Frage von isoiso2, 178

ich hab vom Arbeitgeber mein Arbeitszeugnis erhalten und überlege schon die ganze Zeit,ob Sie in der Bewerbungsmappe entnehmen soll.Ich bitte um euren Rat?

Herr... hat ein gutes Fachwissen, welches er mit guten Resultaten sehr praxisnah für unsere Unternehmen einsetzte. Sein Denkvermögen und seine Aufassungsgabe ließen ihn auch für schwierige Probleme gute Lösungen finden. Während seiner gesamten Beschäftigungszeit in unserem Unternehmen erledigte Herr..... seine Aufgaben mit Engagement und persönlichen Einsatz.

Er arbeitete jederzeit mit Umsicht und Verantwortungsbewusstsein. Herr ....arbeitete immer zuverlässig und genau. Er erzielte gute Arbeitsergebnisse und erledigte die ihm obliegenden Aufgaben zu unserer vollen Zufriedenheit.

Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten , Kollegen und Kunden war einwandfrei.

Herr... hat das Arbeitsverhältnis zum 24.Juli 2015 gekündigt. Wir wünschen ihm für die Zukunft weiterhin viel Erfolg und alles Gute.

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Muster Mann

Geschäftführer

Antwort
von DarthMario72, 92

Man kann ein Zeugnis nur dann richtig beurteilen, wenn man es vollständig liest, also von der Überschrift bis zum Ausstellungsdatum und der Unterschrift. Überall können Informationen enthalten sein, die für die Einschätzung des Zeugnisses wichtig sind.

Zu dem Auszug aus deinem Zeugnis kann man folgendes sagen:

Die Leistungsbeurteilung entspricht einem befriedigend, auch die Zusammenfassung "zu unserer vollen Zufriedenheit" passt dazu.

Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten , Kollegen und Kunden war einwandfrei.

Auch das ist befriedigend.

Herr... hat das Arbeitsverhältnis zum 24.Juli 2015 gekündigt.

Das ist etwas ungewöhnlich formuliert. Du hast wohl in der Probezeit gekündigt.

Wir wünschen ihm für die Zukunft weiterhin viel Erfolg und alles Gute.

Autsch, diese Schlussformel ist alles andere als optimal. Kein Dank für deine Arbeit, kein Bedauern über dein Weggang. Und "weiterhin viel Erfolg" widerspricht dem doch sehr durchschnittlichen Zeugnis.

By the way: wie ist das Ausstellungsdatum?

Aber wie schon gesagt: Wenn du eine halbwegs seriöse Analyse deines Zeugnisses haben willst, musst du es vollständig (natürlich anonymisiert) hier einstellen.

Kommentar von isoiso2 ,

Ich hab in dieser AG 3 Monat lang gearbeitet und gekündigt,weil ich eine bessere Stelle erhalten habe.

Antwort
von ChristianLE, 72

Auch wenn das Arbeitszeugnis offensichtlich nicht komplett ist und demnach keine abschließende Wertung vorgenommen werden kann, bleibt festzuhalten, dass das Zeugnis anscheinend durchschnittlich ist.

Die Gründe hierfür hat DarthMario72 schon umfassend beschrieben, so dass ich hier gar nichts wiederholen möchte.

Antwort
von isoiso2, 42

Bedanke mich hier bei allen.
Nach 3 Monaten im Betrieb, hab ich einen neuen Job erhalten,und meine alte Stelle gekündigt.

Jetzt frag ich mich, auch wenn mein Arbeitszeugnis zwischen gut bis mittelmäßig ist,ob ich Sie dennoch erwähnen soll.

Einerseits, war ich ein Mitarbeiter, der die Aufgabe im Betrieb in (2-3) Bereich erledigt hat.

Andererseits,frag ich mich was der Arbeitgeber von mir halten soll,wenn ich nur 3 Monat beschäftigt war.

mfg

Antwort
von Herb3472, 77

Ich sehe das durchaus positiv, dass das Zeugnis nicht nur den standardisierten Einheitsbrei enthält. Immerhin hat man sich hingesetzt und sich Gedanken über ein maßgeschneidertes Zeugnis gemacht. Das ist eine Fleißaufgabe und ergibt für mich Pluspunkte.

Kommentar von ChristianLE ,

Für mich ist das durchaus der übliche Einheitsbrei. Was ist denn hier deiner Meinung nach "maßgeschneidert"?

Unabhängig davon: Wenn ein Arbeitgeber tatsächlich nicht die standardisierten Formulierungen verwendet, bedeutet das, dass ein künftiger Arbeitgeber mit dem Zeugnis gar nichts anfangen kann. Aufgrund des Fehlens dieser Standardformulierungen kann hier keine einwandfreie Wertung vorgenommen werden.

