Frage von Bandy31, 1.421

Ich falle durch das soziale System und Familie hilft auch nicht - brauche Rat?

Ich (30 Jahre, männlich), weiss nicht mehr weiter.

Seit 2007 leide ich unter einer schweren Angststörung. Bis 2007 hab ich sehr viel für die Familie gemacht, ich hatte damals einen Vollzeitjob und obwohl ich um 9 Uhr früh anfagen musste zu arbeiten, bin ich JEDEN Tag im Winter jahrelang um 5:30 aufgetanden um meinem Vater beim Schneeschippen zu helfen. Er wollte mir immer Geld dafür geben, aber ich hab das stets abgelehnt, weil ich dachte, man hält schließlich in der Familie zusammen und dass man familien-intern sich gegenseitig hilft wäre Selbstverständlichkeit.

Dann kam 2007 ein traumatisches Ereignis und ich bin schwer krank geworden (psychisch). Ich bekam eine Panikstörung und war mehrmals stationär in der Psychiatrie. Die Ärzte in der Psychiatrie haben gesagt, dass ich einer der schwersten "Anstpatienten" bin, den sie dort je hatten. Denn ich habe nicht nur 24/7 Angst, sondern mein ganzer Körper ist rund um die Uhr angespannt. Meine Augen sind auch total angespannt, so dass ich einen sogenannten "Psycho-Blick" habe.

Ich hab in den letzten 8 Jahren ca. 30 verschiedene Medikamente bekommen, unter anderem auch Haldol und schwere Neuroleptika. Aber nichts hat mir wirklich geholfen.

Jedenfalls hab ich schließlich ein Medikament gefunden, was mir einigermaßen hilft. Dieses macht aber abhängig.. Ist Tavor, also ein Benzodiazepin. Das Problem ist, dass ich aber garnicht mehr aus dem Haus gehen kann, vor lauter Angst TROTZ Tavor.

Ich hab meinen Vater und meinen Bruder um Hilfe gebeten in den letzten Jahren. Und als ich sie kontaktiert habe und gesagt habe, dass ich Hilfe brauche, haben beide nur geantwortet: "Dann musst du halt zum Arzt gehen" Obwohl beide wissen, dass ich aufgrund massiver Angst das Haus nicht verlassen kann. Ich lebe übrigens seit 2007 wieder bei meiner Mutter. Meine Mutter kümmert sich um mich, und kauft auch für mich Lebensmittel ein. Aber sie leidet auch unter der Situation.

Ich hab meinem Vater und auch meinem Bruder mehrfach darauf hingewiesen, dass die Mutter ebenfalls leidet (wegen meiner Krankheit). Ich weiss nicht, wieso mir nicht helfen, aber wenn sie schon nicht mir helfen, dann sollen sie doch bitte wenigstens meiner Mutter helfen. Meine Mutter weint nämlich jeden Tag fast und ich hab schon SO OFT versucht Vater+Bruder zu überzeugen, dass sie doch bitte helfen sollen. Z.B. könnten sie uns mit etwas Geld unterstützen, denn ich und meine Mum leben von Grundsicherung.

Aber sie helfen einfach nicht.:( Ich versteh das nicht, denn ich hab mich immer eingsetzt für beide, als ich noch gesund war. Ich war schon oft davor, mein Leben zu beenden durch Suizid. Freunde von früher haben sich alle auch mit der Zeit weggemacht.. Ich hatte, bevor ich krank wurde, ein ziemlich gutes Menschenbild, aber mittlerweile, es ist wirklich so: "Bist du in der Not, sind deine Freunde tot."
Und Vater+Bruder helfen auch nicht, weder finanziell noch sonstwie. Ich weiss einfach nicht mehr weiter.. :( Hat jemand einen Rat für mich?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Realisti, 833

Es hört sich an, als seien dein Vater und deine Mutter nicht mehr zusammen. Ich habe schon oft erlebt, dass sich der Charakter von Menschen nach einer Scheidung deutlich verändert.

