Frage von Renguees, 63

Ich brauch dringend Rat wegen Elektro?

Wo finde ich im Internet eine Tabelle mit den verschiedenen Kabelquerschnitte bzw. Drähte und für welche Geräte ich welche Zuleitungen hernehmen muss?

Zum Beispiel:

3 x 1,5mm² nimmt man zum Anschluss einer Lampe her 5 x 1,5mm² nimmt man für eine Serienschaltung her 5 x 2,5 mm² nimmt man nur für den Herd her 3 x 2,5 mm² nimmt man für Waschmaschinen, Trockner, Geschirrspüler also für Geräte die viel Leistung verbrauchen her

Ich hoffe jemand von euch kann mir eine Seite verlinken wo des übersichtlich dargestellt ist oder jemand führt mir meine Liste von oben fort wenn noch was fehlen sollte? Ich kann in Google leider nichts finden oder ich habe die falschen Schlagwörter eingegeben. Vielen Daaaaaaaaaank schon mal für die Antworten und die beste Antwort bekommt morgen Abend ein Sternchen. Versprochen!

Antwort
von germi031982, 30

Wie stark soll abgesichert werden? Welche Verlegeart? Wie lang ist die Leitung (Spannungsfall)? Welche Netzart (Schutzleiterimpedanz)?

Die Zeiten in denen es hieß das man 1,5mm² pauschal mit 16A absichert oder 2,5mm² mit maximal 20A sind schon lange vorbei. Das kommt immer auf die oben von mir bereits genannten Faktoren an. Und zum Schluss wird auch nochmal gemessen ob das alles passt.

5x2,5mm² ist übrigens das Minimum für den Herd, der Herdanschluss soll gemäß DIN 18015-2 (elektrische Anlagen in Wohngebäuden) für mindestens 20A ausgelegt sein, wenn man in einer wärmegedämmten Wand verlegt muss man evt. 5x4mm² legen um das zu erreichen. Ansonsten reicht 2,5mm² aus. Und 5 Adern weil es drei Phasen, den Neutralleiter und den Schutzleiter gibt. Das ist eben ein Anschluss in Dreiphasenwechselspannung, oder im Volksmund Drehstrom genannt mit 3 Phasen die jeweils 230V gegen den Neutral- bzw. Schutzleiter haben, aber die Phasen selbst haben gegeneinander gemessen jeweils eine Spannung von 400V. Stichwort heißt hier "Sternschaltung".

Wichtig sind die Normen DIN 18015-2, und die VDE 0100 (Errichten von Niederspannungsanlagen). Alles unter 1000V ist da Niederspannung, nur das du dich nicht wunderst...

Antwort
von Gluglu, 19

Nicht umsonst ist der Elektriker ein Lehrberuf! Du solltest Dich als Laie da nicht unbedingt so weit rauswagen und Dir Deine Leitungen selbst aussuchen sondern fallspezifisch nachfragen.

Bei Kabeln gibt es Verlegearten, die angeben, wie stark Du eine Ader belasten darfst und sie dabei nicht zu warm wird. Leitungen, die irgendwo "eingepackt" sind kannst Du daher üblicherweise weniger belasten als Leitungen, die auf einer Wand in einem Gitterkanal liegen und die Wärme weg kann. Dann hast Du noch den Bündelungsfaktor, der je nach Bündelung zum maximalen Strom laut Verlegeart multipliziert wird... der reduziert Dir Deinen Strom dann auch noch mal etwas.

Leitungen haben einen gewissen Widerstand, abhängig von der Temperatur und ihrem Querschnitt. Je länger eine Leitung wird desto höher ist ihr Widerstand und da der maximale Spannungsfall innerhalb der Verbraucheranlage nicht über 3% liegen soll muß dann unter Umständen eine dickere Leitung genommen werden, um diesen Spannungsabfall zu verringern. Letztlich ist hier auch ausschlaggebend, daß im Fehlerfall das Sicherungsorgang noch zuverlässig auslöst und aufgrund eines Gesamtwiderstandes die Leitung "vor sich hinkokeln" lässt.

Die Anzahl der im Kabel befindlichen Adern richtet sich nicht nach dem Strom sondern nach der Erfordernis. 5G1,5mm²- Leitungen nimmst Du beispielsweise für einen Raum mit mehreren Lichttastern her weil Du BN-BU-YEGN für die eigentliche Versorgung hernimmst und die anderen beiden Adern werden als Taster- bzw. Lampenleitung herangezogen.

Mfg

Kommentar von germi031982 ,

Naja, eingepackt ist relativ. Wenn du die in den Putz der Wand "einpackst" darfst du die sogar relativ hoch belasten, Verlegeart C.

