Frage von caless, 58

ich bin diesen Monat neu in Arbeit und habe mich bei der schweren Arbeit trotz Beckengurt schon zwei Mal verhoben zahlt es als Arbeitsunfall?

Arbeitsunfall , Betriebsarzt

Antwort
von emib5, 23

Ob ein solches Ereignis als Arbeitsunfall zählt oder nicht hängt vom Einzelfall ab.

Bei welcher Tätigkeit denn? Solche Beckengurte werden nicht für jede Hebetätigkeit von den Ärzten empfohlen.

Antwort
von Lumbago666, 17

Nein, wahrscheinlich kein Arbeitsunfall - weil der Unfallbegriff nicht erfüllt ist.

§ 8 Abs. 1 S. 2 SGB VII sagt: "Unfälle sind zeitlich begrenzte, von außen auf den Körper einwirkende Ereignisse, die zu einem Körperschaden / zum Tod führen."

Eine Grundbedingung ist also u.a. ein äußeres Ereignis. Eine körpereigene Bewegung ist kein äußeres Ereignis.

Beim Verheben spricht man umgangssprachlich üblicherweise davon, dass am eine Last hebt / trägt und danach Schmerzen im Rücken hat. Eine Störung  des Bewegungsablaufs fehlt aber in der Regel (Verrutschen der Last und Nachfassen, Auffangen einer Last, Sturz, Schlag, etc.).

Eine weitere Grundbedingung findest Du in dem Wort "führt". D.h., dass zwischen dem Ereignis und dem Körperschaden auch ein Ursachenzusammenhang bestehen muss. Das wird in der Regel bei Muskelfaserrissen, verklemmten Nerven oder Bandscheibenvorfällen zu verneinen sein.

Wie verhältst Du Dich? Ganz einfach. So als hättest Du einen Arbeitsunfall. Du gehst zum Durchgangsarzt (bitte nur zum Betriebsarzt, wenn der auch Durchgangsarzt ist) und machst wahrheitsgemäße Angaben. Die BG entscheidet dann. Vermutlich wird`s abgelehnt. Kosten tut dich das nichts. Aber willst Du das Risiko eingehen, dass irgend jemand in einem Forum, den Du nicht einschätzen kannst, über deine Zukunft "entscheidet"? Sicher nicht.

Lehnt die BG ab, kommt die Krankenkasse dafür auf (falls gesetzlich krankenversichert).  

Ich würde allerdings dringend empfehlen von einem Arzt abklären zu lassen, woher die Wirbelsäulenprobleme kommen und was man dagegen (möglicherweise auch privat) machen kann. Da kann zwischen mangelndem Training bis hin zum Bandscheibenvorfall wohl alles drin sein. Ich würde auch abklären lassen, ob Du je nach Erkrankung überhaupt für die Tätigkeit geeignet bist und ggf. entsprechende Konsequenzen ziehen.  

Viele Grüße

Lumbago

Antwort
von pino77, 29

Ist das gehobene zu schwer? 

http://www.baua.de/de/Publikationen/Broschueren/A7.pdf?__blob=publicationFile

Vielleicht lieber einen anderen Beruf wählen?

Antwort
von Questinflow, 28

Klar ... Alles was auf der arbeit passiert und dich gesundheitlich beeinträchtigt ost ein Arbeitsunfall. Sowas muss dann auch auf der Arbeit dokumentiert werden. Wir haben dafür so ein grünes Büchlein om Verbandskasten.

Kommentar von emib5 ,

Falsch.

Es ist nicht alles, was auf der Arbeit passiert, ein Arbeitsunfall.

Zunächst einmal muss ein Unfall im Sinne des Gesetzes vorliegen. Dies ist ein "Plötzliches Ereignis, welches von außen auf den Körper einwirkt und zu einem Gesundheitsschaden oder zum Tod führt." 

Und dann gibt es noch (bei entsprechenden Vorschäden etc.) die Gelegenheitsursache oder die innere Ursache, wo der Hauptgrund für den Körperschaden nicht im Ereignis, sondern in der Vorschädigung liegt. Dann zählt es auch nicht als Arbeitsunfall.

Antwort
von feldengut, 24

Nein das zählt leider nicht zu einem Arbeitsunfall

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