Ich denke in deinem Kummer hast du ein wenig das Maß verloren. Sehr lange kannst du auch noch nicht gearbeitet haben. Du bist jetzt 30 Jahre alt und seit 2007 Jahren krank. Die Krankheit setzte also bei dir mit ca. 21 Jahren ein. Somit warst du nur geschätze 4/5 Jahre im Beruf. Schon kurz nach der Ausbildung fing es also an. Das ist keine beeindruckender Zeitraum. Dein Vater saß ja in dieser Zeit auch nicht rum, sondern war um 5:30 Uhr an deiner Seite. Schnee gibts ja auch nicht 12 Monate im Jahr. Dein Vater wird das Schnee-Schüppen und deine jetzige Hilfsbedürftigkeit nicht in Einklang bringen. Ferner sehen sie nur einen 30jährigen der nicht arbeitet und sie trotzdem anzapfen will. Es reicht ihnen schon, dass deine Mutter an deiner Seite ist. Sie nehmen deine Anspruch nicht ernst. Darauf würde ich mich also auf keinen Fall berufen. Damals ging es auch um ein kleines Taschengeld, dass du abgelehnt hast. Heute willst du ja richtige Euronen sehen.

Mir ist auch nicht ganz klar was deine Mutter verzweifeln läßt. Die Verantwortung und Liebe die sie an dich bindet oder deine nicht enden wollende Situation? Sie wird sich ihren Lebensabend auch anders vorgestellt haben. Für sie ist auch keine Ende in Sicht.

Ich habe keinen wirklichen Rat für dich. Deine Krankheit erfordert weiter gehende medizinische Kenntnisse. Deine Medikamente kenne ich auch nicht. Wenn ich als Außenstehender deine Schilderung lese fühlt es sich so an, als wenn nur deine Symptome behandelt werden, aber die Ursache deiner Krankheit nicht angetastet wird. Das ist auch schwer, wenn du das Haus nicht verläßt. Ferner gehen dir auch die Ideen aus, weil du schon nach so einem Strohhalm greifst wie die Geschichte mit dem Schnee-Schüppen.

Was ich auch deutlich merke ist, dass dir Input fehlt. Keine Freunde, die Familie zieht sich auch zurück, deine erste Kontaktperson ist völlig überfordert und weint viel. So kommen keine neuen Impulse in dein Leben und es bleibt alles wie es ist. Ihr kreist nur noch um euch selber. Das kann nur in einer Katastrophe enden und das spürst du auch.

Suizid wäre die einfachste aber auch egoistischste und feigeste Lösung. Nach den vielen Jahren, die deine Mutter an deiner Seite ist, hat sie das nicht verdient. Viel mehr als Geld braucht sie einen Funken Hoffnung. Gehe mal in dich und prüfe dich was das sein könnte. Du solltest deine dir verbliebene Kraft nicht gegen den Bruder und den Vater richten. Deine Gedanken sollten nicht darum kreisen, was sie für dich tun können. Finde lieber heraus, was du für dich tun kannst? Damit hilfst du deiner Mutter am meisten. Wenn dieses Medikament ein wenig hilft, gibt es dann endlich einen kleinen Schritt in Richtung Therapie? Bist du jetzt in der Lage wieder eine Zeit auf der Station zu verbringen? Angst- und Panik-Reaktion heißt für mich, dass es einen Auslöser gibt, mit dem du dich auseinander setzen mußt.

Du hast die Wahl: Wie soll deine Zukunft aussehen? So wie die letzten 8 Jahre? Oder genau nicht? Es gibt nur einen Menschen, der das ändern kann. Das ist nicht dein Vater, nicht dein Bruder und auch nicht deine Mutter. 

Ich schicke dir ganz viel Kraft und hoffe dass du weißt, dass ich dich nicht angreifen will. Ich zeige dir nur, was keiner sich traut dir zu sagen, weil dich deine Familie sehr lieb hat.

Kommentar von Hardware02 ,

Und wo liest du hier, dass der TE Geld möchte? Er möchte Hilfe, kein Geld!

Kommentar von AalFred2 ,

Wie würdest du beispielsweise das interpretieren?

Z.B. könnten sie uns mit etwas Geld unterstützen, denn ich und meine Mum leben von Grundsicherung.

Kommentar von Etter ,

z.B. = zum Beispiel.

Wie sie helfen ist vmtl. fast schon egal, solange sie mal IRGENDWIE helfen.

Das ist zumindest was ich selbst da rauslese. Die Interpretation überlasse ich aber jedem selbst.

