Frage von FrauStressfrei, 51

Ich habe 8 Jahre auf Urlaub verzichtet ( verzichten müssen), kann ich im Nachhinein noch Ansprüche geltend machen?

Ich war so ein Trottel, ich habe mich 7 Jahre von meinem Arbeitgeber überreden lassen, auf Urlaub zu verzichten ( ohne Entgeldersatzleisung, also für NULL) und ich war fast 8 Jahre dort und nicht einen Tag krank. Nun hat er mich völlig unerwartet " vor die Tür" gesetzt, was auch geht, da der  Arbeitsvertrag projektiert ist. Also, noch mal in Worten : ich habe fast 8 Jahre durchgearbeitet , ohne einen Tag frei. Manchmal sogar noch am Wochenende gearbeitet. Kann ich jetzt im Nachhinein noch irgendeinen Anspruch gelten machen wegen dem Urlaub? Oder ist das eigene Blödheit von mir? ( nein, ich war nicht freiberuflich dort, sondern fest angestellt)

Antwort
von TorDerSchatten, 51

Laß dich von einem Fachanwalt für Arbeitsrecht beraten, inwieweit man die Ansprüche zurückrechnen kann und inwieweit man einen Vergleich (anderes Wort für Entschädigung) machen kann, bevor du zum Arbeitsgericht gehst.

Sei mir nicht böse aber du scheinst von grandioser Dummheit befallen gewesen zu sein, 8 Jahre lang. Und siehst ja, wie man es dir dankt. Aber aus Fehlern lernt man, und ein zweites Mal passiert dir das nicht.

Kommentar von FrauStressfrei ,

Naja, ich dachte für mich, es ist der Job fürs Leben und wollte nie aufhören dort. Aber ich weiß, blöd von mir...

Kommentar von TorDerSchatten ,

Leier dem alles aus dem Kreuz, was dir zusteht! Und fackel nicht lang, ein Anwalt kostet fürs Erste gar nicht so ein Vermögen, also nimm gleich Rechtsberatung in Anspruch.

Weiterhin: Kopf hoch. Wo eine Tür zufällt, öffnet sich ein Fenster! Du wirst einen anderen und sicher besseren Job finden!

Kommentar von DerHans ,

Toller Job fürs Leben. 8 Jahre durcharbeiten und dann bei der ersten Krankheit gefeuert.

Solche Arbeitnehmer braucht das Land

Antwort
von DerHans, 43

Urlaubsanspruch aus dem Vorjahr muss bis zum 31.3. realisiert werden.

Man kann nicht einfach den Urlaub für 8 Jahre auflaufen lassen.

Wer hat denn veranlasst, dass du deinen Urlaub nicht nehmen durftest? Dann hättest du jeweils jedes Jahr die Barabgeltung verlangen müssen.

Kommentar von FrauStressfrei ,

Ich hab ein paar mal gefragt und dann hieß es immer "
Das geht jetzt nicht"
Und damit war das Thema abgeharkt. Und dann hab ich ein paar mal nachgefragt und dann hiess es sogar, dass sei da nicht so üblich

Kommentar von Familiengerd ,

Dann hättest du jeweils jedes Jahr die Barabgeltung verlangen müssen.

Das ist im Arbeitsverhältnis nicht erlaubt, nur b ei Beendigung des Arbeitsverhältnisses!

Kommentar von Familiengerd ,

Ergänzung:

Davon ausgenommen ist die Situation, dass Urlaub aus objektiven Gründen vom Arbeitgeber nicht gewährt werden konnte.

Kommentar von DerHans ,

Hier wurde ja nicht mal der Urlaub oder die Abgeltung eingefordert. Dann verfällt der Urlaub eben.

Antwort
von putzfee1, 35

Verstehe ich nicht... du musst aber doch gewusst haben, dass dir Urlaub zusteht! Du hast dich ganz schön ausnutzen lassen! 

Den Urlaub für dieses Jahr muss dir der Arbeitgeber auf jeden Fall noch geben bzw. auszahlen, wenn das Nehmen des Urlaubs zeitlich nicht mehr möglich ist. Wie das mit dem Urlaub für die vergangenen Jahre aussieht, weiß ich nicht... da solltest du dich unbedingt an einen Anwalt für Arbeitsrecht wenden!

