Ich bin jetzt 59 jahre alt bin 70% Schwerbehindert. Habe 43 Beitragsjahre. Will jetzt in frührentegehen. geht das?

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3 Antworten

Hallo MWMEDIATV0707,

Sie schreiben:

Ich bin jetzt 59 jahre alt bin 70% Schwerbehindert. Habe 43 Beitragsjahre. Will jetzt in frührentegehen. geht das?

Antwort:

Zunächst einmal müßen diverse Wartezeiten bzw. versicherungsrechtliche Voraussetzungen für die verschiedenen Frührenten berücksichtigt werden!

Erwerbsminderungsrente!

Bei Inanspruchnahme vor dem 63-igsten Lebensjahr müßen Sie hier lebenslange Abzüge in Höhe von bis zu maximal 10,8 % in Kauf nehmen, wobei hier allerdings diverse Zurechnungszeiten bis zum 62-igsten Lebensjahr gegengerechnet werden, so daß die Kürzungen etwas abgemildert werden!

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deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/232616/publicationFile/49858/erwerbsminderungsrente_das_netz_fuer_alle_faelle.pdf

Altersrente für schwerbehinderte Menschen!

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deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/258148/publicationFile/51387/die_richtige_altersrente_fuer_sie.pdf

Schwerbehinderung wird auf gar keinen Fall in Prozent, sondern ausschließlich in Grad der Behinderung ausgewiesen!

"GDB 70!"

Schwerbehinderung hat auf die Bewilligung einer Erwerbsminderungsrente in der Regel so gut wie keine Auswirkung!

2016 - 59 = ca. 1957 geboren!

Wer vor dem 2.1.1961 geboren ist, hat in der DRV Vertrauensschutz wegen Berufsunfähigkeit, wenn die Leistungsfähigkeit im allgemein anerkannten und ausgeübten Beruf auf Dauer, auf 3 bis unter 6 Stunden pro Arbeitstag, innerhalb einer 5-Tage-Woche, abgesunken ist!

Sollte dieser Sachverhalt bei Ihnen so zutreffen, können Sie bei der DRV eine teilweise Erwerbsminderungsrente wegen Berufsunfähigkeit und ergänzend eine volle Erwerbsminderungsrente wegen verschlossenem Teilzeitarbeitsmarkt beantragen!

Stichwort: "Arbeitsmarkt-Rente!"

Allerdings kontert die DRV oft mit sogenannten Verweisungsberufen und außerdem spielt im Hintergrund immer die Situation am Arbeitsmarkt eine große Rolle! Des weiteren werden Arbeitsmarktbedingte Renten bei Wohnsitzabmeldung in Deutschland meist nicht geleistet!

Besser fährt man dagegen, wenn man in der eigenen Krankenakte glasklar nachweisen kann, daß die Leistungsfähigkeit auf Dauer auf unter 3 Stunden, auch für leichte Tätigkeiten am allgemeinen Arbeitsmarkt, abgesunken ist und von Anfang an auf eine volle Erwerbsminderungsrente ohne Berücksichtigung des Arbeitsmarktes abzielt!

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erwerbsminderungsrente.biz/ihre-hausaufgaben/fruehrente-beantragen-und-der-rote-faden/

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youtube.com/user/hubkon/videos

Alternativ bleibt da die Altersrente für schwerbehinderte Menschen:

Auszug aus o.a. Broschüre der DRV:

Altersrente für schwerbehinderte Menschen

Für schwerbehinderte Menschen ist es auf dem Arbeitsmarkt besonders
schwer, einen passenden Arbeitsplatz zu finden. Außerdem lässt ihre
gesundheitliche Situation eine Beschäftigung bis zur Regelaltersgrenze
von 67 Jahren oftmals nicht zu. 

Deshalb können sie bereits vorher ohne Abschlag in Rente gehen.

Die Altersrente für schwerbehinderte Menschen können Frauen und Männer erhalten, die
> bei Beginn der Rente schwerbehindert oder – bei
vor 1951 geborenen Versicherten – berufs­ oder
erwerbsunfähig nach dem bis Ende 2000 geltenden
Recht sind und
> die Mindestversicherungszeit (Wartezeit) von
35 Jahren erfüllen.
Für nach 1950 geborene Versicherte führt Berufs­ oder
Erwerbsunfähigkeit nicht mehr zu einem Altersrentenanspruch.
­
Schwerbehinderte Menschen sind alle Personen mit einem Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 50 (höchstmöglicher GdB = 100). 

Ihre Schwerbehinderung wird durch den Schwerbehindertenausweis oder
­bescheid nachgewiesen. 

Sie muss beim Versorgungsamt beantragt werden und bei Rentenbeginn noch vorliegen.

Wurden Sie vor 1952 geboren, liegt die Altersgrenze für diese Rente bei 63 Jahren. 

Sie können aber vorzeitig mit einem Abschlag von 10,8 Prozent ab 60 in Rente gehen.

Wurden Sie in der Zeit von 1952 bis 1963 geboren, wird die Altersgrenze für eine abschlagsfreie Rente stufenweise angehoben. 

Wurden Sie 1964 oder später geboren, liegt sie bei 65. Sie können die Altersrente jedoch vorzeitig mit einem Abschlag in Anspruch nehmen.

Bei Geburtsjahrgang 1957 wird die Altersgrenze laut Tabelle um 9 Monate nach hinten verschoben, siehe Broschüre Seite 16!

Rentenbeginn ohne Abzüge somit 63 + 9 Monate!

Rentenbeginn mit Abzüge 60 Jahre + 9 Monate, aber Abschlag lebenslang 10,8 %!

Fazit:

Vermutlich würden Sie mit einer vollen Erwerbsminderungsrente finanziell besser wegkommen, sofern Sie die Voraussetzungen wie o.a. erfüllen können!

Lassen Sie sich von Ihrer zuständigen DRV-Rentenanstalt- gründlichst beraten und/oder vom VDK in Wohnortnähe!

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

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das sollte eigentlich klappen , natürlich nur  mit den bisher errreichten punkten.

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