Frage von Liaya, 95

Hund und bürsten?

Hallo!

Unsere Familie besitzt zwei mittelgroße Hunde. Wir bürsten sie regelmäßig, kämen Unterwolle heraus und schneiden verfilztes Fell heraus und überkämmen die Stelle. Wir setzen sie dann immer auf unseren Gartentisch (der ist stabil), damit wir besser an Beine ect. heran kommen. Sobald wir also unsere Bürsten bzw. Schere aus der Schublade holen, wissen unsere Hunde bescheid. Der Rüde (8 Jahre) verkriecht sich dann eher, weil das bei ihm sehr oft länger dauert, da er als Sheltie sehr viel Unterwollte besitzt. Unsere Hündin hingegen (3 Jahre) ist aufgeregt, stellt sich auf die Hinterbeine und es wirkt so, als wolle sie auf den Tisch gehoben werden, doch sobald man sie auf dem Arm hat und auf dem Tisch absetzt, ist die Laune komplett anders.

Das Verhalten der Hündin kann ich mir so einfach nicht erklären. Weiß darüber jemand etwas?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von beglo1705, 29

Das Verhalten deines Hundes deutet eher auf Angst hin. Dahin gehend müsstest dir unbedingt Gedanken machen, wie man das wieder in den Griff bekommt.

Zum einen: Kein riesen Gestell um die Sache machen, sondern Hund draußen (oder wo auch immer) Platz oder Sitz machen lassen und gleich, ohne große Erklärung an den Hund, anfangen zu bürsten.

Zum anderen: mit was bürstest du? Einem Hund mit wenig Unterwolle und kurzem Fell wird das Kämmen immer gefallen, weil da nix ziept und zwickt und die Haut wunderbar massiert. Bei langhaarigen Rassen, wie eben deiner auch, sieht die Sache schon anders aus: ein- zweimal zu grob gebürstet evtl. sogar mit einer Unterwollebürste und es reicht dem Hund und das Thema bürsten ist (vorüber gehend) für den Hund negativ behaftet.

Kauf dir gescheites Werkzeug, ich persönlich bin der absolute Fan geworden vom Furminator L für langhaarige Rassen (hab nen KLM) und wenn du das täglich machst, hast weder großartig Haare im Haus noch einen Hund der sich dagegen sträubt. Da brauchst du dann weder Schere noch zusätzliche Bürsten oder Kämme, evtl. noch eine Ziegenhaarbürste zum schmusen und gut ist´s.

Verbinde das Bürsten zudem mit etwas positiven, evtl. getrocknete Hühnerbrust oder getr. Hähnchenherzen (was dein Hund eben gern mag), die du direkt aus der Hand fütterst. Dann wird sich langsam aber sicher wieder Vertrauen einfinden in das tägliche Ausbürsten.

Expertenantwort
von Bitterkraut, Community-Experte für Tiere, 50

Ich setze mich zu meinen Hunden auf den Boden, wenn ich sie bürste. sie legen sich dann hin und genießen es. Versuchs mal damit. Wenn ihr immer so ein Theater um die Fellpflege macht, statt es den Hunden angenehm zu machen, wundert es mich nicht, wenn sie es meiden. Meine stellen sich dafür an. Und wenn es losgeht, legen sie sich und grunzen vor Wohlbehagen.

Sogar meine Tierärztin geht auf die Knie, um die Hunde zu begutachten, weil sie weiß, daß es Hunde maximal verunsichert, wenn sie au den Tisch müssen. Auf den Tisch müssen sie da nur in Ausnahmeällen, alles, was am Boden erledigt werden kann (Impfen, Analdrüsen ausdrücken, verband anlegen, etc.) passiert am Boden.

Kommentar von Liaya ,

Danke erstmal für die Antwort. :)

Natürlich habe ich es ab und zu auch schon am Boden versucht, doch legt sich unsere Hündin dann meist auf die Seite, und lässt uns diese dann nicht mehr durchbürsten. Sollte man dann versuchen den Hund zwanghaft zum Stehen zu bringen? Denn nachgeben käme für mich nicht in Frage, da Fellfpflege nun mal dazu gehört.

