Frage von oelfingerchen, 135

Hundeschwangerschaft Tierquälerei?

Hey :) Das ist kein Troll, aber in vielen Fragen zu dem Thema Trächtigkeit bei Hunden schreiben viele, dass das für Hunde nichts schönes ist. Ist es denn Tierquälerei, seine Hündin vorsätzlich decken zu lassen, wenn man sich Welpen wünscht? Ich selber habe keine Hündin und auch nicht vor meinen Rüden decken zu lassen, ich frage nur aus Interesse, da ich lange Zeit mit einer Züchterin befreundet war. Bedeuten Schwangerschaft und Welpen für eine Hündin Stress? Danke für die Antworten :)

Expertenantwort
von dsupper, Community-Experte für Hund, 46

Hallo,

natürlich ist eine Trächtigkeit für eine Hündin eine normale Sache - die Arterhaltung ist ein Instinkt.

ABER:

- eine Trächtigkeit und die nachfolgende Aufzucht bedeutet für die Hündin immer eine große Gefahr und auch eine Menge Stress.

- auch Hunde tragen unterschiedliche Gene und auch Erbkrankheiten in sich. Hat man davon keine Ahnung und nimmt wahllos einen Rüden und eine Hündin, dann kann es zu schlimmen Folgen für die Hündin und die Welpen kommen. Die Welpen können zu groß werden, sie können sehr krank auf die Welt kommen, Missbildungen haben und und und. Nicht ohne Grund werden Zuchthunde gründlichst untersucht, auch auf rassetypische Erkrankungen und Erbfehler.

- Leute, die einfach mal so Hunde vermehren ohne wirklich Ahnung zu haben, setzen das Leben der Hündin und der Welpen leichtfertig aufs Spiel, denn es kann zu so vielen Komplikationen kommen, bei denen man dann wissen muss, was SOFORT zu tun ist.

- viele Leute wissen auch gar nicht, wie viel Arbeit und Zeit so ein Wurf macht, wie viel Platz die Kleinen brauchen, dass sie sich auch draußen bewegen müssen, alles kaputt machen, ständiger Beaufsichtigung bedürfen, unendlich viel Geld kosten und und und. Das führt dann dazu, dass die Welpen in eng begrenzten Räumen (oft Laufställen) aufwachsen müssen, die notwendige Hygiene fehlt, an der tierärztlichen Versorgung gespart wird, die Ernährung mangelhaft ist (was Folgeschäden nach sich zieht), die Welpen dann viel zu früh (oft noch vor der gesetzlich bestimmten Frist von 8 Wochen) abgegeben werden, weil die Vermehrer völlig überfordert sind.

- solche Welpen haben natürlich keine Papiere und sind eben Mischlinge (was durchaus nicht negativ ist!). Aber für solche Welpen finden sich dann nur selten wirklich verantwortungsbewusste Menschen, vielmehr werden sie oft gekauft, "weil sie so süß sind", wenig durchdacht und eher spontan. Viel Geld kann man für sie auch nicht verlangen, sie sind also billig. Da liegt es nahe, dass solche Welpen, wenn der erste Spaß vorbei ist, die ersten Probleme kommen, der Hund anstrengend wird .... diese Hunde weitergegeben werden (meist egal an wen) oder im Tierheim landen.

Und da es ohnehin Unmengen von Hunden gibt, die ein schönes, dauerhaftes und verantwortungsvolles Zuhause suchen, sollte man eine solche sinnfreie Vermehrung nicht noch durch einen Kauf unterstützen oder jemandem zuraten, solche Hunde zu "produzieren".

Es ist kein Spiel und auch kein Spaß, sondern eine höchst verantwortungsvolle Aufgabe, Hunde zu züchten - mit viel Ahnung, viel Wissen, viel Geld und das sollte man Menschen überlassen, die all dies haben. Denn die Verantwortung endet nicht im Moment des Verkaufs, auch, wenn viele das so denken.

