Frage von quueeny, 159

Ich glaube, kein Job wird mir wirklich Spaß machen... Was soll ich tun?

Hallo erstmal :) Ich denke derzeit viel über meine berufliche Zukunft nach und bin schon häufig an der Frage "was will ich mal werden" verzweifelt. Ich bin ab September mit meinem Fachabi fertig und möchte bis zum nächsten Sommer gerne jobben und Praktika machen, weil ich einfach nicht weiß, was ich machen soll! Trotzdem geht ja bald die Bewerbungszeit los und ich muss mich also in den nächsten Monaten entscheiden, wofür ich mich bewerben soll - ohne den Beruf je in der Praxis erlebt zu haben! Ich habe mir natürlich schon ein paar Sachen rausgesucht, die mich auf den ersten Blick interessieren... Aber die eine Sache war einfach noch nicht dabei. Mein Kopf dreht sich seit Monaten schon fast nur um dieses Thema und ich fühle mich als hätte ich mich über alle Berufsausbildungen und jede Uni/Hochschule und ihre Studiengänge im Raum Frankfurt informiert - und ich weiß trotzdem noch nicht, was das richtige für mich sein könnte. Nun zum eigentlichen Problem: Ich finde manche Berufe, bei denen ich mir erst denke "oh das hört sich ja cool an" und wenn ich mir dann aber die Praxis vorstelle, also mich in diesem Beruf, da finde ich es wieder nicht so toll... Mich plagen dann Fragen wie "Würde mir das wirklich Spaß machen oder zumindest erfüllen?" "Könnte ich so etwas wirklich mein ganzes Leben lang machen?" "Unterfordert mich das nicht irgendwann?" "Bin ich wirklich der Typ dafür?" Und auf viele Fragen antworte ich mir selbst mit einem "nein"... Klar, ich weiß es eigentlich nicht, weil ich nie in diesen Berufen war (vielen Dank an meine Schule - 2 wöchiges Praktikum in der 9. Klasse nützt wirklich viel -.-) Aber einfach irgendwas ausprobieren? Das ist mir viel zu unsicher!

Das Problem ist außerdem, dass ich meine Leidenschaft bzw. das, was mir wirklich auch in meiner Freizeit Spaß macht, nicht machen kann. Es ist entweder zu unrealistisch, wird nicht gut bezahlt (bzw. die Bezahlung ist unsicher), oder man braucht ein Startkapital, oder mein Durchschnitt reicht nicht (für ein Studiengang) oder die Ausbildung ist nicht staatlich anerkannt.

Derzeit mache ich einen Bundesfreiwilligendienst 39 Std. die Woche und merke einfach wie wichtig es ist, den richten Beruf zu finden - denn das was ich gerade mache, wäre nichts, was ich mein Leben lang machen möchte. Eigentlich würde ich es nicht mal einen Monat länger machen wollen! Das hört sich jetzt an als wäre ich faul, aber ich hab ständig im Kopf "Eigentlich will ich überhaupt nicht arbeiten". Ich finde es schrecklich, dass man evtl etwas machen muss, das einen keine Freude bereitet, nur um leben zu können... Das will ich einfach nicht. Wahrscheinlich kommt dieser Gedanke einfach davon, dass ich nicht weiß, mit welchem Beruf ich mich anfreunden kann oder welcher mir zuspricht. Und weil ich weiß, wie es ist 39 Stunden die Woche an einem Arbeitsplatz zu sitzen, von dem man einfach nur noch weg oder nach Hause möchte...

Hat jemand einen Rat?

Antwort
von Matahleo, 77

Hallo Queeny,

ich kann dich sehr gut verstehen, du bist nicht allein auf dieser Welt. Mir ging es nach der Schule genau so.

Versuch doch mal nach dem Ausschlussverfahren vorzugehen.

Überleg dir, was dir so gar nicht gefällt und hake das schon mal ab.

Dann überlegst du dir, was dir im Moment auf die nächsten drei Jahre gefallen könnte. Dann länger musst du einen Beruf in erster Linie nicht machen.

Steck dir kleinere Ziele, nicht dein ganzes Leben. Das ist viel zu unübersichtlich.

