie Kleinigkeiten und das Leben schätzen können...
ich war wirklich vor zwei, drei Jahren eine graue Maus, die zu allem ja gesagt und nie sich selbst rausgelesen hat. Mit dieser Einstellung habe ich ein anderes Weltbild bekommen und bin froh, dass Leben leben zu dürfen! Zudem sehe ich mal zwei Wochen schlecht gelaunt zu sein als etwas normales. Denn Gefühle, sind etwas menschliches!!!! Wir sind keine Roboter!!!
...Denn nur DU kannst das beste daraus machen!!!!

Wie vorhin schon betont, du darfst dich gerne bei mir auskotzen! Ich höre und helfe gerne Menschen, da ich weiß, wie es sich anfühlt am Boden zerstört zu sein...

Kommentar von BiancaGaul ,

du bist schrecklich süß und deine situation kann ich gut verstehen. in meinem umfeld habe ich schon so einiges miterleben müssen und kulturelle unterschiede waren sowohl in der schule als auch privat eine zeit lang ein großes thema. so etwas ist schrecklich wenn die familie sich gegen deinen liebsten stellt. ich vergleiche das gerne mit romeo und julia. schmerz, angst, innere unruhe, liebe. so viele gefühle die in einem toben und tosen, so viel trauer und angst das muss echt schwer sein. aber wenn du deinen liebsten treu an deiner seite hast ist es wenigstens ein halt den du hast. und das ist immerhin etwas!

Antwort
von RicVirchow, 17

Hey,

im Leben passieren ständig Sachen, die wir nicht wollen. Das Leben passt sich eben nicht an uns an, wir müssen uns an das Leben anpassen, also versuchen aus all dem einfach das Beste zu machen. Aber das können wir nur machen, wenn wir das Schlechte aus unserem Leben einfach hinter uns lassen und versuchen aus dem Schlamm rauszukommen. Dazu müssen wir einfach versuchen die negativen Gefühle zu unterdrücken oder mit ihnen umzugehen und dafür musst du dich einfach überwinden.

Dein Leben ist einzigartig und deswegen darfst du nicht aufgeben. Denn dieses Leben ist eine einmalige Chance und eröffnet dir Millionen von Möglichkeiten, wenn du nur versuchst nach ihnen zu greifen und dann kannst du tatsächlich auch glücklich werden. Aber wenn du es nie wirklich versuchst, wirst du nie glücklich.

Ich glaube du solltest versuchen einfach neu aufzuatmen, indem du dir neue Hobbies suchst, mal was schönes kochst oder versuchst deine Ernährung positiv umzustellen, Sport treibst, vielleicht mal versuchst ein eigenes Buch zu schreiben, oder egal was dir Spaß macht.

Aber glaub mir es wird dir nicht viel bringen die ganze Zeit am selben Fleck zu sein. Solange du nicht versuchst etwas zu verändern, wird sich nichts verändern.

Hier ein Video, was dir sicher helfen wird:

Kommentar von BiancaGaul ,

der film ist einfach wundervoll ^-^ danke das baut mich echt auf! ♥

Antwort
von Windlicht2015, 25

Du hast eine Mauer um dich herum aufgebaut, vor Angst nicht wieder verletzt zu werden. Und diese Angst, die dich daran hindert, dich wieder am Leben zu freuen, musst du loswerden! Ganz abgekapselt von der Außenwelt kann depressiv machen.
Hole dir bitte Hilfe.
Das ist nicht leicht, aber ein guter Psychotherapeut kann mit dir darauf hinarbeiten, wieder Lebensqualität zu erlangen.

Antwort
von Tremswaldi, 24

Hallo Bianca,

es tut mir leid, dass es Dir gerade nicht gut geht. 2 Jahre ist schon eine lange Zeit und ich fürchte deine Probleme werden sich nicht von alleine 'auflösen'.

