Frage von istdochsoegal, 163

Ich glaube Deutschland wird ein immer atheistischeres Land, kann das sein?

Expertenantwort
von Enzylexikon, Community-Experte für Religion, 15

Das glaube ich nicht unbedingt.

Religionsverdrossenheit

Eine steigende Zahl von Kirchenaustritten spricht für eine Unzufriedenheit mit etablierter, organisierter Religion. Die Kirchen werden als politisches Konstrukt wahrgenommen, nicht als religiöse Gemeinschaft.

Konservative Auslegungen heiliger Schriften, eine restriktive Sexualmoral, strenge Regeln und Verpflichtungen - und keine Garantie dafür, dass sich das ganze wirklich auszahlt? Das akzeptieren viele Menschen nicht mehr.

Auch die Ansprüche "die einzig wahre Lehre" zu verbreiten, stoßen ab - derartige totalitäre Ansprüche werden mit religiösem Fanatismus und Terrorismus assoziiert.

Organisierte Religion ist somit vielfach "out" - kaum jemand will sich von Institutionen sein Verhalten diktieren lassen.

"Welches Recht hat beispielsweise ein zölibatär lebender Geistlicher, mich für mein Sexualleben zu kritisieren? Ich lasse mir ja von einem Analphabeten auch nichts über Literatur erzählen" - so denken sicher viele.

Suche nach Sinn und innerem Frieden

Auf der anderen Seite fühlen sich viele Menschen von der modernen Leistungsgesellschaft mit ihren ständigen Anforderungen und dem hemmungslosen Konsum abgestoßen.

Sie akzeptieren rein materialistische Denkmodelle nicht mehr als alleinigen Lebenssinn. Dennoch stecken sie in diesem Gesellschaftssystem drin - und leiden an dieser "Leere" und dem beständigen Druck.

Nicht umsonst boomen Wellness-Anwendungen und die Versprechen, Körper und Geist durch fragwürdige Angebote des Esoterik-Markts wieder in Einklang bringen zu können, finden Anklang.

Lebenshilferatgeber zu Themen wie Glück, Zufriedenheit und Spiritualität sind in praktisch jeder Buchhandlung zu finden und werden offenbar gerne gelesen, sonst wären nicht immer wieder neue auf dem Markt.

Esoterik-Autoren und Seminarangebote versprechen Selbsterfahrung, die Wahrnehmung höherer Energien, Kontakt zu "aufgestiegenen Meistern" - also Dinge, die früher das Monopol der Religion waren.

Tatsächlich ist ein großer Teil dieser Aura-Chakra-Reiki-Matrix-Systeme genau so unwissenschaftlich und irrational wie traditionelle religiöse Lehren - und dennoch glauben Menschen daran.

Viele Menschen die nicht in die Kirche gehen lassen sich stattdessen von der Nachbarin die Hände auflegen, oder schauen begeistert Satsang-Videos moderner Gurus auf YouTube.

Kritiker schlagen wegen diese New Age Jünger genau so die Hände über dem Kopf zusammen, wie über religiöse Fundamentalisten, oder den Glauben an den Osterhasen.

Alternative Vorstellungen

Heute sind die Menschen individualistischer, wollen mehr Freiheit auf ihren Selbsterfahrungs-Trips und mehr Unverbindlichkeit, ohne gleich irgendwo Gelübde ablegen und Gebote einhalten zu müssen.

Da Religionen diese Beliebigkeit nicht bieten können, ist Patchwork-Religionsität beliebt. Man greift sich etwas östliche Religionen, Pseudo-Wissenschaft, westliche Psychologie, eine Prise Christentum und mischt das ganze zu seinem persönlichen Glaubensbild zusammen.

Der Erlebniswert der Selbsterfahrung wird als höher empfunden, die Exotik fremder Traditionen macht die Suche nach neuen Erfahrungen zu etwas spannendem - anstatt auf altbekannte Rituale, deren Sinn man bezweifelt, zurückzugreifen.

Wer geht schon zur Eucharistie den Leib Christi in sich aufnehmen, wenn nebenan in der Schwitzhütte die schamanische Drum-Session mit Trance-Trommeln angeboten wird und dort richtig die Post abgeht?

