Frage von nachgefragt22, 41

Ich (15) brauche Hilfe :(. Was soll ich tun (Details unten)?

Hallo, ich weiß nicht, Wieso ich das mache :(. Ich habe vor circa einem Jahr angefangen Alkohol zu trinken, weil es mir nur schlecht ging. Alle haben mich gemobbt (an meiner alten Schule), weil ich z.B etwas dicker war (Aber nicht übergewichtig), keine Freundin hatte und ich "ein Streber bin" (Ich habe gute Noten, aber bin kein Klugscheißer oder Besserwisser). Ich habe das niemanden erzählt, bis das Überhand nahm. Dann haben sie angefangen, mich in Büsche zu schubsen, mich mit Essen zu bewerfen und mich mit Softairs abzuschießen (Das war nicht in der Schule). Dann fing es an: Ich habe angefangen die Schule zu Schwänzen, habe mich öfters absichtlich übergeben. Am 17.8.2015 ist meine Oma gestorben. Sie war meine einzig richtige Bezugsperson :(. Mit 15, letzten Jahres habe ich angefangen zu trinken und zu rauchen, weil ich sonst das alles nicht verkraftet hätte. Jetzt nimmt auch das langsam Überhand an! Ich wollte mich schon mal umbringen, war dafür aber zu blöd dafür: Ich wurde erwischt von meinen Eltern, die sonst NIE nach mir sehen und es denen eigentlich egal ist, wie es mir geht! Mir geht es langsam immer schlechter, Seelisch als auch psychisch.

Ich möchte eigentlich aufhören mit Rauchen und Trinken, aber ich schaffe das nicht :(. Nicht weil mir der Alkohol so gut schmeckt, sondern weil ich einfach mal für einen Moment alles vergessen kann :(.

Bitte, nehmt das Ernst! Ich brauche Hilfe!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von EinNarr, 25

Deine Situation ist schwierig - aber nicht aussichtslos.

Die Faszination an der Wirkung von Alkohol und auch Zigaretten kann ich gut nachvollziehen. Das eine dämpft herrlich und das andere reguliert den Stress - es ist verständlich, dass du in deiner Lage dazu gegriffen hast und es auch immer noch tust.

Nun ist es wichtig, ein wenig Ordnung in dein Chaos zu bringen. "Ordnung ist das halbe Leben" sagt man so schön und gerade wenn man etwas in den Griff bekommen möchte, ist es unumgänglich ein wenig Struktur in die Lebensumstände zu bekommen. Das kann nervend und anstrengend sein aber es ist, mehr oder minder leider, notwendig.

Eine 15-Jährige zum rauchen zu ermuntern liegt fernab jeder Verantwortung, dessen bin ich mir bewusst. Jedoch sehe ich darin erst einmal das geringste Übel, zumal alles umzukrempeln von 0 auf 100 ein völlig absurdes und weltfremdes Unterfangen ist. Klammern wird das rauchen also erst einmal aus. Behalte es vorerst einfach nur insofern im Blick, dass du dich nicht strafbar machst - Zigaretten klauen, Geld zum kaufen klauen et cetera sollten Tabu sein. Wenn es also die Situation verlangt und dir danach sein sollte, dann zünde dir eine an bei passender Musik und atme tief durch.

[Anmerkung: Ich bin mir sehr wohl der Tatsache bewusst, das rauchen schädlich ist und 15 kein Alter zum rauchen ist. Im Anbetracht der Lage ist es aber vorerst(!), in meinen Augen, zu vernachlässigen - insbesondere weil unter diesen Umständen alle "Laster" aufzugeben die Situation unnötig erschwert. Die Prioritäten sollten anders liegen.]

Jetzt kommt einer der Knackpunkte. Der Alkohol und den einfach mal im Raum stehen lassen wäre ein fataler Fehler. Du schreibst das du vor einem Jahr angefangen hast zu trinken bis "das langsam Überhand" genommen hat. An der Stelle ist die Frage - wie viel trinkst du und in welchen Abständen und wie reagiert dein Körper darauf?

Diese Fragen sind ungemein wichtig. Sollte dein Körper über eine Gewöhnung Entzugserscheinungen zeigen, wenn du nicht trinkst, dann ist es nicht zu verantworten eigenständig aufzuhören. Bei einer Alkoholsucht ist ein kalter Entzug Zuhause, ohne den nötigen Rückhalt, sehr gefährlich und könnte mit schwerwiegenden Konsequenzen auftreten. Es ist also ungemein wichtig, dass du einen Blick auf dein Trinkverhalten wirfst und genau beobachtest was passiert, wenn du nicht trinkst. 