Kommentar von Gluglu ,

Das steht aber auch in der Tabelle, beispielsweise im Tabellenbuch bzw. gibt es auch von Rittal ein kleines, sinnvolles Büchlein was gerne auf Messen ausgegeben wird!

Antwort
von acoincidence, 63

Nein so läuft das nicht.  wenn deine Lampe 100 m Weit weg ist dann reicht kein 3x1,5 mehr aus. Deswegen gibt es so eine Tabelle nicht. Der Leitungsquerschnitt ergibt sich aus der Leitungslänge und zulässigen Spannungsfall.

Kommentar von Renguees ,

Also eher ein 5 x 1,5?? Und wann nimmt man ein Vier-poligen Kabel her? Und inwiefern unterscheidet sich ein 3 x 0,75 vom 3 x 1,5 von der Leistung her?

Kommentar von Chefelektriker ,

Kommt immer darauf an wofür die Leitung gebraucht wird.

Zum Beispiel reicht ein NYM-J 4x1,5mm² für einen Wechsel-oder Serienschalter,ein NYM-O 4x1,5mm² ist für einen Kreuzschalter ausreichend.Jedoch wird ein 4x1,5mm² nur noch selten verarbeitet,da diese Leitung oft teurer ist,als ein 5x1,5mm².

Eine explizite Tabelle,was für einen Verbraucher oder Schaltung zu nehmen ist gibt es nicht.Meist gibt es nur Vorschläge dafür.

Kommentar von acoincidence ,

Viele Komische Fragen stellst du.Aber gut. Wenn die Strecke 100 Meter ist dann bringt ein 5x1,5 gegenüber einen 3x1,5 keine Erhöhung des Querschnittes. Denn es bleibt ja ein 1,5 mm Quadrat also muss ich den Querschnitt meiner Leitung erhöhen was dann ein 3x2,5 oder ein 3x 4 mm Quadrat sein könnte.  Die Zahl vor dem x steht für die Anzahl der Adern in der Leitung 3x oder 5x damit kann ich verschiedene Schaltungen erstellen. Wie du schon richtig gesagt hättest z. B. eine Serienschaltung. Aber diese Dinge sollen sich nur theoretisch aufklären weil es auch verschieden leitungsarten und verlegungsarten gibt. Somit muss für jeden Anwendungsbereich die richtige Leitung ausgesucht werden. Kurz gesagt so eine Tabelle gibt es nicht. Wenn du was für einen aktuellen Fall suchst dann musst du  mehr Infos geben wozu du eine Leitung brauchst . Leistung des Verbrauchers ,Art ,Verlegeart etc.

Kommentar von acoincidence ,

NYM O ist nicht mehr zulässig seit die mitführungspflicht des schutzleiters besteht.

Kommentar von germi031982 ,

Das stimmt nicht so ganz, das ist etwas diffizil ausgedrückt in der Vorschrift. Ich sehe das so, das man einen Schutzleiter mitführt, zum Beispiel zu einem Verbraucher, auch wenn man den eigentlich nicht braucht weil das Gerät SK II ist (Außenleuchte z.B.). Bei einem Schalter braucht man keinen Schutzleiter. Wobei es ratsam sein kann, zum Beispiel wenn man einen FI hat, den trotzdem einseitig anzuschließen. So kann im Fall der Fälle der FI zeitig abschalten. Oder man legt gleich fünfadrig rein, die unbenutzten Adern verstaut man sauber hinten in der Dose und dann kann man irgendwann später da noch eine Steckdose nachrüsten ohne gleich die halbe Wand aufreißen zu müssen und ein neues Kabel einziehen zu müssen. Besser ist natürlich ein Leerrohr, da kann man jederzeit was neu einziehen.

Diese ganzen Vorschriften sind wie das Orakel von Delphi, die Aussagen lassen teilweise dermaßen Interpretationsspielraum zu...das ist schon echt sagenhaft! Und das findet auch statt, es gibt Leute die sehen das so wie du, und es gibt Leute die sehen das so wie ich...

Gerade in so einem Bereich sollte da eigentlich nicht sein, solche Vorschriften haben eindeutig zu sein, und sollen natürlich auch praxisnah formuliert sein.

Kommentar von Chefelektriker ,

Leicht geirrt.Laut VDE0250-204 ist ein NYM-O sehr wohl noch zulässig.