Ich denke daher, dass Deutschland, oder die westliche Welt nicht unbedingt atheistischer wird - man rückt vielmehr von den etablierten Organisationen und ihren Lehren ab, um selbst sein Heil auf eigene Weise zu suchen.

Probleme

Meiner Ansicht nach gibt es zwei wesentliche Probleme bei diesem Trend zu alternativreligiösen Konzepten.

Zum Einen die weiterhin vorhandene enorme Leichtgläubigkeit der Menschen - die Menschen glauben, weil sie an etwas glauben wollen.

Dabei fallen sie auf charismatische Führergestalten mit einfachen, aber scheinbar tiefsinnigen Antworten herein, oder verzichten womöglich zugunsten irgendwelcher Pseudo-Therapien auf medizinische Behandlung.

Zum Anderen gibt es beim individualistischen Selbstfindungs-Trip keinerlei Verbindlichkeiten, keinen Maßstab, oder Orientierung. Man ist zwar einerseits offen in alle Richtungen - andererseits aber völlig richtungslos.

Diese Richtungslosigkeit wird dann zB von radikalen Predigern ausgenutzt, die mit klaren Regeln und Orientierung nach höheren Werten, abseits der Konsumgesellschaft werben - was den momentanen Erfolg des Islam erklärt.

Ich  denke, wenige "Suchende" sehen wirklich ihren Weg als das Ziel an, was als Selbstzweck durchaus eine Orientierung sein kann, sondern haben im Grunde genommen ein Ziel, dass sie sich als "Gipfel-Erfahrung" setzen.

Doch auf dem Weg zu diesem Gipfel wechseln sie ständig Weg und Methoden, so dass sie letztlich kaum hinauf gelangen, weil sie schließlich ein Hansdampf in allen möglichen religiös-spirituellen Gassen sind, aber nie eine einzige Straße wirklich zu Ende gehen.

Meine Meinung

Meiner persönlichen Meinung nach ist ein Weg mit klaren Richtlinien für die meisten Menschen deutlich hilfreicher, weil sie bereits gewohnt sind, zielorientiert vorzugehen und Regeln zu folgen.

Lehren die verkünden, "du bist bereits frei, du musst nur die Illusion, dass du noch gefangen bist, abstreifen" überschreiten aus meiner Sicht das konzeptuelle Denken der Menschen und verwirren ihn ohne Führung eher.

Daher halte ich es für wichtig, dass die etablierten Religionen mit all ihrenVerbindlichkeiten und Regeln zumindest für spirituelle Sucher wieder attraktiver werden.

Dazu gehört aber auch der Reformwille und die Bereitschaft, konservative Auslegungen zugunsten einer lebensnahen Religiosität, die der Lebensrealität des 21. Jahrhunderts entspricht, endlich zu verwerfen.

Wer heute noch Homosexuelle ausgrenzt, vorehelichen Sex durch den Begriff der Sünde stigmatisiert (sachliche Kritik ist etwas anderes), oder anderweitig konservativ agiert, muss sich über den scheinbar überhand nehmenden Atheismus nicht wundern.

Ich denke, viele Menschen wollen durchaus organisierte Religion - nur eben eine lebendige Religion und keine mit dem Muff von mehreren Tausend Jahren.

Antwort
von Hamburger02, 13

Das ist so und das hat vor einiger Zeit selbst ein Kardinal genauso festgestellt.

Antwort
von DottorePsycho, 41

Der Zuwachs an Atheisten ist nicht zufällig; er resultiert aus der Emanzipation des Menschen, dem Ausbruch aus der Obrigkeitshörigkeit, dem freien Denken und einer immer breiter und tiefer werdenden Bildung, was nicht heissen soll, dass Gläubige weniger gebildet und weniger intelligent wären. Sie haben lediglich eine andere - für sie plausible - Erklärung für die Wunder dieser Welt gefunden. Auch passiert das längst nicht nur in Deutschland.