Kommentar von AalFred2 ,

Hardware behauptet, er wolle kein Geld. Das ist doch wohl objektiv falsch.

Kommentar von reginarumbach ,

ich habe das eher so verstanden, dass es wenigstens eine finanzielle unterstützung für die mom geben sollte, da sie auch so sehr unter situation zu leiden hat. es gibt wohl sonst keine hilfe von den beiden, deshalb vielleicht wenigstens materielle untertützung. so liest sich das für mich. und verstehen kann ich es wohl! die mutter nimmt viel auf sich und wer sollte nicht helfend herhalten, wenn nicht die eigene familie??!! 

die erkrankung ist schon schlimm genug. eine sehr große belastung. nicht nur für ihn, sondern auch für die mom. die menschlichkeit und der anstand gebieten es, dass der rest der familie unterstützend wirkt. ist doch irgendwie logisch. oder?

es sagt sich alles so leicht, wenn man nicht in der situation drinsteckt. wie schlimm ist das tag um tag mit solch einer situation zurecht kommen zu müssen? das geht an die substanz. und ich gehe davon aus, dass der fragesteller schon einiges probiert und durchgestanden hat, allerdings leider immer noch schwer krank ist. von seinen schilderungen her ist es so, dass er auf jeden fall nach heilung strebt, nicht immer wirken alle therapien, nedikamente und schön ausgedachten maßnahmen so wie sie sollten. das GIBT es. deshalb finde ich die ratschläge , die verteilt werden, von wegen eigene entscheidung und so, zwar logisch, aber ...meine güte, das muss im alltag alles erstmal umgesetzt werden können.

wer nicht dabei ist und diesen knochenharten weg miterlebt, der kann überhaupt nicht urteilen, der sitzt nämlich in der ferne. 

für mich persönlich ist es sehr wohl menschlich und moralisch armselig, dass bruder und vater sich so wundervoll raushalten und auf arztkonsultationen verweisen. wenn mans genau nimmt, sind die beiden totale nullen. der fragesteller hat mein verständnis und die mom tut mir leid. 

Kommentar von reginarumbach ,

mir fällt noch ein, die mom könnte sich einer selbsthilfegruppe für angehörige psychisch kranker anschließen. dort sitzen leute, die ähnliches durchmachen wie sie selbst, das entlastet enorm. außerdem gibt es da menschen, die schon alle möglichen beratungsstellen und hilfsangebote angelaufen haben, die kennen sich gut aus auch mit ämtern und anträgen. da gibt es also noch dazu praktische unterstützung. so könnte sie schritte machen, um sich aus dem täglichen kreislauf zu befreien und auch wieder ein bißchen mut zu fassen. das wirkt sich positiv auf die mutter/sohn dynamik aus und ist somit sehr wichtig. sie sollte anfangen wieder selbstfürsorge zu betreiben und aus ihrem tief herauszukommen. möge sie die kraft finden..

Kommentar von Cary155 ,

Es hat wohl alles vor langer Zeit mit einem "Streich" angefangen das zu einer Kripo Vernehmung führte, wo er dann von seinen Freunden verlassen wurde und alleine da stand.. Vielleicht glaubt der Vater und die Brüder, weswegen der Prozess beim Gericht war, und wenden sich somit ab, da es kein harmloser "Streich" war.. Dennoch finde ich es nicht richtig den eigenen Sohn so zu behandeln.. @bandy31 was ist den mit deinem Freund passiert der damit gemacht hat? Wie geht es ihm den heute ? Und wenn es ihm gut geht, wieso leidest du nur daran? Freunde kommen und gehen, das ist klar. Erst recht wenn es falsche waren und dir selbst nicht mal glauben, darauf würde ich mich nicht fest setzten. Dennoch finde ich traurig was deine Mutter erleben muss.. 

Kommentar von bbjosefine ,

Hallo, ich finde deine Antwort ist sehr tiefgehend/sinnig und geht gut auf den Fragesteller ein-Grüße

Antwort
von user8787, 667

Willkommen im Panik- Club. * smile ...24 / 7  Angst ist da normal, leider. 

Tavor ist kein geeignet Medikament bei Angst, das sollte NUR im Notfall eingesetzt werden.

