Frage von Amerika2000, 126

Ich bin Schwanger und meine Unbefristung steht bevor?

Hallo ihr Lieben, ich bin 29 und arbeite zur Zeit im Büro in einem befristeten Verhältnis. Welches in 5 Monaten ausläuft. Unbefristung steht vor der Tür. Meine Beurteilung hatte ich und der Antrag auf Entfristung müsste auch schon raus sein. Ich bin in der 7 Woche schwanger und habe noch 5 Wochen generell Zeit. Wenn der bis dahin nicht da ist, kann ich das noch ein bisschen mit der Mitteilung verzögern. Mir geht es sehr gut ohne Beschwerden. Könnt ihr mir einen Rat geben? Ich weiß auch dass es bei uns länger dauert bis so ein Antrag bearbeitet wird. Danke schon mal für euren Rat

Expertenantwort
von lenzing42, Community-Experte für Arbeit, 32

Schwangerschaft schützt nicht vor der Beendigung eines befristeten Arbeitsverhältnisses durch erreichen des im Arbeitsvertrag vereinbarten Ablauftermins, da es in diesem Fall keiner Kündigung bedarf.

§ 15 Abs.:1 TzBfG:Ein kalendermäßig befristeter Arbeitsvertrag endet mit Ablauf der vereinbarten Zeit.


Antwort
von Amerika2000, 16

Zu diesem Thema hab ich von meinem Chef jetzt erfahren, dass ich keine vorzeitige Entfristung erhalte. Jedoch wohl eine schriftliche Bestätigung meiner Übernahme erhalte. Bin ich meine Stelle nun los oder ist das mein Glück auf unbefristung und Mutterschutz mit Wiederbeschäftigung .... 

Ich werde noch wahnsinnig. Ich bitte euch dringend um euren Rat und Erfahrungen. Danke vorab. 

Antwort
von Jollena, 17

Ja, das ist eine blöde Situation. Auf der einen Seite ist man glücklich Mutter zu werden und auf der anderen Seite möchte man den unbefristeten Arbeitsvertrag (endlich) haben.

Wie ist denn deine zwischenmenschliche Basis momentan zum Arbeitgeber? Kommt ihr miteinander klar, wird die Arbeit geschätzt? Wenn alles gut läuft, du in einem Team arbeitest, dass harmoniert und funktioniert, zur Chefetage ein freundschaftliches, humanitäres Verhältnis besteht, in dem man keine Bange haben muss rauszufliegen, wenn irgendwas mal nicht so läuft, dann solltest du die Unbefristung erhalten, egal ob schwanger oder nicht.

Checke doch mal unter den langjährigen Kollegen, ob es schon mal eine ehemalige Kollegin gab, die schwanger wurde. Oder ob jemand in der Zwischenzeit aus einer Elternzeit zurückgekehrt ist. Gibt es ein Verhaltensmuster mit werdenden Müttern?

Es gibt eben unterschiedliche Herangehensweisen bei den Unternehmen. Ich kenne zwei, die kannten Schwangere unter dubiosen Gründen heraus. Und es gibt welche, die sehen es als Bereicherung. Mütter sind doch oftmals etwas diplomatischer. ;-)

Wenn du deine Arbeit ordentlich machst, nach bestem wissen und Gewissen, sollte es keinen Grund geben, die Unbefristung nicht zu bekommen, wenn du zeitnah reinen Wein einschenkst und die Schwangerschaft mitteilst. 

Ehrlichkeit währt am längsten!

Mal abgesehen davon hast du als Schwangere spezielle Rechte bezüglich Arbeitsplatz und ausführbaren Tätigkeiten. Sollte bei einem Bürojob nicht so erheblich sein. In vielen Berufen gibt es aber Einschränkungen was eine Schwangere noch machen darf. Das Berufsverbot von Seiten des Gynäkologen sollte erst das letzte Mittel der Wahl sein und ist einem unbefristeten Vertrag eher hinderlich. Dann würde der Arbeitgeber wohl eher den Vertrag einfach auslaufen lassen. Mit Babymurmel ist die Jobsuche sehr schwer. Ohne Job gibts aber kein Mutterschaftsgeld von der Krankenkasse.

