Frage von burak1903,

ich bin privat krankenversichert, meine Frau ist Hausfrau

Hallo, ich bin Beamter und bin ab 01.09. privat krankenversichert. Meine Frau ist Hausfrau.

Bis jetzt habe ich so wenig verdient, dass wir Unterstützung vom Staat erhalten haben. Deshalb waren meine Frau und mein Kind über das JobCenter krankenversichert.

Da ich ab dem 01.09. knapp über der Einkommensgrenze liege, werden wir keine Leistungen vom JobCenter erhalten.

Bis jetzt scheint alles unproblematisch, da ich ja meine Frau privat mitversichern könnte für 30 %, da die Beihilfe 70 % übernimmt und mein Kind für 20 %.

Die private Krankenversicherung möchte meine Frau aber leider nicht versichern, da sie Diabetes hat.

Jetzt die Fragen:

Was haben wir für Möglichkeiten?

Hat sie nur die Möglichkeit, sich freiwillig gesetzlich zu versichern?

Oder hat meine Versicherung gar nicht das Recht sie abzulehnen?

Danke schonmal für die Antworten.

MfG Burak

Antwort von RHWWW,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Hallo,

es gibt hier grds. 3 Möglichkeiten:

1) er PKV + sie GKV

2) er PKV + sie PKV

3) er GKV + sie GKV

Bei 1) zahlt sie als freiwilliges Mitglied Beiträge nach der Hälfte der Bruttoeinnahmen beider Ehegatten. Der monatliche Beitrag liegt zwischen 143 und 312 Euro monatlich (inkl. Pflegeversicherung).

.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__240.html -> Absatz 5

Das Kind kann nur kostenlos versichert sein, wenn die Gesamteinkünfte des Beamten unter 49500 Euro brutto liegen. Das gilt auch für evtl. weitere Kinder!

§ 10 SGB V

Bei 2) entscheidet jede Versicherung selber (nach eigenen Regelungen) über die Annahme oder Ablehnung eines Versicherungsantrages. Bei Diabetes wird es nach meiner persönlichen Einschätzung schwierig bis eher unmöglich. Jedes freiwillige Mitglied der GKV kann aber eine Versicherung im Basistarif der PKV wählen. Die Leistungen sind dann mit der GKV identisch. Die Versicherung muss diesen Antrag dann annehmen. Der Monatsbeitrag liegt dann aktuell zwischen 500 und 600 Euro. Für das Kind sind dann noch Extra-Beiträge zu zahlen. Das Kind kann später erst mit Beginn eines Studiums an einer deutschen Hochschule oder einer betrieblichen Berufsausbildung in die GKV wechseln. Als Schüler, Selbständiger, Beamter/Beamtenanwärter oder Arbeitsloser besteht für das Kind später keine Möglichkeit in die GKV zu wechseln (jetzige Rechtslage - Änderung nicht geplant).

.pkv.de/recht/allgemeineversicherungsbedingungen2009/allgemeineversicherungsbedingungenbasistarifmbbt2009pdf.pdf

.gesetze-im-internet.de/vvg_2008/__193.html

3) Wenn der Wechsel zum 1.9. in die PKV noch rückgängig gemacht werden kann, sind Frau und Kind kostenlos versichert. Das gilt auch für evtl. weitere Kinder! Der Beitrag in der GKV beträgt für Beamte 14,9% Kranken- und 0,975% Pflegeversicherung. Die Beiträge werden immer von den gesamten Bruttoeinnahmen berechnet.

Wenn man als Beamter vor der Entscheidung GKV oder PKV steht, sind viele Punkte wichtig:

• Man sollte spätere Veränderungen mit in den Vergleich einbeziehen: weiterer Nachwuchs (Kind mit Behinderung), Frühpensionierung aus gesundheitlichen Gründen(Pensionshöhe?), 1 Jahr Auszeit ohne Bezüge, späteres Studium/Fachschulbesuch bei unbezahltem Urlaub,

• der Beihilfesatz wechselt häufig je nach Familienstand: für den aktiven Beamten, den Pensionär, die nicht berufstätige Ehefrau, den geschiedenen Beamten, die Kinder gibt es immer unterschiedliche Beihilfesätze Die PKV-Beiträge verändern sich dann auch entsprechend.