Darüber hinaus ist ja nicht jeder Atheist, der aus der Kirche austritt. Viele sind lediglich nicht mit dem System Kirche einverstanden, glauben aber nach wie vor. Traurigerweise gibt es auch Austritte, die aus finanzieller Not (Kirchensteuer) erwachsen sind - meiner Ansicht nach der schlechteste aller guten Gründe.

An keinen Gott zu glauben, ist ja nicht schädlich. Das sehen nur
diejenigen anders, die "zu wissen glauben", dass es Gott, Teufel, Himmel
und Hölle gibt unkl. des Paradigmas der Sünde etc. Wer aber glaubt, dass das Leben deshalb sinnlos wäre, der kann womöglich in psychische oder emotionale Schwierigkeiten geraten.

Kommentar von NorwinSchneider ,

"zu wissen glauben" Fakt ist das der austritt aus einer Staatlichen Kirche den Christen so wie so nicht schadet da der Christentum wie er dort gelehrt wird weniger Bibeltreu ist als in kleineren Gemeinden die nicht staatlich sind.

Und ich finde das sich in letzter Zeit fast ein Trend entwickelt Atheist zu sein und gegen alles zu steuern was an Gott glaubt. Ich selber wurde von Atheisten schon als dumm, unintelligent oder was weiß ich beleidigt. 

Wir Müssen generell einfach lernen aufhören andere Gruppen anzugreifen dann wird es auch kein Problem zwischen Christen und Atheisten geben. 

Antwort
von matmatmat, 51

Was die Bevölkerung angeht: Stimmt, immer mehr Leute verlassen die großen Kirchen, die wenigsten die das tun, machen es um sich einer radikaleren kleinen Kirche anzuschließen. Viele Kirchenmitglieder sind das aus Kultur/Erziehung oder weil sie sonst im Job diskriminiert werden und nicht wirklich religiös. Nimmt man die beiden Kirchen nicht zusammen sind in einigen Bundesländern die Atheisten schon die größte Gruppe und sie wächst.

Siehe dazu: http://fowid.de/ im Datenarchiv gibt es nach Altersgruppe und Region sortierte Daten.

Was die Regierung / den Staat angeht erweckt Deutschland nicht den Eindruck. In den hohen politischen Ämtern sitzen immer häufiger Leute die auch hohe Ämter in den großen Kirchen inne haben und Diskriminierung von nichtreligiösen und andersgläubigen ist an der Tagesordnung.

Siehe hier, relativ weit unten, Bundestag, Rundfunkrat, Ethikrat, etc.: http://www.zeit.de/politik/2013-11/kirche-staat-kirchensteuer-bistum-landeskirch...

Und auch das ganz frische Buch "Kirchenrepublik Deutschland", das da erschreckende Zusammenhänge aufdeckt.

Kommentar von anaandmia ,

"Kirchenrepublik Deutschland" Es gibt auch noch viele andere Religionen, welche in Deutschland vertreten sind.

Kommentar von matmatmat ,

Ja, die Landschaft ist sehr bunt und einige radikale Strömungen (z.B. auch im Christentum) haben im Moment Zulauf, aber die sind eben eine verschwindende Minderheit insgesamt.

Bei dem Buch von Carsten Frerk "Kirchenrepublik Deutschland" geht es aber nicht um die Menschen, sondern um den Staat und wo er die zwei großen Kirchen unfair mit Vorteilen besieht, die nicht nur Atheisten sondern auch alle Andersgläubigen benachteiligen.

Antwort
von Giustolisi, 28

Immer weniger junge Leute glauben die Bibelmärchen. Ursache dafür ist Bildung. Die Indoktrinierung findet auch nicht mehr in dem maß statt wie früher, denn schon die älteren Generationen glauben meist nicht mehr so wirklich an die ganzen Geschichten. Das Ergebnis sind Menschen, die gar nicht indoktriniert wurden, oder die die leichte Indoktrinierung erfolgreich überwinden können, wenn sie erwachsen werden.

Wenn man erst mal weiß, wie die Erde entstanden ist, wie das Leben wahrscheinlich entstanden ist und wie es sich entwickelt hat, wo die Menschheit her kommt, warum man für Moral keinen Gott braucht und dass man unbelegte Behauptungen einfach nicht für bare Münze nehmen sollte, dann ist ein Buch voller Behauptungen einfach nur noch ein Buch voller Behauptungen und die, die ihre Behauptungen darauf stützen, sind unglaubwürdig.

