Frage von Meidaelin, 91

Ich bestrafe mich, wenn ich sauer auf meine Eltern bin?

Ich (w17) weiß, dass es einfach nur du*m von mir ist, aber ich esse nichts, wenn ich sauer auf meine Eltern bin.

Ich bestrafe mich sogesagt selber, obwohl ich keinen Grund dazu habe.

Ich möchte es zwar nicht, aber mein Ego ist da so hochgepusht, dass ich meine Eltern leiden lassen möchte und ich hab das schon gemacht, als ich 10 war. Ich möchte es nicht, aber es ist wie eine Wut, die ich somit stille.

Es ist auch so eine Art, wie ich von denen Aufmerksamkeit erlangen möchte.

Was kann ich tun?????

Antwort
von Ninni381, 18

Hi Meidaelin! Wahrscheinlich empfindest du in diesen Situationen eine große Hilflosigkeit, denn deine Eltern sind Respektpersonen und du kannst mit ihnen im Streit nicht so umgehen, wie mit Gleichaltrigen. Ich kenne ein ähnliches Verhalten von früher, denn Selbstverletzung war auch für mich mitunter das greifbarste Ventil, um meinen verletzten Stolz und die empfundene Ungerechtigkeit zu kompensieren.

Das Verhalten meiner Eltern sollte sich in Schuldgefühle wandeln, und sie sollten sich viel lieber um mich sorgen, statt weiterhin böse auf mich zu sein. Für eine sachliche Konfrontation fehlten mir mentale Stärke und Mut, und mein Weg war so einfach. Von Selbstachtung, Selbstwertgefühl und einer gesunden Selbstreflexion leider keine Spur:-(

Also ich bin leider wirklich kein Experte; doch mir hat es geholfen, die Eigenverantwortung für mich selbst und mein Handeln, einschließlich der gedanklichen Einbeziehung aller möglichen Konsequenzen, tatsächlich bewusst zu übernehmen. Nicht die anderen treiben mich in die Selbstverletzung, sondern ich selbst entscheide mich dafür. Oder eben dagegen.

Die Klarheit darüber, dass du dir in erster Linie nur selbst schadest, hast du ja schon. Die Einsicht, dass du mit dieser Angewohnheit niemals wirklich erwachsen und unabhängig werden kannst, fehlt dir vielleicht noch ein bisschen. Mir wäre ganz wichtig, dass du deinen eigenen großen Wert als Individuum erkennst und verinnerlichst, und dass du schlechte Gefühle nicht mehr so nahe an dich heranlässt. 

Ohne Zweifel wäre die professionelle Hilfestellung durch einen Psychologen eine sehr gute Entscheidung... Das würde genau der richtige Schritt in eine deutlich bessere Lebensqualität für dich sein. Bitte überlege es dir, aber ganz in Ruhe. Alles Liebe, und ganz viel Kraft für die Zukunft- deine Ninni* 

Antwort
von nachdenklich30, 9

Wir Menschen sind komisch.

Wir wollen meistens gerne helfen. Ich kenne eigentlich niemanden, der "Nein" sagt, wenn er im Bekanntenkreis um eine konkrete Hilfe gebeten wird, und wenn er nicht aus anderen Gründen gehindert ist, zu helfen.

Aber wenn es um uns selber geht: Wenn jemand sagt: "Ich glaube, Du brauchst Hilfe!", dann sagen wir gerne: "Ach nein, lass mal.Ich schaffe das schon!"

Aber wenn wir selber nicht zu uns stehen, wer soll dann zu uns stehen?

Wenn jemand das Bein gebrochen hat, braucht er eine Schiene und eine Krücke.

Wenn jemand einen Infarkt hatte, braucht er einen Bypass.

Aber wenn wir Hilfe in unserer Seele brauchen, dann wollen wir unbedingt alleine damit fertig werden - bis wir kaputt sind!

Sind wir nicht reichlich bescheuert?

Wenn Du mir bis hierher zustimmen konntest: Hol Dir Hilfe.
Wenn Du noch Vertrauen zu Deinem Kinderarzt hast: Er wäre ein guter Ansprechpartner.

Wenn Du mit 17 schon einen Hausarzt hast: Dann frag den. Der kennt sich aus, und Du bist in guten Händen.

