Frage von Chris186, 58

Ich frage mich, ich habe jetzt alles was ich je wollte, darf ich jetzt sterben?

Antwort
von Juleitro, 29

Ums mal Philosophisch zu betrachten:

Nach dem Utilitarismus ist es IMMER das höchste Ziel, mit jeder Tat mehr Glück als Leid zu schaffen. Etwas ist dann moralisch gerechtfertigt, wenn es kurzfristig wie langfristig mehr positive als negative Folgen mit sich bringt. 

Nach der Frage, ob man sich selbst das Leben nehmen darf, muss man eine Menge Faktoren beachten - es sei vorweg gesagt, dass man ein solches Szenario niemals vollständig überblicken kann.

Welches Glück bringt der Tod eines Menschen? Im Grunde keins. Es gibt nichts und niemanden, der aus dem Tod eines Menschen Glück schöpfen könnte... allenfalls der Bestatter, der einen neuen Arbeitsauftrag an Land zieht....

Der eigene Tod kann also im Grunde nur Leid verhindern - nähmlich das des Sterbenden; und das Leid anderer Personen, die unter dem Sterbenden leiden (Stichwort Tyrannen, z.B. im 2. WK).

Andererseits löst der Tod eines Menschen auch immer eine Menge Leid aus. Das seelische Leiden der Angehörigen, das körperliche Leiden des Sterbenden und das Leiden der Gesellschaft an den verpassten Chancen und Potentialen, die das sterbende Individuum birgt.

Insgesamt lassen sich die Glück/Leiden-Folgen zwar niemals überblicken (wir wissen nicht, was passiert), trotzdem siehst du, dass der Tod eines Menschen in beinahe allen Fällen mehr Leid als Glück auslöst, und somit nicht zu rechtfertigen ist.

Außerdem zeigt der Utilitarismus und seine Anwendung auf diesen Fall etwas ganz wesentliches: Der Sinn des Lebens ist nicht, alles zu haben, was man selbst je haben wollte - es geht darum, möglichst viel Glück zu schaffen. Nicht mehr und nicht weniger.
Pass auf dich auf! ;-)
LG

Kommentar von Chris186 ,

Vielen Dank für deinen philosophischen Ansatz :) 

Ich habe mich beim Lesen deines Textes gefragt, wie es denn wäre wenn wir es einfach hinnehmen können dass ein Mensch stirbt, egal wann, weil sterben müssen wir ja sowieso jeder. Zumindest werden. 

Ausserdem noch die Frage, ist es dann uns eigentlich erlaubt ewig zu leben um kein Leid auf diese Weise erleben zu müssen? 

Wenn ich aber sehr, sehr glücklich bin und mich darin erfüllt sehe, dann habe ich doch den Sinn des Lebens erfasst und kann gehen. 

Kommentar von Juleitro ,

Ich habe auf dem Gebiet nicht sonderlich viel Ahnung und möchte auch nicht allzu viel falsches erzählen :D

Was glaube ich mindestens genauso viel wiegt wie das seelische Leid der angehörigen, sind die vertanen Chancen und Potentiale. Ein Mensch kann einer Gesellschaft unglaublich viel Glück bringen, der Tod hingegen kann maximal Leid verhindern... Leid verhindern ist aber \= Glück bringen.

Denk nur an jede x-beliebige (im positiven) bekannte Perönlichkeit der Vergangenheit. Was wäre beispielsweise gewesen, hätte sich der Erfinder des Rads kurz vor seinem großen Durchbruch das Leben genommen, weil es seine Mitmenschen nicht gejuckt hätte und somit kein Leid entstanden wäre. Unmittelbar wäre es also tatsächlich egal gewesen, aber denk nur an die Entwicklung der Menschheit ohne die Erfindung des Rads... ist natürlich unrealistisch und zugespitzt, aber du verstehst vermutlich, was ich sagen möchte ;)

Es geht außerdem nicht darum, dass du selbst das größtmögliche Glück erfährst (du Egoist! :D), sondern darum, dass Jeder und Alles das größtmögliche Glück erfährt. Dementsprechend bist du hier also auch nicht fertig, wenn du selbst glücklich mit dir bist, sondern erst dann, wenn das ÜBERALL das maximale Glück erreicht worden ist - ein unwahrscheinliches, vermutlich unerreichbares Ziel.

