Frage von livie306, 132

Ich brauch kompetente Hilfe?

Ich war vor ein paar Jahren wegen einer Geldstrafe in Haft, dort bin ich durch die Hölle gegangen. Da ich eine Anzeige zurück genommen habe, muss ich wieder in Haft. Ich leide aber unter PTBS durch die vorherige Haft, habe Platzangst und Panikatacken. Bin schon das dritte mal im Bezirksklinikum. Hier will man mir das nicht bescheinigen. Warum auch immer. Jetzt hoffe ich dass mir jemand sagen kann was ich noch tun kann.

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Antwort
von Artus01, 64

Selbst wenn Dir das bescheinigt würde, kann Dich das in letzter Konesquenz nicht vor einer Haft retten. Du kannst lediglich den medizinischen Dienst der JVA darauf hinweisen. Dort wird dann entschieden was weiter passiert.

Warum muß man eigentlich in Haft weil man eine Anzeige zurück genommen hat?

Kommentar von PatrickLassan ,

Das habe ich mich auch schon gefragt.

Antwort
von AntwortMarkus, 36

Man kann keine Anzeige zurück nehmen.  Stimmt also schon mal nicht was du hier erzählen willst. Du hast also jemanden angezeigt mit dem Wissen,  dass die Anzeige ausgedacht war und nun ist das raus gekommen. Paragraph 164 StGB.  Das ist eine Straftat.  Und die wird entsprechend geahndet.  Wer will schon in den Knast.  Da gibt es die wildesten Ausreden,  die aber alle nicht zählen.  Bau keinen Bockmist dann musst du nicht in den Knast.  Lerne daraus und merke dir das für die Zukunft. 

Mit einer Strafanzeige wird den Strafverfolgungsbehörden, namentlich der Staatsanwaltschaft, ein - möglicherweise - strafrechtlich relevanter Tatbestand "angezeigt", also bekanntgemacht. Die Strafanzeige ist nicht an eine bestimmte Form gebunden, auch wenn bspw. die Polizei ihre Strafanzeigen bei der Staatsanwaltschaft in der Regel auf Formblättern vorlegt. Aber auch der telefonische Hinweis, dass eine bestimmte Person dieses oder jenes tue, was nach Ansicht des Anrufers verboten und strafbewehrt ist, stellt eine Strafanzeige dar. Anzeige kann erstattet werden direkt bei der Staatsanwaltschaft, bei der Polizei oder bei den Amtsgerichten (§ 158 Abs. 1 StPO). Sinnvoll ist es in der Regel, Anzeige bei der Polizei zu erstatten, denn diese wird ohnehin die Ermittlungen zu führen haben.
Die Strafanzeige führt bei einem bestehenden Anfangsverdacht (§ 152 Abs. 2 StPO) zur Einleitung eines Ermittlungsverfahrens durch die Staatsanwaltschaft gegen die angezeigte(n) Person(en), oder, falls diese (noch) nicht namentlich bekannt sind, gegen Unbekannt. Sie ist zur Strafverfolgung rechtlich nicht erforderlich, denn es genügt, dass den Strafverfolgungsbehörden ein strafrechtliche relevanter Sachverhalt von Amts wegen bekannt wird (§§ 160 Abs. 1, 163 Abs.1 StPO), bspw. die Polizei auf einer Streifenfahrt einen Einbruch beobachtet. Faktisch hat sie hingegen eine erhebliche Bedeutung, denn viele Straftaten werden - nicht überraschend - erst durch eine Anzeige bekannt.
Eine Strafanzeige kann man demnach auch nicht zurücknehmen, denn sie hat keine rechtliche, sondern nur faktische Wirkung. Und wenn Polizei und Staatsanwaltschaft erst einmal von einer Straftat wissen, kann man ihnen dieses Wissen auch nicht mehr nehmen.

