Frage von miriamkelzer, 229

Hund und jagdtrieb. Was könnte ich machen?

Hallo liebe Community.
Ich bin 19 Jahre alt und habe seit drei Jahren einen chow-chow Rüden. Im ersten Abschnitt würde ich gerne was über uns erzählen und hoffe, dass ihr so geeignete Ratschläge für mich habt. Er ist mein erster Hund und ein großartiger Kerl. Eine Hundeschule haben wir nie besucht, da die in meiner Umgebung mich nicht so ansprechen und ich habe auch nicht vor jetzt eine zu besuchen. Ich mein bisher habe ich es auch so geschafft und mein Hund hört besser als so einige Hunde im Feld, super verträglich und Total fixiert auf mich. Ich habe gelernt mit seinem Charakter umzugehen und bin der Meinung, dass mir das gut gelingt. Meine Eltern hatten nie was mit der Erziehung zu tun. Daher wäre es super, wenn ihr nur Methoden nennt und nicht sowas schreibt wie "geh zur hundeschule" oder "such dir einen Trainer" oder sogar "ein chow als ersthund?! Der arme". Er ist nicht mit leckerchen oder Spielzeug zu motivieren reagiert aber gut auf meine Körpersprache und typisch für seine Rasse will er mir natürlich gefallen.

Ok nun zum Eigentlichen: ich habe mit meinem Hund einen Wanderurlaub gemacht und bisher war er zuverlässig abrufbar auch wenn er mal ein Kaninchen verfolgt hat. Oder er hat was gesehen und ich musste nur sagen, dass er da nicht hinterher darf.
Nun hat er am letzten Tag unserer Wandertour zwei Rehe gesichtet und ist hinterher. Nach zwei Stunden kam er von selbst wieder zurück an die Stelle wo er losgesprintet ist. Nun war ich heute mit ihm im Feld und er scheint gefallen am jagen gefunden haben und lief erstmal ne viertel Stunde durch ein Maisfeld und war nicht abrufbar. Danach kam er wie selbstverständlich wieder zu mir. Habt ihr Vorschläge, wie ich dieses Verhalten unterbinden kann? Gerne auch mehrere Methoden, damit ich gucken kann welche am besten zu uns passt
Danke schonmal :)

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von jww28, Community-Experte für Hund, 59

Hi,

Er hat es nun gelernt, jagen ist ein selbstbelohnendes Verhalten. Der erste Schritt sollte nun sein ein Geschirr und eine Schleppleine zu besorgen, damit er auf gar keinen Fall nochmal losjagen kann. Also erstmal nicht mehr von der Leine machen, nur noch in eingezäunten Gebieten zB.

Dann muss erst der Halter und dann der Hund lernen,

Du musst dich mal etwas mit den Jagdverhalten eines Hundes auseinandersetzten, nämlich einmal um erkennen zu können, wann er anfängt zu jagen und einmal um diesen Trieb auf anderer Weise gerecht zu werden.

Denn wichtig ist ihn abzurufen solange er noch ansprechbar ist, ab ein gewissen Punkt hören die das rufen gar nicht mehr. 

Arbeite mit ihm mit der Jagd, bring ihn zB das suchen bei, wenn er ein Lieblingsspielzeug hat, so nimm das. Lass ihn absitzen und warten, lag das Spielzeug ca 1-2 m weit entfernt weg und sag such, hat er es dann ganz dolle freuen und mit ihm damit spielen. Das jeden Tag ca 5 Min lang machen, dabei den Abstand, wenn es gut läuft, verlängern bis das aus der Sicht des Hundes verschwunden ist. Das dann mehrmals wiederholen und danach anfangen es zu verstecken, zunächst noch halb sichtbar, später dann komplett versteckt. So kann man mit ihm zusammen arbeiten und er lernt das es losgeht wenn du das Signal gibst. 

Wenn er das gelernt hat kannst du ihn draussen damit bei Laune halten. 

Dann halt nochmal mit Schleppleine das abrufen intensiv üben und vor allem seine Aufmerksamkeit fördern, schaut er nur in die Botanik anstatt dich anzuschauen, lauf mal mit ihm etwas im Parcours, die Natur bietet ja genug Hindernisse. 

