Frage von Rosi03, 83

Ich frage für eine Freundin... Sie trennte sich kürzlich vom nichtehelichen Vater ihrer 3 järigen Tochter. Vorab war schon das Jugendamt involviert, ?

Das Kind leidet unter einer Regulationsstörung und die Mutter bekma vom JA eine Familienhelferin. Alles was von dieser Dame kam, wurde von der Mutter umgesetzt. Die Mutter arbeitet erfolgreich als Altenpflegerin (steht also mit beiden Beinen fest im Leben). Bei der dann vollzogenen Trennung vom nichtehelichen Vater, entzog das JA der Mutter das Kind und übergab es dem Vater. Ganz ohne Gutachten, ohne Gerichtsbeschluss usw. Meine Freundin ist ein wenig naiv, was Ämter (obrigkeitshörig) betrifft, und erfüllt alle Wünsche des JA, in der Hoffnung, ihr Kind wieder zu bekommen (ich sehe die Zusammenführung nicht). Inwieweit hat das JA das Recht, der Mutter das Kind zu entziehen?

Antwort
von autmsen, 23

Tut mir leid aber aus meiner Sicht ist diese Frage so nicht zu beantworten. Zumindest wenn ich den Sinn Deiner Frage richtig verstehe. Also gestatte mir auf meine Weise zu antworten. Sie mag Dir nicht unbedingt gefallen - schätze ich 

Sowohl dem Jugendamt als auch dem entscheidenden Familiengericht bei der von Dir zugrunde liegenden rechtlichen Frage obliegt die PFLICHT das Wohl des Kindes an erste Stelle zu setzen. Aus dieser Pflicht heraus ergeben sich dann erst angemessene Rechte. Diese sind gemäß Grundgesetz, hier vor allen Dingen Artikel 3 Absatz 3, geschlechtsneutral anzuwenden. 

Ok. .Die Aufgaben des Jugendamtes findest Du auf Wikipedia gut dargestellt. Hier ist empfehlenswert auch alle im Text enthaltenden Links zu öffnen und die sich dann neu öffnenden Seiten genau durchzulesen. 

Ich habe diese Seite über die zugrunde liegende genannte Diagnose gefunden 

http://www.vakjp.de/pdf/regulationsstoerungen_heft_132.pdf

Bitte lese den Text. 

Wenn ich Dich recht verstehe sind in der frühen Kindheit Deiner Freundin manche Dinge schief gelaufen .Um mich vorsichtig auszudrücken - ja, Obrigkeitshörigkeit wird in der Regel da andressiert. Und ein anderes Wort als andressiert ist hier für mich tatsächlich unpassend. 

Wesentlich ist also dass Deine Freundin tatsächlich die Bereitschaft entwickelt diesbezüglich tätig zu werden. Sie mag nun täglich mindestens eine halbe Stunde unbedingt von Hand auf Papier Tagebuch schreiben. 

Sie mag sich angewöhnen täglich einen Spaziergang an der frischen Luft ohne Zeitlimit und Zeitdruck zu unternehmen. Dabei soll sie ihren Beinen freien Lauf lassen. Also den Körper so gut wie nicht beachten. Mal mag sie ganz langsam gehen, mal eher fast rennen. Sie soll es zulassen. 

Dabei versucht sie ihren Gedanken zuzuhören. Die mögen durchaus vielfältig und scheinbar durcheinander sein. Hier mag sie daran denken dass der Glaubenssatz der forschenden Physiker lautet: 

Am Anfang stand das Chaos. Durch Es ist Alles geschaffen. 

Es wird womöglich ein langer Weg für Deine Freundin hin zu sich selbst. Am Ende wird ein guter Kontakt zu einem dann gesunden Kind stehen. 

Ich mag mich bezüglich Deiner Freundin irren. Hier gehe ich mal einfach von eigener Erfahrung und reichlich entsprechender Fachliteratur aus. In jedem Fall mag Deine Freundin eine der Ausnahmen sein die die Regel bestätigen durch ihre Andersartigkeit. 