Kommentar von Herb3472 ,

Was ist denn hier deiner Meinung nach "maßgeschneidert"?

"Herr... hat ein gutes Fachwissen, welches er mit guten Resultaten
sehr praxisnah für unsere Unternehmen einsetzte. Sein Denkvermögen und seine Aufassungsgabe ließen ihn auch für schwierige Probleme gute Lösungen finden. Während seiner gesamten Beschäftigungszeit in unserem Unternehmen erledigte"

Aufgrund des Fehlens dieser Standardformulierungen kann hier keine einwandfreie Wertung vorgenommen werden.

Sind doch genug Standardformulierungen vorhanden, an denen man sich orientieren kann:

"Während seiner gesamten Beschäftigungszeit in unserem Unternehmen erledigte Herr..... seine Aufgaben mit Engagement und persönlichen Einsatz.

Er arbeitete jederzeit mit Umsicht und Verantwortungsbewusstsein.

Herr ....arbeitete immer zuverlässig und genau. Er erzielte gute
Arbeitsergebnisse und erledigte die ihm obliegenden Aufgaben zu unserer
vollen Zufriedenheit.

Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten , Kollegen und Kunden war einwandfrei.

Herr... hat das Arbeitsverhältnis zum 24.Juli 2015 gekündigt. Wir
wünschen ihm für die Zukunft weiterhin viel Erfolg und alles Gute."

Ein eindeutige, objektive Beurteilung gibt es ohnehin nicht, weil Arbeitszeugnisse das subjektive Urteil dessen widerspiegeln, der/die es geschrieben hat - sofern er sich überhaupt die Mühe einer individuellen Beurteilung gemacht hat. Die Standardformulierungen sind meistens lediglich einkopierte Textbausteine - "und fort mit Schaden". Daher kommt mir schon das Ko.zen, wenn ich ein solcherart standardisiertes Arbeitszeugnis zu lesen bekomme. Das ist das Papier nicht wert, auf dem es steht.

Ich würde den Fragesteller jederzeit bedenkenlos einstellen.

Kommentar von Herb3472 ,

Aufgrund des Fehlens dieser Standardformulierungen kann hier keine einwandfreie Wertung vorgenommen werden.

Kein Mensch, der mit Personaleinstellungen befasst ist und ein wenig Erfahrung hat, entnimmt einem Arbeitszeugnis eine "einwandfreie" Wertung.

Kommentar von ChristianLE ,

Herr... hat ein gutes Fachwissen, welches er mit guten Resultaten
sehr praxisnah für unsere Unternehmen einsetzte. Sein Denkvermögen und seine Aufassungsgabe ließen ihn auch für schwierige Probleme gute Lösungen finden.

Was ist denn daran maßgeschneidert? Diese Formulierungen lese ich in fast jedem Arbeitszeugnis.

Ich würde den Fragesteller jederzeit bedenkenlos einstellen.

Das ist schön für dich. Wenn der Rest der Bewerbung passt, würde ich zumindest über ein Vorstellungsgespräch nachdenken.

Ansonsten macht mich allein die Schlussformel sehr skeptisch.

Kommentar von Herb3472 ,

Das ist schön für dich. Wenn der Rest der Bewerbung passt, würde ich zumindest über ein Vorstellungsgespräch nachdenken.

Wieso ist das schön für mich? Ich brauche im Moment keine neuen Mitarbeiter.

Ohne Vorstellungsgesprech würde auch ich niemanden einstellen, das ist doch wohl klar. Aber ich würde den Fragesteller zu einem Vorstellungsgespräch einladen, und sein Arbeitszeugnis würde nicht gegen eine Einstellung sprechen. Wie er sich wirklich anstellt, würde sich ja ohnehin im Probemonat herausstellen.

Kommentar von DarthMario72 ,

Ich sehe das durchaus positiv, dass das Zeugnis nicht nur den standardisierten Einheitsbrei enthält.

Bist du sicher, dass du dieses Zeugnis meinst? Ich finde da sehr viel an "standardisiertem Einheitsbrei!"

Antwort
von annabelle1985, 83

Huhu,

leider wurde sich bei den Formulierungen nicht immer an die Standards gehalten, wodurch eine richtige Übersetzung in Noten nicht so einfach ist. Hast du ein gutes Verhältnis zu deinem AG? Kann das nicht noch mal umgeschrieben werden mithilfe von Anleitungen, in denen genau steht, welche Aussage was bedeutet? 