Kommentar von miriamkelzer ,

Danke mit einigen Sachen kann ich sicherlich was anfangen. Spielzeug und Futter interessiert ihn wie gesagt herzlich wenig, aber da habe ich schon ne Idee wie ich das passend für ihn umändere. Schleppleine ist eh klar :)

Kommentar von miriamkelzer ,

Ich würde deine Antwort gerne als hilfreichste markieren, aber diese Funktion ist irgendwie in der App verschwunden

Kommentar von jww28 ,

Oh :) das ist lieb :) weiss ich ja nun, is halb so wichtig :) würde mich viel mehr freuen in ein paar Wochen nochmal was zu lesen, wie es lief :) das Programm hat unser Podencojunge auch bekommen :) würd mich mal interessieren ob das bei euch an so toll klappt :) meiner lebt ja zusammen mit Katzen und draussen ist er abrufbar selbst bei Kaninchen :) Rehe haben wir allerdings auch noch nicht getroffen :)

Kommentar von miriamkelzer ,

Werde dich auf jeden Fall informieren :)
Vor dem Zusammenprall mit den Rehen war meine fellnase auch beim jagen zuverlässig abrufbar und da möchte ich auf jeden Fall wieder hin. Die Rehe waren für ihn anscheinend ein richtiges Highlight :D hat er davor auch noch nie zu Gesicht bekommen

Kommentar von miriamkelzer ,

Update nach 14 Tagen: also ich habe wieder verstärkt an der geistigen Auslastung gearbeitet und am nächsten Tag war er so aufmerksam wie sonst auch. Im Nachhinein ist mir aufgefallen, dass ich diesen Punkt im Urlaub vernachlässigt habe... Nach paar Tagen haben wir dann zum ersten Mal einen Fuchs gesehen (da war ich selbst ganz schön verwirrt) und da war er etwas überfordert, aber hat sich nach paar mal rufen gefangen und stand wieder neben mir. Bei unseren Spaziergängen haben wir viel verstecken gespielt, Unterordnung gemacht, sind so steile Wege hoch und runter, Baumstämme hochgeklettert und ich habe Steine und Knospen ins Feld geworfen, denen er freudig hinterhergerannt ist. Beim hinrennen habe ich ihn abgerufen und mich natürlich wie bolle gefreut wenn er sofort neben mir stand. Am dritten Tag war dieses rascheln im Feld uninteressant. Warum ich Steine und Knospen geworfen habe? Mein Ziel war es, dass er gar nicht erst soweit kommt (am Anfang durfte er schon hinrennen und wurde dann erst abgerufen) und daher wollte ich das Feld nicht mit leckerlies zumüllen. Spielzeug ist für ihn eh uninteressant und ich müsste dafür dann ja auch ins Feld reinlaufen und das findet der Liebe Bauer sicherlich doof. Außerdem weiß ich zu 100%, dass mein Hund keine steinchen in den Mund nimmt. Ihn interessiert höchstens das rascheln. Habe auch das mit dem ablegen und sich entfernen gemacht, jedoch ohne Spielzeug, da er sich für sowas nicht interessiert. Er freut sich schon wie bolle wenn er nach gefühlten 10km wieder zu seiner Mama rennen darf :D das kennt er sowieso schon, aber das ich wieder auf ihn zukomme war ihm neu. Da war er zu Beginn sichtlich verwirrt und hat sein Kommando einfach mal vergessen. Hat paar Wiederholungen gebraucht bis er verstanden hat, dass auch wenn ich näher komme, sein Hinterteil am Boden kleben sollte.
Sobald ich gemerkt habe, dass er was im Feld beobachtet habe ich seine Aufmerksamkeit gefordert, welche ich dann auch sofort bekommen habe.
Nach einer Woche musste sich meine kleine Schwester dann natürlich in einem maisfeld verlaufen und mein Hund durfte nach einer halben Stunde von der schleppleine, um sie zu suchen. Da ist mir schon aufgefallen, wie ruhig er in das Feld gelaufen ist und er ist auch wenige Minuten nach meiner Schwester, die den Weg dann doch selbst gefunden hat, bei mir angekommen. Also wenn er da zwischendurch noch jagen war, dann muss er sich ganz schön rangehalten haben. Er kam auch genau an der Stelle raus, an der auch meine Schwester rauskam und daher bin ich mir sicher, dass er ihrer fährte gefolgt ist. Dieser Freilauf blieb aber eine Ausnahme und erfolgte aus der not. Momentan bin ich nicht so fit, ich glaub dieser Wetterumschwung macht mir zu schaffen, und daher muss er leider noch an der schleppleine bleiben. Bei seinem ersten Freilauf möchte/muss ich schon voll und ganz da sein und das kann ich im Moment nicht gewährleisten. Ansonsten traue ich es ihm auf jeden Fall zu.
Demnächst mache ich einen kleinen Lehrgang zum Fährten laufen und hoffe, dass mein Hund daran Spaß findet. Parcours findet er auch super, aber kommen momentan nicht zu dem Waldstück, wo man das sehr gut machen kann. Zuhause findet er sowas langweilig und zu diesem Wald fährt man ein Stückchen.