• Bei den Leistungen sollte man besonders auf Reha/Kuren, den offenen Hilfsmittelkatalog, Psychotherapie (Anzahl der Sitzungen), Heilmittel (Arten und Erstattungshöhe) achten. Hier gibt es zwischen den Privatversicherungen (und zur GKV) große Unterschiede. Für Neugeborene kann man u.U. nur die Tarife versichern, die die Eltern bereits abgeschlossen haben. Bei behinderten Kindern kann das ein großes Problem sein.

GKV-Hilfsmittel: http://db1.rehadat.de/gkv2/Gkv.KHS

Als Beamter oder Pensionär ist eine Rückkehr in die GKV nie mehr möglich.

In der Privatversicherung werden nur notwendige Leistungen erstattet. Problematisch kann es sein, dass man erst erfährt, was notwendig ist, wenn man Rechnungen zur Erstattung einreicht. Der Behandler hat aber trotzdem einen Anspruch auf Vergütung. Im Übrigen werden nur anerkannte Behandlungsmethoden erstattet:

§ 4 Absatz 6 und § 5 Absatz 2 PKV-Musterbedingungen:

pkv.de/recht/musterbedingungen/mbkk2009.pdf

Bei den Gesundheitsfragen im Antrag ist alles anzugeben:

test.de/themen/versicherung-vorsorge/test/Formulare-der-Privaten-Krankenversicherer-Diagnose-unklar-1669604-1669862/

Vielleicht interessant:

focus.de/finanzen/versicherungen/krankenversicherung/tid-5429/krankenversicherung-zehn-irrtuemer-ueber-die-privatenaid52165.html

bundderversicherten.de/app/download/BdV-PKV-Broschuere.pdf

pkv-ombudsmann.de/taetigkeitsbericht/

Schnellsuche nach PKV: rehakids.de/phpBB2/search.php?mode=results

Vor einer Entscheidung sollte man sehr schnell sehr ausführliche Gespräche mit Experten der PKV und Experten der GKV führen. Die Entscheidung ist ähnlich wichtig wie ein Hauskauf. Ggf. kann auch die Verbraucherzentrale Hilfe anbieten. Ggf. Beamte fragen, die häufig Leistungen benötigen bzw. in Frühpension gegangen sind.

In der GKV kann man auch einen Erstattungstarif wählen. Dann ist man beim Arzt Privatpatient und kann die Privatrechnungen bei der Krankenkasse und der Beihilfestelle einreichen. Einzelheiten mit der gesetzlichen Krankenkasse und der Beihilfe vorher klären. Den Tarif kann man nach drei Monaten auf wunsch jederzeit beenden.

In Hessen gibt es für Beamte einige Besonderheiten, wenn man in der GKV bleibt.

Viel Erfolg bei der richtigen Entscheidung!

Gruß

RHW

Kommentar von RHWWW,

Wenn man nur knapp über den Einkommensgrenzen für Arbeitslosengeld II liegt, kann man bei den Varianten 1 und 2 ggf. einen Zuschuss vom Jobcenter bekommen:

http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_2/__26.html

Kommentar von RHWWW,

und auch bei Variante 3 (dort fällt aber nur ein Beitrag an).

Antwort von DerHans,

Ihr könntet das Risiko eingehen 30 % der Behandlungskosten selbst zu tragen. Die gesetzliche Versicherung muss deine Frau aber versichern. (zum Mindestbeitrag ca 150 €) Dann bekommt sie aber keine Beihilfe

Antwort von Vegeta69,

wieso bist du privat krankenversichert??mit deinem geringen einkommen,geh doch in die gesetzliche,dann ist deine frau familienversichert.sie kann sich auch selber versichern kostet so 140€ bei der aok

Kommentar von WetWilly,

Er wird Beamter.... da hat er wohl kaum eine Wahl.

Antwort von WetWilly,

Deine Versicherung hat nicht das Recht, Deine Frau abzulehnen. Sie muss Ihr zumindest einen Tarif anbieten, der den Leistungen der gesetzlichen KV entspricht.

Kommentar von RHWWW,

Wenn man vor der Beamtentätigkeit in der GKV war, kann man auch als Beamter dort bleiben. § 9 Absatz 1 SGB V Das kann besonders interessant sein, wenn man ein niedriges Einkomen hat, eine große Familie hat oder ein Familienangehöriger eine schwere/teure Krankheit hat.

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