Frage von bettihexe, 75

Ich bin in Probezeit und wollte nun in der dafür vorgesehenen 2-Wochenfrist ohne Angaben von Gründen kündigen, mein Chef sagt aber nein?

Ich bin offiziell seit 1.2. 16 bei Hermes als 600,-€ Jobber. Laut Vertrag habe ich 6 Monate Probezeit,in deren Verlauf ich mit einer Frist von 2 Wochen ohne Angabe von Gründen kündigen kann. Heute legte ich meinen Chef eben diese Kündigung mit heutigem Datum,19.2.16, vor.Die Frist ginge dann bis 4.3.16.Richtig?! Chef sagte nein,ginge nur zum 15. eines Monats oder Ende des Monats...blabla...laut Gesetz. Im Vertrag ist auch die Salvatorische Klausel drin. Was stimmt denn nun? Darf ich in der meinigen Frist kündigen oder nun doch nicht? Vielen Dank im Voraus.

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht & Kündigung, 42

Du kannst in der Probezeit nach § 622 Abs. 3 BGB ohne Angabe von Gründen mit der Frist von zwei Wochen zu jedem beliebigen Datum kündigen.

Die Kündigung zum 15. oder Ende eines Monats gilt, wenn keine Probezeit vereinbart oder diese schon vorbei ist, wenn die gesetzlichen Regelungen angewandt werden (§ 622 Abs. 1 BGB)

Egal was Dein Chef sagt, Deine Kündigung ist richtig und gilt. Dein AG braucht die Kündigung auch nicht zu bestätigen, sie ist in Kraft.

Kommentar von bettihexe ,

Danke für die Bestätigung meines eigenen Wissens. Nun bekommt er eben die Kündigung per Post,weil er hat schon heut morgen Ärger signalisiert...ich bin kein Mensch,der dan auch noch krank,hätte gern die 2 Wochen noch gearbeitet,auch für den Hungerlohn und die anderen schlechten Rahmenbedingungen(fahre Pakete aus,Auto bekomm ich gestellt,Sprit muß ich selber zahlen,pro Paket bekomm ih 0,60 € aber nur,die beim Kunden auch ankommen und soweit ich informiert bin,bin ich nicht mal krankenversichert) aber so wird kein Schuh drauß.

Kommentar von Hexle2 ,

Wenn Du Zeugen hast, dass der AG die Kündigung heute erhalten hat, brauchst Du keine neue Kündigung schicken.

Schickst Du eine neue Kündigung, musst Du allerdings ein anderes Datum angeben. Die Frist von 14 Tagen fängt am Tag, nachdem der AG die Kündigung erhalten hat, an zu laufen. Du musst also auch die Postlaufzeit beachten.

Wenn Du die Kündigung mit der Post schickst, nimm einen Zeugen der weiß was im Brief steht und schick ihn per Einwurfeinschreiben. Bei Einschreiben mit Rückschein kann es sonst passieren, dass der Brief auf der Post liegt und der AG ihn nicht abholt. Er gilt dann als nicht zugestellt.

Einwurfeinschreiben sind zugestellt, wenn der Briefträger ihn im Briefkasten des AG eingesteckt hat. Man kann die Sendung übrigens auch im Netz verfolgen.

Kommentar von Nightstick ,

(Zitat): "Nun bekommt er eben die Kündigung per Post,..." (Zitat Ende)

Nun wird es leider kompliziert! Warum soll er die Kündigung nun (zuätzlich) per Post bekommen? Dadurch würde sich die Kündigungsfrist ändern.

° Hat er denn die Annahme der Kündigung verweigert?

° Hast Du die Kündigung nicht auf seinem Schreibtisch liegen lassen?

Kommentar von Nightstick ,

Nachtrag:

Habe noch einmal über den Fall nachgedacht. Eine erneute Kündigung ist eigentlich vollkommen überflüssig. Selbst wenn der Vorgesetzte die Annahme der Kündigung "verweigert" hätte (was man arbeitsrechtlich gar nicht kann), gilt sie in dem Moment als zugestellt.

Das bedeutet, wenn die Arbeitnehmerin das Kündigungsschreiben wieder mitgenommen hätte, sollte sie es mit dem folgenden Vermerk (auf dem Kündigungsschreiben selbst) per Einwurf-Einschreiben an die offizielle Unternehmensadresse senden:

"Herrn xx yyyy am 19.02.2016 (xx:xx Uhr) persönlich vorgelegt und somit rechtswirksam und fristgerecht zugestellt"

==> Nicht vergessen, davon eine Fotokopie für die eigenen Unterlagen zu erstellen!

Dazu ggf. ein kurzes Anschreiben, in dem erklärt wird, dass der Vorgesetzte das Kündigungsschreiben widerrechtlich nicht in Empfang genommen hat.

Antwort
von habakuk63, 49

Was steht im Vertrag? Kündigung zum 1. oder 15. oder xten eines Monats mit einer Frist von aaaaa Tagen?

Das ist wichtig und zählt, wenn dein Chef anderer Meinung ist kann er vor dem Arbeitsgericht klagen. 

Natürlich passt deinem Chef die Kündigung nicht und er versucht jetzt Zeit zu schinden, um Ersatz für dich zu bekommen. Da hilft jede Woche.

Kommentar von bettihexe ,

Als erstes steht da..."Es wird eine Probezeit von 6 Monaten vereinbart,in der das Arbeitsverhältnis beiderseits mit einer Frist von 2 Wochen,ohne Angaben von Gründen,beendet werden kann."

Dann geht es weiter..."Für die Kündigung des Arbeitsverhälnisses gilt die gesetzliche Kündigungsfrist"

Was ist für mich jetzt relevant?

Kommentar von Nightstick ,

Für die Probezeit gilt das, was Du im ersten Absatz geschrieben hast.

Der zweite Absatz gilt für die Zeit nach der Probezeit (siehe auch die Ausführungen von @Hexle2).

Antwort
von Chanara2006, 51

In der Probezeit kannst du jederzeit und ohne angabe von Gründen kündigen. Die Fristen gelten also nicht.

Kommentar von bettihexe ,

So kenne ich das eben auch..

Kommentar von Nightstick ,

Selbstverständlich gelten die vertraglich vereinbarten Fristen! 

Antwort
von stubenkuecken, 42

Deine Berechnung stimmt. Lass dir den Erhalt der Kündigung bestätigen, mit Datum. Eine Empfangsbestätigung ist immer gut.

Kommentar von Nightstick ,

(Zitat): "Deine Berechnung stimmt." (Zitat Ende)

... wenn im Vertrag sinngemäß steht: "... kann das Arbeitsverhältnis innerhalb der Probezeit mit einer Frist von 14 Tagen gekündigt werden." (wenn also keine weiteren Datumsangaben vorhanden sind).  

Kommentar von bettihexe ,

Nein,da stehen keine weiteren Datumsangaben.

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