Frage von Anonymkekse, 55

Ich hab ALG2 beantragt und sollte die Tage Geld bekommen aber hab jetzt eine Nachzahlung bekommen vom. Kindergeld, wird das angerechnet, muss ich das angeben?

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Kindergeld, 13

Sicher musst du jede Änderung in den wirtschaftlichen wie finanziellen Verhältnissen melden und nachweisen !

Bekommst du also nach deiner Antragstellung Geld auf dein Konto,stellt das in der Regel fast immer Einkommen dar und wird nach dementsprechenden Freibeträgen auf deine Leistungen angerechnet.

Wenn du jetzt eine einmalige Nachzahlung bekommen hast dann wird diese als Einkommen auf deinen Bedarf angerechnet.

Da es sich beim Kindergeld um sonstiges Einkommen handelt wirst du von deinen 570 € in der Regel nur deine 30 € Versicherungspauschale geltend machen können,wenn du nicht schon anderweitig Freibeträge geltend machst,z.B. auf Erwerbseinkommen,denn dann würden diese 30 € schon in deinem Grundfreibetrag von 100 € berücksichtigt.

Bekommst du also mehr als 570 € ALG - 2,dann sollte das Jobcenter dann in einem Betrag 540 € von deinen Leistungen abziehen,nur wenn du weniger bekommen würdest müssten die 570 € dann zwingend auf 6 Monate Bezugszeitraum verteilt werden.

Dann könntest du unter Umständen dann 30 € mal 6 Monate = 180 € als Freibetrag geltend machen,dann würde der Rest von 390 € durch 6 Monate geteilt und dieser Betrag dann von deinen laufenden Leistungen für die nächsten 6 Monate abgezogen.

Antwort
von albatros, 20

Nach meinem Kenntnisstand ist es so, dass dir die Nachzahlung als Einkommen sehr wohl angerechnet wird, auch wenn diese sich auf eine Zeit vor Harz IV bezieht. Ich kenne jedenfalls keine andere Rechtslage (SGB oder Rechtsprechung).

Anders sieht es bei Erbschaft aus. Diese wird nicht als Einkommen sondern als Vermögen bewertet, welches bis zu einer festgeschriebenen nach Lebensalter berechneten Höhe anrechnungsfrei für die lfd. oder zukünftige Leistung ist. Es ist nicht entscheidend, wann das Erbe tatsächlich zufällt, sondern wann der Erbfall eingetreten ist.

Kommentar von Anonymkekse ,

Weiß du auch wieviel das ist ? 

Ich hab 570 Euro bekommen 

Kommentar von isomatte ,

Vermögen ist es nur,wenn der Erbfall spätestens im Monat vor der Antragstellung eingetreten ist !

Kommentar von albatros ,

Hier das Urteil des SG Karlsruhe vom 26.01.2016: - S 17 AS 4357/14 - (bezüglich Anrechnung Erbschaft als Vermögen und nicht Einkommen)

Kommentar von isomatte ,

Sag ich doch,der Erbfall muss spätestens im Monat vor der Antragstellung eingetreten sein,sonst würde es Einkommen und kein Vermögen sein,weil der Antrag im Monat der Antragstellung auf den 1.des Monats zurück wirkt !

Antwort
von DerHans, 33

Grundsätzlich musst du natürlich jeden Geldeingang dem JobCenter melden.

Stammt die Nachzahlung aus der zeit als du noch KEIN AlG II bekamst, gilt es als Vermögenswert und NICHT als Einkommen

Vorher war es eine Forderung und jetzt ist es ein Guthaben. Also ein Vermögenstausch.

Kommentar von Anonymkekse ,

Ich hab noch kein Geld bekommen vom Amt also Jobcenter 

Kommentar von albatros ,
Bitte um Angabe der Rechtsgrundlage deiner Antwort.

Nach meinem Kenntnisstand ist es so, dass  die Nachzahlung als
Einkommen sehr wohl angerechnet wird, auch wenn diese sich auf eine
Zeit vor Harz IV bezieht. Ich kenne jedenfalls keine andere Rechtslage
(SGB oder Rechtsprechung).

Anders sieht es bei Erbschaft aus. Diese wird nicht als Einkommen
sondern als Vermögen bewertet, welches bis zu einer festgeschriebenen
nach Lebensalter berechneten Höhe anrechnungsfrei für die lfd. oder
zukünftige Leistung ist. Es ist nicht entscheidend, wann das Erbe
tatsächlich zufällt, sondern wann der Erbfall eingetreten ist.

Kommentar von DerHans ,

Hier liegt der Fall ähnlich. Die Forderung ist ein Vermögenswert und das Guthaben auf dem Konto ebenso.

Kommentar von isomatte ,

Wo hast du denn den Blödsinn her ?

Natürlich ist das dann einmaliges Einkommen und wird nach evtl.Berücksichtigung von Freibeträgen auf den Bedarf / Leistungen angerechnet.

Würde deine Aussage stimmen,dann müsste ja z.B. eine Gehaltsforderung die noch besteht auch als Vermögen gelten,dem ist aber nicht so,es gilt das Zuflussprinzip und wenn eine verspätete Lohnzahlung im Leistungsbezug eingeht,dann stehen einem nur die Freibeträge auf Erwerbseinkommen nach § 11 b SGB - ll zu und der Rest würde im Monat des Zuflusses auf dem Konto als Einkommen auf die Leistungen angerechnet.

Bei Erwerbseinkommen hat man nur den Vorteil,dass dieses nur im Monat des Zuflusses angerechnet werden darf und im Folgemonat vom Einkommen zum Vermögen werden würde und solange man dann mit diesem Betrag die Grenze seines Schonvermögens nicht übersteigen würde hätte man im Folgemonat wieder ganz normalen Anspruch auf Leistungen.

Anders sieht es bei sonstigem Einkommen aus,also wie hier z.B. beim Kindergeld was einmalig nachgezahlt wurde,dass würde dann ggf. auf 6 Monate Bezugszeitraum verteilt,wenn der Betrag die monatliche ALG - 2 Leistung übersteigen würde,nach Berücksichtigung evtl.Freibeträge ( 30 € Versicherungspauschale ) die man geltend machen könnte.

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