Kommentar von jww28 ,

Hihi musste schmunzeln mit den Stein :D Klasse freut mich das schon nach so kurzer Zeit wieder rehabilitiert ist :) das mit der Fährte wird bestimmt zu klappen, wenn so schon Fährten nachgeht :)

Antwort
von beglo1705, 56

Kann dir hier wärmsten empfehlen, Mantrailing mit deinem Hund zu machen, denn das hat mehrere Vorteile:

Du und dein Hund habt immer fachkundige Begleitung in der Hundeschule, die eventuelle Fehler sieht und dich darauf hinweisen kann und erklären kann, warum und wie etwas funktioniert.

Schnüffeln, also Nasenarbeit macht Hunde unglaublich müde und powert aus, mehr, als nur einem Reh hinterher zu jagen

Du wirst nach 3-4 Wochen selber merken, dass dich das mit deine Hund mehr zusammenschweißt, die Freundschaft wird sich vertiefen, das Vertrauen wird wachsen und dein Hund wird dich als einziges "Alphatier" anerkennen.

Letzteres ist ganz wichtig für die Zukunft. Erst wenn der Hund dir komplett vertraut und weiß, wer das Sagen hat, kann man damit im offenen Gelände was anfangen, ohne dass hernach zu einem Hasen oder was auch immer geschielt wird und der Hund sich kurzer Hand zum Jagen entschließt.

Bis das jetzt soweit sitzt, würde ich deinen Wuschel an der Schleppleine lassen. 

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Ansonsten gibt´s auch noch die Möglichkeit, einen Trainer in´s Haus kommen zu lassen. Er/Sie kann ggf. erkennen, wo es an eurer Kommunikation hapert und gegensteuern in dem er dir den Hund und sein Verhalten verständlich erklärt und dir Tipps und Hilfestellung geben kann, so dass du deinen Hund auch richtig verstehen und deuten kannst.

Leider können Hunde nicht sprechen, aber wir können versuchen (wie die Hunde das auch beim Menschen machen) ihre Sprache zu lernen und zu erkennen, was sie uns sagen möchten.

Kommentar von miriamkelzer ,

Vielen Dank für deine Antwort.
Also Trainer würde erst im Härtefall dazu kommen, aber dieses Problem ist ganz frisch (vor drei Tagen) und wenn ich es selbst nicht hinkriege, dann würde ich es in Betracht ziehen. Bin aber aller guten Dinge, dass wir das auch so hinkriegen.

Kommentar von miriamkelzer ,

Werde mal gucken wo mantrailing hier angeboten wird 👍🏼

Antwort
von hohlefrucht, 71

Versuche mal seinen Jagdtrieb zu kanalisieren mit einem Ersatzangebot.

Unser Jagdhund macht liebendgerne Mantrailing. Das ist Personensuche anhand von Duftspuren der zu suchenden Person. Unser Hund ist danach erstmal für einige Zeit ausgepowert..

LG.

Kommentar von miriamkelzer ,

Klingt interessant danke :) mal gucken inwieweit ich das mit meinem umsetzen kann. Werd mich aber auf jeden Fall mal damit auseinander setzen

Kommentar von eggenberg1 ,

sag  ich  doch  antijagttraining

Antwort
von xttenere, 53

Ich kann Dir nur sagen, was Du NICHT MEHR machen solltest.

Keine Bälle oder Stöckchen mehr werfen....oder mit der Reizangel arbeiten...Damit förderst Du das Jagdverhalten.

Versuch Dich für ihn interessant zu machen....versteck Dich, und lass Dich von ihm suchen.

Lass ihn bis auf weiteres  nur noch an einer Schleppleine oder Flexi Gigant (10m) laufen...nicht mehr frei.

Mache mit ihm vermehrt strenge Unterordnung....dies lastet ihn im Kopf aus.

Wenn alles nichts nützt, musst Du Dir einen Trainer holen.

Kommentar von miriamkelzer ,

In der Frage steht drin, dass er sich nicht für Spielzeug nicht interessiert. Schleppleine ist eh klar und verstecken ist ne gute Idee. Hab ich damals oft mit ihm gemacht.