Was ich vermisse zu lesen ist, das du therapeutisch betreut wirst.

Es gibt speziell ausgebildete Trauma Therapeuten. Die Therapie ist verdammt hart und aufwenig. Mein Trauma Therapeut kommt 1-2 mal die Woche zu uns, um kein Tavor nehmen zu müssen hat er das entschieden.

Es geht voran, aber eben sehr langsam. 

Du kannst von anderen keine Hilfe einfordern. Panik ist für Außerstehende oft selber beängstgend.

Du musst aktiv etwas tun.....solange andere dir alles abnehmen wird deine Angst wachsen und dich feste im Griff haben. 


Alles Gute dir. 

Antwort
von Tanther, 516

Hallo Bandy31!

Ich weiß wie es ist, wenn man das Haus nicht mehr verlässt. Ich bin zwar erst zarte 15 Jahre jung, aber leide ebenfalls unter starken Angstzuständen. Seit 3 Jahren weder das Haus verlassen, noch die Schule besucht. Mir steht ein Leben ohne Geld/Abschluss bevor. Ich weiß auch noch nicht, wie ich das mal bewältigen soll, aber hier geht es ja um dich.

Ich war drei Mal in stationärer Behandlung. Wenn du das Haus nicht verlässt, wie hast du dich damals dazu überreden können, in die Klinik zu gehen?

Ich verstehe übrings deinen Bruder und deinen Vater wirklich nicht. Wenn der Sohn/Bruder Probleme hat, dann hilft man doch! Jedes Problem ist bewältigbar, auch wenn das Schritt für Schritt passiert.

Da du schreibst, dass du schon sehr oft mit ihnen über die Situation gesprochen hast, denke ich mir, dass sich da nicht viel ändern wird. Leider.

Eine Antwort habe ich also gar nicht, aber ich wollte dir trotzdem das Gefühl geben, dass du verstanden wirst. Du mit deiner Situation nicht allein bist. Mehr kann ich da als 15 jähriger wohl nicht machen.

Aber deine Mutter und du müssen nun sehr gut zusammenhalten! Unterstützt euch gegenseitig! Spendet euch Nähe.

Alles Gute noch im Leben und denk dran: Suizid ist eine permanenente Lösung für temporäre Probleme! Irgendwann besiegst du deine Angst!

Antwort
von Woropa, 613

Ich glaube, es liegt daran, das viele Menschen sich unter psychischen Krankheiten nicht viel vorstellen können, sie wissen nicht, wie schlimm sowas sein kann. Wenn jemand ein gebrochenes Bein hat oder eine Lungenentzündung, dann merkt und sieht man ihm an, das es ihm nicht gut geht. Bei einer Krankheit wie deiner können andere sich einfach nicht vorstellen, wie sehr man darunter leidet oder wie sehr einen das belastet.

Habe ich das jetzt richtig verstanden, das du nicht zum Arzt gehen kannst wegen deiner Angststörung? Falls du einen Arzt brauchst, der zu dir nach Hause kommt, dann fragt mal beim Arzt oder bei der Krankenkasse nach, ob das geht, das der Arzt zu dir nach Hause kommt. Bei anderen Erkrankungen macht ein Arzt ja auch Hausbesuche, also muss das auch bei dir möglich sein.

Antwort
von Christi88, 386

Also. Ich kann, nachdem ich gelesen habe was du geschrieben hast, nicht einfach deine Frage ignorieren. Ich habe aber auch keine Ahnung wie ich dir helfen kann. Auch wenn ich es sehr gerne tun würde. Ich kann nur sagen, wo kämen wir denn da hin, wenn Leute wie du sich verabschieden, weil sie einfach nicht mehr können. Jedenfalls klingst du nach nem guten Kerl. Ich lass dir nen Daumen da, und hoffe das dir jemand nen guten Rat geben kann.

Antwort
von jessica268, 282

Man kann da schon Hilfe bekommen. Mich wundert, daß es noch keiner macht. Zum einen ist Tavor nicht gut. Die Kliniken verschreiben es, aber es macht abhängig. Ich habe es selbst schon genommen und dann nie wieder.