Einiges wie die Umsicht beispielsweise ist sicher gut gemeint - aber die Formulierung so ist keine 1 oder 2 :/

Liebe Grüße,

Annabelle

Kommentar von DarthMario72 ,


leider wurde sich bei den Formulierungen nicht immer an die Standards gehalten, 

Reden wir über dasselbe Zeugnis? Ich finde da sehr viele Standards wieder.


wodurch eine richtige Übersetzung in Noten nicht so einfach ist.

Merkwürdig, ich fand es sehr leicht, dass in ein befriedigend zu "übersetzen".


aber die Formulierung so ist keine 1 oder 2 :/

Da stimme ich dir mal absolut zu!

Antwort
von NoDoubts, 98

Ohje, ich glaube da ist etwas beim Zensieren des Nachnamens schief gegangen? Jedenfalls sind da einige Stellen, die man noch lesen kann. Sollte falls es geht entfernt werden, da Arbeitgeber ja gerne nach ihren Arbeitern im Internet suchen.

Verstehe aber nicht, wieso du es der Bewerbungsmappe entnehmen solltest. Steht ja ausschließlich positives drin und die Punkte wie Zuverlässigkeit und Engagement sind sehr wichtige Dinge, die immer gut ankommen wenn sie von anderen bezeugt werden.

Kommentar von isoiso2 ,

von welche Stelle ist Rede?

Wenn ich mir dein ersten Absatz mit dem zweiten Absatz vergleiche ,wiedersprechen Sie sich.

Kommentar von ChristianLE ,

Steht ja ausschließlich positives drin

Wie überraschend....

Arbeitgeber in Deutschland sind faktisch verpflichtet, nur positive Dinge in ein Arbeitszeugnis zu schreiben. Es ist demnach eine "Kunst", negative Arbeitsleistungen positiv zu umschreiben.

Ein klassisches Beispiel ist die Aussage: "Er war stets pünktlich". Dieser Satz impliziert, dass er jeden Morgen pünktlich (und keine Minute eher) zum Dienstbeginn am Schreibtisch (oder wo auch immer) saß, ansonsten aber nichts geleistet hat.

Zuverlässigkeit und Engagement sind sehr wichtige Dinge

Aber nicht unbedingt in einem Arbeitszeugnis. Ein hohes Engagement lässt nämlich keine Rückschlüsse auf das eigentliche Arbeitsergebnis zu.

Kommentar von Herb3472 ,

Ein klassisches Beispiel ist die Aussage: "Er war stets pünktlich".
Dieser Satz impliziert, dass er jeden Morgen pünktlich (und keine Minute eher) zum Dienstbeginn am Schreibtisch (oder wo auch immer) saß, ansonsten aber nichts geleistet hat.

Kann daraus sicher nicht abgeleitet werden.

Zuverlässigkeit und Engagement sind sehr wichtige Dinge


Aber nicht unbedingt in einem Arbeitszeugnis. Ein hohes Engagement lässt nämlich keine Rückschlüsse auf das eigentliche Arbeitsergebnis zu.


Sehe ich anders. aber bitte, jeder bewertet eben unterschiedlich.

Kommentar von ChristianLE ,

Kann daraus sicher nicht abgeleitet werden.

Die Meinung hast Du exklusiv. Ein klassischeres Beispiel für die "Unfähigkeit" eines Angestellten gibt es nicht. Das ist auch nicht meine Meinung, sondern die gängige (hier hilft im Zweifel Google).

Wenn Du das anders siehst, ist das gut (oder schlecht) für dich.

Aber schon allein die Tatsache, dass Du das Zeugnis mit einer 2+ bewertest, spricht da schon Bände.

Kommentar von DarthMario72 ,

@Herb3472:

Ein klassisches Beispiel ist die Aussage: "Er war stets pünktlich". 
Dieser Satz impliziert, dass er jeden Morgen pünktlich (und keine Minute eher) zum Dienstbeginn am Schreibtisch (oder wo auch immer) saß, ansonsten aber nichts geleistet hat.

Kann daraus sicher nicht abgeleitet werden.

Doch, das kann es sehr wohl! Es war früher durchaus üblich und auch positiv zu sehen, wenn Pünktlichkeit im Zeugnis erwähnt wurde. Heutzutage sieht man das aber anders, denn Pünktlichkeit ist eine derart banale Selbstverständlichkeit im Arbeitsleben, dass man die keinesfalls mehr ausdrücklich betont - jedenfalls nicht in einem guten Zeugnis. Wird sie betont, gibt es entweder sonst nichts Positives zu berichten oder man kann daraus ableiten, dass der AN auf die Sekunde pünktlich zur Arbeit gekommen ist und zu keinerlei Überstunden bereit war.

