Frage von Schnittfurz, 202

Hund weist komisches Sozialverhalten auf?

Hallo, ich hab nun seit fast einen Monat einen neuen Hund. Meine Dame kommt aus Griechenland und war vorher ein Straßenhund. Dies erschwert mir einiges Verständnis für ihr Verhalten, was sie an den Tag legt. Ich hab bereits seit 10 Jahren Hunde und daher auch einige Erfahrungen gesammelt. Jedoch ist sie mein erster Hund aus'm Ausland.

An sich ist sie ein lieber Hund, aber sobald wir jemanden treffen, wird der Hund angeknurrt. Sie fletscht nicht die Zähne oder Anderes. Ich würde auch behaupten, dass es kein bösartiges Knurren ist. Ich vermute das sie Teils aus Angst und Teils aus Freude knurrt. Das Problem ist nun aber folgendes:

Wenn wir einen anderen Hund mit Hundebesitzer treffen, ist sie erst total aufmerksam, bleibt häufiger stehen, bevor sie sich näher traut (was ich eher in normales Verhalten zuordnen würde), wenn der Hund näher kommt, bekommt sie Angst und versucht wegzurennen und/oder knurrt. Sobald sie anfängt zu knurren, bekommen die meisten Hundebesitzer Angst und ziehen ihren Hund weg oder gehen ganz schnell weiter. Erst, wenn der Hund ein bisschen weiter weg ist, bekommt meine Dame Mut und rennt dann hinterher und möchte spielen.

Um ihr Sozialverhalten ein Bisschen verbessern zu wollen und sie an andere Hunde zu gewöhnen, habe ich mich bereits mit einigen Freunden die ebenfalls Hunde haben getroffen, damit sie mit denen spielen kann. Wir waren demnach gemeinsam auf der Hundewiese. Für meine Dame war das ein ganz großes Problem, sie saß nur am Ausgang, hat geknurrt und teilweise auch die Zähne gefletscht, weil sie raus wollte. Sie hatte total Angst. Um ihr die Angst zu nehmen, haben wir uns dann von der Hundewiese entfernt und sind zusammen spazieren gegangen. Nach ein paar Minuten war die Angst dann wie verflogen. Kamen wir jedoch wieder zur Hundewiese und befreiten die Hunde von der Leine, kam die Angst wieder bei ihr hoch.

Jetzt zu meiner Frage: Da die Zusammenführung auf der Hundewiese nicht gut funktioniert hat, wollte ich mal nachfragen ob jemand von euch noch Tipps oder Tricks weiß, wie ich ihr Verhalten etwas unterbinden kann bzw. ihr die Angst nehmen kann?

P.S.: Falls nun Antworten kommen bezüglich Hundeschule: Die werde ich noch aufsuchen, wenn es wirklich keine weitere Alternative gibt, aber vorab möchte ich es erstmal alleine versuchen.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von dsupper, Community-Experte für Hund, 104

Hallo,

"fast ein Monat" ist ja noch nicht so lang. Lass dein Mädel erst einmal richtig in den völlig neuen und anderen, für sie unbekannten Lebensumständen ankommen.

Das gleiche Verhalten habe ich auch an einer meiner spanischen Straßenhunde kennengelernt - in Gesprächen mit vielen unserer Adoptiveltern hört man ähnliches.

Wahrscheinlich damit zu erklären, dass die Hunde, die auf den Straßen leben, sich in einem ständigen Konkurrenzkampf befinden, selbst mit den Hunden, mit denen sie sich zu einer Gruppe zusammengefunden haben.

Hauptsächlich geht es dabei um die Überlebensressourcen - in erster Linie also ums Futter. Wer sich da nicht durchsetzen kann - der hat verloren und zwar auf Dauer sein Leben.

So sind diese Hunde erst einmal misstrauisch und abwehrend anderen Hunden gegenüber - natürlich gibt es auch die Vertrautheit und die Sicherheit in der eigenen Gruppe und das hochsoziale Verhalten. Die Kommunikation der Straßenhunde und ihr innerartliches Verhalten ist natürlich viel ausgeprägter, als es bei unseren gut versorgten, aber meist recht "vermenschlichten" Begleitern der Fall ist. Ist ja auch verständlich, die allermeisten Hunde leben von klein auf mit ihren Menschen und weniger in einem Hunderudel.