Dein Vater und Dein Bruder haben kein Verständnis für psychische Probleme. Deine Mutter hilft so gut sie kann, was gut ist. Aber sie fühlt halt mit. Ob sie wirklich leidet kann ich nicht beurteilen. Das kann auch Teil Deiner Angst sein. Ich weiß, was Angst ist, bin selbst traumatisiert.

Es gibt z.B. Betreuung. Die kümmern sich um alles. Reden auch mit einem und sorgen dafür, daß man möglichst normal lebt. Sie kommen ins Haus, gehen auch mit zum Arzt. Wird offiziell beantragt. Findet man auch im Telefonbuch oder Netz.

Nicht jeder kann mit solchen Erkrankungen umgehen. Meine Familie kann es auch nicht. Keiner. Das muß man halt akzeptieren, auch wenn es nicht schön ist. Finanzielle Probleme kann die Betreuung klären. Oft hat man durch die Behinderung z.B. noch Anspruch. Es gibt auch Einrichtungen, die sich um solche Erkrankungen kümmern. Und ein Therapeut ist wichtig.

Die Angst wird sonst nicht besser.

Antwort
von Dea2010, 159

Beantrage Erwerbsunfähigkeitsrente! Die wird befristet gewährt, dazu dann die grundsicherung...so hast du das Existenzminimum und du fällst nicht "durch das soziale Netz".

Für Paniker wie dich gibt es die Möglichkeit für betreutes Wohnen, da mach dich mal schlau. Denn auf Dauer muss man deine Störung so weit in den griff bekommen, dass du wenigstens aus der Wohnung vor die Tür kannst!

Und das ginge im betreuten Wohnen besser als daheim bei Muttern. Sie mag guten Willens sein, ihr fehlt aber die Fachkompetenz, um dich soweit zu fördern, dass sich dein leben wieder normalisiert.

Antwort
von bbjosefine, 70

Hast du den einen spezialisierten Traumatherapeuten?

Dem behandelnden Psychiater, dem der die Medikamente verschreibt- um eine Überweisung in  andere Therapieformen - also Gesprächsttherapien/ Verhaltenstherapien  insbesondere aber Traumatherapeuten  bitten, auch möglicher weise noch mal einen Aufenthalt in einer Klinik überdenken, - sowie auch die Möglichkeit des ambulant betreutes Wohnens erfragen-

letztlich gilt es trotz Angst wieder Schritte zu gehen- erst mal in Begleitung-

also zum Beispiel den Bruder bitten mit dir zum Arzt zu gehen- oder die Mutter. Der Beitrag von Mücke 72 enthält sehr gute Hinweise und Lösungsmöglichkeiten!

VIele Grüße und viel Glück

Antwort
von idolith, 323

schon mal an ambulantes betreutes wohnen gedacht?

das is extra für solche situationen. mir hilft es sehr

dein hausarzt und psychodoc muss nen antrag ausfüllen.

Kommentar von Silo123 ,

Ich würde auch dazu raten:

Um la kurz zu schildern, was das ist:

Auf Antrag des Arztes, der Dich in Deiner Wohnung besuchen kann, bekommst Du einen Betreuer, derDich dann ebenfalls zuhause besucht und Dir bei der weiteren Organisation deines Lebens, Anträgen usw. hilft. Du wirst dafür nicht entmündigst, sondern bekommst einfach eine Hilfe.

Antwort
von Angelikaaa214, 157

Du solltest dir psychologische und zwar professionelle Hilfe suchen, der Psychologe sollte kompetent sein und ihr müsst zueinander passen. Kommst du an einen falschen dann wechsel ihn einfach denn es ist wichtig zu einer solchen Person vertrauen aufzubauen.

Antwort
von AalFred2, 443

So bedauerlich ich deine Situation auch finde, ist mir nicht klar, was du hier erreichen möchtest. Bzgl. deines Traumas können dir mit Sicherheit nur Profis helfen. Oder möchtest du hier Hilfe bei der Suche nach einem Therapeuten? Du fällst auch nicht durchs soziale System. Du erhälst doch offensichtlich Sozialhilfe. Das Einzige, was man dir wirklich raten kann, ist weiterhin zu versuchen, mit professioneller Hilfe deine psychischen Probleme in den Griff zu bekommen.

