Frage von JG2804, 117

Ich fühle mich schlechter - Habe ich es nur schlimmer gemacht?

Hey,

also wer meine letzte Frage kennt, weis das ich seit ca 2 Jahren Probleme habe und nun zu meinem Lehrer gegangen bin. Bei dem Gespräch hatte er die Idee, dass ich einfach mal alles aufschreibe und ich es ihm dann geben kann. Letzten Dienstag habe ich ihm dann den Brief in die Hand gedrückt und als er nickte bin ich ohne etwas zu sagen gegangen. Als wir uns am Mittwoch begegnet sind war er irgendwie anders, ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll, jedenfalls habe ich nun Angst, dass ich es nur schlimmer gemacht habe. Ich fühle mich total schlecht und habe ein total schlechtes Gewissen. Ich habe das Gefühl, ihn nur zu belasten aber auch Angst davor ie es weitergeht. Ich habe Angst davor einfach weiter geschoben zu werden, er es nicht ernst nimmt und mich ( so doof es auch klingt) "verlässt". Er war die erste Person, der ich nach 2 Jahren wieder vertraut habe, er ist die einzige Person, die gemerkt hat, dass es mir nicht gut geht und dem ich auch nichts vormachen konnte. Er ist der einzige Mensch der so viel über mich weiß, viel mehr als meine Familie und meine Freunde. Klar, er ist Lehrer und ein fremder. Ich weiß auch nicht warum ich ihm vertraue.

Jedenfalls habe ich, seitdem ich ihm den Brief gegeben habe, dass Gefühl, dass es alles schlimmer gemacht hat. Ich habe seit 3 Tagen sogar nicht mehr geschlafen weil ganzezeit daran denken muss. Ich habe seitdem immer wieder das Gefühl, dass ich immer öfter kurz vor einer Panikattacke stehe, ich fange an zu zittern, bekomme schlecht Luft und habe ein druck Gefühl in der Brust. Ich kann einfach nicht mehr, ich weiß dass er mir nicht wirklich bei alldem helfen können wird aber tzd... Ich fühle mich einfach nur unfassbar schlecht und mache mir Vorwürfe ihn da mit reingezogen zu haben.

Außerdem habe ich panische Angst, dass er mit meinen Eltern reden wird. Immerhin stand in dem Brief, dass ich mit selbst verletze, mich selber hasse und momentan echt am Ende bin. Das ich Selbstmord gedanken habe, hatte ich extra nicht reingeschreiben.

Ich bin echt verzweifelt...

Ich habe schon öfters mal einzelne Stunden geschwänzt und dass weis er auch und ich bin kurz davor, wenn ich ihn am Mittwoch im Unterricht habe nicht hinzugehen, doch er wird sich dann ja denken was wirklich ist. Außerdem will ich wissen ob er mich anspricht wegen dem Brief, dennoch habe ich auch große Ansgt und will nicht hingehen.

Bitte, was denkt ihr über all das, was ich grade geschreiben habe?

Liebe Grüße JG (w/16)

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Antwort
von anna76570, 32

Ich denke du solltest dir nichts darauf einbilden. Er ist locker nicht böse auf dich. Und ist bestimmt auch nicht anders. Weißt du was ich bin einfach in fast genau der selben situation. Kannst mich ja mal anschreiben. Ich glaube du solltest ihn ansprechen, weil du brauchst Hilfe und nicht er. Ich habe aber noch schlimmeres aufgeschrieben mit suizidgedanken (bei mir wurden schon damals die Eltern informiert und die schulleitung). Er meinte zu mir als ich meinen Block widerholte auch, dass ich mich erstmal hinsetzten soll und dann haben wir darüber geredet...
Ich habe auch angst, dass er etwas falsches denkt aber er kann halt auch nichts mehr machen... :/ Es würde aber echt gut sein,wenn du dir psychologische Hilfe suchst, aus diesem Grund sollten das auch deine Eltern erfahren. Schreib mich gerne an :)

Antwort
von IceHunter, 35

Irgendwie bist du mir sympatisch...

