Frage von Hotty64, 48

Ich bin seit 10 Monaten im Krankenstand . In diesem Zusammenhang erhielt ich einen 100% Schwerbehindertenausweis. Muß ich meinen Arbeitgeber darüber informier?

Ich bin seit 10 Monaten im Krankenstand . In diesem Zusammenhang erhielt ich einen 100% Schwerbehindertenausweis. Muß ich jetzt meinen Arbeitgeber darüber informieren, bzw. wann muß ich meinen Arbeitgeber informieren ? Ich meine momentan ist absolut nicht klar ob ich jemals wieder arbeiten kann, oder in Erwerbsminderungsrente gehe.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von RobinFre, 14

Welchen wirklichen Vorteil bringt es den Ausweis nicht vorzuzeigen?  Jeder Arbeitnehmer darf auch während der Krankschreibung gekündigt werden! Peinlich wenn dann der Ausweis vorgelegt wird, dann geht es los mit den "Laufereien", RA, etc.. Einem Schwerbehinderten kann nur gekündigt werden wenn die zuständige Fürsorgestelle zustimmt. Dazu gibt es immer eine Anhörung mit dem Schwerbehinderten. Falls der SB glaubhaft machen kann, das er arbeiten kann und belastbar ist, gibt es keine Zustimmung. Das ist eben der besondere Kündigungsschutz!

Eine Sache zur Rente: wenn der AN mehr als 3 Jahre früher in die EWR geht, hat er immer einen Abzug von 10,80% von seiner Rente. D.h. 4, 5, 6 etc. Jahre sind immer 10,80%. Wenn es keine Möglichkeit gibt weniger als 10,80 % abgezogen zu bekommen ist es sinnvoll die Berentung hinauszuzögern. Aber, Rente wird auch rückwirkend bewilligt, unabhängig vom Antragsdatum.

Als Vertrauensmann für die SB kenne ich mich aus.

Antwort
von dadamat, 22

Du solltest den Arbeitgeber informieren. Erstmal erhältst du dann eine Woche mehr bezahlten Urlaub, und vielleicht bekommst du einen Behindertengerechten Arbeitsplatz angeboten. Mit jedem Monat Arbeit oder Krankschreibung erhöht sich dein Rentenanspruch.

Antwort
von RobinFre, 27

Auf jeden Fall den Arbeitgeber informieren, damit der Kündigungsschutz gilt. Außerdem gibt es 5 Tage mehr Urlaub und steuerliche Vergünstigungen. Selbst wenn es eine volle Erwerbsminderungsrente gibt, muss der AG das Kündigungsschutzverfahren einhalten. Bei mir war es eine 21 monatige Krankschreibung, danach 12 Monate Arbeitslosengeld 1, und dann Rente. Der AG musste einen Urlausausgleich zahlen (15 Monate Anspruch).

Antwort
von David56, 28

Prinzipiell musst Du das nicht. Du musst es jedoch tun, wenn Dich Deine Behinderung so bei der Arbeit beeinträchtigt, dass Du Dich und andere gefährdest. Außerdem ist es für Dich auch von Vorteil, denn dann genießt Du unter anderem einen besonderen Kündigungsschutz, bekommst 5 Tage mehr Urlaub, von den 1420 Euro Steuerfreibetrag einmal ganz abgesehen.

Antwort
von Siraaa, 14

Du musst nicht, du kannst.

Den "Kündigungsschutz" (in Anführungszeichen deshalb, weil man natürlich auch einem Schwerbehinderten kündigen kann) kann man auch in Anspruch nehmen, wenn der AG vorher nix von der Schwerbehinderung wusste. In dem Fall müsste man es ihm nach Zugang einer Kündigung dann innerhalb von 3 Wochen mitteilen.

Die Woche Mehrurlaub hätte man natürlich nicht, wenn der AG nichts von der Schwerbehinderung weiß, wohingegen man den Steuerfreibetrag bei der Einkommenssteuererklärung ja trotzdem geltend machen kann.

Letztlich muss man die Entscheidung alleine treffen. Deinen Chef kennst nur du. Es gibt welche, die auf das Thema extrem reagieren und dann erst Recht versuchen einen mit aller Macht loszuwerden und andere "freuen" sich vielleicht sogar darüber, weil sie nun möglicherweise (je nach Größe des Betriebes und Anzahl der beschäftigten MA mit SBA) nun keine Ausgleichsabgabe mehr zahlen müssen.

Du kannst in im Prinzip einfach so informieren. Nimmst den Ausweis und zeigst ihn.

Antwort
von altgenug60, 20

Musst du nicht. Aber vielleicht freut sich dein Arbeitgeber sogar, weil er dann eine Ausgleichsabgabe einspart. Und wenn du mal wieder arbeitest, hättest du 5 Tage mehr Urlaub.

Kommentar von RobinFre ,

Und der Kündigungsschutz wäre dann auch was für die Tonne!

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