Antwort
von howelljenkins, 218

tavor ist meines wissens ein rezeptpflichtiges medikament. wenn du das nimmst, musst du dir das doch regelmaessig verschreiben lassen. d.h. doch, dass du ohnehin zum arzt gehen musst, oder wie machst du das?

die hilfe, die du brauchst, ist aerztliche/psychiatrische hilfe. die koennen dein bruder und dein vater dir nicht geben. unterstuetzung durch die familie ist gut, loest dein problem aber nicht.

lass dich von deiner mutter zum arzt begleiten und lass dich bzgl. einer stationaeren therapie beraten. das ist in deiner situation wahrscheinlich die einzige loesung.

solange du dich freiwillig in die psychiatrie begibst, ist die wahrscheinlichkeit, dass sie dir helfen koennen, groesser als wenn du unfreiwillig eingewiesen wirst. schoen ist das nicht, aber schoen wird dein leben ohne das auch nicht.

auch wenn du sagst, du kannst das haus nicht verlassen. du wirst es muessen, so oder so. und wenn du wirklich noch einmal ins leben zurueckfinden moechtest, mach es bald.

Kommentar von reginarumbach ,

das stimmt schon, er wird ins leben zurück müssen. allerdings , so wie ich ihn verstehe, ist diese angststörung durchaus in kliniken schon behandelt worden, es hat aber nichts genützt. bei einigen psychischen erkrankungen ist das so, je nach schweregrad, dass klinik- und einrichtungsaufenthalte es in der tiefe sogar noch verschlimmern, weil die menschen nicht stabil genug sind das stationäre treiben gut zu verkraften. und ja, es ist mitnichten so, dass man in die psychiatrie geht, rund um die uhr therapiert wird und dann als gesunder mensch da wieder raus kommt. nein. wirklich nicht.

warum sollte er eingewiesen werden? er weiß grad nicht weiter. ja, das ist durchaus auch auf die ganze isolation und die schwere lebenssituation der mutter zurückzuführen. es entsteht eine große sprachlosigkeit, wenn bekannt wird, dass jemand unter einer psychischen erkrankung leidet. nur die mütter halten da zu den 'kindern'...und sind selbst schwerst mitbetroffen von der erkrankung und der sozialen isolation. dass man da mal nach rat fragt und auch durchaus verzweifelt ist, das kann ich nachvollziehen. suizidale absichten hat der fragesteller aber nicht geäußert, deshalb wüsste ich nicht wieso er sich wieder in die psychiatrie begeben sollte.

es gibt auch aufsuchende dienste, da muss sich um anträge gekümmert werden. und da kann dann immer noch ein konzept erarbeitet werden wie ein relativ 'normales' alltagsleben erreicht werden kann.

Kommentar von Bandy31 ,

Danke dir. Jemand der wenigen, die es versteht. Ich war schon ca. 12x in der Psychiatrie, davon 5mal länger als 3 Monate. 2x sogar über 6 Monate lang am Stück.

Ich denke, ich werde -wie du schon schreibst- ein relativ "normales" alltagsleben wieder erreichen. zwar nicht sofort, aber mit der zeit dürfte die gesamt-situation wieder besser werden.

Es ist einfach so, dass ich mich so enttäuscht fühle von Vater+Bruder und auch vom Rest der Welt. Nur weil ich nicht ein "0815"-Fall bin, sondern ein komplizierter Einzelfall. Und die Psychiatrie ist leider nur auf diese 0815-Fälle vorbereitet.

Denn IMMER hab ich die gleichen Medikamete dort bekommen. IMMER gab es Ergotherapie, Maltherapie, Sport-Therapie usw. Eine individuele Therapie speziell für meinen Fall abgestimmt, hab ich bisher nicht erlebt.

