Ich bekomme ständig absagen. Liegt es an meiner Bewerbung?

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5 Antworten

Hallo tornado,

meine Vorredner haben völlig recht. Die Bewerbung ist ziemlich nichtssagend.

Aber mal von vorn...

"Sehr geehrte Damen und Herren,"


Immer den konkreten Ansprechpartner recherchieren. Sonst landet die Bewerbung an dieser Stelle evtl. schon im Papierkorb.

"durch die Bundesagentur für Arbeit habe ich erfahren, dass Sie eine Ausbildungsstelle als Chemikant für das Jahr 2016 anbieten."

Schlechter 08/15 Einstieg. Die Erwähnung der Arbeitsagentur macht sich nie wirklich gut. Ohnehin ist der Hinweis wo du die Bewerbung gefunden hast eine schlechte Wahl für einen Einstieg. Das interessiert keinen. Wofür du dich bewirbst kommt in die Überschrift, nicht in den ersten Satz.

Der erste Satz ist eigentlich der wichtigste in einer Bewerbung. Er muss das Interesse an die wecken und ihn zum weiter lesen animieren. Wenn der erste Satz überzeugt, ist es schwer das Interesse des Lesers zurück zu gewinnen. Finde einen persönlichen Einstieg. Z.B. warum dich dieser Beruf begeistert.


"Die Aussicht, bei einem führenden und weltweit tätigen Spezialchemiekonzern wie X , eine umfangreiche und fundierte Ausbildung zu erhalten, finde ich äußerst aufregend und herausfordernd."

Da dies deine einzige Begrüdnung für das Unternehmen ist, ist sie nicht konkret genug. Du musst zeigen, dass du dich mit deinem zukünftigen Arbeitgeber auseinander gesetzt hast. Warum soll es genau dieses Unternehmen sein? Es gibt viele unternehmen, die weltweit tätig sind. Was genau findest du denn an der Ausbildung aufregend und herausfordernd? Auch hier musst du zeigen, dass du dich mit der Ausbildung und dem Berufsfeld wirklich auseinander gesetzt hast. Du schreibst zu sehr in Floskeln. Der Text muss persönlicher und konkreter werden.

"In gut zwei Monaten werde ich voraussichtlich meinen vorhergesehenen
Abschluss „Abitur“ erlangen."

Niemals voraussichtlich verwenden. Sei in deinen Formulierungen selbstbewusst. vorhergesehen verwendest du übrigens falsch. Du versuchst dich hier an einem gehobenen Stil, aber das führt leider nur zu einem extrem ungelenken Schreibstil. Die Info sollte man aber auch dem Lebenslauf entnehmen können, der Satz kann somit raus.

"In Rahmen eines zweiwöchigen Schulpraktikums bei X, konnte ich mir bereits erste bemerkenswerte Kenntnisse gewinnen, die mein Interesse für spannende chemische Fertigungsverfahren verstärkt haben."

Ganz ehrlich in zwei Wochen eignet man sich keine bemerkenswerten Kenntnisse in irgendetwas an. "Im Rahmen" ist Behördendeutsch. der Rest klingt wieder sehr unpersönlich und konstruiert. Nenne konkrete Beispiele aus deinem Praktikum. Durftest du selbstständig irgendetwas tun? Was hast du dort gelernt? Wie hilft dir dies in der Ausbildung weiter? Was fandest du besonders interessant?

Die Herausforderung ein neues breites Aufgabenfeld zu unterstützen, werde ich mit großer Interesse und Engagement entgegennehmen.

Man nimmt eine Heruasforderung an, nicht entgegen. Der Genaze Satz sollte aber raus. Was meinst du mit neues breites Aufgabenfeld? Es ist neu für dich, aber doch nicht generell neu.

Ich besitze technisches Verständnis (was kannst du denn genau? Du bist wieder zu unkonkret) und kann verfahrenstechnische Zusammenhänge (dann zeig dem Leser das auch, indem du konkret wirst. Das wirkt mir kopiert. Zeige dem Leser dass du mit dem Begriff verfahrenstechnische Zusammenhänge etwas anfangen kannst, wenn du ihn schon verwendest) gut nachvollziehen.

Durch meinen Nebenjob in einem Supermarkt, habe ich gelernt Verantwortung zu übernehmen, teamorientiert zu arbeiten und effizient zu denken.

Effizent denken? Wohl eher effizient zu arbeiten. Ansonsten ist es schön, dass du deine Eigenschaften versuchst zu belegen. Generell überprüfen solltest du in deinen Bewerbungen, ob du alle in der Stellenanzeige geforderten Eigenschaften und Qualifikationen in deiner Bewerbung auch abdeckst. Und zwar ohne einfach den Wortlaut zu wiederholen, sondern in dem du ihnen mit Beispielen etwas Leben einhauchst.

"Auf das ständige Wechseln von Schule und Betrieb, bin ich bereits gewohnt."

Warum bist du das gewohnt? Warum findest du es überhaupt wichtig dies zu erwähnen? "Auf" sollte vermutlich "Auch" heißen. Aber auch das macht hier keinen Sinn. Lass den Satz weg.

Außerdem (hier ebenfalls falscher Anschluss. Wenn du außerdem schreibst hätte ja schon etwas davor kommen müssen) interessiere ich mich für chemische Fertigungsverfahren, da
mein Vater im X , für unter anderem Reparaturarbeiten an chemischen
Anlagen zuständig ist. Das Verständnis für naturwissenschaftliche
Zusammenhänge konnte ich mir in meinem Biologie-Leistungskurs aneignen.