Leider wissen viele Vermehrer und auch viele der uninformierten Käufer nicht, dass der Vermehrer für auftretende Erberkrankungen und andere, durch die Aufzucht entstandenen Krankheiten zwei Jahre lang haftbar zu machen ist - dann würden nämlich sehr viel weniger Leute auf die Idee kommen, mal eben so, nur aus Spaß oder wegen einem schnellen Euro, Hunde in die Welt zu setzen. Dann gäbe es eine ganze Menge Hundeelend weniger!

Antwort
von LukaUndShiba, 61

Es geht in den Fragen eher da drum das leihen das machen wollen.

Und ja mit dieser Unwissenheit wird das schrecklich für die Hündin ...

Wenn man sieht was hier schon alles für fragen gestellt wurden wo die Leute mit der trächtigen Hündin schon längst hätten einen Tierarzt kontaktieren müssen aber lieber stundenlang warten und dann erst mal online kommen und hier fragen.

Bei einem leihen kann viel falsch gehen und dort ist auch die Wahrscheinlichkeit des versterbens der Hündin und / oder der Welpen höher.

Das kann bei einem seriösen Züchter natürlich auch immer passieren wegen Komplikationen, aber ein leihe provoziert das mit seinem Unwissen noch eher. Denn er weiß nicht wann Zeit ist einzugreifen oder einen Tierarzt ganz dringend dazu zu holen.

Kommentar von skjonii ,

Ich denke ein wichtiger Faktor ist auch die Verpaarung an sich. Bspw. das Merle-Gen: Diese Farbe ist sehr beliebt und viele unwissenden zahlen viel Geld für zum Beispiel einen Australian Shepherd mit dieser Farbe. Wenn man sich aber hier nicht vorher informiert und zwei Merle-Tiere miteinander verpaart, kann das zu Taubheit und Fehlbildungen der Augen führen. Das ist dann definitiv Tierquälerei. Ähnlich sieht es bei vielen Qualzuchten aus (Mops, Bulldog oder Zwergspitz bspw.). 

Ich wollte dich noch kurz freundlich darauf hinweisen, dass es "Laie" heißt, ich musste kurz zwei mal lesen um zu verstehen was du meinst :D  

Antwort
von Manja1707, 42

Ich habe eine Hündin, aber ich habe sie kastrieren lassen, weil wir eben keinen Nachwuchs wollen. Außerdem weiß ich nun, dass sie keinen Gebärmutterkrebs, Eierstockkrebs, Gebärmutterentzündung oder Mammatumore bekommen kann, das beruhigt mich schon sehr. Zu deiner Frage: Wenn man züchten will, dann denke ich, dass eine Schwangerschaft und Welpen für eine Hündin sicherlich schon einen gewissen Stress darstellen. Wenn man allerdings seinen Hund nicht als Gebärmaschine verwendet und wieder und wieder decken lässt, dann denke ich ist es vertretbar, die Hündin decken zu lassen, vorausgesetzt dass medizinisch gut für die Hündin und die Welpen danach gesorgt wird und man dafür sorgt, dass die Welpen auf gute Plätze kommen.

Antwort
von dogmama, 27

Ist es denn Tierquälerei, seine Hündin vorsätzlich decken zu lassen, wenn man sich Welpen wünscht?

ja, leider ist das meist so, weil Leute die ihre Hündin meist gedankenlos decken lassen wollen, sich keine Gedanken zur Zucht machen und dann Hunde, die womöglich krank sind, miteinander verpaart werden.

wer Hunde züchten will, sollte einem Zuchtverband angehören, Hunde die man für eine Zucht verwenden will, müssen auf Erbkrankheiten untersucht sein und auch eine Zuchterlaubnis erlangen. Man darf/sollte also nicht einfach mal so 2 Hunde miteinander verpaaren! 

und genau dies tun unwissende oder auch egoistische Menschen weil sie ja nur einmal Welpen haben möchten. Über die möglichen Gefahren wird gerne gedankenlos hinweggesehen.

http://www.bille.page4.com/110.html

Züchter die einem Zuchtverband angehören, sind geschult, bzw. verfügen über das nötige Wissen welches man zur Aufzucht von Welpen benötigt, wissen wie man mit einer trächtigen Hündin umgeht und wie man sie besonders ernährt. 

außerdem können zugelassene Züchter auch bei Geburtsproblemen, soweit möglich, eingreifen und helfen und können auch einschätzen, ob und wann tierärztliche Hilfe von nöten ist!