Deine Fellnase hat nun ein großes "Problem": fremde Hunde sind eigentlich abzulehnen, sind Konkurrenten, zeigen Aggressionen - so zumindest hat sie es gelernt. Nun kommen die freundlichen Nachbarshunde, die noch nie Hunger hatten, für die andere Hunde auch keine wirklichen Konkurrenten sind. Sie zeigen in ihrem Verhalten und ihrer Körpersprache deinem Hund also, dass sie "gut Freund" sind.

Dies wiederum ist aber für deinen Hund (noch) nicht zu begreifen, weil sie ja weiß: alles, was nicht zum Rudel gehört, muss verjagt werden, ist Feind.

Bei meiner Maus hat es mehrere Monate gedauert, bis sie sich freundlich anderen Hunden annähern konnte. Einfach Geduld haben, sie auch nicht mit Fremdkontakten überfordern, das macht ihr nur Stress. 

Mit Zeit, Liebe und Geduld kommt das von alleine. 

Und dann kann es scheinbar auch leider wieder ins Gegenteil umschlagen: meine Maus zeigt jetzt seit ca. 2 Wochen sogar ihren bisher "guten Freunden" die Zähne und wird aufmüpfig. Ein schlüssiger Grund ist mir noch nicht klar.

Aber eines habe ich mit meinen "Wundertüten" bereits gut gelernt: einen Schritt vor - freuen - und dann oft wieder zwei Schritte zurück.

Alles Gute für euch

Daniela

Kommentar von Berni74 ,

Sorry - wollte Pfeil nach oben klicken :-)

Kommentar von sukueh ,

@dsupper 



Und dann kann es scheinbar auch leider wieder ins Gegenteil umschlagen: meine Maus zeigt jetzt seit ca. 2 Wochen sogar ihren bisher "guten Freunden" die Zähne und wird aufmüpfig. Ein schlüssiger Grund ist mir noch nicht klar.


Interessante Beobachtung. Meinst du, es könnte am Wetter liegen ?

Unser "Grieche" ist seit knapp 2 Wochen auch überpflindlich und beäugt seinen Kumpel ziemlich kritisch, sobald der nur einen falschen Schritt in Richtung Futter macht


 


Kommentar von sukueh ,

Sorry, Kommentar zu früh abgeschickt: Dass die ehemaligen Straßenhunde durch die Winterzeit, wo auf der Straße das Futter ja sicherlich auch knapp geworden ist, da einen größeren Futterneid empfinden ? 

Kommentar von dsupper ,

Interessanter Gedanke, der mir noch gar nicht gekommen ist!

Expertenantwort
von Berni74, Community-Experte für Hund, 96

Die Maus muß auf jeden Fall lernen, daß sie bei Dir in Sicherheit ist.

Im Gegenzug bedeutet das für Dich, daß Du ihr diese geben mußt und sie nicht in Situationen bringen darst, die sie überfordern. Ich würde daher um Hundetreffs und Hundewiesen in Zukunft einen großen Bogen machen. Wenn mir freilaufende Hunde entgegen kämen, würde ich die Besitzer bitten, ihren Hund anzuleinen und nicht an meinen heranzulassen.

Wie lange hat die kleine denn auf der Straße gelebt, und wie alt ist sie?

Damit sie im Umgang mit Artgenossen mehr Sicherheit gewinnt, würde ich in kleinen Schritten beginnen. Fang nicht gleich mit zu vielen Hund auf einmal an. Da verliert sie den Überblick und die Kontrolle, das verunsichert sie.

Such Dir jemanden mit EINEM netten, sozialen und ruhigen Hund, mit dem Du Spaziergänge machst. Klappt es mit dem einen gut, such Dir mal jemand anderen. So lernt sie nach und nach verschiedene Hunde EINZELN kennen. Irgendwann kann man dann auch mal mit den zweien oder dreien, die sie bis dahin kennengelernt hat, spazieren gehen.

Die Spaziergänge würde ich ganz "unspektakulär" beginnen. An der Leine, die Hunde begrüßen sich an der Leine nicht, sondern sind mit ihrer Aufmerksamkeit bei Euch. Dann wird losgelaufen, und wenn sie während des Spaziergangs dann Kontakt zueinander aufnehmen, ist es ok. Das birgt entschieden weniger Konflikt- und Unsicherheitspotential, als wenn sie beim Treffen direkt aufeinander zugehen. Sie können sich gegenseitig beobachten und so einschätzen lernen.

