Frage von NER9X, 60

Ich frage mich schon immer warum es in Deutschland eigentlich Menschen geben die auf der Straße, Brücke usw leben, obwohl es sowas wie Harz 4 gibt?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von FouLou, 18

Jemand ohne festen wohnsitz hat kein anspruch auf hartz 4. Man braucht zumindest eine Postadresse über die man täglich zu erreichen ist.

Für manche die durchs netz fallen ist dies ein Problem weil sie z.b. keine Freunde/verwandte haben die sie darum bitten können. Für solche fälle muss man zum sozialamt.

Wohnungssuche gestaltet sich ja in den Städten für normalverdiener schon schwer heutzutage. Da wird es für obdachlose die hartz4 beziehen werden sogar noch schwerer eine wohnung zu finden die 1. von der arge bezahlt wird und 2. wo der vermieter auch mitspielt.

Desweiteren ist Hartz4 bezug eine ziemliche belastung da das amt mit einem macht was die wollen. Türlich kann man dagegen mit nem anwalt vorgehen.
Und man bekommt sogar die kosten ersetzt. Nur muss man die ersteinmal vorstrecken. Und das ist meist eine frage von: "bezahle ich nun meinen nächsten einkauf/die miete/die stromrechnung oder leiste ich mir nen anwalt".

Ich hab schon einige fälle erlebt bei denen es nur 2 logische möglichkeiten gibt. 1. die schikanieren einem mit absicht oder 2. das system ist so bescheuert das die mitarbeiter nicht fähig sind adequate arbeit zu leisten.

Entsprechend ist es nachvollziehbar das manche ein leben auf der straße vorziehen. In beiden fällen hat man zuwenig zum leben. Im falle hartz4 muss man sich aber auch noch mit der arge rumschlagen.

Natürlich gibt es auch noch andere gründe warum menschen auf der straße leben.

Antwort
von Gerneso, 21

HartzIV ist mit Verpflichtung verbunden. Man muss gewisse Regeln einhalten um von den Steuergeldern Wohnung, Nebenkosten, Lebenshaltung, etc. bezahlt zu bekommen.

Wer in Deutschland auf der Strasse lebt verweigert seine Mitwirkung und entscheidet sich bewusst aus dem System auszusteigen.

Antwort
von halbsowichtig, 6

In Straßenzeitungen werden regelmäßig Obdachlose vorgestellt. Als häufige Gründe nennen sie zum Beispiel:

Zwangsräumung. Die ARGE überweist zu spät. Der Vermieter setzt eine Zahlungsfrist, das Geld kommt zu spät an, der Vermieter lässt die Wohnung zwangsräumen. Daraufhin sitzt der Arbeitslose auf der Straße und hat nicht mal mehr Anspruch auf Arbeitslosengeld.

Trennung. Ein arbeitsloses Paar trennt sich. Aufgrund häuslicher Gewalt kann die Frau nicht warten, bis das Amt eine eigene Wohnung bewilligt. Das Frauenhaus weist sie wegen Überfüllung ab. Da bleibt nur die Flucht in eine fremde Stadt und dort unter die Brücke.

Elternhaus. Die Eltern werfen den "missratenen Bengel" mit 18 aus dem Haus. Er kennt seine Rechte nicht, hat ohnehin einen Hass auf "das System" und bleibt für immer auf der Straße.

Seelische Krankheit. Aufgrund von Depression, psych. Störung oder Drogensucht kümmert jemand sich um nichts mehr, auch nicht um die Kündigung des Vermieters - bis zur Zwangsräumung. Da die Krankheit nicht behandelt wird, ist er/sie auch nicht in der Lage, sich an die richtigen Einrichtungen zu wenden, um eine neue Unterkunft zu finden.

Kinderheim. Manche Obdachlosen haben ihre Kindheit in einem schlechten Heim verbracht. Als junge Erwachse,e können sie nirgendwo "Fuß fassen" oder haben Angststörungen. Sie wollen nie wieder in irgendein Heim, auch nicht ins Obdachlosenheim.

In Notunterkünften wird angeblich meistens gestohlen und geprügelt. Die Anständigen unter den Obdachlosen gehen in sowas nicht freiwillig rein, sonst kommt ihr letzter Besitz auch noch weg.

Antwort
von NightHorse, 22

Das kommt daher, das die Argesehr oft die Leistungen wegen kleinigkeiten kürzt oder ganz einstellt. Fast alle kürzungen der Leistungen sind zwar nicht rechtens, aber wenn man von einer unrechtmäßigen kürzung betroffen ist, hat man meist das nachsehen.

Außerden ist der ALG2-Satz so niedrig bemessen, das man dadurch nur gerade so überhaupt überleben kann. Der Satz für Lebensmittel beträgt gerade mal 140€ pro Monat. Einfach viel zu wenig.

Das führt dann dazu, das einige ihrer Wohnung verlieren und dadurch auf der Straße landen.

Antwort
von landregen, 21

Warum ... sachlich schwer nachzuvollziehen, zumal auch jede Stadt Übernachtungsplätze für Obdachlose vorhält.

Nicht jeder tickt so wie du und ich. In den Unterkünften ist es manchen zu viel Nähe zu anderen, andere dürfen ihren Hund nicht mit hineinnehmen und verzichten drauf.

Mit Wohnungssuche am Ball zu bleiben, wollen viele nicht, obwohl es Unterstützung gibt. Es gibt Anlaufstellen in beinahe jeder Stadt (oder in jeder), in denen Obdachlose eine warme Mahlzeit oder wenigstens einen Kaffee bekommen, die Waschmaschine und die Dusche benutzen können, Hilfe mit ihren Papieren bekommen, auf Wunsch auch mehr und mit Kleidung versorgt werden. Das reicht vielen.

Antwort
von Stergianii, 10

Die Meisten die so leben, sind Menschen die sich in der Gesellschaft nicht integrieren möchten sondern Ihr Leben so leben wollen wie sie es gerne wollen ohne weitere Verpflichtungen.  Sie fühlen sich fehl am Platz. Die Gesellschaft sind aus Ihrer Sicht komische "Wesen" die alles tuen was der Staat von Ihnen verlangt. Deswegen leben die auch so.

Liebe Grüße

Antwort
von Taimanka, 29

viele möchten das, weil sie das System ganz verlassen wollen

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