Frage von Aerotron, 124

Ich bin irritiert - wie bewertet Ihr mein Arbeitszeugnis?

Hallo liebe Leser

Ich habe auf ausdrückliches Bitten ein Zeugnis erhalten, nachdem ich als studentische Hilfskraft meinen Job beendet hatte und meinen Master erfolgreich gemacht habe.

Ich bin allerdings über dieses Zeugnis irritiert und reiche die relevanten Teile mal an euch weiter mit der Bitte um Rat, wie ihr meine Leistungen einschätzen würdet, wenn ihr Personaler wärt und mich einstellen solltet.

Das Zeugnis beginnt mit einer genauen Abfolge meiner Arbeiten, die ich für die Firma erledigt habe, daran gab es nicht auszusetzen, allerdings nimmt die Aufgabenstellung den größten Teil des Zeugnisses ein und ich bin ehrlich gesagt, irritiert….

Dann geht es so weiter…..

Herr Meier hat alle ihm gebotenen Ausbildungsmöglichkeiten gut genutzt. Er arbeitete selbstständig, besonders sorgfältig und zeichnete sich durch eine gute Auffassungsgabe aus. Die ihm übertragenen Aufgaben erledigte er zu unserer vollen Zufriedenheit. Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Mitarbeitern war stets einwandfrei. Dieses Zeugnis wird aufgrund der Beendigung seiner Tätigkeit erstellt. Wir bedanken uns für die jederzeit gute Zusammenarbeit und wünschen Herrn Meier für seinen weiteren Berufs- und Lebensweg weiterhin viel Erfolg und persönlich alles Gute.

Wie bewertet Ihr das Zeugnis?

Für eine Antwort und Eure Einschätzung besten Dank.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von DarthMario72, 25

Jetzt bin ich auch irritiert. Warum wurde meine Antwort gelöscht?

Kommentar von Aerotron ,

Lieber DarthMario,

ich bedanke mich ausdrücklich und kann mit deiner Antwort wirklich eine Menge anfangen.Dir ist das Gleiche aufgefallen wie mir. .

Die Firma verweist nach meiner Reklamation darauf, dass das Zeugnis gut sei und will mir kein Neues ausstellen.. was kann ich da machen? Ich habe einen neuen Vorschlag unterbreitet. Sie bestätigen mir, dass sie selbst ein gutes Zeugnis ausgestellt haben und finden meines ZU gut, wobei ich aber extrem darauf geachtet habe, dass es ein gut und kein sehr gut ist. Zudem habe ich Extraarbeiten ausgeführt und eigene Tests gemacht, die neue Impulse für das Team hergaben. Das wurde auch nicht erwähnt.

Ich habe in diesem Team nie Schwierigkeiten gehabt und wir hatten ein sehr harmonisches Miteinander, ich habe immer noch Kontakt zu einem Teil der Kollegen... wie kann ich diese Firma dazu bringen, ein mir zustehendes Zeugnis aufzufertigen, dass mir nicht auf meinem Berufsweg schadet?

Mein Vorgesetzter, der zugegebenermaßen total überarbeitet ist und der zugegeben hat, dass er mit Zeugnissen keine Erfahrung hat, ist nicht bereit zu einer Verbesserung.

Kommentar von DarthMario72 ,

Wenn dein AG mit guten Worten nicht zu überzeugen ist, hilft letztlich wohl nur der Gang zum Anwalt.

Antwort
von rotreginak02, 20

Hallo Aerotron,

unter dem Vorbehalt, dass das Zeugnis hier nicht komplett eingestellt wurde, wäre ich anhand der eingestellten Auszüge aus deinem Zeugnis an deiner Stelle auch "sehr irritiert". 

Warum?

  • Weil hier wesentliche Bewertungskriterien wie zum Beispiel vorhandenes oder während der "Ausbildungszeit" erlerntes Fachwissen weggelassen wurden.
  • weil deine Auffassungsgabe als gut bezeichnet wird, aber eine daraus resultierende Konsequenz wie zum Beispiel sehr gute Lösungen zu finden, weggelassen wurde. [Da hätte man auch schreiben können: dank seiner Augen konnte er sehen..]
  • weil deine Gesamtleistung nur durchschnittlich mit befriedigend beurteilt wurde.
  • weil im (freiwilligen, nicht einklagbaren) Schlussteil kein Bedauern über deinen Weggang ausgedrückt wurde.
  • weil die Beurteilung sehr kurz und knapp gehalten wurde...

Ich persönlich staune auch etwas darüber, wie optimistisch hier von so manch einem dein Zeugnis als gut/ sehr gut eingestuft wird... denn das grenzt schon an "Kaffeesatzleserei", zumal das komplette Zeugnis nicht vorliegt und die Auszüge das ebenfalls nicht hergeben...

Antwort
von Everklever, 64

Ein Arbeits- oder Ausbildungszeugnis lässt sich nur dann wirklich bewerten, wenn es komplett, Wort für Wort, von der Überschrift bis zum Datum, vorliegt, hier natürlich in anonymisierter Form.

Überall, aber auch wirklich überall, können Hinweise für den sachkundigen Leser enthalten sein, die der Bewertung eine ganz andere Richtung geben als vermutet. Das gilt auch für (vermeintliche) Rechtschreib- und Zeichenfehler. Auch können Weglassungen sehr aufschlussreich sein.

Die von dir dargelegten Auszüge reichen leider für eine Analyse noch nicht, bitte stell es noch einmal komplett ein.

Stimmt das Ausstellungsdatum mit deinem letzten Arbeitstag überein?