Läßt Du sie von der Leine (was ich persönlich bei einem so unsicheren Hund wahrscheinlich noch nicht tun würde...)? Wenn ja, gibt es einen Unterschied in ihrem Verhalten, ob sie angeleint oder frei ist?

Kommentar von Schnittfurz ,

Sie ist ca. 3 Jahre alt und hat somit 3 Jahre auf der Straße gelebt. 

Mit meinen anderen Hund, den ich noch habe, gab es von Anfang an keine Probleme. Sie hatte absolut keine Angst vor ihr und bei der Pflegefamilie haben auch noch zwei weitere Hunde gelebt.

Mir ist heute beim Spaziergang besonders aufgefallen, dass sie die Hunde am meisten anknurrt, die sie nicht begrüßen darf bzw, die Abstand halten. 

Haben heute z.B. einen Welpe getroffen und die Frau hat ihr Hund sofort zu meinen gelassen, sodass sie sich beschnuppern konnten. Da hat sie nicht einmal geknurrt. Kurz darauf kam ein Besitzer mit seinem Hund und wechselte konsequent die Straßenseite und sie hat angefangen zu knurren und zu bellen.

Ich lasse sie nur in einer ihr bekannten Umgebung von der Leine, wir gehen einmal täglich auf ein Feld, dort sind selten Menschen oder Hunde in der Nähe. Da lasse ich sie freilaufen (auch nur, wenn meine andere Hundedame dabei ist). Ich hab noch keinen Hund getroffen, wo sie nicht an der Leine war, dafür hört die Dame noch zu wenig, dass ich mich in eine Umgebung mit sehr viel Ablenkung traue. Das kommt aber noch, wenn der Rückruf klappt.

Kommentar von Berni74 ,

Das wirft natürlich ein völlig anderes Bild auf die Situation. Hatte ich übersehen, daß du noch einen weiteren Hund hast?

Wenn es wirklich so ist, daß sie knurrt, wenn sie nicht hin darf, kann zwar auch aus einer Unsicherheit heraus entstehen, könnte aber auch einfach nur Frust sein. Auf der Straße hat sie niemand am Hundekontakt gehindert, da hat sie immer selbst entschieden.

Die genaue Situation nur auf deine Beschreibung hin einzuschätzen, ist sehr schwer.

Ich an deiner Stelle würde das wirklich mal von einem guten Hundetrainer analysieren lassen, damit du weißt, welche Reaktion von dir in solchen Situationen angebracht ist.

Antwort
von Weisefrau, 24

Hallo, ich kenne das Problem zZ habe ich eine Fr.Bulldogge aus Spanien. Auch ich bin mit dem merkwürdigen Sozialverhalten dieses Hundes nicht klar gekommen. Daher habe ich mich für eine Hundeschule entschieden.

In der Hundeschule konnte ich für den Hund und mich kontrollierte Bedingungen schaffen. In 4 Wochen war alles gut und mein Hund versteht sich jetzt Problemlos mit anderen Hunden.

Es war so, als ob er erst die Sprache der deutschen Hunde lernen musste.

Antwort
von sukueh, 61

Ich glaube, dass bei solchen Straßenhunden - gerade aus den Ländern, wo sie nicht sonderlich freundlich behandelt werden - ist das Sozialverhalten definitiv anders als bei dem normal aufgewachsenen Hund hier aus Deutschland. 

Wir haben auch einen kleinen Griechen bei uns in der Familie. Soll angeblich nicht lang auf der Straße gewohnt haben, der aber den Kontakt mit anderen Hunden bis heute nicht so sucht, wie es meine anderen Hunde getan haben. 

Der hat auch ewig gebraucht, bis er überhaupt gelernt hat, dass man mit anderen Hunden auch Spielen kann. Bei Rennspielen ist er aber immer noch der "Beller & Knurrer", obwohl er niemals angreifen würde, sondern wenn dann wegläuft. 

Wir haben den Hund mittlerweile 9 Jahre. Es ist mit den Jahren besser geworden - aber "normal" verhält er sich im Gegensatz zu den anderen Hunden immer noch nicht.