Suche dir Unterstützung, erster Ansprechpartner könnt der Hausarzt sein. Der wird dich dann evtl an einen Facharzt überweisen.

Glaube mir, dir kann geholfen werden... du mußt nur den ersten Schritt gehen.

Und du kannst dich mit ruhigem Gewissen einem Psychologen/Psychiater aufzwängen - auch wenn dieser  Geld dafür bekommt ;-) - es ist sein Job.

Lass den Kopf nicht zu sehr hängen - es gibt Hilfe für Dich!

Ich wünsch Dir alles Gute und hoffe das deine Situation sich wenigstens etwas entschärft

Antwort
von sandra160179, 36

mir ging es auch so und ist zum teil heute noch so. du solltest dich nicht schämen einen psychologen zu besuchen denn das wie du es schilderst klingt wie depressionen. ich spreche aus erfahrung. ich selbst bin seit fast 6 monaten in behandlungen mit guten tabletten. geh einfach hin und sprich mit ihm/ihr und die werden dir helfen.

Antwort
von 4yourSELF, 16

Hallo Bianca,
schön dass Du so ehrlich bist und äußerst wie es Dir momentan geht.
Ich kann Dich sehr nachvollziehen und weiß wie Du Dich fühlst.
Alles scheint sich gegen Dich aufzubringen und es gibt keinen Ausweg.

In erster Linie finde ich es wichtig, dass Du dir bewusst bist was genau passiert. Das heißt, dass Du eine gewisse Objektivität behältst und auch Deine Situation von außen betrachtest. Stell Dir folgende Fragen:

  1. Was passiert wirklich?
  2. Wie äußert sich das subjektiv bei Dir? (Emotionen, Gedanken, etc.)

Wir bei 4yourSELF hatten schon Erfahrungen mit Depressionen und was uns immer häufiger klar wurde - die Depression ist nicht das Problem. Die Depression der Depression ist das Problem (dh. die Einstellung zur Depression).
Meistens ist Die Identifikation, die Geschichte, die wir um unsere Depression/unser Problem stricken der eigentliche Schmerz. Wir denken zu viel und fühlen zu wenig.

Du sagst:
"Ich komme nicht auf mich und meine Gefühle klar"
Das musst Du auch nicht. Anstatt darüber zu urteilen und Dir Gedanken darüber zu machen - Fühle Deine Emotionen einfach. Lass die Gedanken die Gedanken sein und fühle einfach in Dich hinein. Lass es gehen.
Dann erkennst D
u, dass Du selbst so perfekt bist wie Du bist.
Ich wünsche Dir eine wunderbare Zeit.

- Sebastian von 4yourSELF

Kommentar von BiancaGaul ,

nunja ich gehe aber meine gefühle nicht mit dem gedanken an "oh ich bin ja so depressiv" in selbstmitleid verfalle ich auch nicht, ich fühle mich einfach (betont) *derzeit* nicht gut. es ist einfach nur ein vorrübergehender tief aber ich empfinde mich nicht als depressiv..

Antwort
von ischdem, 36

lass dir helfen.......über diese Zeit hinweg zu kommen.....das Leben ist mehr als im Zimmer zu sitzen......Hausarzt und Verhaltenstherapeut verschreiben lassen....das wird schon wieder...

ein Tier kann dir helfen .....

Kommentar von BiancaGaul ,

ich habe 2 katzen aber merke wie abweisend ich nach 12 jahren zu ihnen werde.. dabei liebe ich mein tier aber igws ist dort was mich daran hindert ein lebewesen in egal welcher form an mich ran zu lassen..

Antwort
von LittleMistery, 10

Ohne Psychiater wird das nicht viel.

Kommentar von BiancaGaul ,

wieso immer gleich n psychiather suchen und sofort als depressiv hingestellt werden?

Kommentar von LittleMistery ,

Wieso stellst du dich dann selbst als depressiv hin.

Wenn du dich darüber beschwerst hast du auch keine Depression.

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