Kommentar von Bitterkraut ,

Nein, man soll dafür sorgen, daß der Hund sich dabei entspannen kann. Dann kann man ihn auch auf die andere Seite drehen/wenden, er hebt die Beine, so daß man überall drankommt.

Meine Hunde legen sich auch auf den Rücken, wenn ich es will, sogar, wenn es unbequem für sie ist, weil sie die Zuwendung, die sie bei der Fellpflege bekommen, genießen. Es gibt keine Körperstelle, an die ich nícht drankäme, ich leg mir die Hunde halt entsprechend zurecht ;)

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Hund, 25

Sie mag das Bürsten vermutlich, aber sie mag das auf dem Tisch stehen nicht. Such mal eine andere Erhöhung z.B. Parkbank, ob es da genauso ist.

Antwort
von brandon, 43

doch sobald man sie auf dem Arm hat und auf dem Tisch absetzt, ist die Laune komplett anders.

In wie fern anders?

Kommentar von Liaya ,

Eher eine ängstliche und unruhige Haltung. Meist zieht sie die Pfoten weg, wenn wir da das Fell etwas kürzen wollen, oder weicht mit dem Kopf weg, wenn wir das Fell vor ihren Augen abschneiden wollen (das ist jetzt nicht wirklich angenehm, dauert aber keine 20 Sekunden).

Kommentar von Bitterkraut ,

Hört einfach auf, am Fell rumzuschneiden. Das ist bei einem Collie absolut unnötig. Je mehr ihr schneidet, umso mehr filzt es. Und stell den Hund nicht auf den Tisch, das beunruhigt jeden Hund.

Kommentar von Liaya ,

An unserem Sheltie, wohlbemerkt, schneiden wir so gut wie gar nichts weg, nur die längeren Stellen im Bauchbereich, da wir jedes Jahr in den Urlaub fahren. 

Unserer Hündin hingegen würde dieses Fell vor den Augen nur stören, und damit sie überhaupt noch etwas sehen kann, schneiden wir es eben alle paar Monate kürzer. Was ist daran falsch?

Kommentar von Bitterkraut ,

und schneiden verfilztes Fell heraus

darauf hatte ich mich bezogen. Je mehr du schneidest, umso mehr wird es verfilzen. Was hat der Urlaub mit dem Fellschneiden zu tun?

Kommentar von brandon ,

Dieses Problem habe ich auch bei unserer Pflegehündin und wenn ich die Schere in der Hand habe befürchte ich immer das ich sie damit verletze.

Übrigens mache ich das auch auf dem Boden.

Antwort
von Goodnight, 38

Klingt nach Beschwichtigungssignalen. Will heissen, die Hündin bettelt, dass du es nicht tust.

Wenn sich die Hunde so verhalten wie du schreibst, tust du ihnen weh.

Kommentar von Liaya ,

Ich kann mir vorstellen, dass das nicht sehr angenehm sein dürfte, regelmäßig am ganzen Körper gebürstet zu werden, aber das das gleich "weh tut"? 

Ich werde einfach mal den Tipp von Bitterkraut folgen, und es am Boden versuchen.

Kommentar von Bitterkraut ,

Ja, laß es langsam angehen. Sezt dich erst hin mit dem Hund, kraul ihn, leg die Bürste hin, er kann sie sehen, wird aber weiter gekrault, nimm sie in die Hand und streichle den Hund damit, auch mal mit der Rückseite. Leg sie wieder hin usw. Laß dir Zeit und dem Hund auch. Das kann auch über Tage gehen.

 Der Hund soll die Büste mit etwas Angenehmen verbinden. Erst, wenn er bei diesen Manövern entsannt bleibt und sich "hingibt", sich überall gern anfassen läßt,  fang an leicht zu bürsten, die einfachsten Stellen zuerst. Hör wieder auf, wenn der Hund sich anspannt. Oder besser, bevor er es tut. Hör auf dein Gefühl und hab Geduld. Nimm dir Zeit.

Das bürsten ist ein Teil der Vertauensarbeit und Vertrauen kann man nicht durchsetzen. Das muß man erwerben.

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