Die Lehren der großen Religionen wurden von Leuten erdacht, die nach heutigen Maßstäben nicht besonders viel über das Universum wussten. Deshalb füllten sie alle Lücken mit einem Gott oder mehreren Göttern.

Schon jetzt sieht man am Sonntag Morgen fast nur alte Leute vor der Kirche, die jungen Leute wenden sich mehr und mehr von den veralteten Lehren ab. Man kann nur hoffen, dass diese Entwicklung anhält, dann ist Religion in ein paar Jahrzehnten nur noch eine Randerscheinung.

Kommentar von M4tz3H ,

Die indoktrinierung findet heute in einem ganz anderen Maß statt und zwar ins gegenteilige das glaube und Religion quatsch wäre und nur Theorien der Wissenschaft richtig sind

Kommentar von Giustolisi ,

Du kennst dich offensichtlich nicht mit der wissenschaftlichen Methodik aus, denn da gilt es alles zu hinterfragen, auch wissenschaftliche Theorien. Die können sich durchaus als falsch herausstellen, zum Beispiel wenn sich eine Annahme als falsch herausstellt, oder man neue Belege findet. Beständiges hinterfragen wird richtige Theorien bestätigen und falsche Theorien widerlegen.

Bei Religionen ist es anders. Deren Grundlagen sind Axiome, die wurden nie belegt. was nie als richtig belegt wurde, muss auch nicht widerlegt werden, es ist nur eine Behauptung.
Bei der Indoktrinierung geht es darum, die Psyche eines Menschen so zu manipulieren, dass die jeweilige Person die Axiome sogar höher bewertet, als belegtes Wissen. Die meisten Religionen arbeiten zu diesem Zweck mit Drohungen und/oder Schuldgefühlen. Das führt dazu, dass selbst gebildete, intelligente, logisch denkende Menschen die Axiome nicht mehr als Solche erkennen.

Antwort
von NorwinSchneider, 56

Ja das ist Richtig, und es wurde nicht anders in der Bibel Prophezeit.

Viele erkennen einfach das die Staatlichen Kirche so gut wie nur aus Ritualen besteht und da sie Gott nicht spüren lassen sie sich vom Strom mitreißen und verlassen die Gemeinde. 

Ich für meinen Teil rate diesen Leuten immer sich kleineren nicht-Stattlichen Gemeinden anzuschließen da dort oft Gottes Gegenwart im Vordergrund steht. 

Gruß&Segen

Kommentar von AsylumShaco ,

Dabei muss ich sagen das ich mal in so einer Gemeinde war. Frei christliche Gemeinde nannte sie sich... Ich war dort weil meine Schwiegermutter hingeht. 

Während dem Gebet hat ein Mann für mich gebetet und es war ein extrem schwer zu beschreibendes Gefühl. Fast so als würde er wärme in dich hineinbeten.

Falls du denkst das das gott ist der so etwas macht darf ich dir versichern das es bestimmt einbildung ist denn Gott gibt es nicht... Er hat sich nie gezeigt...

Kommentar von NorwinSchneider ,

Du bist ein typisches Beispiel der Atheisten die sagen sie wollen ein Wunder erleben oder Gott spüren und dann danach sagen das es irgendeine logische erklärung geben muss. 

Dir kann man nicht helfen.

Kommentar von DottorePsycho ,

aufhören andere Gruppen anzugreifen

Ist ein "Dir kann man nicht helfen" nicht zumindest im Ansatz schon ein Angreifen eines Vertreters der Gruppe der Atheisten?

Kommentar von NorwinSchneider ,

Nein. Ich und AsylumShaco haben uns schon oft diskussionen geliefert da er immer beweise haben wollte das es meinen Gott gibt. "Dir kann man nicht mehr helfen" habe ich in dem zusammenhang gemeint das ich es leid bin mit ihm darüber zu "streiten" das hat er glaube ich auch verstanden.

