Frage von DracheOhnezahn, 57

Ich als neuer Hauseigentümer möchte vor Einzug das Parkett (in meiner zukünftigen Whg)erneuert haben. Muss ich diese Instandhaltung meinen Mietern ankündigen?

Wir haben den Kaufvertrag schon unterschrieben, stehen jedoch noch nicht im Grundbuch. Die Mieter sind von Beginn an aggressiv uns ggü eingestellt, weil diese, sobald wir im Grundbuch stehen, aufgrund Eigenbedarf ausziehen sollen. Der Alteigentümer ist schon ausgezogen. Bei unseren ersten Renovierungsarbeiten (Entfernung von Holzverkleidung mittels wenigen Hammerschlägen) gab es schon die erste lautstarke Auseinandersetzung. Nun soll das Schleifen des Parketts in unserem WZ folgen und der Handwerker meldete sich dazu kurzfristig, um die Arbeit durchzuführen. Nach wenigen Minuten des Schleifens schlug ein Mieter uns fast die Whg-Tür ein. Wir hätten diese "Baumaßnahme" mind. 6 Wochen vorweg ankündigen müssen und der Handwerker solle sofort die Arbeit einstellen, was er selbstverständlich nicht tat. Zählt die Erneuerung des Parkettbodens als anzukündigende Baumaßnahme oder als nicht anzukündigende Instandhaltung? Ich muss doch auch kein Bohrloch 6 Wochen vorher ankündigen! Es handelt sich stets um Arbeiten in unseren zukünftigen vier Wänden und nicht in den Wohnungen der Mieter bzw. in den Räumen der Allgemeinheit (Treppenhaus etc.)

Expertenantwort
von johnnymcmuff, Community-Experte für Mietrecht & Vermieter, 31

Die Mieter sind von Beginn an aggressiv uns ggü eingestellt, weil diese, sobald wir im Grundbuch stehen, aufgrund Eigenbedarf ausziehen sollen. 

Du wärst auch nicht begeistert, wenn Du ausziehen müsstest.

Aber jetzt ihr könnt den Mietern in der Regel erst kündigen, wenn ihr im Grundbuch eingetragen seid und dann auch nur mit entsprechendem Grund und entsprechender Kündigungsfrist.

Ich muss doch auch kein Bohrloch 6 Wochen vorher ankündigen! Es handelt sich stets um Arbeiten in unseren zukünftigen vier Wänden und nicht in den Wohnungen der Mieter bzw. in den Räumen der Allgemeinheit.

Richtig, das muss nicht angekündigt werden, aber unter bestimmten Voraussetzungen kann der Mieter die Miete mindern.

Antwort
von TrudiMeier, 44

Was hast du eigentlich gekauft? Eine Eigentumswohnung, ein Mehrfamilienhaus oder ein EFH? 


weil diese, sobald wir im Grundbuch stehen, aufgrund Eigenbedarf ausziehen sollen.

Sobald ihr im Grundbuch steht, könnt ihr den Mietern fristgemäß wegen Eigenbedarfes kündigen. Sofern keine Sperrfrist eingehalten werden muss. Sie müssen nicht zu dem Zeitpunkt ausziehen, zu dem ihr im Grundbuch steht.


Bei unseren ersten Renovierungsarbeiten (Entfernung von Holzverkleidung
mittels wenigen Hammerschlägen) gab es schon die erste lautstarke
Auseinandersetzung.

Ich habe das so verstanden, dass eure eigenen 4-Wände noch immer von Mietern bewohnt sind. Wenn dem so ist, warum renovierst du in deren Wohnung rum? Und du willst wirklich das Parkett erneuern, während die Mieter noch drin wohnen?

Oder steht die Wohnung leer?

Kommentar von schleudermaxe ,

... es ist ein Mehrfamilienhaus, so lese ich die Frage. Der Alteigentümer ist ausgezogen. In dieser Whg. wird jetzt gelärmt.

Die weiteren Mieter im Haus sollen/müssen noch raus, wegen Eigenbedarf. Für wen auch immer.