Kommentar von livie306 ,

Die Anzeige habe ich zurück genommen aus Angst und nicht weil es erfunden war. Das ich deshalb gestraft würde hab ich in keinster Weise bedacht. Ja ich weiss unwissen schützt vor Strafe nicht

 

Kommentar von AntwortMarkus ,

Du kannst die Anzeige nicht zurück genommen haben, weil dies in Deutschland gar nicht möglich ist.

Kommentar von furbo ,

Da fällt mir ein saublöder Tatort ein, in dem der Bruder (oder anderer Angehöriger) des Mordopfers die Ermittlungen beendete, weil er seine Anzeige zurückzog. Manch einer glaubt das - und schon kommen solche Kommentare.

Kommentar von livie306 ,

Was weiß ich wie das rechtlich heißt..... darum geht es letztendlich auch nicht.... ich sehe schon....die Frage ist hier fehl am Platz.....

Antwort
von Sabiatrenborns, 89

Hi,

ich kenne mich zwar nicht mit dem rechtlichen Aspekt aus, aber etwas mit dem gesundheitlichen.

Aus welchem Grunde will man Dir die Platzangst nicht attestieren? Warst Du damit bei einem "normalen Arzt" oder beim Psychologen.

Ich denke, das dies nicht als Haftverschonung anerkannt wird, weil ja dann praktisch jeder die Platzangst simulieren könnte und so der Haft zu entgehen.

Es tut mir zwar leid für Dich und ich kann mir auch vorstellen, das die Haft bei Dir Probleme hinterlassen hat, aber ich denke (mein Bauchgefühl) das das aus o.g. Grund nicht anerkannt wird.

Lg

Kommentar von livie306 ,

Das wurde in der Psychiatrie diagnostiziert. Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). Wenn es nur "psychisch zusetzen" gewesen wäre. Es war weit mehr

Kommentar von Sabiatrenborns ,

Oh, jetzt bin ich etwas sprachlos. Hätte ich nicht gedacht, das das von einer Fachklinik diagnostiziert wurde und dann nicht anerkannt wird.

Was sagt Dein Anwalt dazu? Die kennen sich doch bestens mit so etwas aus.

Könnte man die Haft nicht in Hausarrest umwandelt (weiß gar nicht, ob es so was in Deutschland gibt).

Tut mir echt leid für Dich, glaube ich gerne das es schlimm war.

Für wie lange musst Du denn in Haft?

Kommentar von user8787 ,

Eine PTBS umfasst WESENDLICH mehr als Platzangst.

Ich erlaube mir das einzuwerfen, bei mir wurde eine PTBS nach Unfall anerkannt. 

Dieser Anerkennungsprozess zog sich über fast 2 Jahre, intensive Therapien ( auch klinische ) und 3 unfangreiche Gutachten. 

Der Verdacht kam kurz nach dem Unfall, noch auf der Intensivstation auf....

Du siehst also, sowas dauert und wird konsequent geprüft und beobachtet

Offiziell anerkannt wird PTBS erst nach gutachterlicher Bestätigung. 

Beim Trauma dauerte der Anerkennungsprozess noch länger....

Kommentar von Sabiatrenborns ,

War für mich interessant das zu lesen. Danke Dir ...

Kommentar von livie306 ,

Ich habe mit keinem Wort gesagt, dass nur die Platzangst diagnostiziert wurde. Es ist weit mehr! Muss ich jetzt jedes detail schildern? Ich wollte Diskussionen über dies verhindern da dies vom Hauptthema ablenkt.

Kommentar von Sabiatrenborns ,

Hey, sei nicht sauer ... wir wollen Dir ja nur helfen. Du hast mir noch nicht geantwortet. Meine Frage war, was sagt der Anwalt dazu und wie lange musst Du in Haft?

Kommentar von livie306 ,

Das ist es ja.....alle lassen mich im Stich.... der Anwalt meinte das ich mir das bescheinigen lassen soll und mehr nicht.... alles sinnlos... 

