Frage von Baerserker, 99

Hundehaltungserlaubnis?

Hallo, Ich habe vor etwa fünf Wochen bei meiner Hausverwaltung um die Erlaubnis der Hundehaltung gebeten. Diese wurde mir nur gestern in einer die Vermietung stellvertretenden Email ohne Angabe von Gründen untersagt. Auf telefonische Nachfrage bei der Vermietung sagte man mir, man wolle es schlichtweg nicht gestatten. Das Warum ist immernoch offen. Nun sieht es so aus, dass ich von jeder Partei im Haus die Zustimmung schriftlich eingeholt habe. Was fehlt ist die Zustimmung der Vermieterin. Ich habe mir dazu die BGH Urteile angesehen und bin reichlich verwirrt. Sollte ich ein anwaltliches Schreiben aufsetzen lassen? Hat hier jemand Erfahrungen damit gemacht?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von albatros, Community-Experte für Mietrecht, 44

Ohne Angabe von konkreten Gründen ist ein Hunde- oder Katzenhalteverbot rechtlich nicht haltbar. Dem kommt eine nicht erteilte Zustimmung gleich.

Klopf auf den Busch und schreib nochmals einen netten Brief des Inhalts, dass du für die Gewährleistung deiner psychischen Stabilität unbedingt einen Hund als Gefährten benötigst. Das dürfte der V. dann nicht verweigern, zumal alle anderen Mieter hier keine Einwände hätten. Dazu gibt es ein taufrisches Urteil, lass es erst dieser Tage (AZ541 C 3858/15).

Eine pauschale Ablehnung ist unzulässig, es kommt immer auf den Einzelfall an (BGH).

Kommentar von Baerserker ,

Nun bin ich "leider" weder blind noch psychologisch belastet. In meinem Schreiben vor vier Wochen habe ich auf das ruhige Wesen des Hundes sowie den uneingeschränkten Willen zur Regulierung anfallender Schäden (auch über die Versicherung) hingewiesen. Das hat die Einstellung nicht geändert. Am Telefon war man sehr kurz angebunden und zeigte sich nicht Diskussionsbereit.

Vor Gericht will ich es nur ungern austragen. 

Kommentar von DerHans ,

Niemand wird gerne vor vollendete Tatsachen gestellt. Man fragt VORHER, ob man einen Hund halten kann, nicht wenn dieser bereits da ist

Kommentar von Baerserker ,

Ich habe doch noch gar keinen Hund!

Kommentar von albatros ,

Ohne konkrete Begründung ist die Ablehnung widerrechtlich. Du könntest auf Zustimmung klagen oder testen ob er etwas gegen dich unternimmt, wenn du den Hund anschaffst. Dann könnte erklagen, würde aber verlieren.

Antwort
von DerHans, 61

Wenn die Hausverwaltung es partout nicht will, solltest du das nicht mit dem Brecheisen versuchen.

Die Hausverwaltung sieht ja auch das Umfeld, für sie sind nicht nur deine direkten Nachbarn die Ansprechpartner. Einen Grund, die Hundehaltung zu untersagen findet ein Eigentümer immer.

Kommentar von xAdmiralAckbarx ,

Wenn du die Frage richtig gelesen hättest, dann wäre dir sicherlich aufgefallen, dass sämtliche Mieter ihre Zustimmung erteilt haben. Es ist auch falsch anzunehmen, dass ein Vermieter jederzeit einen Grund finden kann. Die aktuelle Rechtsprechung sieht so aus, dass der Vermieter sachliche Gründe beibringen muss. Er kann sich also nicht irgendwas ausdenken!

Kommentar von DerHans ,

Wenn es sich um eine Wohnanlage mit mehreren Häusern handelt, können durchaus auch andere Mieter etwas gegen Hundehaufen in den Grünflächen haben.

Ich bin übrigens selbst Hundehalter

Kommentar von xAdmiralAckbarx ,

In Rahmen der umfassenden Interessenabwägung im Einzelfall wäre aber genau das kein Grund. Denn auch Hunde die zu Besuch kommen können die Grünflächen mit Tretminen bereichern und die kann man nicht verbieten. Außerdem kann dem Halter die Auflage gemacht werden, dass er so etwas beseitigt. 

Antwort
von maggylein, 64

Denke da kommt es auf die große des Hundes und der Wohnung an. Manche Hunde werden als Kleintier bezeichnet und da kann man schlecht was gegen machen.

Kommentar von xAdmiralAckbarx ,

Das ist so nicht richtig. Ein Hund kann nicht als Kleintier bezeichnet werden.

Antwort
von Sciffo, 58

natürlich kannst du dir das jahrelang erstreiten.. aber was bringt es dir.. ausser kosten und am ende vielleicht genugtuung?

jahrelang stress für dich und das tier?

Kommentar von Baerserker ,

Wer redet von erstreiten? Ich spreche nur von rechtsbeistand und nicht von einer Klage. Zudem habe ich noch keinen Hund den das stressen könnte... Ich will mich ja im rechtlichen Rahmen bewegen. 

Kommentar von xAdmiralAckbarx ,

Neben der eigenen Klage gibt es dazu noch die Möglichkeit auf die Klage der Gegenseite zu warten. 

Kommentar von qugart ,

Wenn du dein Recht nicht irgendwie erzwingen willst, dann brauchst du auch keinen Rechtsbeistand oder sonstiges.

Hausverwaltung sagt nein, du sagst ja. Also...du wirst streiten müssen. Tierhaltung ist jetzt im Streitfall eben immer als Einzefall zu prüfen.

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