Kommentar von OnkelSchorsch ,

es wurde nicht anders in der Bibel Prophezeit

Wo bitte wird in der Bibel prophezeit, dass Deutschland zunehmend atheistisch werde? Äh, Deutschland kommt in der Bibel nicht vor. Atheismus auch nicht.

Offenbar nimmst du die Realität anders wahr als die allermeisten anderen Menschen.

Kommentar von NorwinSchneider ,

Nicht Deutschland, die Welt im Allgemeinen wird in der Bibel beschrieben. 

Kommentar von Mark1616 ,

Ich selber wurde von Atheisten schon als dumm, unintelligent oder was weiß ich beleidigt.

Ich zitiere dich hier aus einem Kommentar unter einer anderen Antwort, da ich diesen User nicht unnötig stören möchte.

Wie würdest du jemanden nennen, der felsenfest an die griechische Götterwelt und ihre begleitende Mythologie glaubt und denkt, dass er irgendwann einmal von Zeus zum Gott erhoben wird? Dumm wäre noch eine eher harmlosere Bezeichnung die ich so einem Menschen geben würde. Was unterscheidet denn nun das Christentum von der griechischen, oder den zigtausend anderen Religionen, die es vor ihm bereits schon gab?!

Weiterhin beweisen die Statistiken, dass wachsende Bildung mit einer deutlich geringeren Religiösität einher kommt. Wenn man dich also als weniger intelligent bezeichnet, dann hat man damit recht.

Kommentar von NorwinSchneider ,

Ziemlich blöde Aussage von dir!

 "Wenn man dich also als weniger intelligent bezeichnet, dann hat man damit recht." 

Statistiken bedenken aber nicht andere Faktoren die zum Verlust des glaubens beisteuern und deswegen sind diese "Statistiken" nicht relevant. 

Antwort
von Fuchssprung, 19

Ja, und das ist nur logisch. Der Glaube an ein höheres Wesen entstand in einer Zeit in der sich die Menschen die Welt nicht anders erklären konnten. Die Kreationisten haben nicht umsonst so viel Angst vor der Evolutionstheorie und sehen mit ihr ihre Felle davon schwimmen. Sie war der Beginn einer wissenschaftlichen Erklärung unseres Seins. Seit her haben wir riesige Fortschritte gemacht und dieser Glaube aus der alten Zeit wirkt auf viele Menschen nur noch antiquiert. Er gibt keine Antworten mehr und ist für viele einfach nur noch lästig.

Antwort
von Dexit, 41

Das ist richtig. Freie Denker, mehr Moeglichkeiten sich zu informieren etc. Damals wurde man stark durch seine Eltern gepraegt, heutzutage wird alles ein wenig individueller. Ich fuer meinen Teil bin vom Atheist zum Katholizismus gewechselt. Jeder hat die Freiheit, zu tun was er mag, demnach auch mehr Atheisten.

Antwort
von greenhorn7890, 71

Das ist korrekt. Die Menschen treten immer mehr aus der Kirche aus. Man sollte jedoch noch zwischen Stadt und Land unterscheiden, da in ländlichen Gebieten noch mehr Wert auf Religion gelegt wird als in Großstädten.

Antwort
von kindgottes92, 60

Es gibt Statistiken, dass Ostdeutschland die atheistischte Region der Welt ist.

Jetzt ist aber die Frage, wie man das definiert. Ob man danach geht, wer sich als überzeugten Atheisten sieht, oder auch die dazu zählt, die nichts glauben, aber auch keine ganz so klare Überzeugung haben.

Um es am Christentum festzumachen: wenn man nach den Mitgliederzahlen der Kirchen geht, dann nehmen diese deutlich ab. Wenn man nach den wirklich überzeugten Christen geht, ist es schwer, das nachzumessen, aber ich würde sagen, da wird es eher mehr.

Kommentar von DottorePsycho ,

Google nach Atheist, nach Agnostiker und nach atheistische Agnostiker!

Das ist alles ganz genau defininiert und somit keine Frage mehr. .-)

Kommentar von kindgottes92 ,

Die Frage ist aber zum einen, wie man sich selber definiert und es gibt genug Menschen, die das für sich nicht so klar tun und zum anderen, wie die Frage gemeint war.