Kommentar von user8787 ,

Du möchtest mit Hilfe einer PTBS verhindern ins Gefängnis zu kommen. 

Natürlich ist das Thema. Ist die PTBS nicht anerkannt wirst du einsitzen. 

Egal was die Ärzte sagen. In den Arztberichten müssen so Diagnosen dokumentiert sein. 3 mal Klinik, da gibt es es genug Befunde. 

Vor Haftantritt wird doch geprüft ob du körperlich / seelisch haftfähig bist. Hierbei werden evtl. Befunde herangezogen.

Etwas sehr undurchsichtig das ganze....sry. 

Weßt du was ich denke...von deinem Anwalt hast du nichts anderes zu hören bekommen. 

ER sollte dir zur Seite stehen....

Ja ich weiß, Moral...wenn früher das Gefängnis so schrecklich war, warum bist du das Risiko einzusitzen wieder eingegangen?

PTBS Menschen meiden bewusst genau so Situationen....um nie wieder das erleben zu müssen. 

Kommentar von Sabiatrenborns ,

Ich denke da hat Muecke72 recht. Was ist denn mit dem Anwalt?

Du antwortest ja leider nicht mehr, aber ich habe nicht aus Neugier gefragt, wie lange Du einsitzen musst, sondern ich wollte es wissen, ob Du eine relativ kurze Haft doch irgendwie verkraften würdest ...

Kommentar von livie306 ,

Siehst du, genau das habe ich getan. Ich habe aus Angst meine Aussage zurück genommen ohne dabei an die anderen Folgen zu denken. warum geht ihr jetzt dauernd auf mich?

Kommentar von Sabiatrenborns ,

Oh livie306, wir gehen nicht auf Dich, also ich nicht.

Ich wollte das alles doch nur wissen, weil ich nach einem Ausweg für Dich suchte. Ich verstehe, das Du es richtig blöd findest, wenn Du das alles hier liest. Es ist natürlich auch eine sehr schwierige Situation.

Könntest Du nicht einen anderen Anwalt kontaktieren wenn Dich Dein jetziger so gar nicht gut berät?

Kommentar von user8787 ,

Weil du in deinem Fall nicht das Opfer bist? 

Du wurdest für dein handeln rechtskräftig verurteilt. 

Ich verstehe schon das du versuchst das zu umgehen, noch vor 20 Jahren hätte das evtl. funktioniert. Nur ist das mit den Jahren immer komplizierter geworden....was auch der gründlicheren Prüfung der Haftbedingungen zu verdanken ist. 

Ins Gefängnis kommt man nicht einfach so....dafür braucht es hieb und stichfeste Gründ und Beweise. 

Du hast Mist gebaut....höre auf deine Schuld nun auf angeblich unwillige / unfähige Ärzte abzuwälzen. 

Antwort
von qugart, 64

Lass dich zu einem Psychiater überweisen.

Dass dir ein Arzt eine gewünschte Krankheitsdiagnose nicht bescheinigt hat oftmals nur einen einzigen Grund.

Kommentar von livie306 ,

Welchen Grund hat das? Ich kann es nicht nachvollziehen, da das ja hier diagnostiziert wurde

Kommentar von qugart ,

Wenn du die Diagnose bereits hast, wieso willst du nochmal eine Diagnose?

Der Grund, wieso eine Diagnos nicht gestellt wird ist, dass die Erkrankung nicht vorhanden ist, bzw. sie der Arzt nicht nachweisen kann.

Das heißt übrigens nicht, dass ich dir nicht glaube.

Kommentar von livie306 ,

Ich möchte nur eine Bescheinigung über das was diagnostiziert wurde. 

Kommentar von qugart ,

Es gilt im Grunde immer noch meine Antwort: anderen Arzt suchen.

Das Problem wird aber weiterhin bestehen. Bei psychischen Erkrankungen gibt's eben keine eindeutigen Marker.

Antwort
von HalloRossi, 19

Ja, das ist dann wohl Pech!

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