Die ganze Geschichte kann man auch auf das Fleisch-Essen ausweiten - ich bin kein Vegetarier, aber denk mal darüber nach, wie moralisch gerechtfertigt das Essen von Tierfleisch nach diesem Schema ist... ist aber ein ganz anderes Fass, was wir an dieser Stelle vielleicht nicht öffnen sollten :D


Kommentar von Chris186 ,

Haha das macht doch nichts :)

Ich denke hier kommen wir nicht weiter, wenn wir nur von der Rolle des Individuums sprechen dass sich so sehr in seine Egozentrik verfressen hat und nur für sich selbst das größte mögliche Glück erlangen möchte. Klingt bisschen wie bei Faust ;)

Finde es aber auch gut mal anders daran zu gehen wie du stets meintest mit dem Fleisch-Konsum. Wie genau aber meinst du ist es moralisch gerechtfertigt? Das habe ich nicht ganz verstanden.

Kommentar von Juleitro ,

Exakt, die Rolle des Individuums ist vornehmlich im Kontext des 'Gesamten' entscheidend. :)

Der Genuss von Fleisch ist nach dieser Theorie heutzutage eigentlich nicht mehr zu rechtfertigen. Denn wieviel wiegt das Leid eines Schlachttieres (insbesondere Säugetiere können ja bewiesenermaßen fühlen) gegen dein Glück, welches du beim Konsum einer Bratwurst verspürst?

Der Konsum von Bratwurst ist also nicht mehr gerechtfertigt. Während das Essen von Fleisch für unsere Vorgänger überlebensnotwendig war, ist es das heute nicht mehr... und deshalb ist es auch nicht moralisch zu rechtfertigen, dass Tiere Leid für unseren vergleichsweise kurzfristiges Glück erfahren.

Wie gesagt, ich bin kein Vegetarier, aber nach diesem Theorem müsste man eigentlich jede unnötige Art der Tierquälerei boykottieren... ;-) Wollte damit eigentlich nur zeigen, dass der Utilitarismus auch weitergesponnen werden kann und auf so ziemlich jedem Sachverhalt funktioniert :)

Antwort
von xswisskx, 58

Du darfst, aber es gibt immer was Neues. Neue Ziele, neue Wünsche oder sogar neue Leute.Willst du dir das alles entgehen lassen?

Kommentar von Chris186 ,

Die können mir im Leben danach auch begegnen. 

Antwort
von JulietteNanami, 44

Klar aber bedenk wen du zurück lassen wirst und was für Auswirkungen es auf ihr Leben hätte. Sonst wäre es einfach nur selbstsüchtig und verantwortungslos.
Aber hey, is mir egal!

Kommentar von Chris186 ,

Natürlich aber wenn ich ihnen klar mache warum ich gehe, können sie es vielleicht besser aufnehmen ;) 

Kommentar von Annelein69 ,

Das glaub ich wohl kaum.Überleg mal was du da redest!

Kommentar von JulietteNanami ,

wie alt bist du? wen du zu jung bist stirb nicht wenn du alt bist ist mir egal.

Kommentar von duuudaaa ,

bester xDD

Kommentar von JulietteNanami ,

jeder stirb irgendwann

Kommentar von Chris186 ,

Ja dann kann ich ja auch gleich sterben :) 

Antwort
von SechsterAccount, 47

Freigestellt!

Antwort
von Annelein69, 46

Warum willst du sterben?

Kommentar von Chris186 ,

Weil ich alles habe was ich je wollte.

Kommentar von Annelein69 ,

Nun,ich hab eigentlich auch alles was ich wollte,aber was ich nicht wollte wäre nun schon sterben.Also kann ich deine Frage nicht wirklich nachvollziehen!

Kommentar von Chris186 ,

Versteh deine Aussage nicht...wenn du nicht sterben willst dann hast du doch noch gar nicht alles was du je wolltest. 