Kommentar von OnkelSchorsch ,

So ist es. Es besteht ein himmelweiter (pun intended) Unterschied zwischen einem Atheisten und einem an Religion Uninteressierten.

Ich gehe auch davon aus, dass die Mehrheit an Religion nicht interesseirt ist. Ein Atheist aber befasst sich mit Religion, weiß darüber gut Bescheid und hat wohlfundierte Gründe, für sich persönlich die Realität der Existenz von Göttern abzulehnen.

Oft wird jedoch "nicht an Religion interessiert" und "Atheist" gleichgesetzt, was ich für sachlich falsch halte. Wer etwa aus der Kirche austritt, um Steuern zu sparen und weil ihn das alles eh nicht interessiert, ist deshalb kein Atheist.

Antwort
von Schuhu, 36

In Deutschland ist die Religion des Einzelnen Privatsache. Deutschland als Staat ist also weder christlich noch atheistisch, denn Staaten haben keine Religion. Es kann durchaus sein, dass immer mehr Einwohner Deutschlands den Kirchen den Rücken kehren. Ob sie deshalb Atheisten sind, weiß kein Mensch - oder doch nur sehr wenige.

Kommentar von anaandmia ,

Mal jemand der erkennt, dass "nicht in die Kirche gehen" nicht gleich arheist bedeutet.

Kommentar von matmatmat ,

Ob es Atheisten sind, weiß man, siehe Studien von Fowid, die sowohl Menschen die Kirchenmitglied sind als auch Nichtmitglieder gefragt haben, wie stark sie an Gott glauben... das sind beides ganz erstaunliche Zahlen.

Kommentar von matmatmat ,

Buchtip: "Kirchenrepublik Deutschland". Das sollte so sein wie Du sagst, ist es aber leider nicht.

Kommentar von anaandmia ,

Du wiedersprichst dir in deinen ganzen Kommentaren selbst matmatmat

Antwort
von hummel3, 18

Ich glaube, dass der Schein trügt!

In Zeiten in denen der Slogan "Geiz ist geil" und der Egoismus im Zeichen des Wohlstandes in der Gesellschaft immer mehr Bedeutung bekommt, ist es nur natürlich, dass sich die "unechten", schon immer vorhandenen Mitglieder aus den traditionellen großen Kirchen davon machen. - Schließlich kann man leicht ein paar Euro sparen, wenn man eine Mitgliedschaft eh nicht nützt. 

Die Gruppe der im Sinne der Bibel gläubigen Christen war noch zu keiner Zeit riesig. Davon spricht schon die Bibel von Anfang an. Siehe dazu Matthäus 7:13:

Gehet ein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der zur Verdammnis führt und ihrer sind viele, die darauf wandeln.

Ob die Gruppe der "Kirchenfernen" als Atheisten betrachtet werden kann, ist sehr in Frage zu stellen, denn wenn man mit den Menschen ins Detail geht, haben doch viele noch einen diffusen Bibelglauben - sozusagen "für alle Fälle".

Außerdem erfahren wir, ähnlich wie auf dem Arbeitsmarkt, einen reichen Zustrom von gläubigen Menschen aus dem Flüchtlingspool. Es sind nur eben keine Christen, dafür aber oft fundamentale oder fanatische Muslime. Diese gleichen, wie auf dem Arbeitsmarkt, den deutschen Schwund an Mitgliedern locker wieder aus. :-)

Antwort
von walthari, 81

Naja..ich frag mal so...wie viele Leute kennst du die Sonntags in die Kirche gehn....die meisten Industrieländer sind nicht besondrers religiös...gibt ja auch genug anderes zu tun. ;  )

Kommentar von anaandmia ,

Nur weil man nicht jeden Sonntag in die Kirche geht, heißt das nicht das man atheist ist.

