Frage von Redoxkobold, 235

Ich hab furchtbare Angst vor dem IS wie wahrscheinlich ist ein Angriff in Deutschland?

Hi! Ich hab seit den Anschlägen in Paris furchtbare Angst vor den Angriffen vom IS und allem, mittlerweile kann ich fast nicht mehr ruhig schlafen! Am meisten Angst hab ich um meine Eltern und meine kleinen Geschwister (bin 16...), wir sind weder präsent in irgendwelchen politischen Organisationen noch leben wir in einer großen Stadt (ich wohn in einem sehr kleinen Dorf in Bayern)... Wie wahrscheinlich schätzt ihr einen Angriff in Deutschland ein bzw wie lange braucht es in diesem Fall bis einer gemacht wird?

Ich weiß, die großen Städte sind gefährdeter, aber das hilft wenig vor dem Schrecken des IS... Was kann ich dagegen tun bzw was tut ihr gegen die Angst?

Antwort
von ReelHelios, 103

Sehr interessante Frage.

Nur muss man eigentlich präzisieren: welche Art von Terrorismus? (Terror wurde ursprünglich als Begriff für Staatsterror benutzt ->franz. Revolution und später wandelte man den Begriff zur Bedeutung von willkürlicher Gewalt von Volk gegen Volk und oder Staat). Ich denke es geht dir sicherlich um Islamistischen Terror.

Ich habe mich sehr lange mit dem Theme auseinander gesetzt und habe einige Thesen (ich beanspruche kein Recht zu haben, es sind nur logische Folgerungen meiner seits und möchte auch nicht angefeindet werden falls jemand meint ich habe Unrecht. Bitte sachlich bleiben!):

-Terror ist willkürlich unwillkürlich-

Ziel von Terroranschlägen kann theoretisch jeder werden, jedoch werden oft politische Statements gesetzt (11.9.2001: 2 Flugzeuge trafen die WTCs->Symbol der Amerikanischen Wirtschaft, 1 Flugzeug traf das Pentagon-> Symbol des Amerikanischen Militärs).

-Sie wollen uns Angst machen-

Angst und Panik verursachen Terroranschläge definitiv, jedoch kann dies kein finales Ziel darstellen. Zum einen existieren Bestrebungen zB des IS einen Gottesstaat zu gründen (wobei man sagen muss, dass Iran, Saudi Arabien auch in gewisser Weise Gottesstaaten sind), dazu wird regional Gewalt eingesetzt (wie in Syrien). Wir haben deutlich geringere Opferzahlen.

Die Gewalt, welche sich gegen den "Westen" richtet, ist möglicherweise ein Aufruf unsere Kriegseinsätze zB im Nahen Osten zu beenden (Deutschland ist nur teilbeteiligt könnte aber deshalb auch zum Ziel werden, die USA sind wesentlich aktiver und stellen deshalb höchstwahrscheinlich das Maintarget dar). Die steigende Zahl von Salafisten ist ein Phänomen, welches auch ein Indikator dafür sein könnte, denn im Salafismus ist es eine Grundaussage, dass Muslime ein eigenes Land brauchen (Besatzung gilt als Unding und muss laut Glaube bekämpft werden). Die Bereitschaft zur Gewalt (Radikalisierung) entsteht wahrscheinlich durch ein "Unrechtsbewusstsein" und der Ohnmacht demokratisch Veränderungen bewirken zu können (wir sprechen von einer Mischung aus regionalen und internationalen Kriegszuständen). Demokratisch Ohnmächtig nicht zuletzt, weil es in vielen Ländern schlicht keine Demokratie gibt.

Ich würde mir wünschen, dass alle Meschen friedlich miteinander leben können. Mein Weg dahin ist für mehr politisches Interesse zu sorgen. Demokratisches Denken zu fördern, Einfühlsamkeit zu zeigen. Und uns nicht von den Gewalttaten beherrschen zu lassen, denn Hass wird uns nicht helfen den Hass zu beseitigen.

Ich bin gerne bereit weiter zu diskutieren, solange nicht irgendwelche Trolls anfangen mit 2 Sätze langen, haltlosen Beleidigungen um sich zu feuern.

Kommentar von Dovahkiin11 ,

Herrlich, mal wieder eine solche Art der Ausdrucksweise zu lesen. Einige Passagen könnten (inhaltlich) von mir stammen. Aber da du dich mit der Thematik ausgiebig befasst hast, möchte ich doch gern ein paar stellen ansprechen und hinterfragen.

Wie beispielsweise stehst du zu meiner Theorie, dass die USA keineswegs nur Ziel sind, sondern Hauptdrahtzieher sind? Um zu erkennen, dass die Strukturen nicht so simpel sind, wie die Medien uns weiß machen wollen, reichen simple Zahlen. Russland, China, Deutschland, GB, Frankreich, USA, Japan, Italien, weitere Industriemächte und der Rest der Welt sind nicht in der Lage, ca 32.000 IS-Terroristen zu beseitigen bzw in Gewahrsam zu nehmen? 6 Milliarden lassen sich von 30 tausend auf der Nase herumtanzen, um es zuzuspitzen? 

