Frage von Manuel129, 79

Ich habe Angst meiner Mutter weh zu tun?

Hallo,

ich würde gerne zum Wintersemester in eine andere Stadt ziehen um da zu studieren und habe das meiner Mutter gesagt. Die Reaktion von ihr.. nunja sie hat nicht geweint oder so, sie zeigt sehr ungerne Schwäche, aber ich konnte während des Gesprächs eindeutig feststellen, dass sie sehr traurig darüber wäre.

Ich hatte zu meiner Mutter nie ein total gutes Verhältnis, vieles an ihr stört mich, ich nehme es hin ohne etwas zu sagen. Sie ist oft misstrauisch, hat an vielem was auszusetzen, und ich kann mich mit ihr nicht wirklich unterhalten, da ich einfach auf einem anderen intellektuellen level bin.

Trotzdem: eigentlich ist sie immer sehr nett und versucht es allen so gut sie kann Recht zu machen. und auch ihre vermeintlich negativen Eigenschaften kann ich ihr nicht verübeln, sie hatte viel zu Ertragen und es geht ihr momentan auch nicht wirklich gut, sie hat Träume, die sie nicht mehr erfahren kann, da sie viel zu jung Kinder bekommen hat. Sie ist jetzt fast 60, ihre Kinder sind das einzige was sie hat, aber alle außer mir haben sich schon von ihr distanziert.

Meine Angst ist jetzt, dass sie wirklich in Depressionen versinkt wenn ich gehe. Sie war ihr Leben lang nicht alleine, und erzählt auch immer wieder wie schrecklich es für sie wäre wirklich alleine zu sein.

Was meint ihr dazu? Irgendwann muss ich sie sowieso verlassen, trotzdem macht mich die Vorstellung fertig, dass meine Mutter weinend Zuhause sitzt und nicht weiß was alles noch für einen Sinn hat, zumal solche Gedanken auch nichts Neues bei ihr wären.

Ich bedanke mich schon mal für die Ratschläge

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von kimonina2015, 41

Es ist viel besser, in eine andere Stadt zu sein, und deiner Mutter freudevoll zu begegnen, mit ihr zu telefonieren und- das will deine Mutter- deinen Weg zu gehen!

als zu bleiben mit Groll im Bauch und kaum noch Gespräche mit ihr  zu führen.

Geografie macht keine Distanz,  Nebeneinander her vegetieren schon!

Mütter (ich bin so eine!) setzen ihre Kinder nicht als Altersvorsorge in die Welt, sondern weil ihr was Neues, Einzigartiges seid, weil die Welt euch braucht, und weil wir stolz sind. Ende!

Kommentar von Cavo64 ,

+1 außer beim letzten Absatz... es gibt Leute die sich anders nicht absichern können ... Altersarmut ist ja gerade jetzt ein wichtiges Thema

Kommentar von kimonina2015 ,

Das ist wahr, aber dann ist die gute Berufliche Perspektive des Sprösslings keine schlechte Absicherung.

Kommentar von Manuel129 ,

vielen vielen Dank.. das hilft mir wirklich sehr :)

Kommentar von kimonina2015 ,

Noch ein Nachtrag! Wenn möglich, räume in deiner neuen Bleibe deiner Mutter einen kleinen aber festen - sei es auch nur symbolischen Platz ein.

Wenn du kannst, sorg dafür, dass sie unter Leute geht,. Vielleicht tut sie das sowieso, wenn se nicht mehr das Steak für dich meint, in die Pfanne hauen zu müssen.

Mütter denken gelegentlich, dass Liebe AUSSCHLIESSLICH durch den Magen geht.

Kommentar von Manuel129 ,

Nochmals danke =)

Antwort
von Joline007, 25

Ich muss sagen deine Mutter tut mir richtig Leid v.a dass sich deine Geschwister distanziert haben . Wenn jemand mal seine Mutter verliert ,weil sie stirbt ,dann kommen die meisten erst zur Einsicht ,aber dann ist es zu spät , man wird die Stimme der Mutter nie wieder hören. Die Mutter ist etwas heiliges ,Sie hat euch das Leben geschenkt ohne sie könntet ihr nichtmal existieren und leider kann man sich die Eltern nicht aussuchen auch wenn man es gerne hätte . Jedoch sollte man ihnen trotzdem dankbar sein ,dass sie ihre Zeit geopfert haben sich um dich zu kümmern als du ein Kleinkind und ein Baby warst . Gibt so viele Kinder ,die von Eltern verstoßen werden und alles dafür tun würden ihre leiblichen Eltern bei sich zu haben . Du hast diese Möglichkeit. Die Zeit ,die man mit Eltern verbringt ist vergänglich wie alles auf der Welt. Such dir doch ein Studium in der Nähe . Deine Mutter ist auch nicht gerade die jüngste ,sollte also wenigstens ein Kind bei sich haben.

Kommentar von Manuel129 ,

diese Dankbarkeit von der du sprichst empfinde ich auch erst seit kurzem, nachdem ich Christa Wolfs "Ein Tag im Jahr" gelesen habe, vorher hatte ich nie das Gefühl, dass ich meiner Mutter irgendwas schuldig wäre.. wobei der Ausdruck, in jemandes Schuld zu stehen, ja nicht wirklich zutrifft..

Ich würde ein Studium relativ in der Nähe anfangen, ich müsste umziehen, könnte aber durchaus jedes Wochenende zu ihr fahren.

Kommentar von Joline007 ,

Naja dann erkläre doch deiner Mutter ,dass es schließlich um deine Zukunft geht und jede Mutter freut sich doch für ihr Kind ,wenn es was erreicht .Sag ihr ,dass sie nicht allein sein wird und du sie trotzdem jedes Wochenende besuchen kommst . Ich glaube sie wird es verstehen.

Antwort
von robi187, 19

es ist normal wenn man die nabelschur der ablösung duch scheidet dass die alle schmerzen bereitet?

dabei kann man ein trama dauraus machen oder sagen es gehört zum leben?

Kommentar von kimonina2015 ,

Lieber Robi, eine Nabelschnur durchschneiden tut nicht weh!

Und du denkst gar nicht, wie auch Mamas sich freuen, wenn ihr Verantwortung übernehmen könnt und wolt, erst mal für euch selber.

Grammatik könnte zwar noch zur Entfaltung kommen, aber dass du ein herzenslieber Kerl bist, ist sofort spürbar in deinen Worten. Vielleicht gerade WEIL es so rauswollte, wie es kam.

DAnke für deinen Kommentar.

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