Kommentar von Pfaffenhofener ,

Sorry, das ist Käse. Schwangere sind eine Belastung für den AG. Ihr Vertrag wird nicht verlängert werden, wenn der AG von der Schwangerschaft "rechtzeitig" erfährt.

Antwort
von Amerika2000, 38

Das Kind steht eh im Vordergrund. Ich weiß nur nicht wie ich mich verhalten soll. Mit 5 Wochen meine ich bis zur 12 Woche muss ich es auf keinen Fall sagen.

Kommentar von Allyluna ,

Hm... also im Gesetz steht nichts von dieser Frist. Du sollst es Deinem Arbeitgeber sagen, wenn Du es weißt (diese Soll-Frist hast Du somit schon überschritten). Das dient dazu, Deine eigenen Rechte zu sichern (Kündigungsschutz, bestimmte Schutzbestimmungen für den Arbeitsplatz, etc.). Falls Du in einer Position bist, für deren Nachfolge eine lange Einarbeitung nötig ist (und die Du durch Dein Schweigen somit verhinderst), könnte es im Einzelfall zu Schadensersatzforderungen kommen. Davon ist aber in einem "normalen" Bürojob nicht auszugehen.

Von daher gilt: Du SOLLST dem Arbeitgeber Deine Schwangerschaft so früh wie möglich mitteilen, Du MUSST aber letztendlich gar nicht (was natürlich spätestens mit wachsendem Bauch ohnehin schwer zu verheimlichen ist...).

Kommentar von SiViHa72 ,

Machen die meisten auch wirklich nicht, einfach auch, weil es doch immer wieder zu Fehlgeburten innerhalb der ersten 3 MOnate kommen kann.

Alle meiner Freundinnen und Verwandten haben das immer abgewartet (meine Sis auch,a ber da gabs dann ja keine Vertragsverlängerung, obwohl die zugesagt w ar und die sie definitiv brauchten.)

Kommentar von Allyluna ,

Ja, das ist schon klar! Ich meinte damit ja auch nur, dass es keine grundsätzliche gesetzliche Frist von 12 Wochen gibt.

Wie gesagt, im vorliegenden Fall würde ich auch erst mal schön die Füße stillhalten.

Antwort
von SiViHa72, 43

Hust hust.. als eine ehemalige Kollegin in der Situation war, war sie sich ja auch länger gar nicht sicher mit schwanger, ich m ein.. Tage verscheiben sich mal und so.. und eigentlich wartet frau ja eh die ersten 3 Monate mal ab.. also ich mein,w as soll man da tun, wenn man das vorher noch nicht so hundertprozentig weiß?

Man macht die die Pferde nicht umsonst schon mal wild

*husthust*

(jaja, bitte jetzt alle losmotzen)

Also, Schätzeken, wennste vastehst wie ich mein,wa? *blinz*

Alles Gute und viel Erfolg!

Kommentar von SiViHa72 ,

PS: und nur mal so.. meine Schwester war so ehrlich, hat ihrem AG zeitig bescheid gesagt. Vorher war von Übernahme die Rede, danach ließ man den befristeten Vertrag einfach auslaufen.

War übrigens nen gemeinnütziger AG.

Kommentar von Amerika2000 ,

Danke für die tolle Antwort. :-) baut mich ein wenig auf. Ich denke ich werde dann mal abwarten ob es überhaupt so ist ;-) 

Antwort
von FragaAntworta, 59

Werdende Mütter sollten ihrem Arbeitgeber die Schwangerschaft und den mutmaßlichen Tag der Entbindung mitteilen, sobald der Zustand bekannt ist. Siehe § 5 Abs. 1 S. 1 Mutterschutzgesetz (MuSchG). Diese Regelung ist als Empfehlung an die Arbeitnehmerin zu verstehen (so BAG NZA 1996, 1154).

Du bist nicht dazu verpflichtet, dass Deinem AG mitzuteilen, aber es kann im Einzelfall eine arbeitsvertragliche Nebenpflicht aus § 241 BGB ergeben dem AG die Schwangerschaft möglichst frühzeitig mitzuteilen, damit dieser sich um Ersatz kümmern kann.

