Frage von wave2010, 103

Hund zeigt auf einmal massives Territorialverhalten - warum?

Seit der Trennung von meinem Freund lebt unser Hund bei ihm. Er wohnt in einer WG mit 3 anderen Freunden. Mein Ex-Freund geht morgens einmal mit ihm Gassi. Tagsüber wird er dann entweder von der Mutter, den Großeltern oder den WG-Mitbewohnern betreut. Mein Ex kommt meist erst spät abends heim. Der Kontakt zu ihm beschränkt sich daher meist nur auf den morgendlichen Gassigang, und abends dann ins Bett - sie schlafen gemeinsam in einem Bett. Nun war unser Hund nie ein großer Beller, war immer freundlich und hat nie groß Territorialverhalten gezeigt. Seitdem er aber in der WG wohnt, bellt er, sobald sich nur jemand dem Haus nähert. Ebenso bei den Eltern in der Wohnung oder im Garten. Paketboten lässt er nicht mehr aufs Grundstück usw. Dieses Verhalten zeigt er jedoch nicht, wenn er mal bei mir zu Besuch ist. In seinem alten Haus, seiner alten Umgebung. Hier ist er lammfromm, steht sogar im Vorgarten und begrüßt alle Leute, die an seinem Zaun vorbeigehen schwanzwedelnd.

Woran kann dieses extrem differenzierte Verhalten liegen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von T4YFUN23, 82

Schwierig per Ferndiagnose.

Meiner meinung nach könnte es 3 verschiedene Gründe haben.

1. Der Hund fühlt sich in der neuen Umgebung nicht sicher und warnt daher jeden vor "gefahren"

2. Der Hund wird nicht richtig in der WG geführt, er hat dort niemanden der für ihn stark genug ist das "Rudel" zu verteidigen, daher übernimmt er den job

3. Der Hund ist nicht richtig ausgelastet und sucht sich eine Beschäftigung. Bellen ist selbstbelohnendes Verhalten, er geht quasi auh jagdt

Kommentar von Berni74 ,

Gute Antwort - so hätte ich es auch gesagt. DH

Kommentar von T4YFUN23 ,

ich würde ein paar sachen testen:

-Was macht der Hund bei dir zuhause wenn du nicht da bist sondern nur dein ex (oben bei mir punkt 2)

- wie bellt er? mit eingezogenem schwanz, zurückgeklappten ohren und geht er rückwärts wenn jemand auf ihn zu kommt bei deinem ex in der wohnung? (oben punkt 1 check)

- Laste du ihn mal richtig aus bevor du ihn abgibst, zeigt er danach das verhalten dann auch bei deinem ex? (Punkt 3 check)

Kommentar von wave2010 ,

Also was er macht, wenn ich nicht da bin, sondern nur mein Ex  - das wird schwer zu testen. Wir wohnen ja nicht mehr zusammen... Bei mir daheim ist er auf jeden Fall total entspannt. Liegt auf dem Sofa und döst meist, wenn ich heim komme. Er springt dann auch nicht wie ein wilder auf und rennt zur Tür, wenn es klingelt oder jemand herein kommt.

Wie er bellt muss ich mal meinen Ex fragen. Auch da bin ich ja nicht dabei. Ich weiß nur, dass er wirklich aggressiv wird und auch knurrt und Zähne fletscht. So wurde es mir erzählt. Er rennt dann auch z.B. am Zaun auf und ab, wenn jemand daran vorbei geht. Solange, bis derjenige weg ist. Auch wenn sie manchmal abends draußen sitzen (schon dunkel) fängt er auf einmal an zu knurren. Wenn man ihn dann aber mitnehmen will, um nachzusehen, ob jemand da ist, geht er nicht mit, sondern bleibt wie angewurzelt stehen.

Punkt 3 probiere ich morgen aus. Dann geht er wieder zu ihm zurück. Wir sind gestern auch knapp 10 km gelaufen und haben viel Dummy gespielt usw. Aber er geht auch erst abends zurück, dann geht's meist eh nur noch ins Bett :-)

Kommentar von T4YFUN23 ,

das er im Dunkeln Knurrt aber nicht hin geht spricht für Punkt 1 aber auch bisschen für Punkt 2

Ich nehme an, er sieht dort niemanden der Ihn beschützt, denkt er muss selbst alle beschützen, fühlt sich aber nicht sicher genug das auch zu tun...

Wenn es so ist muss der Hund extrem stress haben, das tut ihm gewiss nicht gut... vielleicht überzeugst du ja deinen ex sich etwas mehr um den Hund zu kümmern, damit er bindung aufnbaut und sich bei ihm sicher fühlt.. es würde auch helfen wenn er mit dem hund arbeiten würde.. hundeplatz oder ähnliches

Kommentar von wave2010 ,

Naja das Grundproblem ist ja nunmal, dass er das vielleicht schon gerne machen würde (also mehr Zeit verbringen), es aber auf Grund der Arbeit usw. gar nicht erst schafft. Daher ja auch die WG-Lösung, da es da ja andere Leute gibt, die sich um ihn kümmern. Das wird schwierig werden....

Kommentar von T4YFUN23 ,

dann ist es keine gute Löung für den Hund. Ständiger Stress kann auch ganz schnell gesundheitliche Folgen haben... vielleicht gibt es jemand anderen in der Wg der vielleicht die Lust dazu hat sich mit dem Hund zu beschäftigen?

Warum nimmst du den Hund nicht wenn er sich da wohler fühlt?

Kommentar von wave2010 ,

Die anderen beschäftigen sich ja mit ihm - gehen Gassi, Dummy spielen usw. Zumindest ist so die Aussage mir gegenüber. Und ich "darf" ihn nicht nehmen - es ist sein Baby.... Daran lässt sich leider wohl nichts ändern. Zudem sieht er das Ganze ja nicht als Problem, er sieht dieses Verhalten im Gegenteil als total positiv an. Er meinte, er wird erwachsen und ist nun ein Wachhund und beschützt halt sein Revier. Er meint, unser "altes" Haus sieht er nicht mehr als Revier, deshalb zeigt er hier nicht dieses Verhalten

Kommentar von wave2010 ,

Um noch kurz auf den Umgebungswechsel zu sprechen zu kommen - die Situation ist schon seit dem 01.05. nun so. Also ich denke, das wäre eine "normale" Zeit, um sich neu einzugewöhnen.... Sind ja fast 3 Monate. Da sollte er sich eigentlich schon umgestellt haben. Oder?

Kommentar von T4YFUN23 ,

Wenn die Bindung zwischen Hund und Herrchen stimmt und der Hund Ihm voll vertraut, ist es ihm egal wo er lebt ;-)

Ich hoffe das dein Ex in ein paar monaten den Hund dann nicht ins Tierheim gibt weil er nicht mehr händelbar ist :-(

Es reicht nicht das einige mit ihm immer mal wieder etwas machen, sondern das der Hund mit einer bezugsperson zusammen etwas erarbeitet, zusammen spaß hat, das fördert die Bindung diese Person sollte dann natürlich auch zuhause für ihn da sein streicheln, fressen geben, etc

Antwort
von Nervenbahnen, 72

Teilweise bestimmt an dem Umgebungswechsel. Ich denke aber der Hund ist einfach nicht ausgelasstet, er braucht wahrscheinlich mehr Beschäftigung...

Kommentar von wave2010 ,

Also mir wurde erzählt, dass er schon oft draußen ist und auch mit ihm gespielt wird usw.... Denke, daran liegt es wohl eher nicht.

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