Frage von Unnicoornn, 125

Ich bin verzweifelt und am Ende mit meinem Leben&Diabetes, was soll ich tun?

Hallo liebe Community,
ich habe ein oder mehrere Probleme, die ich gerne los werden möchte. Ich selbst bin 16 Jahre alt und habe Diabetes Typ 1 seit Ca. 13 Jahren. Als ich noch im Kinderhartenalter war, hatte ich NIE Probleme mit dem Diabetes, dies änderte sich aber ab der 5. Klasse. Dort wurde ich von jedem Ausgeschlossen und beleidigt/ gehänselt, weil ich eben Diabetes habe und zu dick bin... Das wiederum dazu geführt hat, das mein Selbstbewusstsein sehr sehr stark gesenkt ist. Das mobben zieht sich bis heute und heute bin ich mittlerweile in der 11. Klasse. Das heißt ich habe seit 6 Jahren Dauer Stress, rede mit niemandem darüber und habe keine Ahnung was ich tun soll... Bis jetzt habe ich es immer verdrängt - also das Mobbing und den Diabetes - das heißt, ich habe mich nicht so gut um meinem Diabetes gekümmert. Weil ich früher und auch heute noch die Krankheit einfach loswerden möchte und auch ein ganz normaler Teenager sein möchte... Vor 5 Monaten habe ich aber angefangen bzw versuche selbstständig meinen Blutzuckerspiegel und etc in den Griff zu bekommen. Das ist gar nicht so leicht, wenn so gar keinen hat der dir irgendwie hilft. Mein Vater hat auch Diabetes und wir beide haben den gleichen Diabetologen. Da er der einzige ist, der mich zum Diabetologen fahren könnte, habe ich ihn schon sehr oft gefragt ob wir denn dort nicht hingehen können so wie früher... Da ich mein Leben wieder geregelt haben möchte und später keine Folgeerkrankungen haben möchte. Er selbst geht überhaupt nicht gerne zum Diabetologen und deswegen möchte er auch nicht mit mir fahren. Was soll ich jetzt tun? Alleine möchte ich nicht zum Diabetologen, da sowohl mein Dad und ich es wirklich nötig haben zu Ihm zu gehen und uns "beraten" zu lassen. Mir wäre es sehr unangenehm alleine zum Diabetologen zu gehen, da mein Dad und ich früher IMMER zusammen hin gegangen sind und er sicher nachfragen würde, was mit meinem Vater ist. Hinzu kommt noch, dass ich zurzeit viel Stress zuhause habe, weil Ich es meinen Eltern es  nie zurecht machen kann. Sei es bei Noten oder etc.. Dies macht mich ziemlich fertig, weil wir alle wirklich nur am streiten sind. Mir fällt es sehr schwer mich um meinen Diabetes zu bemühen und zu kontrollieren, da ich ihn zum einem nicht akzeptiere und ich mir sicher bin, dass ich nie geheilt werden kann. Hinzu kommt noch, dass mir Freunde fehlen oder Eltern mit denen ich vertraulich reden kann... Doch dies habe ich leider nicht. Ich bin echt verzweifelt und möchte nicht mehr so weiter leben, ich möchte was ändern. Falls ich Rechtschreibfehler habe oder ich es zu umständlich geschrieben habe, fragt einfach nach bin leider viel zu fertig um mich richtig zu konzentrieren.

Über ernstgemeinte Antworten würde ich mich sehr freuen.

Danke im Voraus.

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Cassiopeija, 30

Zuerst einaml – es ist Dein Leben. Willst Du leben? Willst Du ein „normales“ Leben leben? Dann solltest Du unbedingt zum Diabetologen. Wenn Dein Vater/Deine Eltern so unverantwortlich sind, musst Du leider schneller erwachsen werden.

Muss ich Dir etwas über Folgeschäden schreiben oder weisst Du, was passieren kann, wenn Du Deinen Diabetes ignorierst? Um Deinen Diabetes in den Griff zu bekommen, brauchst Du nunmal Deinen Diabetologen. Wenn er eingestellt und Du damit umgehen kannst – also so, das Du Deinen Blutzucker im Griff hast, kannst Du Deine Besuche reduzieren, aber eben nur dann.

Ich hoffe nicht, das Du eines Tagesgern im Rollstuhl sitzen möchtest, nur weil Dein Vater nicht mit Dir zum Diabetologen fahren wollte. Du lebst Dein Leben und es sind Deine Spätfolgen, wenn Du Dich nicht darum kümmerst – nicht die Deines Vaters. Nur weil er unverantwortlich ist, sei Du es bitte nicht auch noch.