Bitte beachte unbedingt: 

Es geht hier nicht um Schuld, um Bestrafung. Es geht ausschließlich um Hilfe. .

Also verlasst gerne gemeinsam vorhandene Schablonen. Sie schränken die persönliche Freiheit nur ein. :))))

Kommentar von Rosi03 ,

Zu einem persönlichen Tagebuch, bezügl. der drei Std. mit ihrem Kind und dem Verhalten des Kindsvaters bei Abholung habe ich ihr schon geraten.... sowie das Wetter es erlaubt, ist sie eh mit dem Kind in diesen drei Std. draussen, das das Mädel gern draussen spielt. Die Regulationsstörung hat das Kind, nicht die Mutter, da hab ich mich wohl missverständlich ausgedrückt. Ein Familiengerichtliches Urteil, Auflage, oder sonstiges gibt es noch gar nicht... involviert ist derzeit nur das JA und die maßen sich halt die Beurteilung an, dass das Kind beim Vater besser aufgehoben wäre. Ich habe ihr schon zu einem Anwalt geraten und vors Familiengericht zu gehen, aber sie hat Angst, wenn sie nicht erfüllt, was das JA von ihr verlangt, diese ihr das Kind ganz weg nehmen... ergo lässt sie alles mit sich machen... für mich und viele andere sicher unverständlich, aber sie ist in dieser Sache sehr naiv, zumal es ja auch einige Fälle gegeben hat, in denen das JA die Kinder den Eltern/ der Mutter entzog...

Kommentar von autmsen ,

Du hast Dich nicht missverständlich ausgedrückt. 

 aber sie hat Angst, wenn sie nicht erfüllt, was das JA von ihr verlangt, diese ihr das Kind ganz weg nehmen... ergo lässt sie alles mit sich machen.

Sie wird ihr Kind verlieren wenn sie da nicht für grundlegende Änderung in ihrem Verhalten sorgt. Von daher stimmen wir überein.

Allgemein sind Menschen fehlerhaft. Auch solche welche auf solchen Ämtern arbeiten. 

Fehler lassen sich korrigieren. Gerade wenn sie von sogenannten Amtspersonen verantwortet werden relativ leicht.. Zumindest im Vergleich zu der Korrektur die Deine Freundin in sich vor sich hat. In, nicht an sich. 

Denn gegen Amtspersonen gibt es den Rechtsweg. Der ist relativ gut beschrieben. Da gibt es dann anwaltliche Hilfe. 

Die Tochter der Freundin könnte ihr später unterlassene Hilfeleistung aus Arxxxkriecherei vorwerfen. - Womit ich andeuten will: Manchmal sind so geprägten Menschen gegenüber nur harte Worte von Erfolg gekrönt. 

Doch. Ich verstehe Dich da durchaus sehr gut. Wahrscheinlich werdet Ihr sie das erste Stück des Weges hin zu sich selbst tragen müssen. 

Und nein: ich meinte mit den Spaziergängen nicht die Freizeitgestaltung mit dem Kind. Das ist eine ganz andere Geschichte. 

Kommentar von Rosi03 ,

.. ok , dann verstehe ich das doch richtig und ja, ich versuche sie zu einem Anwalt zu schleppen, das muss , denke ich auch recht zeitnah geschehen. Ich muss ferner versuchen ihr die Angst zu nehmen, dass das JA gar nicht ohne Urteil und Gutachten, die Kleine zum Vater zu geben... ich melde mich, falls es was zu berichten gibt.. und danke für die Rückmeldung...

Kommentar von autmsen ,

Sehr gerne.:)

Vielleicht folgst Du meinem Tipp und nutzt Wikipedia. Auf diese Weise wirst Du auch das entsprechende Gesetz finden welches ihr deutlich machen kann dass das JA seine Kompetenzen von Rechts wegen weit überschritten hat. - Vorausgesetzt tatsächlich hier liegt nicht eine Empfehlung einer behandelnden Fachkraft - Arzt, dafür zugelassener Therpeut - vor und das Urteil wird nachgeholt. In dem Fall ist dann auf jeden Fall Eile geboten. 