 

Antwort
von Virgilia, 19

Eine Schwangerschaft, die Geburt und Aufzucht der Welpen ist zwar etwas ganz natürliches, bedeutet aber auch immer Stress für die Hündin. Und genau diesen Stress sollte man ihr ersparen, wenn man kein eingetragener Züchter ist. Keine Hündin wird mit 6, 7, 8 Jahren depressiv werden, weil sie nie Welpen hatte. 

Die Hunde von Vermehrern, im Gegensatz zu Hunden vom Züchter, nur äußerst selten auf Krankheiten untersucht. So können nicht nur Erbkrankheiten weiter gegeben werden, sondern auch die Hündin kann sich beim Geschlechtsakt mit Krankheiten (z.B. Herpes) anstecken. Auch kann die Geburt, besonders bei einigen Rassen, für die Hündin tödlich enden, z.B. wenn ein Welpe quer liegt oder sein Kopf zu groß ist. 

Oft fehlt auch das Wissen über die richtige Aufzucht (hat dsupper gut erklärt) und Genetik. Da werden einfach zwei hübsche Hunde verpaart, ohne darauf zu achten, ob sie beide z.B. Blau- oder Merleträger sind. Raus kommen dann blinde und/oder taube Welpen oder dem blauen/lilacfarbenen Hund fällt irgendwann das Fell aus. 

Außerdem gibt es genug Hunde im Tierheim, die ein Zuhause suchen, da muss man nicht noch welche nachproduzieren. Wer unbedingt einen Welpen möchte, kann sich ja an einen eingetragenen Züchter wenden. Und auch jeder, der aus Liebe zur Rasse oder weil er unbedingt einmal Welpen von seiner (reinrassigen) Hündin möchte, kann Mitglied im entsprechenden Zuchtverband werden und seine Hunde ankören lassen. 

Davon alle anderen Hündinnen vorsorglich zu kastrieren halte ich nichts. Das macht nur in Ländern mit einem Straßenhundeproblem sinnvoll. Als Hundehalter ist man für sein Tier verantwortlich und dazu gehört auch, dass man während der Stehtage besonders aufpasst! Eine Kastration, besonders wenn sie zu früh durchgeführt wird, kann mehr schaden als nützen. Deshalb sollte man seine Hündin nie aus Bequemlichkeit, sondern nur wenn es medizinisch notwendig ist kastrieren lassen. 

Antwort
von Biba85, 44

Tierquälerei ist das vermehren von hunden in irgendwelchen hinterhöfen ohne wissen oder sonst was...

Als züchter nehme ich eine solch dumme aussage nichtmal ernst... 

natürlich hat eine trächtige hündin stress und bedarf noch mehr aufmerksamkeit als sonst, aber ohne trächtige hündinnen würde es keine hunde mehr geben..

dass man aber seine tiere kastriert, weil sie ja evtl irgendwann mal krank werden könnten finde ich grausam... denn oft werden die tiere so früh kastriert dass sie noch nichtmal fertig entwickelt sind und das auch so nie richtig können..

Antwort
von Kandahar, 48

Ja, die Schwangerschaft und ganz besonders die Mutterschaft bedeuten für eine Hündin großen Stress. Die romantische Vorstellung einiger ewig Gestriger, dass auch eine Hündin mal eine Mutterschaft erleben dürfen müsste, ist Unsinn.

Im übrigen ist die private Vermehrung von Hunden auch aus anderen Gründen nicht gut. Denn welcher private Vermehrer (von Züchtern möchte ich an dieser Stelle nicht sprechen) hat die nötige Sachkenntnis und die räumlichen Gegebenheiten, die nötig wären?

Welcher private Vermehrer eignet sich das nötige Fachwissen über den Zuchtverband an und lässt seine Tiere körperlich und genetisch durchchecken, bevor er die Hunde zusammen lässt?

Wer nimmt die Kosten auf sich, die eine verantwortungsvolle Aufzucht mit sich bringt?

Warum überhaupt vermehren, wenn die Tierheime voll von Hunden sind?