Kommentar von Annelein69 ,

Beruflich,familiär und auch finanziell ist bei mir alles geregelt und in Ordnung.Das was ich in meinem Alter erreichen wollte.Aber,ich hab natürlich noch einige Ansprüche an mein Leben.Die Kinder sind erwachsen,gehen ihren eigenen Weg.Nun können wir,also mein Mann und ich,wieder etwas "leben",in Form von,man muss nicht immer so da sein und kann einfach mal in den Urlaub fahren und die Zeit eben geniessen.Warum das bei dir nicht so ist,verstehe ich nicht.Selbst wenn das nicht so wäre,würde ich niemals auf den Gedanken kommen,na ja,jetzt könnte ich eigentlich sterben,oder darf ich jetzt sterben.

Es ist halt so,dass ich dich und deine Hintergründe gar nicht kenne.Und um zu verstehen was du sagen willst oder eben meinst,müßte man das wissen.Wie du den anderen Antworten ja entnehmen kannst,kann das keiner nachvollziehen.

Wie alt bist du?

Kommentar von Chris186 ,

Ich denke jedoch dass das Alter hierbei keine Rolle spielt. Selbst wenn ich erst Anfang 20 wäre kann ich doch sagen, mich hat bisher alles erfüllt, mehr will ich garnicht mehr, Tschüss. Das weil ich mir denke das der Mensch immer mehr will und ihn einfach kaputt macht und es gut wäre Stopp zu sagen. Und nein ich laufe vor nichts davon. Aber sonst alt genug...

Kommentar von Annelein69 ,

Ok,kann man ja dann nicht mehr sagen als,letztenendes dein Entscheid!

Antwort
von 1Alini2, 43

Ob du sterben "darfst" ? Liegt in deiner Hand aber die frage ist bescheuert

Kommentar von Chris186 ,

Wieso wenn mich alles erfüllt hat, wenn ich mit allem im reinen bin, warum soll dann die Frage nach dem "weitergehen" bescheuert sein. 

Andere Frage: was suchst du denn im Leben. Etwas was dich erfüllt oder nicht?

Antwort
von Voice33, 49

Nein!
Mit Sowas ist nicht zu spaßen!!

Kommentar von Chris186 ,

Ich spaße nicht ist mein voller ernst!

Antwort
von Sazuke4, 43

Bist du Glücklich? wenn du glücklich bist will man Leben, also bist du nicht Glücklich, du wolltest nie gelücklich sein? also hast du nicht alles was du jeh wolltest?

Kommentar von Chris186 ,

Glück hat nicht unbedingt mit Lebensgier zu tun!

Kommentar von duuudaaa ,

Das nennt man nicht Lebensgier...Das nennt man Lebensfreude!

Kommentar von Chris186 ,

ich bin jetzt gerade der glücklichste Mensch auf Erden, dann kann ich doch gehen.

Kommentar von Sazuke4 ,

Ich nehm mir doch auch nicht ne packung schokolade und ess die hälfte und sag "Ja die Schokolade schmeckt echt hammergeil" und werf den rest gegen die wand

Kommentar von Chris186 ,

Die Möglichkeit besteht jedoch :) 

Kommentar von duuudaaa ,

Naruttttttttooooooooo fan!!!!??? @Sazuke4


Kommentar von Sazuke4 ,

Klar

Antwort
von duuudaaa, 34

Ja genau..Ich wollte nie was haben und jetzt? Soll ich fragen ob ich sterben darf!? ...<.< also echt jetzt °~°

Kommentar von Chris186 ,

Das glaube ich dir nicht! Das du nie etwas wolltest!!!!

Kommentar von duuudaaa ,

Ich achte nicht auf das was ich will ,sondern auf das was ich habe und außerdem bin ich ein Optimist der mit allem zufrieden ist :D

Kommentar von Chris186 ,

Dann ist das optimistisch sein aber genau das was du wolltest.

Kommentar von duuudaaa ,

Weißt du was ich will? Deine Logik verstehen!

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