Frage von Mustang56, 81

Ich zweimal einen anfall durch bekommen. Die zwei male hatte ich einen blackout Nun meine frageich bin derzeit 16 und kann diese mit der Pubertät auswachsen?

Antwort
von newcomer, 63

Erfahrungen zeigen dass in einem Alter zwischen 21 und knapp 40 Jahren sehr selten Anfälle bei Autisten auftreten

Kommentar von Adlerblick ,

Woher weißt Du denn, dass es sich beim FS um einen Autisten handelt? Der FS ist erst seit 6.3.16 dabei und Du weißt schon, dass es sich um einen Autisten handelt?

Außerdem finde ich die Aussage von Dir ziemlich vermessen bezüglich der Zeitspanne, in der keine Anfälle auftreten sollen.

Nenne eine wissenschaftliche Quelle, in der Derartiges festgehalten ist.

Kommentar von newcomer ,

haben Autisten in Familie, Aussage stammt von Fachärzten in der Behindertenwerkstätte in der er beschäftigt ist

Antwort
von Adlerblick, 36

Du hast die Frage nicht eindeutig gestellt, es fehlt ein wesentlicher Teil.

Hinter dem "durch" fehlt der Punkt, der erklären würde wodurch der epileptische Fall bei Dir ausgelöst wurde.

Ohne diese Angabe kann man auch keine konkrete Antwort geben.

Wenn Du einen Blackout hattest, hattest Du einen sogenannten Grand Mal-Anfall, der geht mit einer Bewußtlosigkeit einher.

Hast Du während der Anfälle eingenässt? Das wäre absolut normal, da bei einem Grand Mal-Anfall die gesamte Muskulatur erschlafft und damit auch die Wirkung des Schließmuskels der Blase (= Detrusor) nicht mehr auf Zusammenkneifen gepolt ist.


Hattest Du vor den Anfällen eine sogenannte Aura, mit der Dir angekündigt wurde, dass ein Anfall passieren wird. Das kann auf verschiedene Art und Weise passieren:

durch optische Reizübertragung oder durch eine akustische.

Bist Du in ärztlicher Behandlung bei einem Neurologen?

Ein automatisches Auswachsen mit der Pubertät ist normalerweise nicht gegeben, da es sich bei einer Epilepsie nicht um ein hormonelles Problem handelt.

Eine Epilepsie muss aber behandelt werden. Dazu ist nötig, dass zunächst mal ein EEG gemacht wird, um Deine Gehirnströme genauestens zu untersuchen.

Du sollteset schleunigst einen Termin bei einem Neurologen ausmachen, damit der Dich eingehend untersuchen kann und auch eine entsprechende Medikation veranlasst, um künftige Anfälle zu erhindern.

Ich wünsche Dir alles erdenklich Gute!

Kommentar von Mustang56 ,

Oh stimmt die zwei Anfälle kamen nach einem übermäßigen Alkoholkonsum (blackout)und nach den anfall konnte ich mich an nix mehr erinnern.  Eingenässt habe ich mich jedoch nicht. Beim eeg und mrt war ich schon und die Ärzte haben gesagt dass sie nix auffälliges finden. Kann das mit den Jahren wieder verschwinden? 

Mfg

Kommentar von Mustang56 ,

eeg hatte ich schon zweimal gemacht und bei beidem male könnte man keine auffälligkeiten sehen

Kommentar von Adlerblick ,

Wenn es sich tatsächlich um einen epileptischen Anfall handeln würde, geht es ohne Behandlung nicht von alleine weg.

Da Du aber geschrieben hast, dass das EEG keine Auffälligkeiten zeigte und auch über MRT nichts festgestellt wurde, handelt es sich
offensichtlich auch nicht um einen epileptischen Anfall.

Du schreibst, dass Du das erlebt hast nach Alkoholgenuß.

Möglicherweise hattest Du ja aufgrund des Alkoholgenusses ein Kreislaufproblem. Wurde auch das nachgeprüft?

Kommentar von Mustang56 ,

Die bei dem "Anfall" dabei waren haben gesagt dass ich blau angelaufen bin und meinen Kopf auf den Boden gehauen habe. Aber ob das vom Kreislauf kommt haben die Ärzte nicht untersucht.

Kommentar von gimahani ,

hallo mustang,

gemäß meiner erfahrungen ist die krankheit wenig berechenbar. ich habe von einigen fällen gehört, in denen die epilepsie mit der pubertät eine veränderung erfahren hat. bei mir war es eine negative: mit 8 wurde bei mir epilepsie diagnostiziert und die damaligen kleinen anfälle (absencen) konnten erfolgreich mit medikamenten behandelt werden. etwa bis ich 11 war erfolgte ein schrittweises ausschleichen des präparats und ich blieb bis in mein 16. lebensjahr anfallsfrei. dann ging es richtig los mit grand mal-anfällen. 

ich schließe mich adlerblick an, möchte dir aber außerdem noch an's herz legen, dich umfassend über medikamente zu informieren, die du möglicherweise langfristig nehmen müsstest.

@adlerblick: das forum kann sich glücklich schätzen, dich als aktives mitglied zu wissen ;)

beste grüße

gimahani

Kommentar von Adlerblick ,

@gimahani, Du hast es sehr gut beschrieben, wie die Verläufe n der Pubertät sein können.

Es tut mir sehr leid, dass Du diese Erfahrung machen musstest.

Interessanterweise sind die Absencen als Form einer Epilepsie früher gar nicht so bekannt gewesen, obwohl es sie natürlich gab. Solche
"Abwesenheits-Formen" wurden so gut wie nie als behandlungswürdig angesehen.