Kommentar von dsupper ,

Ich glaube, so "normal" wie ein Hund, der von klein an geliebt in einer Familie gelebt hat, werden diese Hunde ohnehin nicht. Sie haben ja oft lange Zeit sehr selbständig und selbstentscheidend leben müssen - sonst hätten sie gar nicht überlebt. Menschen waren eher Feinde, vor denen man sich in Acht nehmen musste - daher ist auch die ganz feste Bindung an einen Menschen eher schwierig bis belastet.

Nichtsdestotrotz gestaltet sich auch das gemeinsame Leben überaus spannend - so kann man ganz neue Seiten und ein ganz anderes Verhalten an einem Hund erleben.

Kommentar von sukueh ,

Das sich diese Hunde jemals komplett "normal" verhalten werden, glaub ich in der Tat auch nicht (mehr). Interessant finde ich nur den Unterschied zwischen Tierschutzhunden aus unterschiedlichen Ländern, den ich beobachten konnte. Wir haben einen Hund aus dem Süden, meine Mutter einen aus dem ungarischen Tierschutz. Angeblich im Wald ausgesetzt. Dennoch benimmt sich dieser Hund lang nicht so "unnormal" wie unser Hund, der in einer Mülltonne gefunden worden ist. Was muss der "Grieche" alles noch erlebt haben, um so zu werden, wie er jetzt ist. Und interessant ist auch das Verhalten anderer Hunde. Meine anderen Hunde haben immer miteinander gekuschelt; mit dem Hund nicht möglich. Unser Kleiner nimmt aber von Anfang an Rücksicht drauf. Auch die anderen Hunde akzeptieren die "erweiterte Komfortzone" unseres Hundes und reagieren mit Nachsicht auf "Sprachschwierigkeiten" beim Spielen.

Was bei diesen Hunden interessant zu beobachten ist, die winzig kleinen Veränderungen in ihrem Verhalten, die man über die Jahre beobachten kann. Von "vorsichtig freundlich distanziert" bis zu "STREICHEL MICH JETZT SOFORT" :-) 

Antwort
von Andreaslpz, 98

Naja, sie scheint weil einiges erlebt zu haben. Letztlich wird da nur Geduld helfen. Ich denke so wie du es machst - mit der Hundewiese - ist es schonmal okay. 

Antwort
von Nebularaza, 82

Ich würde beim Zusammentreffen mit anderen Hunden nicht mit der vollen Konfrontation beginnen – also z.B. frei auf der Hundewiese vermeiden. Stattdessen zusammen Spaziergehen und dabei achten, dass die Hunde nebeneinander mit Kopf nach vorne konzentriert mitgehen, also nicht ständig schnüffeln lassen oder vorrennen etc. sondern an der kurzen Leine auf einer Höhe (oder etwas dahinter) mit den Haltern. Diese Aktivität schweißt zusammen, denn ihr seid als Rudel unterwegs und die Hunde verinnerlichen dies. Dieser Spaziergang sollte auch wirklich sehr ausgiebig sein, mindestens eine halbe Stunde konzentriertes Gehen. Als Ziel und somit Belohnung für die Hunde könnt ihr dann zum Abschluss diese frei laufen lassen.

Übrigens wäre ich mir nicht so sicher, ob das wirklich Angst deines Hundes ist. Es klingt eher nach Unsicherheit und knurren deutet auf Verteidigung hin – und zwar dich! Streife jegliche Form von Mitleid ab, wenn du mit dem Hund unterwegs bist. Sei stark und stolz und sei ein Leader für deinen Hund! Die innere Einstellung ist enorm wichtig, dein Hund muss einfach spüren, dass du alles im Griff hast und jegliche Situation klären kannst.

Kommentar von Berni74 ,

Also, "Kopf nach vorne" und "konzentriert" sind für mich zwei unterschiedliche Dinge. Worauf soll sich der Hund mit Kopf nach vorne denn konzentrieren? Und was soll da zusammenschweißen?

Ein Rudel sind zwei Menschen, die mit ihren Hunden spazieren gehen, noch lange nicht. Es sind allenfalls zwei Familienverbände, die sich mal treffen.

