Frage von yuppieyuppie, 88

Ich glaube mein Mitgefühl ist gestört?

Ich war früher eigentlich ein sehr empathischer Mensch, sogar eher zu empathisch, weil ich immer hätte losheulen können, wenn ich über das Leid in der Welt nachdachte. Seit ich aber (vermutlich) Depressionen habe bin ich emotional sehr abgestumpft und sehr eiskalt geworden. Wenn mir Freunde von ihren Problemen erzählen, heuchel ich Mitgefühl, weil es erwartet wird aber eigentlich ist es mir sche*ßegal. Ebenso verhält es sich mit den Problemen in der Welt. Ich versuchte mich mit den Opfern von Paris einzufühlen, aber es kam einfach nichts, ich fühlte mich nur von der Berichterstattung genervt und ansonsten empfinde ich keinen Funken Mitgefühl. Nur ganz selten bricht der Damm, wenn ich Dinge ganz bildlich vor mir habe, dann hab ich auch Mitgefühl mit Menschen aber ansonsten eben gar nicht. Wenn Tiere leiden, ist es mir aber generell gleichgültig. Ich wurde schon als Eisklotz bezeichnet und mir macht das auch zu denken. Ist das normal? Sollte ich versuchen das zu ändern oder ist das gar besser als ein empathischer Mensch zu sein?

Expertenantwort
von Sternenmami, Community-Experte für Gesundheit, 69

Wenn Du an Depressionen leidest, ist Deine Reaktion auf die negativen Dinge der Welt nicht weiter verwunderlich. Du steckst selber viel zu tief in einem Loch, als dass Du auch noch die Probleme anderer an Dich herankommen lassen könntest. Du schützt Dich praktisch selber, weil Du erst mal mit Dir selber zurecht kommen musst, um wieder auf die Beine zu kommen.

Ich würde Dir ehrlich gesagt langfristig raten, Dir professionelle Hilfe zu suchen, also eine Psychotherapie bei einem Psychotherapeuten zu machen. Nur mit ihm zusammen kannst Du das Problem finden, welches Dir zu schaffen macht und dieses auch langfristig beheben.

Erst, wenn Du selber wieder mit Dir im Reinen bist, kannst Du auch wieder Empfindungen für die Probleme anderer an Dich heran lassen. Momentan schützt Dich einfach Deine Seele, um nicht noch tiefer in den Abgrund zu fallen.

Mir ging es damals genauso, als ich selber tief in den Depressionen steckte. Die Empfindungen anderer waren mir völlig egal und ich war entsetzt über mich selber. Letztendlich hat mir mein Psychotherapeut dann erklärt, dass dies reiner Selbstschutz war. Mit ihm zusammen habe ich meinen Weg wieder gefunden und nehme jetzt auch wieder Anteil am Leben.

Ich wünsche Dir alles Gute auf Deinem Weg.

Antwort
von Mmmui, 25

Ja ich hatte und habe auch eine schwere Depression früher war ich auch ein Mensch der mit jedem egal ob Mensch oder Tier Mitleid hatte.Ich grüble auch ständig darüber nach.Andere Leute sind mir anscheinend s.cheißegal.Du bist nicht alleine 

Antwort
von Shikutaki, 24

Ist bei mir sehr ähnlich.
Der Punkt ist einfach: Man ist meistens traurig genug um noch das Trauer der Welt mitzutragen.
Es hört auf dich zu interessieren, weil es Zeit ist für deine Probleme Interesse zu haben.

Ich hab gestern über die Sache mit Paris ein Witz nach dem anderen gerissen, weil es mich einfach nicht juckt.
Ich weiß wie du dich fühlst und das nicht mal was schlimmes.

Antwort
von themachina, 72

Ich finde das nicht normal und ich finde auch, dass du an deinem Mitgefühl arbeiten solltest. Zumindest, wenn dir das eigene Leid und die eigenen Probleme sehr wohl Gefühle verursachen und dich beschäftigen, während dich alles andere kalt lässt.

Bist du dir selbst auch weitgehend egal, würde ich versuchen, die Depression loszuwerden.

Insgesamt klingt es nicht, als ob du ein netter oder toller Mensch wärst, mit dem ich gern meine Zeit verbringen würde, und es macht dich auf Dauer unter Umständen sehr einsam. Deshalb würde ich daran arbeiten.

Viel Erfolg.

Kommentar von yuppieyuppie ,

Ich habe ja Freunde, die ich mag und wie gesagt heuchel ich Interesse und Mitgefühl für ihre Probleme und verhalte mich so wie es ein guter Freund tun sollte. Mir selbst bin ich aber definitiv nicht egal. 

Kommentar von themachina ,

Dann würde ich dringend an mir arbeiten, wenn ich du wäre. Und du scheinst ja selbst zu merken, dass das nicht ok ist, wie du es machst, sonst würdest du eine solche Frage gar nicht stellen.

Und ja, noch hast du vielleicht Freunde, aber die merken vielleicht irgendwann auch, dass das alles geheuchelt ist...

Kommentar von yuppieyuppie ,

Glaube ich nicht, meine wahren Gefühle kann ich sehr gut verstecken. Und wie genau soll ich ein Gefühl erzwingen, dass ich einfach nicht hab? Geht das überhaupt?

Kommentar von Schmolinsky ,

An Mitgefühl kann man nicht arbeiten, man hat es oder hat es nicht. Und das macht ihn bestimmt nicht zum schlechten Menschen.

Kommentar von themachina ,

Das ist Schwachsinn, Mitgefühl kann man lernen und sich erarbeiten und intensivieren. 

Kommentar von Schmolinsky ,

Das ist Schwachsinn. Man kann höchstens an den Depression arbeiten und dadurch vielleicht wieder Mitgefühl empfinden.

Antwort
von sleepy55, 53

Hört sich nach Soziopathie an. https://de.wikipedia.org/wiki/Soziopathie

Kommentar von yuppieyuppie ,

Schwachsinn, ein Soziopath hat überhaupt kein Mitgefühl und ich sagte ja bereits, dass ich früher oft Mitgefühl hatte nur heute kaum noch.

Kommentar von sleepy55 ,

Dann ist es ja gut. Trotzdem brauchst du nicht beleidigend zu sein. Wenn du Leidensdruck hast, geh zum Psychologen.

Kommentar von yuppieyuppie ,

Du musst mich auch nicht als Soziopath bezeichnen, wenn ich das offensichtlich nicht bin. 

Kommentar von sleepy55 ,

Ich wollte Dich damit nicht beleidigen und wenn dies doch der Fall war, entschuldige ich mich. Ich wollte dir nur helfen und denke, es ist gut psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Alles Gute.

Kommentar von yuppieyuppie ,

Achso, dann Entschuldigung für den Ton.

Kommentar von sleepy55 ,

Alles gut, schönen Tag noch und ich hoffe, Du findest eine Lösung für Dein Problem.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community