Frage von PrinzessinSnow, 76

Hund verhält sich aggressiv: Hat jemand Tipps?

Hallo zusammen :)

Ich habe insgesamt drei Hunde. Sie verstehen sich super. Es sind drei Hündinnen. Eine von ihnen habe ich seit etwa einem Jahr. Sie wurde sehr misshandelt und hatte schlechte Erfahrungen gemacht. Sie hat sich aber sehr gut eingelebt und schnell an Vertrauen gewonnen. Allerdings knurrt und kläfft sie sehr viel vorallem gegenüber anderen Hunden, ohwohl sie sich mit meinen anderen Hunden super versteht. Ich gehe immer sehr viel spazieren und meide auch nicht Situationen in denen wir auf andere Hunde stoßen. Aber trotz schnüffeln und auch friedlichen Kontakt mit anderen Hunden, legt sich dieses aggressive Kläffen nicht. Ich bin mit Hunden aufgewachsen und hatte auch schon einige "Problemhunde", aber hier finde ich einfach keine Lösung. Hättet ihr Idee, Tipps oder Ratschläge? Würde mich sehr freuen.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von XLeseratteX, 23

Es ist leider ein weit verbreiteter Mythos das Bellen oder Knurren Aggressivität bedeutet.
Es ist nicht immer ein Zeichen von Aggression sondern auch von Unsicherheit, Angst, Schmerzen, Frust usw.
Du wirst sicher nicht genau wissen was das arme Ding alles durchgemacht hat.
Ich habe selber auch so einen Fall zuhause. Schlechte Haltung,bekam Schläge, Abfall als Futter usw. Er war ein muskelloses Skelett.
Er konnte nichts und wusste nichts. Aber ich habe alles mit ihm zusammen wieder aufgebaut. Und ich hatte kein Plan, ich habe nur nach Gefühl gehandelt.
Jetzt holt er sein Spielzeug, wartet an der Treppe bis ich unten bin um mich nicht umzurennen, zieht nicht mehr an der Leine, ich kann während er frisst in den Futternapf fassen, er kommt sofort wenn ich rufe usw. Das alles hat 2 Jahre gedauert.
Um das rauszufinden musst Du in der Lage sein, Deine Hunde verstehen zu können. Das heißt Du musst die Körpersprache verstehen. Dazu findest Du sicherlich paar Erklärungen im Internet oder Du kaufst Dir ein Fachbuch. GU, Cesar Millan, Martin Rütter usw. sind keine Fachbücher.
Z.B. kannst Du dann sofort erkennen, wenn der Hund etwas machen will bevor er es macht. Ist von Vorteil. ;) So kannst Du alles verhindern und dran arbeiten.
Du musst die Körpersprache können, sonst verstehst Du den Hund nicht und Ihr werdet Euch im Kreis drehen.
Beispiel : Aufgestellt Ohren und Anspannung im ganzen Körper - der Hund wird gleich losstürmen oder Bellen, da er irgendwas gehört oder gesehen hat.
Schwanz wedeln bedeutet nicht immer Friede und Freude sondern auch Warnung - lass mich in Ruhe. Geht der Schwanz eher nach links, lässt man den Hund in Ruhe.
Die Lefzen fangen an zu zittern, wenn er knurren, bellen oder die Zähne zeigen will.  usw.
Und Du kannst auch in den Augen eines Hundes eine Menge erkennen. Angst, Trauer und sogar Vertrauen.
Aber diese Bindung aufzubauen, dauert.
Und Du wirst kaum einen Hundetrainer finden, der davon Ahnung hat. Die lernen das Wissen und nicht das Fühlen. Einige gibt es, da musst Du dich dann selber kundig machen.
Zumal ein leichtes Aggressionsverhalten unter Hunden zur normalen Kommunikation gehört. Ich würde mir eher Sorgen machen, wenn der Hund nie knurrt.
Die Menschen bearbeiten das leider immer alles, damit der Hund bloß ruhig an der Leine läuft. Das ist aber schon eine Vermenschlichung die auch dazu beiträgt das diese Beißvorfälle passieren.
Beschäftige Dich mit allen dreien und lerne sie kennen. Beobachte verschiedene Verhaltensweisen und dann wird Dir auffallen woran es liegt.

Kommentar von PrinzessinSnow ,

danke schön für diese Antwort. Ich hätte meine Frage wohl ausführlicher stellen müssen. Ich habe sie auch aufgebaut und sie ist auch an sich super lieb. Das es zu einem gewissen Grad normal ist also dieses Aggressionsverhalten ist mir ebenfalls bewusst. Aber ich deute nicht nur das Knurren als aggressiv, sondern eben ihre ganze Körperhaltung. Ich weiß, dass sie mich schützen will. Ich fürchte das meine Frage zu einfach gestellt war. Meine Situation ist sehr kompliziert und wie gesagt ich kann von mir behaupten, auch wenn das jetzt doof klingen mag, dass ich mich gerade in Hinsicht auf Hunde, mich bestens auskenne. Nur eben einen solchen Fall hatte ich noch nicht. Aber ich vermute, dass dies nicht in einem solchen Forum geklärt werden kann.

Kommentar von XLeseratteX ,

Das wird leider in keinem Forum richtig geklärt werden können, da man sowas einfach sehen muss.
Es kann leider soo viele Gründe haben, warum das so ist. Und wie Du hier siehst, genauso viele Meinungen und Ratschläge.
Am besten suchst Du mal nach jemanden der in diesem Fall helfen kann und auch zu Dir nach Hause kommen kann um sich das vor Ort anzugucken. Das würde Euch mehr bringen.
Das Du Ahnung hast, habe ich nicht bezweifelt. Immerhin hast Du mehr geschafft, als die meisten es hätten. Alleine schon weil Du diesen Hund trotzdem bei Dir behältst.
Ich kann mir Deine Situation durchaus vorstellen. Da ich das selber schon durch habe. Ich habe jetzt auch schon den 5. Hund. Und 3 davon waren echte Psychos.