In solchen Fällen könnte sich die werdende Mutter bei verspäteter oder völliger Unterlassung der Mitteilung nach § 280 BGB schadensersatzpflichtig machen (Schaub-Linck, § 167 Rn. 2). Ob das bei Dir auch so ist, kann ohne Kenntnis des Arbeitsvertrages keiner sagen.

Allerdings bietet es sich an, den Arbeitgeber möglichst frühzeitig, d.h. nach dem Bekanntwerden der Schwangerschaft, darüber zu informieren. Dies wäre empfehlenswert, da bei einer Schwangerschaft ein Sonderkündigungsschutz (Mutterschutzgesetz) greift. Insoweit folgt aus § 9 Abs. 1 S. 1 MuSchG, dass eine Arbeitnehmerin während der Schwangerschaft und bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Entbindung grundsätzlich nicht gekündigt werden kann.

Du solltest aber bedenken, dass das Kündigungsverbot nach § 9 Abs. 1 S. 1 MuSchG auch dann greift, wenn der Arbeitsvertrag – in Deinem Fall das unbefristete Arbeitsverhältnis – noch nicht in Vollzug gesetzt worden ist (LAG Düsseldorf NZA 1993, 1041).

Dein Arbeitgeber kann also nicht wirksam kündigen, wenn Du ihm Deine Schwangerschaft mitteilst. Eine dennoch vom Arbeitgeber ausgesprochene Kündigung wäre gemäß § 134 BGB nichtig, wobei Du dann innerhalb von 3 Wochen ab Zugang der (nichtigen) Kündigung gemäß § 4 KSchG Kündigungsschutzklage beim zuständigen Arbeitsgericht einreichen musst.

Kommentar von Allyluna ,

Aber es wäre doch keine Kündigung, wenn er den befristeten Vertrag einfach auslaufen lässt? Dieser Antrag auf Unbefristung/Entfristung ist ja offensichtlich noch nicht durch....

Kommentar von FragaAntworta ,

Du soltest den Absatz 5 lesen, dort ist Deine Frage beantwortet.

Kommentar von Allyluna ,

Nein, denn sonst hätte ich nicht gefragt!

Hier im Forum ist es immer sehr hilfreich mit Fachbegriffen um sich zu schmeißen, da hier ja bekanntermaßen nur Fachleute sitzen.

Was heißt konkret "noch nicht in Vollzug gesetzt"? Bedeutet es, dass der Kündigungsschutz schon greift, wenn der Antrag nur gestellt wurde? Muss er bearbeitet sein? Muss er genehmigt sein? Die Fragestellerin weiß ja nicht mal, ob der Antrag überhaupt schon raus ist... reicht es also, dass die Beurteilung stattgefunden hat?

Kommentar von FragaAntworta ,

Meine Beurteilung hatte ich und der Antrag auf Entfristung müsste auch schon raus sein,

Damit ging ich davon aus, dass es schon am „laufen“ ist, und nur noch Formsache.

noch nicht in Vollzug gesetzt bedeutet in diesem Fall nur, dass der Kündigungsschutz auch dann greift, wenn die Befristung aufgehoben ist aber noch nicht per neuen Arbeitsvertrag in Kraft gesetzt wurde (Unterschrieben).

Hier im Forum ist es immer sehr hilfreich mit Fachbegriffen um sich zu schmeißen, da hier ja bekanntermaßen nur Fachleute sitzen.

Was hätte ich Deiner Meinung nach schreiben sollen? Geht schon? Mach das mal, ist ok? Es ist nun mal ein Trockener Stoff, und ich dachte eigentlich, dass es einigermaßen klar ist.

Antwort
von Charlybrown2802, 59

es ist zwar dem Arbeitgeber gegenüber unfair, aber ich würde es an deiner stelle auch machen und ihm das erst später, oder wenn man was sieht (dicker bauch) sagen. rausschmeißen darf er dich dann nicht mehr :-)

Antwort
von Allyluna, 55

In dem Fall würde ich wohl auch so lange warten wie möglich, bevor ich es meinem Arbeitgeber mitteile - was meinst Du mit "noch 5 Wochen generell Zeit"?

Antwort
von Antragssteller, 44

Ich glaube egal wie du dich entscheidest es sollte das Kind im Vordergrund stehen, alles andere würdest du später sowieso bereuen

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community