Ich (16) werde dazu Beschuldigt "Ermächtigt zum Fahren ohne Fahrerlaubnis" da ich mein Kolleg das Fahren meines Motorades zuließ. Was kommt nun auf mich zu?

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4 Antworten

Du hast eine Straftat nach § 21 Abs. 1 Nr. 2 StVG begangen. Diese wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft. Da ihr beide noch minderjährig seid, werdet ihr nach Jugendstrafrecht bestraft. Das bedeutet, dass ihr schonmal keine Geldstrafe erhalten könnt. Auch eine Freiheitsstrafe werdet ihr sicher nicht bekommen.

Womit du rechnen darfst, sind Sozialstunden. Das ist wahrscheinlich das häufigste Mittel, das im Jugendstrafrecht angewandt wird. Wieviele Sozialstunden du eventuell bekommst, kann ich dir nicht sagen, das hängt von vielen Faktoren ab.

Zu den Sozialstunden kann eventuell noch ein Fahrverbot nach § 44 StGB kommen oder sogar die Entziehung der Fahrerlaubnis (eher unwahrscheinlich) nach § 69 StGB.

Was kannst du jetzt tun? Es gibt sicherlich Mittel und Wege, völlig unbeschadet aus der Sache raus zu kommen. Dafür müsstest du allerdings wahrscheinlich unerhlich sein und deinen Freund eventuell noch mehr in die Sch***e reiten. Du könntest behaupten, du hättest
a) nichts davon gewusst, dass dein Kumpel keinen Führerschein hat. Wird dir der Richter aber wahrscheinlich nicht abkaufen.
b) nichts davon gewusst und es auch nicht zugelassen, dass dein Freund dein Motorrad nimmt (das würde dir der Richter wohl schon eher abkaufen).

In beiden Fällen (vor allem Variante b)) müsste dein Freund das ebenfalls so vor Gericht aussagen. Dann kann es gut sein - angenommen, der Richter glaubt dir/euch - dass du ohne Strafe davon kommst.

Mit diesen Aussagen kannst du natürlich nicht mehr ankommen, wenn du oder dein Kumpel bereits bei der Polizei irgendetwas anderes ausgesagt habt. In diesem Fall solltet ihr in jedem Fall bei der Wahrheit bleiben und kooperativ sein; das kann euch ein paar Sozialstunden ersparen.

Wichtige INFO: Die "Falschaussage" eines Beschuldigten ist nicht strafbar. Beschuldigte bzw. Angeklagte können ungestraft soviel Falsches erzählen, wie sie wollen, solange sie keinen anderen fälschlicherweise dabei beschuldigen / verdächtigen. Allerdings kann sich eine als falsch herausgestellte Behauptung eines Angeklagten natürlich negativ auf dessen Glaubwürdigkeit insgesamt und auf das Strafmaß auswirken.

Im Übrigen zeige ich dir hier nur völig unverbindlich und neutral die verschiedenen Möglichkeiten auf und möchte dich nicht dazu bringen, irgendwo die Unwahrheit zu sagen. Das ist ganz allein deine Entscheidung.

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Hallo,

nach § 21 StVG habt ihr beide eine Straftat begangen, die mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft wird.

Euch beide erwartet die gleiche Strafe, denn es ist unerheblich, ob man selbst ohne Fahrerlaubnis fährt (dein Freund) oder ob man dies zulässt (du).

https://dejure.org/gesetze/StVG/21.html

Da ihr beide noch nicht volljährig seid, wird die Strafe sicher geringer ausfallen, als bei einem Erwachsenen.

Mit Sozialstunden (die dieser Paragraph eigentlich nicht vorsieht) oder auch einer Geldstrafe dürft ihr aber allemal rechnen.

Viele Grüße

Michael

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Wenn du schlau wärst und dein Kollege loyal hättest du behauptet, du wusstest davon nichts. Ein guter Freund (Vorraussetzung für das Ausleihen von Fahrzeugen) Hätte das natürlich bestätigt.

Ich denke aber, du wirst trotzdem noch glimpflich davon kommen.

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Kommentar von Terri101
11.07.2016, 19:54

Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.

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