Kommentar von PrinzessinSnow ,

Danke für deine hilfreichen Worte :)

Antwort
von Bitterkraut, 31

Warum denkst du, das Kläffen und knurren agressiv ist? Meistens ist das ein Zeichen von Angst und Unsicherheit und es sagt den anderen Hunden: Bleibt weg! Ich will nicht, daß ihr näher kommt, ich fürchte mich vor euch.

Kommentar von PrinzessinSnow ,

Es ist definitiv aggressiv. Aber ja aus Unsicherheit. Also das ist mir soweit klar. Mir fehlen nur mögliche Übungen, dass man das "runterschrauben" kann

Kommentar von Bitterkraut ,

Du mußt mit dem Hund einzeln gehen. Ihm mehr Sicherheit vermitteln. Er muß eine engere Bindung zu dir und nicht nur zum Rudel bekommen. Vertrauensarbeit und Kopfarbeit und viel Lob braucht der Hund.

Expertenantwort
von inicio, Community-Experte für Hund, 26

ich sehe es so wie bitterkraut - du verwechselst da was - die huendiin bellt sicher vor angst und ist misstraurich...

du solltest deiner huedin mehr sicherheit geben -naemlich eben nicht hundekonatkte zulassen, die  sie nicht mag.. nur wenn deine huendin von sich aus kontakt sucht! also auch friedlichen konakt und schnuffeln nicht gestatten, wenn deine huendin nicht von sich aus das moechte...

deine huendin bleibt ja gar keine andere moeglichkeit , sich durch bellen zu schuetzen, wenn du sie nicht von solchen von ihr ungewollten kontakten schuetzt!

Kommentar von PrinzessinSnow ,

Und da ist das paradoxe. Sie kläfft aus Unsicherheit, will aber gleichzeitig zu den Hunden hin. Aber wenn ich sie dann lasse, kam es manchmal schon vor, dass sie dann schnappen wollte. Ich zwinge ihr nicht auf zu anderen Hunden zu gehen.

Kommentar von inicio ,

ghe mit ihr viel einzeln. lasse sie nicht auf andere hunde zustuermen -bringe ruhe ins spiel. sie sollte am besten sitzen und du nimmst augen kontakt mit ihr auf, vermittel ihr: bei mir bist du sicher... stelle dich etwas schraeg vor den hund und dann kann sie neben dir kontakt aufnehmen.. 

Kommentar von Bitterkraut ,

sie schnappt dann auch aus Ängstlichkeit. Sie ist in einer "Wasch mich aber mach micht nicht nass" - Situation, den anderen Hunden gegenüber. Oder Flirte mit mir aber laß mich in Ruh.

D.h. den Hund überfordert die Situation, er ist nicht aggressiv, sondern versucht, den anderen seine Grenze zu zeigen - nein, nicht deren Grenzen, das täte ein selbstsicherer Hund, sondern seine Grenze. Das ist ein Unterschied. Du mußt dem Hund zeigen, daß du darauf achtest, daß seine Grenzen gewahrt bleiben, dazu mußt du seine Grenzen erkennen, lesen. Da stimme ich XLeseratteX zu 100% zu.

Das geht aber nur, wenn du alleine mit dem Hund rausgehst, mindestens 1x am Tag. Also häng ne Extra-Stunde für deinen Sorgenhund dran. Dann hast du viel ehr Muße, deinen Hund, aber auch die anderen zu beobachten und lesen zu lernen. Konfrontiere den Hund vorerst nicht mit anderen Hunden. Er soll erst mal nur Sicherheit bei dir und druch dich gewinnen, Mach kleine Suchspiele, laß ihn auch in Ruhe Zeitung lesen, suche eine ruhige, leichte Kommunikation mit dem Hund, ohne viel Worte, konzentrier dich auf diesen Hund. Das wird schon, aber du mußt ein bischen Zeit opfern.

Antwort
von herja, 24

Hi,

zuerst sollte man herausfinden warum sie knurrt und kläfft!

Ursachen gibt es viele, z. B. Unsicherheit, mangelnde Sozialisierung, Angst, Aggressivität, Beschützerinstinkt und mehr.


Antwort
von MiraAnui, 32

Ich würde getrennt gehen und intensiv mit ihr arbeiten. Am besten mit einem Trainier der beurteil wieso sie es macht.

Ich vermute Unsicherheit.

Kommentar von PrinzessinSnow ,

Das hätte ich vielleicht erwähnen sollen. Wenn man alleine mit ihr unterwegs ist, ist es deutlich zu erkennen, dass es Unsicherheit ist. Wenn meine anderen Hunde dabei sind, macht sie einen auf Beschützer...

Antwort
von BS3BM, 8

Meine jetzigen 2 Hunde habe ich über einen TS-Verein übernommen.

Mir hat das Buch "Leben will gelernt sein" von Wibke Hagemann und Birgit Laser" sehr geholfen, diese Hunde zu verstehen. Und da liegt meiner Meinung nach der Schlüssel zum Erfolg. Wir hatten vorher schon über 30 Jahre Hunde - aber die kamen als Welpen aus einer erfahrenen Hundezucht zu uns. Ich habe von diesen 2 Hunden aus dem TS sehr viel dazu gelernt - und werde immer noch was dazu lernen.

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