Also, ich könnte mir gut vorstellen, dass er sich große Sorgen macht und deswegen so schaut. Es könnte auch sein dass du seine Mimik falsch deutest oder einfach das schlimmste befürchtest. Es macht aber nicht viel Sinn so viel über etwas zu grübeln, wofür man keine Lösung findet. Lass alles einfach auf dich zukommen. Mach dich nicht schon vorher fertig. Versuchs mal mit einer Meditation. Die kannst du fast überall machen. Meditieren heißt gegenwärtig zu sein und den Kopf komplett frei von Gedanken zu bekommen. Du kannst dich auf deinen Atem konzentrieren, auf die vielen Geräusche im Raum oder auf deinen Körper. 20 Minuten davon am Tag wären übrigens sowieso sehr wertvoll für jeden, aber überhaupt für dich. Denn Meditieren steigert Selbstliebe, mindert Angst, heilt Körper und Psyche, man wird ruhiger, aufmerksamer, dankbarer, glücklicher, harmonischer, emphatischer, ... Selbst ein paar Sekunden Augen schließen und entspannen kann oft schon Wunder bewirken. 

Du hasst dich selbst? Die Beziehung zu dir selbst ist die wichtigste in deinem Leben. Dich selbst wirst du nicht eine Sekunde los. Wenn du glücklich werden willst, musst du unbedingt an deiner Selbstliebe arbeiten. 
Selbstliebe ist die Eigenschaft allein sein zu können, ohne sich dabei irgendwie schlecht zu fühlen. Geh mal allein Spazieren. Am besten im Wald. Nimm dir eine Picknickdecke und viel Jause mit. Bleib am besten den ganzen Tag von zuhause weg und lenk dich mit nichts ab. Lass das Handy und alles was dich ablenken kann zuhause. Ich bin sicher, das es dir sehr helfen wird. Je mehr Zeit du allein und dabei gegenwärtig bist, desto mehr wirst du dich selbst mögen. Du kannst auch einen Sonnenuntergang anschauen, ein Lagerfeuer machen, Campen.

Schreib alle deine Eigenschaften auf, die dir einfallen. Nimm sie alle an und sei dankbar für alle Macken aber auch für deine guten Eigenschaften. Stell dir zu jeder Eigenschaft eine Situation aus der Vergangenheit vor. Betrachte neutral, gleichgültig was passiert ist und nimm es an. Sag dir, "Ich bin dankbar, dass das basiert ist, denn sonst hätte ich heute..." Und dann lass es los. Lass das damit verbundene Gefühl einfach gehen. Das kannst du auch Symbolisch machen. ZB. kannst du deine negativen Eigenschaften aufschreiben und von einem erhöhten Ort runter werfen, oder daraus ein Papierschiff machen und es von einem Fluss wegtragen lassen. Das hat die Symbolik, diese Eigenschaften treiben zu lassen, sie los zu lassen, Abschied zu nehmen. Verbrennen geht auch, aber ohne Hass. Vergraben oder aufheben würde ich sie nicht. 

Du kannst auch deine Glaubenssätze umformen. Dazu nimm nochmal deine negativen Eigenschaften und bilde daraus Sätze. Und jetzt formst du sie einfach ins positive um. Also zB. bei dem Satz, "Ich mag mich nicht", schreibst du "Ich mag mich so wie ich bin". Diese Sätze musst du aber immer positiv formulieren. So das es ein gutes Gefühl hinterlässt und es darf kein "nicht" vorkommen, da das Gehirn ausschließlich mit Gefühlen und Bildern arbeitet. Also nicht, "Ich falle anderen nicht zur Last", und auch nicht "Ich belaste niemanden", sondern "Andere helfen mir gerne", oder "Andere sind offen für meine Probleme". Lies diese Sätze jeden Tag und stell dir zu jedem Satz eine Situation vor. Bring auch viel positive Energie rein. Du kannst sie auch vorlesen und aufnehmen. Dann kannst du sie Stundenlang hören und daneben auch etwas anderes machen. 

Kommentar von JG2804 ,

Wow, ich bin echt geflasht, dass sich jemand die Zeit genommen hat !:)

Schön zu hören, dass ich dir irgendwie sympatisch bin.

Das was du geschrieben hast, klingt irgendwie echt sinnvoll, ich werde schauen, dass ich das alles mal mache.

Grade die Idee mit den negativen Eigenschaften o.ä. aufschreiben und treiben lassen oder verbrennen finde ich echt gut.

VIELEN DANK !!!!