Natürlich kann man dir das eine nicht einfach nehmen ohne es zu ersetzen. Du möchtest "einfach mal für einen Moment alles vergessen" und das kann man dir auch nicht verübeln. Jedoch ist es wichtig langfristig einen anderen Weg einzuschlagen. Da wäre zum einen die Aufarbeitung deiner Situation. Rede darüber, schreibe darüber und am besten wäre es, wenn du dies nicht mit einem Bekannten tätest, sondern mit einem Therapeuten der geschult ist. Es geht hier nicht darum dir zu attestieren, dass du verrückt bist aber ein Therapeut ist eine neutrale Person. In regelmäßigen Abständen seht ihr euch und du kannst frei sprechen mit jemanden, der von der ganzen Thematik auch etwas versteht. Das kann im stationär, gerade dann eine gute Wahl wenn das mit dem Alkohol ein Problem darstellt, welches du alleine nicht lösen kannst oder im ambulanten Rahmen passieren. 

Du schreibst es schließlich: "Ich brauche Hilfe!"

Diese Hilfe bekommst du genau dort. Professionell und auf eine Art und Weise, die dich dann auch schlussendlich weiter bringt.

Ich sehe gerade im stationären für dich eine richtige Wahl, so abschreckend das sicher auf dich wirkt. Zum einen bekommst du dort aber umfassende Unterstützung - egal ob das den Alkohol oder deine psychische Verfassung betrifft. Allerdings wird du auch gleichzeitig für eine Zeit von der Schule und deinem sehr erdrückendem Umfeld befreit - ein wenig Luft zum atmen. Dieser Abstand, so meine ich, könnte dir sehr gut tun, da du so die Möglichkeit hast dich angstfrei auf dich konzentrieren zu können. 

Dort kannst du auch deine Mobbingerfahrungen vernünftig aufarbeiten und dir vielleicht auch hilfreiche Impulse geben lassen, wie du nun damit umgehen kannst, dass dir das passiert ist. Selbiges gilt auch für deine verstorbene Großmutter. Es gibt kein Zaubermittel diese Dinge rückgängig zu machen oder aus deinem Gedächtnis zu streichen. Der Alkohol gaukelt das zwar gerne vor aber er tut nichts dergleichen. Die einzige Möglichkeit ist es, diese Situation zu be- und verarbeiten, um zu guter Letzt einen Haken dahinter machen zu können. Zwar ist und bleibt es dann ein Teil deiner Geschichte aber die Kapitel sind beendet und tun bei weitem nicht mehr so weh wie heute.

Wenn du bei der Suche oder bei der Auswahl einer Therapie Hilfe brauchst, dann kannst du dich gerne melden - per PN oder Mail. Steht alles im Profil.

Du scheinst ein kluger Kopf zu sein, zumindest ist das die Sprache deiner Noten. Du bist, auch wenn du das nicht gerne hören wirst, noch jung. Die Jugend kann in solchen Zeiten ein Segen sein. Körper und Kopf sind fit, damit hast du die richtige Grundlage und Zeit deiner jetzigen Situation die Stirn zu bieten - erfolgreich die Stirn zu bieten. Daran kann dich auch niemand hindern, wirklich niemand - außer die Entscheidung es nicht zu tun. 

Du bist nicht alleine mit deiner Situation. Es gibt so einige, manche davon sind mir bekannt, die vor Jahre durch eine ähnliche persönliche Hölle gerutscht sind aber dank den richtigen Schritten heute wieder auf den Beinen stehen. Es ist möglich und ich sehe, wenn ich deinen Text so lese, keinen Grund dafür, dass du dies nicht könntest.

Ich wünsche dir alles Liebe und hoffe sehr, dass es dir bald besser gehen wird. Für Rückfragen jeder Art stehe ich gerne zur Verfügung.

Liebe Grüße.

Antwort
von Slatkimeda, 9

Ich weiss das es schwirig ist und Rauchen wie auch Alkohol schädlich aber bitte hör auf mit den Alkohol das wird dein ganzes Leben zerstören. Alkoholiker kommen schwer weg von der Flasche und viele sind auf die Strasse gelandet da sie nicht mal arbeiten können, wie sollen sie auch arbeiten wenn sie betrunken sind. Hör damit auf such eine neue Schule oder zieh um du bist erst 15 wenn du das jetzt nicht schaffst wirst du Probleme im Leben haben. Du brauchst einen guten Abschluss um eine Ausbildung zu finden und später einen Job. Wie soll es weiter gehen? Dein lebenlang trinken und nichts haben vielleicht auf die Strasse landen nur wegen solchen Menschen? Du zerstörst momentan dein Leben nur wegen anderen. Du musst es schaffen und denen zeigen das du etwas erreicht hast und das du nicht eine Niemand bist. 

Antwort
von Barbaratlos, 20

Die ersten Schritte hast du ja schon getan: Du hast verstanden, dass du dir schadest, beschlossen, etwas zu unternehmen und um Hilfe gebeten. Super!