Spricht für mich dafür, dass Terror keineswegs Feind der Großmächte ist, sondern Instrument. Und dazu zähle ich auch zB 9/11. (Dass dieser Zwischenfall kein Produkt des Terrors war, sondern gezielt und geplant seitens einer anderen Instanz, ist so gut wie bewiesen.)

Ich bin ebenfalls Verfolger eines friedlichen Zusammenseins, stelle aber klar, dass die Abschaffung von Religion bzw der Aufbau von Fronten zwischen Religion und Atheismus -keine- Option dabei ist, wie heute viele meinen. Zu Frieden gehören Respekt und Toleranz einer jeden Überzeugung gegenüber, die ihrem Träger nicht schadet.

LG

Kommentar von Robert7194 ,

schön zu lesen, dass ich mit den Gedanken auch nicht alleine bin

spricht man im echten Leben über sowas, wird man Abgestempelt

an einer Stelle muss ich aber korrigieren: 6mrd Menschen ist viel zu viel, glaube wir der Westen sind gerade mal 13% der Weltbevölkerung

Es gibt den schönen alten Spruch, genau kenne ich den nicht mehr. Richtung: In Zeiten des Friedens ist Terror notwendig.

Wenn man bedenkt, dass sich alles um Wirtschaft dreht, ist mir der Spruch ne gute Erklärung für vieles.

Kommentar von Dovahkiin11 ,

>spricht man im echten Leben über sowas, wird man Abgestempelt

Jup, siehe Kommentar Nr 2

Mir ist klar, dass nicht die ganze Bevölkerung im Krieg gegen den IS antritt, aber offenbar distanziert sich doch die ganze Welt, selbst der Osten, vom IS. Wenn man den so "bestürzten" Aussagen nach Paris glaubt. So oder so, es wäre ein Leichtes, sich dem Problem anzunehmen. Die militärischen Kräfte bilden eine so mächtige Überzahl, dass selbst Blutvergießen weitgehend reduziert werden könnte. Aber irgendwer muss ja das Öl kaufen... 

Kommentar von baindl ,

Dass dieser Zwischenfall kein Produkt des Terrors war, sondern gezielt
und geplant seitens einer anderen Instanz, ist so gut wie bewiesen

Ach, wo denn?

Verschwörungstheoretiker haben wir hier eigentlich schon genug.

http://www.zeit.de/2014/45/verschwoerung-11-september-cia

Kommentar von Dovahkiin11 ,

Diverse Vorgänge, die dort passiert sind, wie das ausgehöhlte Fundament, die Brandschäden an den Stahlträgern und die Struktur des Fundaments bzw Kellergeschosses wären bei einem Anschlag allein durch die Flugzeuge physikalisch nicht möglich gewesen, sondern nur durch zusätzliche, professionell durchgeführte Sprengungen von innen heraus. 

Auch abgesehen davon bin ich lieber Verschwörungstheoretiker als Ja-Sager und Marionette der Regierung. 

Antwort
von mychrissie, 31

Diese überdimensionierte Angst ist eine Folge davon, dass jedes Ereignis so lange durch die Medien geschleift wird, bis die Leute (vor allem ängstliche 16-jährige mit viel Fantasie) denken, dass hinter jeder Ecke ein Terrorist lauert.

Wir leben in den sichersten Zeiten seit der Zeitrechnung. Die Zahl der Kriege war noch nie so gering, die Zahl der Schwerverbrechen sinkt beständig.

Das einzige was steigt, ist der Pegel unserer "german angst".

Ich habe Dir mal was aus dem "SPIEGEL" eingescannt:


"Die Welt ist nicht so schlecht, wie sie gerade aussieht.

Keine Frage: Wer in diesen Tagen Zeitung liest, bekommt es mit der Angst zu tun. IS-Terror in Europa, Blutorgien in Nahost, Krieg in der Ukraine, wachsende rechte Gewalt in Deutschland, dazu das Gerede, dass der Dritte Weltkrieg bereits begonnen habe.

Die Ereignisse in 2015 lassen wenig Gutes erwarten für 2016. Doch für Untergangsphobiker hat der Harvard-Psychologe Steven Pinker jetzt eine frohe Botschaft: Nein, die Welt geht nicht vor die Hunde. In der Tendenz wird sie sogar immerzu besser. friedlicher, demokratischer. Pinker kann dies mit Zahlen untermauern. Während des Zweiten Weltkriegs waren Jahr für Jahr pro 100 000 Menschen rund 300 Kriegstote zu beklagen. Dieser Wert sank auf 22 zur Zeit des Koreakrieges, auf 5 während des Iran-Irak-Krieges und auf weniger als 0,5 zwischen 2001 und 2011. Derzeit liegt er wegen der Gemetzel in Syrien und Afghanistan bei etwa 1,4.