Ich finde es sehr wichtig, daß die Hunde bei dem Spaziergang schnüffeln und gemeinsam die Welt erkunden dürfen. DAS verbindet nämlich. Außerdem lernen sie sich dabei, gegenseitig einzuschätzen. Sie können einander beobachten und miteinander kommunizieren. Und genau darum geht es ja. Das die Maus lernt, daß andere Hunde nicht zwingend Stress bedeuten. Das kann sie nur, wenn sie den anderen einschätzen kann.

Ein Hund, der rückwärts geht (bzw. wegrennt) und dabei knurrt, verteidigt garantiert nicht seinen Besitzer, sondern nur sich selber, weil er meint, sein Besitzer macht das nicht für ihn.

Kommentar von Nebularaza ,

Natürlich ist dies ein Rudel, was soll es sonst sein? Und es gibt eine einfache Regel: Hunde, die an der Leine schnüffeln, sind die Führer. Von daher ist es enorm wichtig, den Spaziergang konzentriert zu absolvieren. Das Schnüffeln und Freilaufen ist die Belohnung nach dem Spaziergang.

Kommentar von Berni74 ,

Haste das von Cesar Milan gelernt? Dann vergiss es am besten ganz schnell wieder.

Der Spaziergang ist die Belohnung und das Leben! Alles andere ist Unterordnungstraining - auch wichtig, aber garantiert nicht als Spaziergang zu bezeichnen.

Bezüglich des Rudels darf ich kurz Wikipedia zitieren: " Ein Rudel ist eine geschlossene Gruppe, weil die Mitglieder eines Rudels nicht beliebig austauschbar sind" Da fallen schonmal alle raus, die nur mal gemeinsam spazieren gehen (und damit meine ich wirkliche Spaziergänge und nicht stupides an der kurzen Leine laufen). Im Wolfsrudel ist es sogar so, daß ein Rudel nahezu ausschließlich aus Familienmitgliedern besteht.

Kommentar von Nebularaza ,

Nur weil es bei Wikilügia steht, ist es doch nicht universell gültig, oder etwa doch? Cesar Milan macht das ähnlich, richtig. Ein Hund lebt im Hier und Jetzt, also ist es für den Spaziergang sein Rudel. Natürlich entsteht eine Bindung erst durch wiederholtes Treffen, das ist klar.

Kommentar von Bitterkraut ,

Ich glaub nicht, daß die erfahrenen Halter hier Wikipedia brauchen. Es sei denn, um dir was klar zu machen.

Kommentar von dsupper ,

Aha - und Hunde, die nicht sicher abrufbar sind und daher nicht frei laufen können oder wo es keine Gelegenheit gibt, dass sie gefahrlos frei laufen können - die dürfen demnach also niemals schnüffeln. Müssen immer nur "Kopf hoch" spazieren gehen?

Hunde LEBEN in den P-mails, das ist für die so wichtig, Kontakt mit ihrer Umwelt aufzunehmen.

Wozu gehe ich mit den Hunden spazieren, wenn sie dann keinen Kontakt aufnehmen dürfen? Arbeiten kann ich mit ihnen im Garten - der für Hunde ohnehin ätzend langweilig ist.

Arme arme Hunde, die so "erzogen" werden.

Kommentar von Nebularaza ,

Du darfst mit deinem Hund ja umgehen, wie DU es für richtig hälst. Ich habe lediglich auf die Frage MEINE Erfahrung geteilt und wie ICH mit unseren Hunden umgehe. Ich komme sehr gut klar mit meinen Hunden und auch mit fremden und nehme sehr gerne andere Erfahrungen an, wenn ich merke, dass sie mich weiter bringen. Unsere Hunde sind sehr zufrieden.

Kommentar von dsupper ,

@Nebularaza - nein, du hast leider nicht nur von deinen eigenen Erfahrungen berichtet. Sondern du stellst "Tatsachenbehauptungen" auf:

Und es gibt eine einfache Regel: Hunde, die an der Leine schnüffeln, sind die Führer

Natürlich ist dies ein Rudel,

Diese Behauptungen mögen deine Erfahrungen widerspiegeln, trotzdem können diese keine Allgemeingültigkeit beweisen.

Kommentar von Bitterkraut ,

Hunde, die an der Leine schnüffeln sind die Führer? Woher hast du das denn?

Dann hätte ich mein Leben lang nur Führer gehabt....

Kommentar von Bitterkraut ,

Zu führen ist eine Kompetenz, keine Macht.