Kommentar von IceHunter ,

Was ich noch vergessen hab. Einer der besten Wege, seine Vergangenheit aufzuarbeiten ist alles aufzuschreiben. Schreib deine Geschichte auf. Und lass die Gefühle einfach raus. Nimm sie an, sperr sie nicht weg. Denn das würde bedeuten sie in dir zu verschließen, und da belasten dich diese Erinnerungen solange du sie nicht verarbeitet hast. Meine Mutter war damals massiv depressiv. Sie hat nur noch funktioniert. Da war kein Leben mehr. Dann hat sie ein paar Schulhefte vollgeschrieben und ist heute frei davon. Auch singen, darüber reden und natürlich auch meditieren würde helfen.

Du brauchst einen Sinn in deinem Leben. Es muss etwas geben auf das du dich freust, wenn du nachhause kommst. Dinge die du gerne tust. Denn leben bedeutet glücklich zu sein. Das wissen alle Tiere, nur der Mensch nicht. Ohne diesen Sinn wird man automatisch depressiv. Mich haben Videospiele gerettet, als ich noch in der Schule war. 

Antwort
von Coza0310, 42

Der Lehrer wird überlegen, wie er Dir helfen kann. Aber eigentlich kann er es nicht, weil er dafür nicht ausgebildet ist und dafür nicht die Verantwortung übernehmen kann. Außerdem haben Lehrer keine Schweigepflicht. Es wäre besser gewesen, du hättest Dich gleich an einen Arzt oder Psychotherapeuten gewendet, das geht in Deinem Alter auch ohne Wissen Deiner Eltern.

Nun lässt es sich nicht mehr rückgängig machen und du musst sehen, was er tut. Vielleicht leitet er dich an den Schulpsychologen weiter.

Kommentar von 775smutje ,

Lehrer haben Schweigepflicht, das kann ich dir sagen weil ich auf dem Weg bin Lehrer zu werden und schon in diversen Praktika auch ein Schweigepflicht aufs Auge gedrückt bekommen hab.

Kommentar von Coza0310 ,

Im Paragraph 203 des Strafgesetzbuches (D) sind definitiv keine Lehrer enthalten, auch Vertrauenslehrer nicht. Und ich habe leider schon sehr oft erlebt, dass Lehrer die Eltern informiert haben, selbst dann, wenn die Eltern die Ursache für SVV oder psychische Probleme waren.

Antwort
von Maxomatisch, 42

Weißt du, du kannst deinen ganzen Kummer einfach hinter dir lassen, willst du wissen wie?

Kommentar von JG2804 ,

Ich denke nicht, dass es einfach ist und so schnell geht aber... klar wie?

Kommentar von Maxomatisch ,

Doch geht es, der Fehler (welcher nur ein einziger ist) ist auch in deinem Kommentar auf meine Gegenfrage erkennbar. Ich stelle dir noch eine Frage bevor ich dir die Antwort sage.

Willst du denn ein normales Leben ohne ständigem Selbstmitleid und Kummer leben? Willst du erfolgreich werden und der Welt zeigen was du kannst?

Kommentar von 775smutje ,

Was wird denn das jetzt? Sie ist krank, da kannst du nicht mit Mentalist Tricks aus der Fernsehserie ankommen. Ich weiß wie sie sich fühlt weil ich ähnlich krank bin und da kannst du nicht mit solchen Psychospielchen ankommen. Tut mir Leid das ich jetzt etwas härter bin aber das geht einfach nicht von jetzt auf gleich weg.

Kommentar von Maxomatisch ,

Der Glaube an sich selbst ist das Mittel zum erfolg. Ihr seid nicht die einzigen die Probleme haben...mir ging es sehr lange Zeit sehr schlecht und ich habe irgendwann verstanden um was es geht im Leben :) Selbstdisziplin und Selbstbewusstsein kann man erlernen und fördern! Motivation zu schüren ist einfach und klar für jeden :) man muss sich nur selbst fragen: will ich einmal etwas erreichen in meinem Leben? JA ! Dann will ich auch alles dafür tun :)

Kommentar von 0hDaeSu ,

Eine kleine Metapher: Wenn jemand viel Schulden hat und ich ihm nur rate an einen batzen Geld zu kommen... aber nicht sage wie, dann war das nicht besonders hilfreich.

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