Ein Urlaubsverzicht ist gesetzlich überhaupt nicht möglich! 

Kann auf Urlaub verzichtet werden ?

Der Arbeitnehmer kann auf unstreitigen gesetzlichen Mindesturlaub, Zusatzurlaub oder darüber hinausgehende tarifvertragliche Urlaubsansprüche nicht wirksam verzichten. Dasselbe gilt in dem Fall der Beendigung des Arbeitsverhältnisses für den Urlaubsabgeltungsanspruch. Der Verzicht ist auch nicht im Rahmen eines gerichtlichen Vergleiches möglich, selbst wenn die Ansprüche nach dem Willen der Parteien darin abschließend geregelt werden sollen (BAG, Urteil vom 20.01.1998, 9 AZR 812/96).

Quelle: http://www.asp-rechtsanwaelte.de/arbeitsrecht_krefeld/urlaub.htm

Kommentar von FrauStressfrei ,

Ich musste mehr oder minder drauf verzichten. Ich hätte schon gerne Urlaub mal gehabt, aber ich hab einfach keinen bekommen, immer gab es was zu tun. Aber es ist nicht so, dass der Urlaubsverzicht so locker flockig von mir aus ging, sondern das weiterarbeiten wurde schon mit Nachdruck vom AG eingefordert. Trotzdem doof von mir, ich weiß. Aber ich wollte den Job behalten

Antwort
von Nightstick, 47

@FrauStressfrei, Du solltest einmal in Ruhe das Bundesurlaubsgesetz studieren, dann hätte sich Deine Frage erübrigt!

Kommentar von FrauStressfrei ,

Aber ich konnte keinen Urlaub machen. Mein Arbeitgeber hat es nicht möglich gemacht und da mir alles so gut gefiel dort, wollte ich es nicht auf Spiel setzen. Es ist nicht so, dass ich kein Urlaub WOLLte, sondern nicht durfte.

Kommentar von Nightstick ,

Das ist barer UNSINN, denn das Nehmen (und Gewähren) von Urlaub basiert nicht nur einem gesetzlichen Ansproch, sondern ist auch in 99,9999 Prozent der Arbeitsverhältnisse absolut ÜBLICH!

Wenn ich nicht wüsste, dass Du es ernst meinst, würde ich denken, Du veralberst uns hier mit Deiner Fragestellung... :((

Kommentar von Familiengerd ,

Aber ich konnte keinen Urlaub machen. Mein Arbeitgeber hat es nicht möglich gemacht

Das ist absolut nicht nachvollziehbar - erst recht nicht bei einem (wie ich mich aus anderen Deiner Frage zu erinnern meine) öffentlichen Arbeitgeber.

Du kannst aber - sofern es tatsächlich so war und Du nachweisen kannst, dass Urlaub durch den Arbeitgeber objektiv nicht gewährt werden konnte - im Rahmen von Ausschlussfristen (sofern arbeits- oder tarifvertraglich vereinbart) oder der gesetzlichen Verjährungsfrist (3 Jahre) die nachträgliche Entgeltung des vorenthaltenen Urlaubs verlangen.

Kommentar von Nightstick ,

Prima Idee - das würde ein sehr interessanter arbeitsrechtlicher Fall werden...

Kommentar von Familiengerd ,

Nun, ich hab mir das nicht zusammengesponnen. Aber im Ernstfall - vor Gericht - weiß man in der Regel ohnehin nicht sicher, wie es ausgehen wird. Auf See und vor Gericht...

Kommentar von Nightstick ,

Nein, nein, das habe ich auch als ernsthaften Gedankenansatz aufgefasst. Das würde wirklich interessant werden. Von solch einem Klagegegenstand habe ich noch nichts gehört oder gelesen...

Antwort
von ErsterSchnee, 37

Das meiste ist verjährt.

Kommentar von FrauStressfrei ,

Aber der 2015 er doch nicht, oder?

Antwort
von Tim2k12, 37

Oh mann, das der Chef dich entlassen hat, so einen Mitarbeiter findet der doch nie wieder.

So weit ich weis beträgt die gesetzliche Verjährungsfrist 3 Jahre.

Kommentar von FrauStressfrei ,

Das währe ja schon mal was mit den drei Jahren. Ich bin nach 8 Jahren das erste mal krank geworden, deshalb darf ich gehen.

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