Wenn Du beides nicht hast: Dann wird es Zeit, dass Du Dir einen Hausarzt in Deiner Nähe suchst.
Hilfe kannst Du dabei auch beim Jugendamt bekommen oder bei einer der kirchlichen Lebensberatungsstellen...

Niedrigschwellige Hilfe kannst Du auch über die Chatseelsorge bekommen: http://telefonseelsorge.de/

Tu bitte etwas für Dich. Du bist der wichtigste Mensch, den Du kennst. Und Du hast Verantwortung für Dich!

Antwort
von Maisbaer78, 28

Wie die meisten Essstörungen ist auch diese wahrscheinlich eine Form der Selbstverletzung, praktisch gleichzusetzen, wenn auch noch nicht so drastisch, mit der Handlung des Ritzens oder Schneidens.

Wut spielt dabei eine große Rolle, wie du selbst schon erkannt hast. Meist ist es aber eine diffuse Art von Wut, für deren Ursachen oft kein Schuldiger auszumachen ist, die sich darum gegen dich selbst richtet.

Die Erklärung die du für dich zurecht gelegt hast, mag dir helfen das zu verarbeiten, ist aber aller Wahrscheinlichkeit nicht zutreffend.

Die meisten Essgestörten legen sich Gründe für Ihr Verhalten zurecht, die eine angebliche Kontrolle über die Störung suggerieren.

Du solltest versuchen, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen, deine erste Anlaufstelle wäre in jedem Fall dein Hausarzt, da auf freie Therapeutenplätze recht hohe Wartezeiten anfallen und er dir bei der anfänglichen Suche behilflich sein könnte.

Kommentar von Meidaelin ,

Kann ich es auch alleine hinkriegen? Wenn ja: wie?

Kommentar von Maisbaer78 ,

Mh, allein durch Selbstreflektion und Disziplin, was bei deinem inzwischen antrainierten Verhalten viel Kraft kosten wird.

Wenn Konflikte entstehen, versuche zuerst mal für dich selbst, den ursprünglichen Auslöser zu finden. Oft sind das Dinge, die bereits eine Vorgeschichte haben, also kannst du auch versuchen, die Ursprünge einzelner Konfliktpunkte ausfindig zu machen.

Führe meinetwegen eine Art Tagebuch, in dem du jeweils aufs Neue versuchst, ganz unbefangen (das ist sehr schwierig) deinen Standpunkt und den deiner Eltern gegenüber zu stellen. Versuche Punkte zu finden die auch den Ihren stützen.

Nicht zu letzt, solltest du versuchen, deinen Eltern die Situation zu erklären, nicht um sie zu erpressen, sondern um gemeinsam die jeweiligen Situationen erwachsen zu behandeln. Zwinge dich, danach, am besten mit deinen Eltern, zu essen.

Allerdings musst du dir auch keine unfaire Behandlung gefallen lassen. Wenn du selbst nach tiefergehender Selbstreflektion nicht zu dem Schluss kommst, das deine Eltern grund für einen Streit hatten oder ein dir unangenehmes Anliegen zu äußern, dann solltest du auch auf deinem Standpunkt beharren. Wenn du Argumente hast, äußere Sie.

Essen solltest du trotzdem. Es nimmt dir etwas an Glaubwürdigkeit, wenn du am Ende eines Konfliktes jedes mal auf diese Art und Weise reagierst.

Antwort
von Turbomann, 23

Du hast es ja bereits erkannt an was das liegt.

Dann solltst du dir Hilfe holen, damit zu lernst mit deiner Wut umzugehen.

Wenn sich deine Wut gegen dich selber richtet, dann hast du nicht nur ein Problem sondern mehrere.

Kommentar von Meidaelin ,

Kann ich es auch alleine hinkriegen? Wenn ja: wie?

Kommentar von Turbomann ,

Denke mal nicht, denn sonst hättes du ja keine Probleme mehr mit deiner Wut, wenn du es alleine hinbekommen hättest und die muss ja irgendeine Ursache haben..

Suche mal das Gespräch mit einem Psychologen und dann kannst du immer noch frei entscheiden, ob dir das was bringt oder nicht.

Antwort
von Schlauerfuchs, 3

Es lassen ,Deinen eigenen Weg im Leben gehen .

Das mit der Scheidung mit 10 war nicht einfach ,aber jetzt bist Du fast erwachsen und kannst eigene Wege gehen.

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