Kommentar von Aerotron ,

Das ist das Zeugnis Wort für Wort. Da es sich um eine spezielle Firma handelt und ein Aufgabengebiet, für das ich unterscheiben musste, keine Auskunft zu geben aufgrund von Geheimhaltung - es darf noch nicht einmal kopiert in der Hochschule stehen- habe ich diese genaue Bezeichnung weggelassen. Ich habe keine Rechtschreibfehler gefunden oder geheime Zeichen, also auch nichts bei den Unterschriften.

Das Datum ist vom Austritt aus der Firma.

z.B. zeichnete sich durch gute Auffassungsgabe aus - heisst für mich  - hat es aber nicht genutzt. Und das z.B. stimmt nicht. Ich habe sogar eine kleine Erfindung gemacht und dafür ein Honorar erhalten.

.. hat die Möglichkeiten gut genutzt.. das hört sich an, als hätte ich nicht alles getan, was man tun kann. Das stimmt aber auch nicht.

Bin ich zu penibel oder sieht ein neuer Arbeitgeber das anders?

Kommentar von Everklever ,

sieht ein neuer Arbeitgeber das anders?

Wie sollte er? Der darf doch das Zeugnis auch nicht lesen.

Sorry, aber ich stelle meine Bemühungen zu dieser Frage jetzt ein.

Kommentar von rotreginak02 ,

@Aerotron: wie ein zukünftiger AG das bewertet, hängt auch immer davon ab, wie gut er sich mit Arbeitszeugnissen auskennt, und daher sollte ein gutes bis sehr gutes Zeugnis niemals zu Spekulationen/ Missverständnissen führen. Darüber hinaus hat auch jede Branche eigene Formulierungen. Dass du "deine Ausbildungsmöglichkeiten gut genutzt" hast...ist zum Beispiel eine (uralte) Formulierung, die von Siemens oft genutzt wurde, und bei denen nichts Negatives bedeutete....
Der Teufel steckt halt im Detail...

Antwort
von stubenkuecken, 64

Alles in Ordnung, dieses Zeugnis wird dir niemals Schwierigkeiten machen.

Kommentar von Aerotron ,

Danke dir, ich habe aber weiter oben ausgeführt, was mich irritiert hat. Das könnte m. E. wirklich zu Missverständnissen führen.

Kommentar von DarthMario72 ,

dieses Zeugnis wird dir niemals Schwierigkeiten machen

Wie auch, wenn er es wegen Geheimhaltung nicht vorzeigen darf...

Antwort
von Jongens, 77

Also für mich gibts daran nichts auszusetzen.

Kommentar von DarthMario72 ,

Für andere Zeugnisexperten dafür um so mehr...

Kommentar von Jongens ,

...was mich ehrlich gesagt wenig interessiert.

Kommentar von Everklever ,

Kein Grund, jetzt das Bockbeinchen zu zeugen.....

Kommentar von Everklever ,

"zeigen" natürlich

Antwort
von OnkelSchorsch, 80

Das ist ein gutes Zeugnis. Insbesondere die Schlussfloskeln sind sehr gut:

>>weiterhin viel Erfolg und persönlich alles Gute.<<

Kommentar von Everklever ,

Insbesondere die Schlussfloskeln sind sehr gut

Ein "Sehr gut" ist das noch nicht. Im Übrigen wird für eine einigermaßen seriöse Bewertung das komplette Zeugnis benötigt.

Kommentar von OnkelSchorsch ,

Doch, die Schlussbemerkung ist ein sehr gut. Vorher ist gut. Und die Schlussbemerkung als Fazit ist so ziemlich der wichtigste Teil eines Zeugnisses.

Kommentar von Everklever ,

Danke für die Aufklärung. Vielleicht sollte ich Dummerchen mich aus dem Thema Arbeitszeugnisse lieber raus halten. Ist wohl doch nicht so meine Welt.

 Vorher ist gut

Das Folgende zum Beispiel?

Die ihm übertragenen Aufgaben erledigte er zu unserer vollen Zufriedenheit

Kommentar von OnkelSchorsch ,

Das solltest du wohl, wenn du nicht mal Formulierungen wie "weiterhin viel Erfolg" verstehst und den Unterschied zwischen vollen und vollsten nicht kennst.

Denn nichts ist schlimmer für Arbeitszeugnisse, als wenn sie von jemandem geschrieben werden, der es nicht kann.

Kommentar von Everklever ,

Das solltest du wohl

Mache ich. Verabschiede mich hiermit wegen erwiesener Unfähigkeit vom Themenkreis "Arbeitszeugnis".. Und nehme die für mich neue Erkenntnis mit, dass "Die ihm übertragenen Aufgaben erledigte er zu unserer vollen Zufriedenheit" ein "Gut" bedeutet.

Kommentar von DarthMario72 ,

Denn nichts ist schlimmer für Arbeitszeugnisse, als wenn sie von jemandem geschrieben werden, der es nicht kann.

Bitte entschuldige, aber du solltest das dann auch nicht tun.

Kommentar von DarthMario72 ,

@Everklever: Ich glaube, deinen Sarkasmus hat hier nicht jeder verstanden...

Kommentar von DarthMario72 ,

Doch, die Schlussbemerkung ist ein sehr gut.

Woran machst du das fest?

Vorher ist gut.

Und das?

Kommentar von DarthMario72 ,

Das ist ein gutes Zeugnis

Das kannst du aus zusammenhanglosen Sätzen erkennen? Respekt!

Insbesondere die Schlussfloskeln sind sehr gut

So findest du? Sehe ich anders.

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