Wie ich Deine Freundin dank Deiner Schilderung einschätze wird sie keine Kenntnis davon haben ob das JA eine entsprechende Grundlage für diese vorsorgliche Handlungsweise im Rahmen seines dann möglichen Spielraums hat. 

Dann fällt mir noch als Tipp ein: 

Ich sitze hier an einer Maschine. Wenn ich da ein Angebot nutze kann ich den Text auch mündlich eindiktieren. Deswegen ist diese Maschine noch lange nicht selbständig oder hat Entscheidungskompetenz. Auch wenn der Vergleich zu hinken scheint mit den Fachkräften beim Jugendamt stellt er das Verhältnis Kind und Familie - Jugendamt - Gericht in etwa dar. 

Antwort
von Menuett, 26

Das Jugendamt hat dazu gar kein Recht, es kann nur Empfehlungen aussprechen.

Haben die Eltern das gemeinsame Sorgerecht?

Um was genau handelt es sich bei der Regulationsstörung und warum wußte das Jugendamt von dieser?

Kommentar von Rosi03 ,

Die Eltern haben das gemeinsame Sorgerecht, der Kindsvater wollte die Trennung nicht und hat ihr auch vorab gedroht, ihr die Kleine weg zu nehmen.. der kämpft jetzt unfähr und mit harten Bandagen.. zieht das JA auf seine Seite, weil er sich besser auszudrücken weiß und meine Freundin eher schüchtern ist... Regulationsstörung äussert sich bei der Kleinen, das sie sich z.B. selbst die Haare rausreisst, mit dem Kopf gegen die Wand haut sich selbst beisst .. usw... so genau kann ich das auch nicht sagen.... Das JA wusste davon, weil meine Freundin sich beim JA Hilfe holte, weil sie nicht allein wusste, wie sie sich richtig verhält, zumal der Kindsvater nicht mit ihr am gleichen Strang zog... Eine Familienhelferin vom JA kam ins Haus, gab Ratschläge, die meine Freundin auch umsetzte.. dann kam die Trennung vom Kindsvater und das JA, nahm ihr die Kleine und übergab sie dem Vater.. darf sie aber tägl. drei Std ohne Aufsicht sehen, das JA macht ihr Auflagen und der Kindsvater bestimmt, was sie mit dem Kind in diesen drei Std. unternehmen darf...

Kommentar von autmsen ,

Rosi, das läuft aber dann wieder auf meine Empfehlung hinaus: Sich erst mal ein eigenes Selbstbewusstsein erarbeiten. 

In solchen Fällen darf an den alten Spruch öfter gedacht werden: 

Wer kämpft hat schon verloren. 

Kinder werden älter. Und intelligenter. Aber nicht vergesslich. 

Je mehr innere Stärke sich Deine Freundin erarbeitet hat je mehr wird sich mit Sicherheit das Kind - im Schutz der mütterlichen Liebe - trauen, eigene Wünsche zu äußern. Die stehen dann vor allen Dingen für die "Amtspersonen" im Vordergrund. Sicherlich auch für die Mutter. 

Kommentar von Menuett ,

Das Kind entziehen, dass darf das Jugendamt nur und ausschließlich dann ohne Gerichtsbeschluss, wenn die Mutter das Kind nachweislich schwer mißhandelt, mißbraucht oder verwahrlosen hat lassen.

So, wie Du diese Geschichte beschreibst, kann sie nicht stimmen.

Kommentar von Rosi03 ,

Leider ist es aber so, wie ich es geschildert habe, das Kind wurde weder vernachlässigt, noch misshandelt. Das Kind klammert sich auch an die Mutter, wenn der Vater es wieder abholt, aber das sehen die JA Mitarbeiter natürlich nicht....

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