Und Du hast es meines Erachtens sehr treffend beschrieben. Du hast damals Medikamente bekommen, die die Absencen gemildert haben.

Das Ausschleichen hat auch noch gut funktioniert, aber dann kam der "Hammer", der Grand Mal-Anfall.

Was war denn bei Dir beim 1. Grand Mal-Anfall der Auslöser? Warst Du zu dem Zeitpunkt krank?

Hattest Du damals  eine Aura?

Wie geht es Dir denn inzwischen? Musst Du wieder Medikamente nehmen?

Ich wünscheDir auf alle Fälle alles erdenklich Gute für Deinen weiteren Weg.

In den Fällen, in denen die Absencen nicht behandelt wurden, kam es später seltenst zu Grand Mal-Anfällen. Jedoch konnten Krankheiten, die sich auf das Gehirn auswirkten, später noch zu den Grand Mal-Anfällen führen.

DieEpilepsie ist so ein großes und sehr spezifisches Gebiet, dass es auch der Spezialisten bedarf, um die Behandlungen richtig anzusetzen.

Erst seit ein paar Jahren ist es üblich, dass beispielsweise bei Kinderärzte-Kongressen die Epilepsie als Fortbildungsstoff angeboten wird.

Gimahani hat richtigerweise darauf hingewiesen, dass Du Dich gut über Medikamente informieren solltest, denn logischerweise sind die auch mit Nebenwirkungen verbunden.

Inzwischen gibt es Kombinationsmöglichkeiten von verschiedenen Wirkstoffen, so dass man nicht immer bei einem einzigen Medikament bleiben muss, was auch die Nebenwirkungen etwas minimiert.

Kommentar von gimahani ,

Vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar und die Dankes- bzw. anerkennenden Worte.

ACHTUNG: Das ist ein Auszug meiner Krankheitsgeschichte. Er liest sich negativ, aber so ein Verlauf ist kein Muss. Jede Epilepsie ist anders und jeder Mensch geht unterschiedlich mit einer solchen Erkrankung um. 

Der Anfall (eigentlich waren es drei, das weiß aber bis heute keiner) wurde durch Fotostimulation ausgelöst, ganz konkret hing ich gerade Wäsche im Garten auf. Der Wind wehte stramm und die Wäsche flatterte hin und her, während ich genau entgegen der Sonne stand. Mir wurde ein wenig schwindelig, aber ich das nicht für voll genommen. Kurz darauf sackten mir das erste Mal die Beine weg. Dabei war ich noch klar und dachte: "Na nu, was ist denn hier los?" Wenige Minuten später landete ich wieder unsanft auf dem Hintern und das dritte Mal war ich völlig weg. Irgendwann fand ich mich auf dem Sofa unseres Wohnzimmers wieder, wo mich eine Nachbarin (Krankenschwester von Beruf) hingebracht hatte, nachdem sie das Geschehen beobachtet hatte. Obwohl ich die Frau recht gut kannte, konnte ich weder sie noch den Raum zuordnen, in dem ich mich befand.

Körperlich krank war ich zu diesem Zeitpunkt nicht.

Im Anschluss wurde ich auf Ergenyl Chrono (Valproat) eingestellt und habe das knapp sieben Jahre genommen, in denen ich anfallsfrei war. Allerdings hat dieses Medikament, verschrieben von einer etablierten Kinder- und Jugendneurologin, meinen Hormonhaushalt verändert, was in Anbetracht meiner damaligen Pubertät nicht optimal war. Mit den Folgeerscheinungen habe ich heute nicht nur körperlich, sondern vor allem psychisch zu kämpfen. Aufgrund der immensen Nebenwirkungen des Valproats wollte ich das nicht mehr nehmen und wurde sukzessive auf Lamotrigin umgestellt. Zwar soll das die Stimmung stabilisieren, das tat es bei aber nicht. 

Die Tragödie - zumindest empfinde ich es als eine - will nicht enden. Als ich nach über sieben Jahren Anfallsfreiheit aus heiterem Himmel mal wieder umgekippt bin, war es mit der Unbeschwertheit endgültig vorbei. Mein Leben wird von Angst bestimmt und es ist oft ein gewaltiger Kraftakt, den Alltag am Laufen zu halten. Obwohl ich eine junge Frau bin, ist mir alles zu viel, was anderen Spaß bereitet: Feiern, Shoppen, Sport, ...

Manchmal (zum Glück eher selten) ist es so schlimm, dass ich mich kaum aus dem Bett getraue. 

Mein Ist-Zustand: Organe durch die Medikamente kaputt, psychisch extrem labil, kaum Freude am Leben. Über die Krankheit reden kann ich nicht, da mir das sofort die Tränen in die Augen treibt. Die Bereitschaft, irgendetwas zu therapieren, ist schon seit Jahren nicht mehr da, sodass ich abgesehen von meinen derzeitigen Medikamenten (siehe nächster Absatz) jegliche Untersuchung und Behandlung ablehne.

Derzeit nehme ich:

Lamotrigin 100mg: 1 - 0 - 1

Sertralin 100mg: 1 - 0- 0

Bisoprolol 2,5mg: 1 - 0 - 1

Kommentar von Adlerblick ,

Danke für Deinen ausführlichen Bericht. Ich schicke Dir eine Freundschaftsanfrage, dann können wir uns über PN austauschen, was sicher in dem Fall besser wäre.

Ich würde Dir nämlich gerne noch einen Hinweis geben.

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