Kommentar von TrudiMeier ,

Okay, ich fand das etwas verwirrend. Den Eigenbedarf kann er ja anmelden - aber erst nach Grundbucheintrag. Wenn der FS mir als Mieter erzählen würde, ich müsse zum Zeitpunkt des Grundbucheintrages ausziehen, dann hätte er mit mir ein gewaltiges Problem.

Antwort
von imager761, 49

Richtigerweise handelt es sich beim Abschleifen und Neuversiegeln eines Parkettboden in euren Räumlichkeiten um Renovierungsarbeiten, die nicht anzukündigen sind.

G imager761

Kommentar von schleudermaxe ,

... wieso euren? Weder Mieter noch Eigentümer noch Besitzer, so lese ich die Frage.

Kommentar von imager761 ,

Dann lies mal richtig: Eigentümer und Renovierungsberechtigter wird man mit kaufvertraglicher Übergabe, also nach Kaufpreiszahlung, Vermieter und Eigenbedarfskündigungsberechtigter erst mit Grundbucheintragung.

Natürlich dürfen die Neueigentümer (mit Besitzer hat das nun herzlich wenig zu tun) in ihrem Haus, soweit keine Mieträume Dritter, renovieren, ohne einen Grundbucheintrag vorzuweisen. Mit der angekündigtren EB-Kündigung verhält es sich genau umgekehrt.

Antwort
von lutzd, 21

Grundsätzlich sind renovierungen in eurer eigenen Wohnung zulässig. Ohne Ankündigung.
Das erneuern eines Parkett ist eine normale Renovierung. Ein Bescheid geben ist reine Höflichkeit. Anders ist es wenn die mieter in eurer Wohnung wohnen. Da hat er recht es muss vorher angekündigt werden. Ma davon ab das es keinen sinn macht renovierungen dieser Art in einer Bewohnten Wohnung zu machen

Kommentar von schleudermaxe ,

... aber es ist doch (noch) gar nicht seine Wohnung, so jedenfalls die Frage. Er steht nicht einmal im Grundbuch!

Kommentar von lutzd ,

Ich verstehe hier dein problem nicht. Natürlich darf er Renovierung sobald der Notar das Freigibt ausführen. Mit dem Grundbuch hat das nichts zu tun. Wenn man bezahlt hat und der Notar beurkundet darf man loslegen.

Kommentar von lutzd ,

Außerdem geht das den Mieter grad garnichts an.

Antwort
von schleudermaxe, 27

... das versteht doch eigentlich jeder seriöse Vermieter. Steht noch gar nicht im Grundbuch, führt sich schon auf wie der Käs, und droht sogar schon mit Kündigung.

Und schon einmal etwas von Zimmerlautstärke gehört und Ruhezeiten?

Dich möchte ich hören, wenn der Mieter so handelt und Krach macht.

Fragen?

Antwort
von Furino, 24

§554 BGB - Duldung von Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen

Artikel 1

Der Mieter hat Maßnahmen zu dulden, die zur Erhaltung der Mietsache erforderlich sind.

Artikel 2

Maßnahmen zur Verbesserung der Mietsache, zur Einsparung von
Energie oder Wasser oder zur Schaffung neuen Wohnraums hat der Mieter zu dulden. Dies gilt nicht, wenn die Maßnahme für ihn, seine Familie oder einen anderen Angehörigen seines Haushalts eine Härte bedeuten würde, die auch unter Würdigung der berechtigten Interessen des Vermieters und anderer Mieter in dem Gebäude nicht zu rechtfertigen ist.

Dabei sind insbesondere die vorzunehmenden Arbeiten, die baulichen Folgen, vorausgegangene Aufwendungen des Mieters und die zu erwartende Mieterhöhung zu berücksichtigen. Die zu erwartende Mieterhöhung ist nicht als Härte anzusehen, wenn die Mietsache lediglich in einen Zustand versetzt wird, wie er allgemein üblich ist.

Mal abgesehen davon, dass solche Maßnahmen 3 Monate vorher anzukündigen sind.

Kommentar von schleudermaxe ,

... aber der Vermieter macht doch gar nichts, es ist ein Käufer, der lärmen läßt!

Antwort
von aribaole, 48

Weder noch, denn man kann diese Arbeit auch als Renovierung Bezeichnen.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community