Frage von HumanisHuman, 65

Ich bin kein Zeuge - wem muss ich das schildern?

hallo, arbeite im einzelhandel und vor 2 monaten war ein vorfall, dass ein junger herr einer dame das portmone geklaut hat.

ich sass zu diesem zeitpunkt an der kasse und habe wirklich nichts mitbekommen, garnichts.

als die dame an meine kasse kan meinte sie ja mein geldbeutel ist weg und ja irvendwann kam der verdacht dass es vielleicht geklaut worden ist.

so ging der chef ins büro schaute sich die aufnahmen an und man sah klar und deutlich den herrn wie er das portmone aus der tasche genommen hat.

so eine kollegin meinte, ist es nicht der, der da bei uns unö die ecke wohnt? und ja ich erkannte ihn wieder und nannte nur seinen namen.

ich habe aber nichts gesehen und bin auch somit kein zeuge.

 das ich habe ich der dame gesagt, ansheinend hat sie der polizei was ganz anderes geschildert.

 so dann kam vergangenen samstag ein polizist zu mir auf arbeit und meinte dass ich am ... datum zu einem gerichtstermin eingeladen bin als zeuge.

 ich schilderte ihm die situtation und habe gemeint dass ich an dem tag urlaub habe und mein ticket gebucht habe. er meinte somit verschieben wir es ich muss es nur dem amtsgericht sagen. 

habe heute beim amtsgericht angerufen da meinte ich, ich kann nicht kommen habe urlaub und habe schon gebuch,t er meinte schicken sie das ticket per fax zu und sie werden ausgeschlossen.

 so jetzt aber das problem: ich habe ein ticket reserviert und nicht gebucht da momentan das geld fehlt und ich aber unbedingt dort hin muss da mein bruder an krebs verstorben ist.. 

ich überlege ob ich da nicht nochmal anrufen soll und denen schildern soll das ich kein zeuge bin oder bin ich zeuge nur weil ich den herren erkannt habe

 ich bitte um hilfe..s

Antwort
von Dannius, 14

Du bist dann Zeuge, wenn ein Gericht meinst, dass Du ein Zeuge bist. Du musst nicht eine Tat unmittelbar beobachtet haben, um Zeuge zu sein. Es genügt z.B. auch, dass für die Rekonstruktion des Geschehens Deine Aussage notwendig ist. Vielleicht ist auch z.B. die Aufzeichnung verloren gegangen und Du sollst schildern, was Du auf dem Band gesehen hast.

Die Bewertung Deiner Aussage und ihrer Brauchbarkeit steht jedenfalls nicht Dir zu, sondern nur dem Gericht. Oft wissen Zeugen gar nicht genau, für welchen Beweissschritt ihre Aussage erforderlich ist. Dies ist auch Absicht.

Auch der Umstand, dass Du nichts gesehen hast, kann übrigens von Bedeutung sein. Wenn z.B. - das ist jetzt mal einfach weitergesponnen - die Täterin erzählt hat, Du hättest irgendetwas erlaubt.

Da Zeugen gar nicht wissen, was ihre Aussage letztendlich bewirken würde, bleiben sie übrigens am besten bei der Wahrheit. Alles andere wäre auch strafbar.

Polizisten laden nicht zu Gerichtsterminen. Dazu kommt Post vom Gericht. Allerdings scheint es den Termin ja zu geben, wenn das Amtsgericht darauf eingegangen ist - es sei denn, sie hatten das gar nicht näher überprüft und Dir nur eine allgemeine Auskunft gegeben.

Sobald Du eine Terminladung mit Datum, Uhrzeit, Gerichtssaal usw. hast, bist Du grundsätzlich verpflichtet, zu erscheinen und auszusagen, sonst drohen Strafen. Dein Arbeitgeber muss Dich freistellen. Einen etwaigen Verdienstausfall zahlt nicht Dein Arbeitgeber, Du erhältst ihn aber vom Gericht erstattet. Dazu musst Du ein Formular ausfüllen, in dem Du den Verdienstausfall angibst, und dies Deinen Arbeitgeber bestätigen lassen. Gerade im Einzelhandel ist das Alltag.