Kommentar von Herb3472 ,

Welche Laus ist denn Dir über die Leber gelaufen? Bist Du überhaupt in einer beruflichen Posotion, in der es zu Deinen Aufgaben gehört, Mitarbeiter einzustellen?

Ich hatte und habe seit über 30 Jahren Personalverantwortung, und entscheide nach meinen Kriterien, nicht nach dem, was heute üblich oder nicht üblich ist.

Wrenn Du glaubst, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit dürften heute als selbstverständlich vorausgesetzt werden, dann würdest Du in der Praxis Dein blaues Wunder erleben.

Kommentar von DarthMario72 ,

Welche Laus ist denn Dir über die Leber gelaufen?

Mir keine. Dir vielleicht? Was interessieren dich meine beruflichen Kompetenzen? Schau mal in meine Antworten zu anderen Fragen, dann dürftest du feststellen, dass ich durchaus weiß, wovon ich rede.

Ich hatte und habe seit über 30 Jahren Personalverantwortung, und entscheide nach meinen Kriterien, nicht nach dem, was heute üblich oder nicht üblich ist.

Ich habe nicht die Absicht, dir in deine Einstellungskriterien reinzureden.

Wrenn Du glaubst, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit dürften heute als selbstverständlich vorausgesetzt werden, dann würdest Du in der Praxis Dein blaues Wunder erleben.

Pünktlichkeit (von Zuverlässigkeit habe ich nicht geredet) ist sehr wohl eine Selbstverständlichkeit. Dass das in der Praxis nicht so läuft, weiß ich selbst - dafür gibt es dann die Möglichkeit den AN abzumahnen.

Im Übrigen ist das nicht nur meine Ansicht, sondern diesen Standard erfährst du bei einer einfachen google-Suche.

Kommentar von ChristianLE ,

@ Herb3472:

Wo ist eigentlich dein Problem? Es geht in den Antworten darum, wie diese Formulierungen generell, d.h. vom Großteil aller Arbeitgeber gewertet werden. Es gibt im Internet genügend Ansätze, wie diese Formulierungen interpretiert werden sollten. Dazu gehört nun auch einmal der Aspekt des "pünktlichen Mitarbeiters".

Wenn Du hier eigene Interpretationsansätze verfolgst, bzw. eigene Kriterien entwickelt hast, ist das deine Sache. Es ist aber der falsche Weg, deine eher untypischen Wertungsansätze (das meine ich nicht negativ) als gesetzt zu betrachten.

Allein aufgrund der Tatsache, dass diese Interpretationen  weitestgehend standardisiert (Siehe Google oder die einschlägige Literatur) sind, besteht hier auch überhaupt kein Diskussionsbedarf.

Im Übrigen ist die Tatsache, dass jemand X-Jahre Erfahrungen damit hat, ebenso keine Argumentationsgrundlage.

Mal völlig wertungsfrei: Es kann auch durchaus sein, dass jemand - egal welche Branche - etwas seit 20 Jahren falsch macht. Eine langjährige Betriebserfahrung ist niemals ein Indikator für korrektes Arbeiten.

Meist ist eher das Gegenteil der Fall. Stichwort Betriebsblindheit.

Antwort
von Herb3472, 66

Ich würde das mit 2+ beurteilen und sehe keinen Grund, warum Du es aus Deiner Bewerbungsmappe entfernen solltest.

Kommentar von DarthMario72 ,

Ich würde das mit 2+ beurteilen

Wie kommst du zu dieser Einschätzung?

Antwort
von nancycotten, 46

Was mir auffällt sind diese Angaben...

erledigte die ihm obliegenden Aufgaben zu unserer vollen Zufriedenheit.

Eine "vollste" Zufriedenheit wäre etwas besser gewesen.

Und auch bei....

Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten , Kollegen und Kunden war einwandfrei.

hätte "stets einwandfrei" besser geklungen. Dennoch finde ich das du ein befriedigendes Zeugnis erhalten hast.

Kommentar von macqueline ,

Ich habe mal bei einem Zeugnis darum gebeten, dass "vollste" ersetzt wird durch "volle", weil es eine Steigerung von "voll" nicht gibt.

Kommentar von DarthMario72 ,

Ich habe mal bei einem Zeugnis darum gebeten, dass "vollste" ersetzt wird durch "volle", weil es eine Steigerung von "voll" nicht gibt.

Ist nicht dein Ernst, oder? Damit hast du dein Zeugnis um eine Note abgewertet. In der Zeugnissprache gibt es das Wort durchaus...

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