Antwort
von xngvv, 11

Es ist etwas ganz normales.

Es ist nur für kleine Hunderassen sehr schwer, denn die Welpen könnten sterben (häufig bei chichauchaus wie auch immer man das schreibt :D) oder es muss ein Kaiserschnitt durchgeführt werden. Zu beachten ist natürlich, das die Hündin nicht zu jung und nicht zu alt sein sollte. Das könnte Lebensgefährlich sein.

Ich habe mal gehört das es sogar gesund für den Hund ist mind. ein mal Trächtig zu werden. 

LG

Antwort
von CrazyBunny4, 43

Eine Schwangerschaft kann natürlich Stress bedeuten, sowohl für das Tierreich als auch für uns Frauen. Aber eine Schwangerschaft als Tierquälerei zu bezeichnen ist Blödsinn!

Es ist das Natürlichste und Schönste auf der Welt und ein Weibliches Tier sorgt ja auch nach der Geburt für seine Junge.

Kommentar von dsupper ,

Man sollte Tieren keine menschlichen Gefühle andichten - für sie ist die Trächtigkeit ein Instinkt, der Instinkt zur Arterhaltung. Das hat nichts mit dem "Schönsten" auf der Welt zu tun. (Das ist es noch nicht einmal bei vielen Frauen - sondern oft ein verhasstes Übel!)

Antwort
von Geralidina, 54

Das eine Hündin Welpen bekommt ist das natürlichste der Welt. Deine These ist genauso als würde man sagen: Ist es Menschenunwürdig das eine Frau Kinder bekommt? Ist es Stress für die Frau? 

Nein es ist keine Tierquälerei aber natürlich dennoch Stress für das Tier. Wobei es wie gesagt das normalste der Welt ist da es sonst bald keine Hunde mehr gäbe. Natürlich sollte man sich vorher gut informieren und bestenfalls einen Züchter befragen was alles nötig ist um Welpen aufzuziehen. 

Ich könnte mir vorstellen das sich die Aussage eher darauf bezieht das eine Hündin z.B. 5 mal im Jahr werfen soll etc.



Kommentar von ebayproblem95 ,

Frag das mal eine vegane feministin

Kommentar von oelfingerchen ,

Genau deswegen habe ich diese Frage gestellt, eben weil ich der Meinung war, dass es etwas normales ist, wenn die Hündin mal Welpen bekommt. Wie du schon sagst, eben nicht als Geldmaschine :)

Kommentar von Berni74 ,

Daß eine Hündin 5mal im Jahr wirft ist schlichtweg nicht möglich.

Und ein Züchter wird sicherlich nicht begeistert sein, wenn jemand daher kommt, da mal seine Hündin dekcen lassen will.

Kommentar von Biba85 ,

Ja und ja :)

Aber um seine hündin bei einem züchter decken zu lassen, braucht der besitzer erst mal die zuchtfreigabe für diese hündin und eine zuchtstätte vom zuständigen zuchtberband.. ansonsten wirst du keine chance auf deinen deckakt haben, weil es ein "schweres zuchtvergehen" ist auf das es bis zum zuchtverbotbot geben kann

Kommentar von Geralidina ,

Das ist mir bewusst ich habe extra 5 mal geschrieben weil es absolut absurd ist ;)

Kommentar von dsupper ,

das eine Hündin z.B. 5 mal im Jahr werfen soll etc.

DAS wäre ohnehin ein Ding der Unmöglichkeit! Bitte mal informieren, bevor solche polemischen Aussagen getroffen werden. Eine Hündin wird fast immer höchstens 2 mal im Jahr läufig - da gäbe es höchstens 2 mal im Jahr Welpen - was natürlich auch schon ein absolutes Disaster wäre.

Kommentar von Geralidina ,

Bitte auch mal die kompletten Kommentare lesen. Ich habe EXTRA eine absurde Zahl genommen um zu verdeutlichen wie ich das meine.

Kommentar von dsupper ,

warum man eine so schreckliche Angelegenheit durch eine absurde Zahl ins Lächerliche zieht, bleibt mir allerdings ein Rätsel!

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