Ich hab einen negativen MPU-Bescheid, habe allerdings meinen Führerschein vor Ende der Ablauffrist der Verkehrsbehörde wieder erhalten. Was sollte ich nun tun?

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1 Antwort

Hallo kathi,

ich will dir hierzu einmal antworten:

ich will dir mal kurz meinen Fall schildern. Ich wurde 2014 und im Jahre
2016 jeweils angehalten. 2014 mit nem Wert von 0,6 und 2016 mit 0,72.
Ich bekam dann einen Bußgeldbescheid wonach ich 2 Punkte bekomme, 1000
Euro Strafe zahlen muss und 3 Monate Fahrverbot habe. Ca. 2 Wochen nach
dem Bußgeldbescheid bekam ich Post von der Verkehrsbehörde, die mich zu
einer MPU auffordern. Zeit hat man mir 2 Monate gegeben. Meinen
Führerschein hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon bei der Polizei
abgegeben. Diesen bekam ich jetzt nach Ablauf der 3 Monate zugesandt. In
der Zeit der Führerscheinabgabe habe ich an einer MPU teilgenommen. Das
neg. Ergebnis der MPU bekam ich ca. eine Woche nach erhalt meines
Führerscheins. Jetzt weiß ich eben nicht, wie ich mich verhalten soll.
Ich bin ja nicht verpflichtet, den neg. Bescheid bei der Verkehrsbehörde
abzugeben. Was könnte mir jetzt passieren. Können die den Führerschein
jetzt wieder einfordern oder womit muss ich jetzt eventuell rechnen?
Hast du/ihr da fundierte Hinweise?

Du musst unterscheiden zwischen der Bußgeldstelle und der Führerscheinbehörde. Da du jeweils eine OWI hattest (unter 1,1‰) musstest du deinen FS an die Bußgeldstelle/Polizei übergeben, diese hat dir deinen FS nach Ablauf des Fahrverbotes (3 Monate, da Wiederholungstäter) wieder zurückgesandt.

Nun kommt aber noch die führerscheinrechtliche Seite und diese Behörde fordert (muss es fordern, da gibt es keinen Ermessensspielraum) eine MPU von dir. Das heißt, wenn du der Behörde innerhalb der gesetzten Frist von 2 Monaten, kein positives Gutachten vorlegst, wird deine Fahrerlaubnis endgültig entzogen.

Da du nun ein negatives Gutachten erhalten hast, solltest du vor Ablauf der gesetzten Frist (oder spätestens am gleichen Tag), deinen FS freiwillig bei der Behörde abgeben, so ersparst du dir wenigstens die Entzugskosten.

Alternativ wäre ein zweiter Versuch einer MPU möglich (ich gehe aber davon aus, dass die Frist dafür nicht reicht und Fristverlängerungen gibt es bei FS-Inhabern in den seltensten Fällen) und zudem muss erst einmal geschaut werden, warum deine MPU negativ verlief....

Ich vermute, dass der Zeitraum der Verhaltensänderung (mind. 6 Monate) bei dir einfach zu kurz war, kann das sein?

Gruß Nancy

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Kommentar von nancycotten
04.06.2016, 04:58

Nachtrag:

Abgesehen davon, dass der Zeitraum der Verhaltensänderung wohl zu kurz war, wird bei Wiederholungstätern, idR ein Abstinenznachweis gefordert. Ohne diesen Nachweis muss die Aufarbeitung nahezu perfekt sein...das ist sehr schwer und ohne fachliche Hilfe fast nicht zu stemmen...

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