Kommentar von Nebularaza ,

Genau so sehe ich es auch. Und die Rangordnung sollte klar geregelt sein, vor allem beim Führen von großen Hunden.

Kommentar von Bitterkraut ,

Die Rangordnung ergibt sich aus den Kompetenzen. nicht aus Machtdemonstrationen, daraus ergibt sich nur Meideverhalten.

Kommentar von dsupper ,

Genau - und nun kommt die überaus überholte Theorie der "Rangordnung" - vllt. mal ein wenig über die neuzeitliche Hundeverhaltensforschung informieren.

Kommentar von Nebularaza ,

Ich selber halte aber nichts von Vermenschlichung. Hunde haben sich seit Jahrhunderten nicht geändert, sie sind und bleiben Rudeltiere mit einer ganz klaren Rangordnung. Das heißt ja nicht, dass ich den Hund nicht liebe und ihm ein schönes, erfülltes Leben ermöglichen kann. Aber wenn ich einen stressfreien Umgang für Tier und Mensch realisieren möchte, sollte man sich mit Hundepsychologie beschäftigen. Das hat auch nichts mit Gewalt zu tun, die lehne ich grundlegend ab. Ich führe aber große Hunde, da ist es mir wichtig, dass der Hund hört, sozial verträglich ist und mit Kindern umgehen kann. Ich komme mit „meiner Methode“ sehr gut zurecht, daher teile ich gerne meine Erfahrung. Du musst sie ja nicht annehmen, du kannst gerne anders mit deinen Hunden umgehen. Und nun sollten wir unsere Diskussion hier beenden, denn es geht nicht mehr um die eigentliche Frage!

Kommentar von Berni74 ,

Meine Berner Sennenhunde hörten und hören zuverlässig, sind sozial verträglich und kommen mit Kindern sehr gut aus....

.... und sie dürfen an der Leine schnüffeln und ich bin nicht auf antiquierte Machtdemonstration angewiesen.

Kommentar von Nebularaza ,

Das ist doch klasse, wenn du mit deinen Hunden dies so hinbekommst. Berner Sennenhunde sind halt generell gutmütige und freundliche Hunde. Du kannst aber nicht per se ausschließen, dass andere Hunde wie etwa Airedale Terrier möglicherweise eine klarere Stellung im Rudel einnehmen müssen. Das hat ja nichts mit Machtdemonstration zu tun – das klingt so, als würde man den Hund misshandeln. Das würde ja genau das Gegenteil bewirken.

Kommentar von Berni74 ,

Auch Berner Sennenhunde brauchen konsequente Führung, vor allem, wenn sie - so wie meine - aus einer Arbeitslinie kommen und sehr temperamentvoll und selbstbewußt sind.

Jeder Hund muß wissen, wo er im Verband steht. Darum ging es auch gar nicht.

Es ging mir erstens darum, daß Leute, die ab und an mal miteinander spazieren gehen, kein Rudel sind, und zweitens darum, daß man seine Führungsposition nicht dadurch bestätigt, indem man den Hund auf sogenannten "Spaziergängen" nur an der kurzen Leine neben sich her führt und er nichtmal irgendwo schnüffeln darf.

Man bricht sich keinen ab, wenn man mal stehenbleibt und den Hund schnüffeln läßt. Natürlich muß er, wenn ich es dann sage, auch wieder mitkommen, aber ihn nicht schnüffeln zu lassen ist völlig sinnlos. Außerdem gibt es auch Hunde, die man nach solch einem "Spaziergang" nicht mit Freilauf belohnen kann, weil sie nicht abrufbar sind oder Jagdtrieb haben.

Und ich sag es nochmal, ein Hund, der nach vorn schaut und neben mir läuft, ist nicht "konzentriert". Dann würde er nämlich nach mir schauen und nicht nach vorne. ;-)

Im vorliegenden Fall der Fragestellerin soll der Hund ja lernen, andere Hunde zu lesen und einzuschätzen. Deshalb ist es hier meiner Meinung nach zwingend erforderlich, daß er mit den "Mitspaziergängern" kommunizieren und auch gemeinsam schnüffeln darf.

Kommentar von Bitterkraut ,

Wenn du das nicht hinbekommst, liegt es an dir, nicht an den Hunden. Vermutlich gehst du es falsch an, wenn du denkst, Unterdrückung ist das richtige Mittel zur Sozialisierung und Erziehung...