Sorry wenn das etwas hart klingt, aber ich hatte das Gefühl, das ich Dir das so deutlich sagen muss, obwohl ich mir das Meiste verkniffen habe. Ich habe auch einen guten Link für Dich – http://www.insulinclub.de . Es ist meiner Meinung nach das beste Forum für Typ 1 Diabetiker im Netz.

Dort findst Du fast alle Altersklassen. Die meisten sind zwar ein wenig älter als Du, aber seh es mal so – Jugendliche in Deinem Alter haben oft die gleichen Probleme ohne sie gelöst zu haben. Jemand, der diese Probleme bereits gemeistert hat, kann Dir mit seinen Erfahrungen mehr helfen, als jemand, der selbst damit zu kämpfen hat.

Und lass Dir nicht den Schmarrn erzählen, das Du strenge Diät halten musst. Das hört sich nach hungern und Verzicht an und das musst Du nicht. Du solltest aber Deine Ernährung (so vermute ich zumindest) umstellen.

Ein etwas Sport hilft auch Wunder. Magst Du Wasser, schwimmst Du gern? Kann sehr hilfreich sein. Es ist weniger anstrengend, obwohl Du jede Muskel bewegst, weil Wasser Dich leichter macht und auch Deine Gelenke schon und ins Schwitzen kommt man auch nicht bzw. merkt man es im Wasser nicht wirklich.

Du musst da auch keine Höchstleistung vollbringen, 2 x 10 Minuten mit einer Pause reichen völlig. Steigern kannst Du es dann selber, wenn Du es für richtig hältst.

Schau auf jedenfalll in den Insulinclub, Hilfe für Deinen Diabetes und für Ernährung gibt’s da mehr als genug – ich bin da übrigens auch. ;)

Wenn Du zwischendrin noch mit Jugendlichen in Deinem Alterreden möchtest, kann ich Dir auch http://www.blood-sugar-lounge.de/
empfehlen.

Was noch eine gute Möglichkeit wäre, mal 1-2 Wochen von allem weg kommen. Ein Klinikaufenthalt muss nicht immer blöd sein. Im Gegenteil kann er mitunter sehr nützlich sein.

Darüber müsstest Du aber mit Deinem Diabetologen reden. Bad
Mergentheim ist so eine empfehlenswerte Diabetes-Klinik, die auch
eine auf den Diabetes bezogene, psychotherapeutische Unterstützung
anbietet, was bei Dir sicher hilfreich wäre.

http://www.diabetes-klinik-mergentheim.de/

Ich weiss, es klingt einfach und ist es gar nicht, aber lass Dich nicht unter kriegen. Im Moment sieht es nicht gut aus, das wird sich aber ändern, glaub es mir. :)

Kommentar von Unnicoornn ,

Danke, für deine ausführliche Antwort. Ich habe es selbst in die Hand genommen und bin mit dem Fahrrad zum Diabetologen gefahren hat zwar sehr lange gedauert bis ich dort war, aber er konnte mir helfen und Tipps geben. Und Bewegung schadet mir ja auch nicht..

Kommentar von Cassiopeija ,

Freut mich wirklich das zu hören. Das ist die richtige Einstellung. Vielleicht redest ja wirklich mal mit ihm über Bad Mergentheim. Die, die da waren, erzählen nur gutes darüber.

Kommentar von Lirin ,

Das ist super! Du wirst sehen, mit der Zeit bekommst du alles in den Griff! Vielleicht wäre auch eine neuerliche Diabetikerschulung nicht schlecht. Es gibt immer wieder neue Erkenntnisse und es gilt auf dem Laufenden zu bleiben.

Diabetiker sind die Manager ihrer Krankheit und dazu gehört viel Wissen!

Nochmal alles Gute!

Lirin

Antwort
von Kunzinger, 56

Ich kann nur als "Angestellter" einer Ärztin nachempfinden, wie schwierig das für Dich sein muss, den Diabetes selbst in den Griff zu bekommen.

Du bist demnach insulinpflichtig, hast du eine Insulinpumpe, oder musst du dir das in Spitzenform selbst injizieren?

Du hast ja schon relativ gut beschrieben, dass es wichtig ist die "Krankheit" ständig zu überwachen bzw. nicht in eine Hypoglykämie hineinzurutschen, aber das erfordert, wie von Dir schon angemerkt, eine regelmäßige Kontrolle durch den Diabetologen, selbstständige BZ Messungen und Einhalten der Diät.