Hast Du Gründe, weshalb Du dem Termin aus zwingenden Gründen nicht wahrnehmen kannst, musst Du dies sofort dem Gericht mitteilen, und zwar schriftlich (Brief / Fax, nicht aber per E-Mail oder Telefon). Am besten legst Du Belege bei. Der Grund muss entstanden sein, bevor Du die Ladung erhalten hast. Bereits gebuchte Flüge oder auch eine Beerdigung (mein Beileid) sind solche Gründe. Ansonsten wird Dir zugemutet, dass Du Deine Terminplanung verlegst.

Sehr großzügig sind Gerichte dabei nicht. Bei mehreren Zeugen ist es fast immer so, dass irgendjemand eine abweichende Terminplanung hat. Die Gerichte könnten gar nicht arbeiten, wenn sie auf jeden Terminwunsch von Beteiligten und Zeugen Rücksicht nehmen würden.

Über die Verschiebung entscheidet nur das Gericht. Und zwar schriftlich; manchmal sind sie so freundlich und rufen vorab an, um die Entscheidung mitzuteilen. Bis Du eine entsprechende Nachricht in der Hand hältst (man nennt sie "Abladung", auch wenn dieses Wort nicht draufsteht), gilt Deine Pflicht, zu erscheinen.

Wenn Du entgegen Deiner Verpflichtung nicht erscheinst, musst Du mit einem Ordnungsgeld rechnen. Dieses fällt normalerweise dreistellig aus. Außerdem musst Du damit rechnen, dass die Polizei Dich beim nächsten Termin holt und zum Gericht fährt.

Antwort
von archibaldesel, 33

Entweder der Staatsanwalt oder der Verteidiger hat dich als Zeugen benannt. Aus der Nummer kommst du nicht wieder heraus. Im Zweifel läufst du da auf, sagst, dass du nichts gesehen hast und gehst wieder.

Antwort
von signk, 32

Bescheid des Amtsgerichtes hast du aber, ja??

Dort ist ein Rechtspfleger benannt.., ruf den an und schildere den Fall.., du seiest kein Zeuge, hast ja nichts gesehen, ect.    Sag, der Sachverhalt wurde falsch interpretiert. 

Keiner kann dich zu einer Zeugenaussage zwingen / nötigen.. 

Kommentar von archibaldesel ,

Oh doch, der Richter kann. Es gibt fest definierte Gründe für ein Aussageverweigerungsrecht, ansonsten muss ausgesagt werden. Eine unbegründete Aussageverweigerung vor Gericht kann mit Ordnungsgeld oder sogar Beugehaft geahndet werden.

Wobei man natürlich nur das bezeugen kann, was man auch gesehen hat.

Kommentar von signk ,

Ok, falsch ausgedrückt.. 

Zu einer falschen Aussage kann dich keiner nötigen, das Erscheinen kann angeordnet werden. 

Trotzdem einfach mal den Rechtspfleger anrufen und den Fall schildern.., vielleicht wird von der nicht vorhandenen Zeugenaussage abgesehen. 

Kommentar von Dannius ,

Das entscheidet hier nicht ein Rechtspfleger, sondern nur ein Richter. Die lassen aber gern im Gerichtssaal das "Nichtwissen" erklären. Erstens ist dann eine Falschaussage, nichts zu wissen, strafrechtlich verfolgbar. Und zweitens kann nicht ein Staatsanwalt oder ein Verteidiger behaupten, das Urteil sei angreifbar, weil ein von ihnen benannter Zeuge wegen einer telefonischen Behauptung nicht gehört wurde.

Wäre ich ein Strafverteidiger, und würde ein Richter einen bereits benannten Zeugen abladen, weil der Zeuge am Telefon behauptet, er sei uninteressant, würde ich gleichsam eine Flasche Sekt öffnen und den Richter zum Frühstück fressen.

Der Beweiswert einer Zeugenaussage wird im Gerichtssaal geklärt und nicht am Telefon.

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