Frage von Bananenbrot97, 64

Ich bin Verzweifelt. Wie soll ich meiner Mutter helfen?

Zu meiner Mutter gibt es Folgendes zu sagen: Sie hat eine schwierige Vergangenheit, lebt als Ausländerin in Deutschland, Alleinerziehend, als Kind war sie krank, hatte in den letzten Jahren falsche Partner (Alkoholiker, Drogenabhängige, Psychopathen), hat eine Scheidung hinter sich, ihren Job verloren, kaum Freund und Geld, ist sehr pessimistisch. Nun meine Mutter ist zur Zeit sehr merkwürdig drauf. Sie meint, sie habe das Gefühl ständig beobachtet zu werden und dass jemand ihr und uns Kindern (meinem 16jähigen Bruder und mir (19)) einen großen Schaden zufügen wollen würde (diese Meinung teile ich nicht). Wenn sie draußen ist fallen ihr Kleinigkeiten auf, die sie dann zu einem Bild zusammen fügt und es dann als einen "Plan" gegen sie sieht. Dazu kommt, dass sie sogar Ärzte als das Böse sieht. Ich glaube das liegt an der Gehirnwäsche, die ihr der Exfreund verpasst hat. Sie glaubt ihr Ex hätte ihr auch damals beruhigende Drogen gegeben. Sie findet gar keinen Gefallen mehr am Leben und sprach heute sogar davon, dass sie glaube, sie sterbe bald. Das hat mir wirklich Angst gemacht. Sie ist sich mittlerweile auch nicht sicher, ob sie vielleicht Halluzinationen habe. Wie kann ich ihr helfen?

Antwort
von habakuk63, 5

Du kannst deiner Mutter nicht aktiv helfen. 

In solchen, schwierigen und oft langwierigen Prozessen muss die betroffene Person anerkennen, dass SIE ein Problem hat und die Person muss gewillt sein etwas zu ändern.

Außenstehende können nur Geduld und Demut haben.

Antwort
von Deepdelver, 32

Ich fürchte, deine Mutter hat aufgrund ihrer schlechten Erfahrungen eine Paranoia entwickelt. Dann braucht sie dringend psychische Hilfe, bevor sie völlig den Kontakt zur Realität verliert.

Meinst du, du könntest sie überzeugen Hilfe bei einem Psychologen oder einer Psychologin zu suchen (eine Frau wäre wahrscheinlich besser)?

Kommentar von Bananenbrot97 ,

Sie vertraut nicht mal den Familienangehörigen, geschweige denn Ärzten. Unsere finanzielle Lage ist zudem sehr schlecht und ich kenn mich da mit den Kosten gar nicht aus. Ihre größte Sorge ist aber, dass das Jugendamt meinen Bruder zu sich holen könnte und dass sie in die Psychatrie eingesperrt werde.

Kommentar von Deepdelver ,

Die Kostenfrage stellt sich nicht, eine Therapie bezahlt die Krankenkasse (ihr seid versichert, oder?)

Die Befürchtung mit dem Jugendamt ist natürlich begründet. Wobei man sich fragen muss, was letztendlich schlimmer wäre: wenn dein Bruder zu Pflegeeltern kommt, oder mitansehen muss wie seine Mutter langsam wahnsinnig wird....

Das ist echt ein schwieriges Problem, und ich kann dir jetzt auch nicht die große tolle Lösung bieten. Was mir noch einfällt: du hast gesagt, dass deine Mutter Ausländerin ist. Vielleicht würde sie sich jemand mit dem gleichen Migrationshintergrund eher anvertrauen? Du könntest dich ja mal umschauen, ob es in eurer Stadt Therapeuten gibt, die aus demselben Land kommen und ihre Sprache sprechen. Gilt natürlich nicht, wenn sie nur schlechte Erinnerungen an ihre Heimat hat/dort vertrieben oder diskriminiert wurde. Dann wär's wahrscheinlich gerade der falsche Ansatz...

Ansonsten kann ich dir nur empfehlen, dich mal an Caritas/Diakonie oder ehrenamtliche Sozialberatungsangebote zu wenden. Vielleicht hat dort jemand eine gute Idee!

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