Wenns zum Diabetologen zu weit ist, wäre es vielleicht möglich wenigstens zu deiner Hausärztin - praktischen Ärztin in deiner Nähe zu gehen, oder zu irgendeiner anderen in deiner Nähe.... die hätte zumindest die Möglichkeit mal deinen Langzeitzucker zu checken oder Dir zu zeigen, wie alles funktioniert....

Warum dein Vater da so nachlässt bei den Kontrollen versteh ich nicht ganz - aber es wäre auch besonders wichtig....aber wenn er nicht will oder sich nicht überzeugen lässt, dann musst du das selbst in die Hand nehmen....

Es gibt in Spitälern (Standpunkt: Österreich) Diabetesambulanzen, die sich auch um solche Fälle kümmern....

Also ich kann zusammenfassend nur anbieten -- Arzt/prakt. Arzt/Hausarzt und/oder Krankenhaus in deiner Nähe, weil wie gesagt, wenn du z.B. zu viele Einheiten an Insulin spritzt dann kommst du in einen "Unterzucker" und der kann im worst case tödlich enden.....(muss das erwähnen)



Expertenantwort
von Lirin, Community-Experte für Diabetes, 10

Hallo!

Was Cassiopeija schreibt ist absolut richtig! Ich werde mich nicht mit Dingen aufhalten, die sie schon geschrieben hat.

Vielleicht findest du auch eine Selbsthilfegruppe in deiner Nähe. Mir hat es damals sehr geholfen. Man kann dort Vorträge besuchen und lernt viel über Diabetes, das kommt dann deinen Blutzuckerwerten zu gute. Meist gehen die Teilnehmer danach in ein Lokal und feiern ein wenig.

Auch eine Kur ist wirklich eine tolle Idee. Betrachte es wie einen kleinen Urlaub.

Leider schreibst du nicht ob du Typ 1 oder Typ 2 Diabetes hast, ich nehme mal an Typ 2. Da wäre natürlich abnehmen sehr wichtig! Oftmals muss man danach keine Tabletten mehr nehmen und kommt mit ein wenig Diät aus.

Wenn du abnehmen willst, gibt es ein paar wichtige Punkte:

++ iss mehrere, kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt

++ verwende Süßstoff

++ trinke Wasser oder Zeroprodukte

++ achte auf fettarme Produkte

++ iss große Portionen Gemüse, eine mittlere Portion Beilagen (Kartoffeln, Nudeln, Reis, Brot...), ein wenig fettarme Milchprodukte, viel Salat, etwas Obst und kleine Portionen Fleisch. Vollkornprodukte sind besser, weil sie langsamer verdaut werden und der Körper länger Zeit hat das benötigte Insulin zu erzeugen. So steigt der Blutzucker nicht so hoch an.

Wenn du gerne Süßes isst, dann gönne dir täglich eine Kleinigkeit, wie eine Rippe Schokolade oder ein kleines Stück Kuchen. Genieße es! Auch ein Müsliriegel wäre ganz gut als Zwischenmahlzeit!

Versuche deine Lieblingsspeisen zu entschärfen - Magerjoghurt statt Rahm, wenig Fett, Süßstoff....

Dazu solltest du regelmäßig Bewegung machen. Walken oder Schwimmen wäre toll, weil es die Gelenke nicht so stark belastet. Du findest überall im Internet Anleitungen zu Unterwassergymnastik auch unter dem Suchwort Aqua Gym. Durch den zusätzlichen Wiederstand des Wassers werden fast alle Muskeln trainiert.

Mach immer so weiter, auch wenn du mal über die Stränge schlägst. Das wird immer wieder mal vorkommen. Und noch eines, setze dir kleine Ziele und wiege dich höchstens einmal pro Woche, am besten nackt. So siehst du leichter Erfolge!

Wenn du dich daran hältst, dann werden deine Pfunde bald nur so purzeln, deine Blutzuckerwerte werden sich verbessern und du wirst dich auch besser fühlen.

Vergiss nie, du bist stark!!! Du suchst dir Hilfe, weil du erkannt hast, dass es so nicht weitergehen kann.

Wegen des Mobbings solltest du mal mit einem Vertrauenslehrer sprechen oder du wendest dich an den Direktor der Schule. Er sollte wissen, was in seiner Schule vorgeht!

Außerdem solltest du mal ein enstes Wort mit deinen Eltern reden! Nimm sie in einer ruhigen Stunde in die Plicht. Sie müssen dich unterstützen, das kannst du von ihnen verlangen.