Kommentar von Nebularaza ,

Wir schreiben offenbar aneinander vorbei … und vermutlich sind wir gar nicht mal so weit voneinander entfernt im Umgang mit den Hunden. Man sieht ja, ob der Hund im „Reisemodus“ ist, oder ob er gerade sein eigenes Ding durchzieht und außer Schnüffel und Herumstöbern nichts anderes im Kopf hat. Darauf wollte ich hinaus. Und „nicht abrufbar“ gibt es ja auch nur, wenn Herrchen oder Frauchen unter ihm stehen und es egal ist, ob sie gerade nach ihm rufen ;) Übrigens gibt es durchaus Unterschiede zwischen Jagd- und Sennenhunden, allein schon der Bewegungsdrang …

Kommentar von Berni74 ,

Dann kennst Du die falschen Sennenhunde... :-)

Kommentar von dsupper ,

Richtig - Hunde sollten niemals vermenschlicht werden. Und genau aus DIESEM Grund kann es eine Rudelbildung und eine Rangordnung mit einem Menschen niemals geben.

Hörende, gut sozialisierte Hunde, die sich problemlos in einen Familienverband einfügen haben nichts mit der Rudelbildung und einer Rangordnung zu tun. Die Kommunikation, die innerhalb eines tatsächlichen Hunderudels stattfindet, kann der Mensch als Sozialpartner gar nicht wahrnehmen und auch nicht daran teilnehmen.

Zudem ist es mehr als unwahrscheinlich, dass Hunde uns Menschen in irgendeine Art von Rangordnung
einbeziehen (können), denn wir sind Menschen und keine Caniden!

Und noch eine Überlegung zum Rudelführer und zur Rangordnung:

Der Anführer eines Hunderudels kann seine Mitglieder niemals zu etwas zwingen, alles geschieht freiwillig. „Gehorsam“ spielt im
Wolfsrudel keine Rolle. Ebenso wenig gibt es eine ständig und heftig umkämpfte und verteidigte Rangordnung, sondern es handelt sich um eine Familienstruktur, in der die Schwächeren beschützt und gesichert werden.

Und genau so funktioniert moderne Hundeerziehung: der Mensch ist ein souveräner Führer, der Schutz bietet. Der Hund folgt dem Schutzbietenden freiwillig und gerne, hat trotzdem seinen eigenen Freiraum.

Kommentar von Nebularaza ,

Kann ich nicht beurteilen, vielleicht hast du das tatsächlich?!

Kommentar von Bitterkraut ,

Zum Glück muß ich dir da keine Rechenschaft ablegen.

Kommentar von Schnittfurz ,

Ich glaube sie will sich selbst eher damit verteidigen, als mich. Und ja, es kann auch Unsicherheit sein. Je nachdem welche Hunde wir begegnen. Manchmal "zieht sie den Schwanz ein", und manchmal halt nicht. Aber ich persönlich hab ihr Verhalten nun mit Angst assoziiert, weil sie eben nicht aus Deutschland kommt & weil sie das alles gar nicht kannte. Ich glaube auch nicht, dass ich Unsicherheit ausstrahle, wenn ich mit meinen Hunden spazieren gehe (gehe ja meistens mit beiden Hunden spazieren). 

Aber ich muss ehrlich sagen, dass ich den Vorschlag auch nicht gut finde. Mein Hund soll ja Freude am Gassi gehen haben und schnüffeln können. Zudem wüsste ich gar nicht, wie ich sie konzentriert mit "starrem Blick" nach vorne laufen lassen sollte. Bzw. würde das bei meiner Griechin nicht klappen und ist irgendwie auch nicht Sinn der Sache. Wir haben im Ort, wo ich lebe, nun bereits zwei Hunde getroffen, mit denen meine Griechin spielen konnte und mit denen wir ab und zu auch zusammen spazieren gehen. Wenn ich sie dann zwingen würde, nur gerade aus zu gucken, würde ich ja nichts für ihr Sozialverhalten tun.

Antwort
von 1Paradise1, 34

Hier mal ein Tipp wo Du Informationen bekommst und auch Hilfe.  http://www.mariogrueter.de/das-resozialisierungszentrum/

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