Lerne oder studiere irgendwas, was dir vermutlich halbwegs Spaß bringt und zieh das dann durch, egal wie bescheiden es im Endeffekt ist. Denn wichtig ist erst einmal, dass du etws machst und das zu Ende.

Bei mir war das in etwa so:

Ich wollte auf keinen Fall im selben Handwerk wie meine ganze Familie landen. Dann habe ich es doch gemacht, weil mir nichts besseres eingefallen ist. Nach der Lehre war ich mit der Familie selbstständig und es hat Spaß gemacht.

Aber, nach 4 Jahren im eigenen Betrieb, mit der eigenen Familie, im eigenen Haus, da kam die Frage auf, ob ich das bis zur Rente machen will und die Antwort war NEIN!

So kam es, dass ich mit meinem Beruf als Entwicklungshelferin nach Afrika ging.

Danach machte ich den Meister und wurde auch mit meinem Beruf Beamtin bei einer Justizvollzugsanstalt. Heute bin ich froh, denn ich liebe meinen Beruf, gleichzeitig liebe ich die therapeutische Arbeit, die ich hier super ausüben kann.

Das geilste ist aber, dass ich beides kombinieren kann. Nebenher habe ich dann sogar noch studiert, es ist alles möglich.

Die Welt steht dir offen! Nimm, was dir gefällt, pfeif aufs Geld, leb bescheiden, das funktioniert tatsächlich aber sie glücklich.

Alles Gute dir,

LG Mata

Antwort
von Sonja66, 42

Denke mal, dass du die Sache zu perfektionistisch angehst und dir dabei viel zu viel Druck machst.
Es ist ja nicht so, dass du dir eine Arbeit aussuchst und die ein Leben lang machen musst: man wechselt ja auch mal....

Wie du siehst, bringt es nichts, sich nen Kopf zu machen, so sei doch einsichtig und lass es gut sein. Lass alles etwas auf dich zukommen und entspanne erst mal. Unterschätze dies nicht, daraus kann sich viel ergeben....

Schreib deine Bewerbungen und beobachte! Dich und all das, was so passiert.

Weiter solltest du vielleicht akzeptieren, dass alles zwei Seiten hat: Du kannst es wohl nicht schaffen, eine Arbeit zu finden, die dir immer und stets gefällt. Wir alle haben bei unserer Arbeit so und so Seiten. Welche, die uns recht gut gefallen, welche, die uns nicht gefallen.
Das ist normal so. Alles und jeder hat zwei Seiten. Erlaube das.
Sie können gute Herausforderungen für uns darstellen, mit denen wir etwas Wichtiges lernen können.

Du hast derzeit aufgrund deiner unwahren Gedanken Ängste, wovon sich die meisten nicht verwirklichen werden.

Was du jetzt nicht weißt, wird sich finden. Du kannst es nicht vermeiden, Dinge zu erleben, die dir nicht gefallen. Aber du kannst lernen, damit umzugehen.

Dein Herz, dein Bauchgefühl und deine innere Stimme könnten dir bei Entscheidungen eine wirklich wertvolle Hilfe sein, aber die schaffen es wohl derzeit nicht in dein Bewusstsein, da schon belegt....  ;-))))

Nimm es sportlich elegant und stelle dich dieser Herausforderung, bei ner Tasse Tee, entspannt zurückgelehnt im Schauckelstuhl.....  ;-)
Lass es laufen und alles wird gut.....
Du hast Kräfte und Fähigkeiten, mit Problemen fertig zu werden, Hindernisse zu überwinden......
Aber nicht alles auf einmal, sondern Schritt für Schritt.....
Lass nicht die Angst Herr in deinem Haus sein!

Antwort
von Geralidina, 57

Es gibt keinen Job der einem zu 100%- 24 Stunden am Tag glücklich macht bzw. Spaß bereitet. Größtenteils arbeitet man um sich einen gewissen Lebensstandard ermöglichen zu können. Wenn einem dann die Arbeit auch noch Spaß macht ist das lediglich ein Bonus. Es ist einfach so.

