Frage von Ewmenov, 78

Hundekenner unter euch?

Ich hoffe jemand von euch kann uns helfen...

Wir sind vor ein paar Monaten von einem großem Haus + Garten umgezogen in eine 125 qm Wohnung mit großem Balkon. Seitdem wir hier wohnen möchte unsere Hündin (Hovawart, 11 Jahre) NICHT alleine zuhause bleiben. Im Haus hatten wir nie solche Probleme, sie war öfter mal 2-3 Stunden alleine, lag immer ganz ruhig in ihrem Körbchen wenn wir gegangen sind und hat sich gefreut wenn wir wieder zurück kamen.

Wenn wir jetzt die Wohnung verlassen wollen dann gibt es absoluten Terror! Unsere Hündin wird unruhig sobald sie merkt wir wollen die Wohnung verlassen. Wenn sich jemand die Schuhe anzieht oder jemand die Autoschlüssel in die Hand nimmt dann steht sie schon an der Haustür. Sobald wir die Wohnung verlassen kratzt sie an der Wohnungstür und winselt (Was man im ganzen Hausflur hört), wir haben bereits eine Kamera aufgestellt um zu sehen wie sie sich verhält. Sie steht dann wirklich mindestens 30-45 Minuten an der Wohnungstür und winselt, sie ist sehr unruhig aber legt sich dann irgendwann hin.

Diese Situation stresst uns wirklich sehr, da es jeden Tag die gleiche Prozedur ist, wir haben das Gefühl unsere Hündin hat Trennungs/Verlustängste? Was kann man tun damit sie wieder alleine bleibt? (Ohne terror) Ich bin dankbar für jede Hilfe!

Expertenantwort
von Naninja, Community-Experte für Hund, 16

Hunde lernen das Alleinsein ortsbezogen. Dass der Hund im alten Haus allein sein konnte (in vertrauter Umgebung) bedeutet also leider nicht, dass er es auch in neuer Umgebung kann. Ich würde Dir ebenfalls empfehlen, dass Alleinsein neu aufzubauen. Zusätzlich musst Du bedenken, dass ein Umgebungswechsel gerade für einen älteren Hund Stress bedeutet.

Vor dem Training solltest Du den Hund immer gut auslasten. Sehr gut ist eine Kombination aus körperlicher Auslastung und Kopfarbeit. Also z.B. rennen und Suchspiele im Wechsel. Letztere machen müde, da reichen 10 min am Stück.

Begrenz den Raum, in dem der Hund alleine ist. Lass ihn nicht in der ganzen Wohnung laufen, sondern stell ihm einen festen Raum zur Verfügung, der für ihn überschaubar ist.

Überleg, ob Du in einen Adaptil- Stecker (Zerstäuber für die Steckdose) und ein Halsband investieren möchtest. Beides enthält Stoffe, die eine beruhigende Wirkung auf den Hund haben.

Desensibilisier den Hund für Schlüsselreize. Zieh Dir z.B. immer wieder die Schuhe an und aus, nimm Deine Handtasche oder den Schlüssel, ohne das Haus zu verlassen. 

Begrenz den Hund im Alltag. Lass ihn auch in der Wohnung ganz kurz alleine, indem Du die Türe schließt, wenn Du ins Wohnzimmer oder in die Küche gehst.

Beachte den Hund 15 min vor Beginn des Trainings/ Alleinseins nicht mehr. Schick ihn (müde und ausgelastet) in seinen Korb und lass ihn runterfahren. Gleiches gilt für die Rückkehr: keine stürmische Begrüßung, kein Lob, sondern Ansprache erst nach ein paar Minuten.

Überleg, ob Du Dir eine Webcam besorgen willst oder ein Tablet als Cam nutzen kannst, um das Training zu beobachten.

Letzter Tipp: bleib innerlich ruhig. Wenn Du Angst hast, dass das Training nicht klappt, oder nervös bist, überträgt sich das auf den Hund.

Viel Erfolg!

Expertenantwort
von Berni74, Community-Experte für Hund, 33

Habt Ihr sie in den letzten 11 Jahren auch mit in den Urlaub genommen? Also, kennt sie es, auch mal "woanders" zu wohnen (Hotels, Pensionen o. ä.) oder ist das für sie das erste Mal in einer "fremden" Umgebung?

Ich würde es genauso machen wie Mira.

Ich würde das alleine bleiben ganz neu aufbauen und trainieren. In ganz kleinen Teilschritten.

Kommentar von Ewmenov ,

Ja, sie war jedes Jahr mit im Urlaub dabei. Sie kennt verschiedene Pensionen und Ferienhäuser. 

Wir werden es versuchen, Danke. 

Antwort
von brandon, 2

Du schreibst erst der Hund war öfter mal 2-3Stunden allein. Später schreibst Du dann es wäre jeden Tag die gleiche Prozedur.

Für mich gibt es einen Unterschied zwischen öfter mal und täglich.

Ich nehme mal an das der Hund jeden Tag mindestens 4 Stunden lang allein ist.

Antwort
von Nordlicht82, 3

Moin,

nachdem wir umgezogen sind, musste unser Kurzer auch erst wieder Schritt für Schritt ans alleine sein gewöhnt werden.

Wir haben es so gemacht:

Rausgehen, kurz vor der Tür stehen, wieder reinkommen und den Hund (auch wenn es schwer fällt) nicht beachten. Und das mehrmals am Tag. Dann die Zeit erweitert: Zum Briefkasten gegangen, zum Mülleimer etc. Habe mir dafür Urlaub genommen.

In der Wohnung hab ich häufiger die Jacke angezogen (habe mit Jacke den Haushalt geschmissen).

Viel Erfolg und liebe Grüße,

Nordlicht

Antwort
von Sorrisoo, 12

Ich kenne jemand, dessen Hunde nie in ein bestimmtes Zimmer wollten. Später stellte sich raus, dass sich da jemand erhängt hat. Nachdem das Zimmer von der Altlast befreit wurde, gingen die Hunde wieder rein. Ich empfehle Dir eine Räucherung mit Salbei.

Kommentar von Ewmenov ,

Es ist eine Neubauwohnung, ich glaube nicht dass es hier irgendwelche Todesfälle gab :) Aber trotzdem danke für deine Antwort:) 

Kommentar von Sorrisoo ,

Ja dann ist ja schon mal gut👌🏻Vielleicht nimmt er Erdstrahlen wahr oder so. Schwer zu sagen.

Antwort
von Mell1990, 2

Unser Hund hat anfangs immer etwas zum spielen bzw zum beschäftigen bekommen ( das war ein ball wo leckerlies reinkommen und der dann durchs rollen an die Leckerlies kam ) das hat ihm den abschied etwas erleichtert und sozusagen versüßt.

Antwort
von MiraAnui, 33

Wieder neu Aufbauen.

Zieht euch mehrmals am Tag an, nehmt Schlüsse und setzt euch dann aufs Sofa und zieht euch nach paar Minuten wieder aus.

Parallel geht ihr mehrmals am Tag aus Dem raum, tür zu und gleich wieder auf und rein.

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