Kommentar von walthari ,

Siehst du...und da fangen auch schon die Probleme mit der Religion an...ein katholischer Pfarrer würde das mit Sonntags und der Kirche vermutlich anders sehn und wenn du dann noch erzählst das du zwar an Gott glaubst aber trotzdem nicht in die Kirche gehst oder vieleicht nichtmal getauft bist...also da wirds dann kompliziert mit deinem Seelenheil. ; )))

Kommentar von anaandmia ,

Aber darum geht es nicht. Es geht um meine persönliche Einstellung und wenn ich an Gott "glaube", dann kann ich dies auch tun ohne in die Kirche zu gehen. Was ein Pfarrer dazu sagt ändert nichts an meiner Glaubenseinstellung.

Antwort
von FragaAntworta, 47

Vielleicht, die Kirchen unternehmen alles mögliche, damit das der Fall wird.

Antwort
von SuperLeop, 47

ist angenehm so, hab ich keine probleme mit.

Antwort
von hundeliebhaber5, 12

Das kann sein. Mich spricht der christliche Glaube auch nicht mehr an.

Schau mal, es gibt in D so viel verschieden Kulturen. Da sollte der Glaube nicht mehr im Vordergrund stehen. Jeder Mensch sollte seinen Glauben für sich privat Leben und nicht alles in die Öffentlichkeit tragen.

Ich finde es nervig, wenn die christliche Kirche Werbung in meinen Briefkasten tut und mich zum Gottesdienst einlädt.

Ich will damit nichts zu tun haben, mich nervt es, wenn ich von (egal welchem Glauben) "Werbung" sehe. Z.b. Nonnen, Leute mit Kreuz oder Kopftuch...

Das will ich nicht wissen. Genau so wenig wie ich wissen will, was der Kassierer im Schlafzimmer mag.

Glauben ist Privatsache und gehört nicht in die Öffentlichkeit!

Antwort
von Franzmann0815, 21

Ich würde sagen dass es zurück geht. Religion ist eins der vielen unnötigen und unlogisgchen Dingen dieser Welt. Ich hoffe dass Religion irgendwann nicht mehr existent ist.

Kommentar von istdochsoegal ,

wie erklärst du dir besessene Leute und so

Kommentar von matmatmat ,

Besessene Leute? Ich hab noch keinen gesehen, nicht mal von jemandem erzählt bekommen, das er jemanden gesehen hat. Es gibt da keine Erklärung für "Besessenheit", weil solche Ideen ein alter, abergläubischer Begriff für psychische Störungen sind. Wer das heute noch als Erklärung benutzt hat 200 Jahre Bildung verschlafen und weigert sich aktiv dagegen nachzudenken.

Außerdem bin ich nicht abergläubisch, Aberglaube bringt nur Unglück!

Kommentar von Franzmann0815 ,

So wie ich mir Götter, Elfen und Meerjungfrauen erkläre..... Solchen Humbug gibt es nicht. Es soll Menschen geben, welche psychisch krank sind,nicht besessen.

Antwort
von OnkelSchorsch, 7

Nö, wieso?

Antwort
von Appelmus, 43

Kaum. Es verschieben sich eher die Glaubensrichtungen.

Kommentar von matmatmat ,

Worauf stützt Du das? Kannst Du da eine Umfrage oder wissenschaftliche Untersuchung verlinken bitte? Das Thema interessiert mich und die Aussage hab ich so noch nicht gelesen.

Kommentar von Appelmus ,

Nein kann ich nicht. Das ist meine persönliche Ansicht. Durch Einwanderungen gelangen automatisch neue Glaubensströme nach Deutschland, die auch ganz anders gelebt und zelebriert werden. Auch wenn die Religionsmüdigkeit des Christentums vielleicht zunimmt, bleiben noch immer andere Religionen, die neu hinzukommen.

Kommentar von matmatmat ,

Stimmt, aber 10 Einwanderer von denen 3 Atheisten sind die aus einem islamischen Land flüchten, 5 weitere zu Religionen gehören die wir hier schon haben und vielleicht ein oder zwei die was neues mitbringen stehen einer vielfachen höheren Zahl an Kirchenaustritten und sich öffentlich Atheist nennenden Menschen gegenüber. Das macht die Bevölkerung insgesamt weniger religiös. 2014 sind aus den beiden großen Kirchen fast 500000 Menschen ausgetreten, so viel Einwanderer können gar nicht kommen... Siehe verlinkte Studien in meiner Antwort.

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