Hier kommst du wieder mit dem Begriff "chemische Fertigungsverfahren". Gerade da dein Vater in dem Bereich arbeitet, solltest du doch in der Lage sein zu konkretisieren. auch naturwissenschaftliche Zusammenhänge ist viel zu unkonkret. Was genau interessiert dich daran. Zeig dem Leser, dass du wirklich ein Verständnis dafür mitbringst und dich auskennst.

"Eine Ausbildung in Ihrem Unternehmen wäre (niemals im Konjunktiv schreiben. ich wiederhole das bei 90% aller Bewerbungen hier.) ein wichtiger Schritt in die Richtung meines zukünftigen Berufseinstiegs."

Die Aussage kann aber auch raus. Natürlich ist eine Ausbildung ein Berufseinstieg. Aber viel wichtiger wäre es zu erfahren warum du unbedingt Chemikant werden willst und warum bei diesem Unternehmen.

Mit mir gewinnen Sie einen sehr motivierten und belastungsstarken Auszubildenden.

belastbaren, nicht belastungsstarken; Eigenschaften niemals nur aufzählen; die Motivation muss man deinem Anschreiben ansehen, dann musst du sie nicht erwähnen. Im Moment nehme ich deinem Anschreiben diese Motivation und Begeisterung für den Job leider nicht ab. Warum bist du belastbar? Wo hast du dies gelernt? Ist diese Eigenschaft explizit gefordert? Wenn nein, ersetze sie lieber durch eine Andere.

"Ich fühle mich bereit dieser Herausforderung zu stellen und würde Sie gerne von meinen Fähigkeiten überzeugen. Es würde mir eine große Freude bereiten, wenn Sie mich zu einem persönlichen Gespräch einladen."


Den Absatz kannst du so nicht schreiben. Schon allein wegen der ganzen Konjunktive. Bei dem Schlusssatz handelt es sich wirklich nur um eine kurzes Statement. z.B. Über Ihre Einladung zum Vorstellungsgespräch freue ich mich sehr. Das reicht vollkommen. Nutze den Platz lieber um vorher wirklich zu überzeugen.

Gute Tipps für das Schreiben von Bewerbungen findest du z.B. auf karrierebibel.de

Stell dich doch einfach mal vor du erzählst deiner besten Freundin, die Chemie furchtbar findet, warum du diese Ausbildung unbedingt machen willst. Verwende dabei deine eigenen Worte. Ich bin mir sicher du versuchst sie nicht mit chemischen Fertigungsverfahren davon zu überzeugen, dass der Job total spannend ist ;)

Lg Susan


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Will dich nicht demotivieren, aber du bekommst wenigstens Absagen. Die meißten Firmen antworten nicht einmal auf eine Bewerbung.

Das Anschreiben ist meiner Meinung nach "zu lang". Die meißten Personaler haben wenig Zeit. Ich hörte mal: 15 Zeilen maximal als Anschreiben. Das kann man aber auch gespalten sehen. Ich habe früher auch so ein Anschreiben verwendet, wie du das hier postest.

Rat: Ruf die Firmen an oder wenn möglich, gehe da mal direkt vorbei. Das macht einen anderen Eindruck. Anrufen und nachfragen, ob sie einen Auszubildenden nehmen würden und darauf in der Bewerbung beziehen "wie in unserem Telefonat vom XX.XX.2016 besprochen, bewerbe ich mich bei Ihnen als Auszubildender für ... XX".

Sind so meine ersten, spontanen Eindrücke. Ach noch was: "durch die Bundesagentur" wirkt so nach: ich bin gezwungen worden und eigentlich will ich nicht". Muss nicht so sein, ändere mal direkt diesen Satz... "im Internet habe ich gesehen, dass Ihr Unternehmen ... XX... sucht" oder was weiß ich. Anrufen, hingehen ist aber wohl effektiver.

Viel Erfolg bei den Bewerbungen.

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Es sind sprachliche Fehler vorhanden, z. B. "Ich fühle mich bereit dieser Herausforderung zu stellen", "konnte ich mir bereits erste bemerkenswerte Kenntnisse gewinnen" usw.

Weiterhin besteht die Bewerbung eher aus nichtssagenden Floskeln wie "umfangreiche und fundierte Ausbildung", "erste bemerkenswerte Kenntnisse", "neues breites Aufgabenfeld", "mit großer Interesse und Engagement"

Beim Lesen entsteht ein eher verkrampfter Eindruck und am Ende stichst du als Kandidat kaum bemerkbar heraus. Im Grunde weiß ich am Ende genauso wenig über dich, wie am Anfang bzw. erscheinst nicht interessant.

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Kommentar von tornado67
25.05.2016, 18:05

Was wären den Alternativen zu diesen Sätzen, die Sie aufgelistet haben?

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allgemeine hochschulreife bitte statt abitur; auf das ständige wechseln von... warum auf??? und theorie und praxis hört sich auch besser an, auch der satzaufbau ist teilweise nicht vorteilhaft. äußerst aufregend? deine stärken solltest du besser rüberbringen, lese dir deinen text selbst durch und versetzt dich in deren rolle... würdest du dich selbst nehmen? kommst du selbstbewusst und interessiert rüber?

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vermutlich.

durchaus sehr fehlerhaft, mehrfache wiederholungen, zuviel blabla und absolut unkonkret und allgemein geschrieben, nicht mal unbedingt auf den berufsweg angepasst. anführungszeichen haben außerdem nichts im anschreiben verloren.

warum genau willst du jetzt zu diesem unternehmen? wo willst du mittelfristig hin? das sind zb grundfragen, die unbeantwortet bleiben.

gruß aus einer personalabteilung.

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Kommentar von tornado67
25.05.2016, 18:03

wo sehen Sie den schwere Fehler? nett gemeint :)

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