Wie gesagt, mir gehts heute schon etwas besser als gestern, aber ich versteh einfach meinen Bruder nicht. Ich würde den Kontakt zu ihm für immer abbrechen, aber meine Mutter hält immer wieder noch Kontakt zu ihm. (was ich halt auch nicht verstehen kann)

Kommentar von reginarumbach ,

ja, da geb ich dir völlig recht. die psychiatrien sind lediglich auf 0815 fälle vorbereitet, alles was ein bißchen individueller sein müsste, das passt da nicht rein und deshalb hilft es auch nicht richtig. mit den medikamenten werden keine experimente gemacht, sondern lediglich die einmal verschrieben leicht in der dosis variiert, wenn man ordentlich dafür gekämpft hat. alles rückständig. würde die ambulante versorgung besser funktionieren, wäre patienten, die von stationärer unterbringung nicht profitieren, geholfen. aber ...alles festgefahrene strukturen, wo es in erster linie ums geld geht, mehr sag ich da nicht.

vater und bruder laufen irgendwie ohne gewissen durch die welt. deine mutter hat eins, das ist auch der grund warum sie weiterhin kontakt zum bruder hält. in ihrer naivität an dieser stelle hat sie es einfach nicht in ihrem repertoire  gegen gewissenlose menschen sich konsequent abzugrenzen. 

deine mutter schadet sich durch den ewigen kontakt zum bruder, der gewissenlos mit dir und deiner erkrankung umgeht. allerdings sollte die mutter selbst zum therapeuten und -wie gesagt- in die angehörigengruppe gehen, um die eigene position überhaupt herauszufinden und zu festigen. sie wird sich sonst aufreiben in der unmöglich zu bewältigenden athmosphäre, das sollte sie sich und euch beiden ersparen.

Antwort
von teddy1202, 9

Ich kenne diese Krankheit, litt auch lange darunter. SELBSTMITLEID.

Warum sollen dir die Verwandten helfen? Du bist der einzige, der dir helfen kann. Also bäum dich auf wie ein Pferd und wehr dich gegen Anfeindungen!!

Antwort
von Marshall7, 129

Ja die liebe Familie ,auf die kannst du echt  pfeifen.Wir haben da auch sogespaltene Sachen,du sollst nur helfen ,nur brauchst du mal Hilfe ,ist keiner da.Nur bei uns ist es nicht so schlimm wie bei dir.Von meinen Mann der Vater ist gestorben ,brauchst aber nicht glauben ,das die Oma meinen Mann seinen Erbteil auszahlt,nein das Gegenteil ist der Fall ,er wurde enterbt.Von meinen drei Kindern bekommt alles die ältere Tochter plus ihre Kinder ,die selber ihr Leben nicht auf die Reihe bekommt.Klar das sich mein Mann das nicht gefallen lässt.Haus wollen wir eh nicht übernehmen ,aber den Pflichtteil ,den müssen wir halt dann rausklagen.Zum Glück haben wir jetzt einen Rechtschutz,den ohne Anwalt sieht es nicht so gut aus.Du siehst also auf Familie ,kann man echt nicht bauen.

Antwort
von Sauperle, 87

Es kann natürlich sein, dass du in einer sehr schweren Lage bist. (für dich gefühlt auf alle Fälle)

Dennoch habe ich ein komisches Gefühl beim lesen.

Ich frage mich auch, ob hier allgemein gute Fragen als Hausaufgaben gestellt werden um sie danach in der Schule zu bearbeiten.

Antwort
von IchEsseBaum, 281

Manche Leute sehen Psychische Krankheiten nicht als wirkliche Krankheiten an (was natürlich falsch ist) deswegen vielleicht auch das fehlende Verständnis deines Bruders und Vaters. Es könnte sein, dass sie denken, dass du dich anstellst. Es könnte aber auch andere Gründe geben. Du solltest dir aber nicht zu lange damit den Kopf zerbrechen. Deine Angststörung ist jedenfalls etwas,  um das du dich unbedingt kümmern solltest. An deiner Stelle würde ich erneut in eine psychatrie gehen. Eine Trauma sollte behandelbar sein, zu mindest in dem Ausmaß, dass es dich nicht am Leben hindert. Und die ganzen Medikamente scheinen auch nicht wirklich geholfen zu haben. 

Dann solltest du auch motiviert sein, deine Krankheit zu besiegen. Letztendlich ist es eine Psychische. Also musste du deiner Psyche auch die kraft geben diese zu beseitigen. Du solltest ein klares Ziel vor Augen haben (z.B wieder raus gehen können und Angstzustände). 

Ob geschlossene Psychatrie oder ledeglich Sitzungen, du solltest unbedingt etwas tun um wieder ins Leben zu finden. Ich hoffe ich konnte helfen. MfG

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