Hast du zu dem Punkt mit der Unterordnung konkretere Ideen?

Kommentar von xttenere ,

Sitz....fuss....platz....bleib.

Aus dem sitz in platz....zurück in sitz....wieder in platz...etc...im 10 Sekundentakt....ca je 5x

Den Hund Platz legen sich entfernen....der Hund bleibt liegen....zurück und ihn abholen.

Den Hund hinsetzem und sich entfernen, und den Hund abrufen.

Alle Übungen mit absoluter Konsequenz, und bei Erfolg mit viel Lob ! Immer nach 10 min arbeiten wieder eine Pause von ca 15 min.


Kommentar von miriamkelzer ,

Achso das meinst du. Hatte das jetzt nicht unter dem Begriff parat. Das machen wir fast täglich sowohl zu Hause als auch im Gelände.

Kommentar von xttenere ,

Super !

Antwort
von Jerne79, 75

Offenbar ist er derzeit nicht so stark auf dich fixiert, wie du denkst.

Also heißt es Nachfassen bei der Bindungsarbeit. Dazu müssen die Spaziergänge für den Hund spannender gestaltet werden. Wenn er abhaut, heißt das nichts anderes als "Das ist jetzt spannender als du, ich bin dann mal weg".

Und bis das alles wieder vernünftig klappt, bleibt der Hund zwangsläufig an der Schleppleine.

Kommentar von miriamkelzer ,

Deine Antwort hilft mir so leider ziemlich wenig weiter. Wäre super wenn du Beispiele nennen könntest und die Antwort nicht so oberflächlich halten würdest.
Also bisher binden wir in unsere Spaziergänge Spiele ein wie verstecken, leckerli Suchen, Parcours oder verlegen das generell die Arbeit an Kommandos und Tricks nach draußen.

Kommentar von Jerne79 ,

Mit Verlaub, du hast den Hund doch bis jetzt erzogen und intensiv betont, wie toll alles geklappt hat. Da darf man doch davon ausgehen, dass du selbst weißt, wie Bindungsarbeit funktioniert, wie ihr das bisher gemacht habt und vor allem auf welche Weise ein Spaziergang für deinen Hund wieder spannender werden kann. Ob das nun Schnupperspiele sind, er eher auf Apportieren steht, ob er glücklicher wäre mit noch mehr Bewegung, ein Futterdummy Abhilfe schaffen könnte usw. Wenn die bisherige Bindungsarbeit funktioniert hat, muss das wieder intensiver betrieben werden. 

Für alles andere und wenn du selbst nicht mehr zu Potte kommst, bräuchte man deutlich mehr Informationen, vor allem müsste man den Umgang zwischen dir und dem Hund sehen können, sein Verhalten, wenn er abrufbar ist und sein Verhalten, wenn er einfach die Biege macht. Das könnte dann beispielsweise auch ein Trainer beurteilen, nur willst du davon nichts wissen. Und so muss eine Antwort auf Basis der vorhandenen Informationen eben oberflächlich bleiben.

Kommentar von miriamkelzer ,

Ich möchte hier Anregungen sammeln! Ob ich mit meinem Hund diese Sachen umsetzen kann werd ich dann selbst entscheiden. Diese Betonung habe ich aus dem Grund gemacht, weil ich hier häufig lese, dass nur die hundeschule Empfohlen wird oder der Fragesteller vorschnell verurteilt wird. Einen Trainer würde ich erst im Härtefall einschalten und sehe diesen momentan nicht als notwendig

Kommentar von eggenberg1 ,

den trainer  ersiehst  du   im moment nicht als notwendig   dann ahst du aber  die  schwere  der  situation  noch nicht erkannt..

  mein mann meinte mit unserer  border  hündin auch so umgehen zu können- sie war   mehrmals  hinter  rehen und hasen   weggelaufen   ,kam auch  immer wieder nach ner stunde zurück-   war auch im vorfeld absolut gehorsam gewesen --  das letze mal als sie  einenhasen jagdte  lief sie auf  den bahngleisen  und wurde   vom triebwagen erfaßt .  ich höre die  trööte  heute noch --

also bitte   wenn du wirklich   was  machen willst, dann nimm mal einen ratschlag an von leuten ,die jahrelange  hundeerfahrung haben -  der chow chow ist nun  mal nicht  der einfachste  hund    ,darum bedarf  er auch  mal  besonderer handhabung    -  guck  doch mal nach einem  hundeforum  speziell    für chow  chows   viel kannst   du dort  eine antwort  bekommen

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