Deine Geschichte ist typisch für eine Suchtentwicklung: Schwierige Lebensumstände, Ausweichen und Anwenden von Rauschmitteln, das heißt Alkohol... Aber nur Mut: Es gibt Wege zurück in ein gesundes und glückliches Leben. Das hast du verdient, jeder Mensch verdient das.

Du brauchst Hilfe aus deinem Nahfeld, von hier aus kann man dir nur gute Tipps geben. Das heißt: Wenn du wirklich etwas ändern möchtest, musst du Farbe bekennen. Suche einen Erwachsenen, dem du vertraust und sprich mit diesem über dein Problem. Eltern, Lehrer, Sozialarbeiter, Ärzte. Am einfachsten und unauffälligsten ist es, zum Arzt zu gehen.

Du kannst auch beim Jugendamt anrufen und deine Situation vorstellen. (Die Leute beim Jugendamt arbeiten für Kinder und Jugendliche, nicht gegen sie!) Wenn es eine Suchtberatungsstelle in deiner Nähe gibt, wende dich dorthin. Die Leute, die dort arbeiten, kennen dein Problem sehr gut, du bist nicht der erste damit. Sie werden dich nicht dafür verurteilen, sondern dich unterstützen. 

Alles Gute.

Antwort
von SMS170412, 35

Hallo nachgefragt22, sprich aufjedenfall mit deinen Eltern darüber. Denn deine Beschreibung hört sich sehr stark nach Depressionen an. Da brauchst du Hilfe, sei es von deinen Eltern, Bezugslehrer, Psychologen oder Sozialassistenten & das ist auch gar nicht schlimm. Ich selber war öfter bei Sozialarbeitern wegen Depressionen & es geht mir wesentlich besser. 

Falls du jemanden zum reden brauchst schick mir eine Nachricht. 
Liebe Grüße. 

Antwort
von maxderfuchs, 1

Wenn du wirklich aufhören willst mit rauchen, trinken dann mach einfach und sag nichts in Richtung jetzt noch ein letztes Mal sondern hör sofort auf. Außerdem solltest du einfach dein Leben so gut es geht weiterleben.

Antwort
von Halbammi, 36

Ich würde versuchen, die Mobber zu ignorieren irgendwann verlieren Sie die Lust. Du solltest dich ausserdem zuerst an deinen Hausarzt wenden. Er wird dich vermutlich an einen Therapeuten verweisen, was denke ich auch die richtige Sache ist. Ich vermute das du dich in einer psychischen Abhängigkeit befindest. Wichtig ist, dass dein Selbstvertrauen aufgebaut wird und du vom Alk wegkommst.

Antwort
von Juculian, 31

Du musst mit deinen Eltern reden oder die eine andere Person suchen, die mit dir das Problem löst. Suizid ist eine ganz doofe Sache, damit löst du nicht das Problem.
Wenn dich deine Schulkollegen ärgern, dann musst du versuchen, ihnen aus dem Weg zu gehen und einen Kontakt zu Freunden aufzubauen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass du da niemanden hast.

Antwort
von Cupcake4444, 19

Du willst damit aufhören, also kannst du das auch. Du brauchst nur Unterstützung dabei. Rauchen & die ganze Sc hei**e bringt dir nix, auch wenn du das denkst.

Antwort
von meinerede, 13

Schau mal hier:

https://www.nummergegenkummer.de/kinder-und-jugendtelefon.html

Das ist momentan die richtige Anlaufstelle für Dich! Hier kannst Du kostenlos und völlig anonym am Telefon Dein Leid schildern. Kompetente Menschen hören Dir aufmerksam zu und vor Allem: Sie nehmen Dich ernst! Zudem wissen sie, wie Dir Schritt für Schritt geholfen werden kann und kennen auch die entspr. Anlaufstellen, bzw. stellen die Verbindungen her.!

Alles Gute!

Antwort
von souvisou, 9

Hey. Ich kenne das, und wie man sich fühlt. Nun ja um dir da wirklich zu helfen braucht man sicherlich mehr zeit. Wenn du sie dir such nehmen willst, kannst du mir eine freundschaftsanfrage machen :) dann können wir reden

Antwort
von robi187, 12

rufe mal dort an die haben dir sicher eingen guten rat:

https://www.nummergegenkummer.de/kinder-und-jugendtelefon.html

Antwort
von Herpor, 3

Solange du nur "eigentlich" aufhören willst, geht das nicht.

Antwort
von Stinkepups, 12

Am Rande: Softairs auf Personen ist Körperverletzung

Antwort
von Stinkepups, 12

Ich kann recht wenig tun - du brauchst professionelle Hilfe (Suchtberatung) und vielleicht gehst du mal zu ProFamilia (wie auch immer die richtig heißen).
Good luck boy.  

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