Außerdem wählst du nicht jetzt einen Beruf und bist dann dein Leben lang daran gefesselt. Die Zeiten sind vorbei das man als Knirps in einen Betrieb geht und mit den Füßen voran diesen wieder verlässt. Heutzutage hat man alle Möglichkeiten sich neu zu orientieren. 

Mach Praktika und versuche auch mal dich auf etwas einzulassen. Es gibt immer Dinge die einem nicht gefallen. Vielleicht verdient man eben mal 5 € weniger im Monat, dafür hat man Spaß an dem was man tut.

Mit dieser Herangehensweise wird das nichts. Wenn man will findet man immer einen Grund um etwas nicht zu machen.


Antwort
von Netie, 26

Es wäre gut, wenn du einen Job finden würdest der auch dein Hobby ist.

Vielleicht solltest du dir die Frage stellen, was habe ich als Kind gerne gespielt?

War ich gern im Garten?

Bin ich viel Fahrrad gefahren oder

habe lieber im Haus

gebastelt, geschrieben, gemalt?

Wenn du dich daran erinnern kannst, was du besonders gern gemacht hast, dann such dir ein Beruf, der in diese Richtung geht und somit deine Fähigkeit anspricht.

Im Moment ist dein Kopf voll.

Fahrt ihr in den Urlaub, dass du einfach mal abschalten kannst oder ein WE mit Freunden unterwegs in der Narur bist z.B. zum Zelten oder um in einer Jugendherberge zu übernachten?

Antwort
von Kallahariiiiii, 62

Mache Praktika und schau was dir gefällt. Eventuell hast du Spaß daran Dinge zu erschaffen .. Dann wäre Schreiner/Tischler Vllt was für dich.

Was macht dir denn sonst so Spaß? Eventuell gibt es noch ähnliche Berufe, die du noch nicht bedacht hast

Antwort
von FrauJessica, 40

Hey,

ich war nach meinem Abi in der gleichen Situation wie du. Ich wollte unbedingt Psychologie studieren. Hatte aber nur ein Durchschnitt von 1,7. Buhhh

Also was sollte ich machen? Ich bin jobben gegangen. 1 Jahr lang bei H&M. Das war natürlich nicht meine Vorstellung vom Traumjob. Nach diesem einen Jahr hatte ich mich erneut beworben, da pro Semester dein Durchschnitt um 0,1 sinkt und zack ich war drin. In meinem Traumstudium.

Bis zum Bachelor lief alles reibungslos. Ich war überrascht wie abwechslungsreich dieses Studium ist. Nein es hat nichts mit auf der Couch liegen und Probleme erzählen zu tun :D es ist eher Gehirnforschung. 

Nach dem Bachelor hatte ich aber keinen Masterplatz bekommen. Wieder buhh. Also wieder jobben (bis ein Masterplaz frei wird, so war mein Plan). Diesmal habe ich als Bürohilfe in einem Personalbüro angefangen. 

Und naja was soll ich dir sagen.. habe mich nach 3,5 Jahren hochgearbeitet. Ich leite jetzt knapp 300 extrene Mitarbeiter, rekrutiere Personal und mache Lohnbuchhaltung.

Wie gesagt, das Leben ist wirklich sehr überraschend.

Stress dich selbst nicht zu sehr mit deiner Situation. Es kommt immer anders als man denkt.

Google doch mal BORAKEL, dass ist ein Test der Uni Bochum die dir hilft bei der Entscheidung deiner Wahl zum Studium. Vielleicht hilft dir das :)

Antwort
von klugshicer, 21

Eventuell wäre der Beruf des Heilerziehungspflegers etwas für dich.

https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/faces/index;BERUFENETJSESSIONID=uL...!931171705?path=null/kurzbeschreibung&dkz=9127

Antwort
von subhIQ, 35

Das ist das Leben. Etwas doofes machen, um zu überleben ... Ich arbeite seit 15 Jahren und weiß immer noch nicht was ich wirklich machen will. Auch wenn du jetzt genau deinen Traumberuf findest, kann es sein dass du nach paar Jahren keine Lust mehr hast. Genauso andersrum.... Ist leider so. Viel Glück!!

Antwort
von AnnnaNymous, 40

Werde Schriftsteller.

Kommentar von unknown1999 ,

xD 

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