Große Kriege zwischen Staaten, quasi der Normalzustand über Jahrhunderte, gab es seit 1945 nur noch selten – und seit 2003, nachdem die USA in den Irak eingefallen waren, gar nicht mehr. Bürgerkriege haben jüngst zwar zugenommen; betrachte man aber die Welt insgesamt, so Pinker, gelinge es der Menschheit zusehends besser, die Gewalt einzudämmen. Seit Jahrzehnten sinkt zum Beispiel in den USA die Zahl der Vergewaltigungen. Auch die Rate von Mord und Totschlag nimmt ab: 1991 verzeichneten die USA 9,8 Getötete pro 100 000 Einwohner. 2014 lag dieser Wert bei 4,5 – trotz der fast allwöchentlichen Schießereien an Schulen oder Universitäten. Die deutsche Polizei ermittelte im Jahr 2000 wegen 1015 vollendeter Tötungsdelikte, im Jahr 2014 gab es davon 624. Jährlich schrumpft die Zahl der Staaten, die noch die Todesstrafe verhängen – dafür steigt die Zahl derer, die Homosexualität nicht mehr als Straftat verfolgen. Obwohl es sich gerade anders anfühlt. Die besten Jahre kommen noch." Marco Evers



Antwort
von gnhtd, 51

Keine Sorge, es wird dich der Blitz eher beim ********* treffen, als dass du oder irgendjemand den du selber kennst durch den IS sterben würde.

(wortwörtlich; die wahrscheinlichkeit ist minim)

Antwort
von Dovahkiin11, 74

Es werden immer wieder Anschläge verübt. Es gibt weder Gesetzmäßigkeiten noch sinnvolle Wahrscheinlichkeiten. Praktisch ist die Wahrscheinlichkeit in deinem Wohnort aber gleich null. Ansonsten frag Herrn Obama oder jemand anderes, der mit dem IS unter einer Decke steckt.

Großstädte sind generell attraktiver für Anschläge. Ich habe auch Familie, aber nicht den Hauch einer Angst. Ich tanze nicht nach der Pfeife von Industriemächten, und wenn ich krepiere, ist das so. Die Opfer haben mein Beileid, und zwar nicht nur die deutschen, aber ich führe mein Leben so weiter wie bisher. Die Medien selbst machen die Panik, obwohl sie heucheln, man solle das genaue Gegenteil tun.

Antwort
von mha1213, 49

Daß in Deinem Dorf in Bayern ein Anschlag passiert, ist extrem unwahrscheinlich. Daher hoffe ich, dass Du in Zukunft wieder ruhig schlafen kannst.

Antwort
von VladimirMakarow, 80

Es ist wahrscheinlicher das die USA oder Nato Deutschland in ihrem geo und Ressourcen Geplänkel in die Luft sprengt oder das die Privatarmee der russischen ultranationalisten uns überrennt als dieser Haufen zurückgebliebener kameltreiber 

Antwort
von Stkuber, 34

Abschläge in Deutschland gibt es sehr wahrscheinlich.
Das du betroffen bist eher weniger.
Wieso sollten sich die ein kleines bayrisches Dorf aussuchen?

Antwort
von zeifix, 56

Keine sorge es ist immer noch warscheinlicher auf dem weg zum bäcker von nem Auto überfahren zu werden als durch ein IS anschlag zu sterben. 

Antwort
von MrMentalist1, 96

Sei einfach aufmerksam.. was soll man tun? Etwa Zuhause sitzen? Nein.. leb einfach normal weiter und vermeide halt Notfalls Großstädte.. sei einfach aufmerksam mehr kann man nicht tun.

Sag dir einfach das es hier nicht passieren wird..

Antwort
von Pestilenz2, 43

Wer angst vor dem terror hat verhilft dem terror zum sieg.

Du memme. Der IS lebt von deiner angst. Hör auf damit. 

Nach deinen angaben bist du so ziemlich das uninteressanteste wesen für den IS gleich nach einer stubenfliege. Aber hauptsache panik schieben.

Hab keine angst. Alles ist gut. Bevor du oder die deinen wegen einem anschlag draufgehn stirbst du weil du über deinen eigenen fuss stolperst und dir das genick brichst. 

Achja, und du stürzt eher 2 mal mit einem flugzeug ab. 

Gib dem terror keine chance und hab keine angst. Die rechnen damit das du angst hast.

Antwort
von missott, 71

ohhh bitte hör auf!! dir wird nichts passieren keine Sorge!
die Chance durch einen Anschlag zu sterben ist hier in Deutschland verschwindend gering, eher kommst du durch einen Verkehrsunfall oder sonst etwas um

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