Erzähle ihnen von deinen Problemen und wie du dich fühlst, weil sie dir nicht helfen! Das ist wirklich unverzeihlich. Trotzdem solltest du nicht nur mit ihnen schimpfen, sondern auch ein paar gute Seiten an ihnen finden.

Gehe immer ein Problem nach dem anderen an! Das hilft dir den Überblick zu behalten.

Ich wünsche dir alles Gute und allzeit gute Blutzuckerwerte!

Gruß Lirin

Kommentar von Lirin ,

Tut mir leid, dass es wieder mal so lange geworden ist! :(

Kommentar von Cassiopeija ,

Gut wie immer und ausführlich ist immer gut. :)

2 Kleine Sachen - Süssstoffe sind, wenn man abnehmen möchte, keine gute Idee, Aspartam (in fast allem Lightprodukten) ist sogar giftig. Tee oder Zitronenwasser mit wenig Stevia oder Erythrit (Xucker Light) ist die bessere Wahl.

Zu Der Frage ob Typ 1 oder 2, wäre berechtig, wenn sie älter wäre. Sie hat es aber seit ihrem 3 dritten Lebensjahr - da bekommst Du noch kein Typ 2. ;)

Kommentar von Unnicoornn ,

Hallo, vielen Dank für deine Antwort. Wie oben geschrieben habe ich Diabetes Typ 1. Schwimmen gehe ich nicht gerne, aber ich habe eine Reitbeteiligung mit der ich regelmäßig reite. Und seit längere Zeit gehe ich auch joggen, dennoch bleibt mein Gewicht so wie es ist. Mit meinen Eltern werde ich reden, aber ich denke dass sie keine Zeit dafür haben

Antwort
von ponyfliege, 61

der diabetologe wird sich freuen, dich zu sehen.

mit 16 musst du langsam anfangen, dein leben selber in die hand zu nehmen. wenn dein dad nicht hin will, wirst du ihn nicht zwingen können.

wenn du dich nicht um deine gesundheit kümmerst, sinkt deine lebenserwartung - und vor allem hast du weiterhin eine schlechte lebensqualität.

also geh hin, lass dich beraten und halte dich an den rat des arztes.

wenn dein dad sich nicht helfen lassen will, ist das absolut traurig. aber ändern kannst du es nicht.

alles gute.

Kommentar von Unnicoornn ,

Danke für deine Antwort, ich war gestern beim Diabetologen. Hat zwar gedauert bis ich dort war aber ich war dort...

Antwort
von julius1963, 45

Wo beginnen... :-) Also, Diabetes mit Insulinresistenz ist WIRKLICH dauerhaft unter ärztlicher Kontrolle zu halten. Deshalb begieb Dich BITTE zum Arzt. Wenn dieser nicht Deinen Vorstellungen entspricht, such übers Internet einen anderen, besser noch eine Ärztin.

Was Dein Vater macht, darf Dich dabei nicht interessieren. DU willst leben und das sehr lange.

DU bist ein normaler Teenager. Wer mobbt, hänselt, beleidigt, ist hirnlos. Konzentriere Dich zuerst einmal auf Dich. Wenn Du Dich zu dick fühlst... NA UND??? Was tust Du gern? Was würdest Du gern tun? Welche Wünsche hast Du? Beginne damit.

Wenn Du nachher im Bett liegst, überleg mal GANZ bewusst, was Du Dir besser, schöner, lebenswerter vorstellen könntest. Such Dir nur eines, das Wichtigste (unabhängig des Arztbesuches) davon aus. Dann überleg, WIE Du diesen Zustand ändern könntest. Nicht träumen. Ganz real. Was müsstest Du tun? Mach Dir einen "Plan"...

Antwort
von Julikokos, 18

Ich kenne mich mit Diabetes leider nicht aus, aber diese Seite : http://www.diabetes-teens.net/  hat ein Forum. Vielleicht kannst du dich da mit anderen Betroffenen austauschen? 

Ansonsten kann ich immer die Online Seelsorge der Jugendkirche Sankt Peter in Frankfurt empfehlen. Da kannst du per Mail mit einer Bezugsperson schreiben und über deine Probleme reden. Natürlich sind das auch keine Diabetes Expeterten,allerdings können die freiwilligen Helfer dir sicher Unterstützung von allgemeiner Natur geben. Alles gute und viel Kraft wünsche ich dir!

 https://www.sanktpeter.com/themen/seelsorge/probleme-sorgen-online-seelsorge/

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