Expertenantwort
von realistir, Community-Experte für Elektronik, 27

naja, zwar kommt es auch auf die Leitungslänge an dann aber auch um die zu versorgende Leistung. Ein 1,5 mm² Kabel mit 100 m Länge langweilt sich, wenn da nur 100 Watt dran hängen.

Warum manche hier mit Ausnahmeregeln argumentieren bleibt deren Geheimnis. Meist übersteigen die Längen nichtmal die Kabellängen einer Verlängerung.

Nach einer Tabelle sucht man am besten bei einem Kabelhersteller.
Gib mal in eine Suchmaschine z.B. Lappkabel ein.
Lapp ist so ein Hersteller der Tabellen, Listen und weitere Infos anbietet.

Kommentar von acoincidence ,

Natürlich langweilt sich die Leitung nur bis eines Tages mal ein satter Kurzschluss anliegt. Dann ist eine Leitung mit mindestens  80 ampere und mehr  unter Dampf damit eine 16. AmpereSicherung rechtzeitig auslöst also unter 0,4 Sekunden. Deswegen ist 3x1,5 nur bis 13 Meter zu verlegen. Danach währe ein größerer Querschnitt zu wählen.

Kommentar von realistir ,

Was redest du denn da? Ein Leitungsschutzschalter hat bekanntlich zwei Auslösemechanismen. Der für den Kurzschlussfall löst innerhalb sehr kurzer Zeit aus!

Außerdem ist es sowieso teilweise Unsinn was du da schreibst, denn manchmal ist die Leitungslänge innerhalb einer Wohnung bis zu 15 Meter lang.

Kommentar von germi031982 ,

Das ist kein Unsinn. Ich erkläre es mal:

Das Kabel hat ja einen gewissen Widerstand. Je länger das Kabel, desto höher wird der Widerstand. Damit der Kurzschlussauslöser schalten kann, muss der Stromfluss recht hoch sein, bei einem LS mit Charakteristik B (Standard in deutschen Haushalten seit 1990) liegt das beim 3 bis 5-fachen des Nennstromes. Das heißt bei einem B16, löst der bei einem Kurzschlußstrom zwischen 48 und 80A aus. Wobei man eher vom schlechteren ausgehen soll, also 80A. Damit diese 80A beim Kurzschluss auch fließen können muss die Leitung, bzw. der Schutzleiter, natürlich entsprechend niederohmig sein um diesen Wert zu erreichen. Bei einem B16 waren das meine ich 2,8 Ohm als Grenzwert damit man die 80A noch erreicht. Allerdings gibts da noch ein anderes Problem, und zwar den Spannungsabfall, der darf nicht mehr als 4% am Verbraucher betragen (gemäß TAB), DIN 18015-1 (Elektrische Anlagen in Wohngebäuden) sagt maximal 3% vom Zähler bis zur letzten Steckdose. Und nach 13m hast du bei 1,5mm² schon 2,5%. Bei 2,5mm² sind die 2,5% übrigens nach 25m erreicht.

Kommentar von Chefelektriker ,

Wo hast Du denn den Blödsinn her?

Willst Du ganz Deutschland neu verdrahten?

Kommentar von germi031982 ,

Meinst du mich?

Woher ich das habe? Ok:

"Datenscheibe Personenschutz für Kupferkabel zum Ermitteln der maximal zulässigen Leitungslänge unter Berücksichtigung des Spannungsfalls und der Abschaltbedingungen nach DIN VDE 0100 Teil 410, Juni 2007"

Gilt natürlich nur für TN-Netze. Ist so ein Rechenschieber von der Fa. Hensel, das erspart einem etwas Rechnerei...

Dabei ist natürlich zu berücksichtigen das bei Installationen die meisten Elektriker nicht nach dem Spannungsfall schauen...und früher waren die Leitungen länger, dafür aber die Leitungsschutzschalter viel flinker (Kurzschlussauslöser Charakteristik H löst schon beim 2 bis 3 fachen des Nennstromes aus). Da kann man es sich auch erlauben die Leitungen länger zu machen.

Kommentar von acoincidence ,

Danke für die sinnige Erklärung.  Ich hätte heute nicht die Geduld gehabt einem transistorjunkie das zu erklären.

Kommentar von Chefelektriker ,

Solchen Unsinn habe ich schon lange nicht mehr gelesen.

Kommentar von acoincidence ,

Diskutiere mit dem Chef besser nicht hab ich schon versucht bei einer anderen frage der ist uneinsichtig. Alle nötigen Quellen und Verweise sind in deiner Antwort enthalten. Das interessiert den nicht im geringsten.

Antwort
von Tahres0115, 36

Das musst du berechnen :
A=Leiterlänge/(leitfähigkeit*R)

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