Frage von RebinRebinson, 121

Hund tötet entlaufenes Kaninchen?

Nehmen wir an Familie A hat einen Hund der nie negativ aufgefallen ist und ein Grundstück von dem jener Hund in keinem Fall "fliehen" kann. Nun hat Familie B ein Kaninchen, welches in einem unachtsamen Moment über die Grundstücksgrenze in den Garten von Familie A läuft. Nun zu meiner Frage, kann Familie A dafür haftbar gemacht werden wenn ihr Hund dem Kaninchen von Familie B etwas antut? Der Hund von Familie A war währenddessen unter Beobachtung, doch könnten sie Mitglieder von Familie A nicht schnell genug handeln.

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo RebinRebinson,

Schau mal bitte hier:
Recht Hund

Expertenantwort
von jww28, Community-Experte für Hund, 56

Hi,

Rechtlich kann man der Familie A keinen Vorwurf machen aber menschlich gesehen würde ich Familie A raten das Kaninchen zu ersetzen, einfach auch um den Frieden in der Nachbarschaft nicht zu gefährden. Das Kaninchen war ja wie der Hund ein teil der Familie dessen Verlust sehr schmerzhaft ist und grad auf diese Art und Weise für die Kinder des Haushaltes auch traumatisch sein kann. Dabei kann man Familie B mal stecken das auch Kleintiere sicher untergebracht werden müssen, sichert man sie nicht sind sie in jeden Fall leichte Beute, es gibt ja auch diverse Wildtiere die es auch auf so ein Kaninchen abgesehen hätten zB Fuchs, Marder, Katzen, diverse Raubvögel. 

Expertenantwort
von Margotier, Community-Experte für Haustiere, 25

Möglicherweise ist der  Hundehalter aufgrund der Gefährdungshaftung (verschuldensunabhängige Haftung) schadenersatzpflichtig.

Bei finanziell so geringen Schäden würde ich als Hundehalter wahrscheinlich gar nicht erst die Haftpflichversicherung bemühen, sondern aus eigener Tasche den Wert des Kaninchens ersetzen.

(Wer hier regelmäßig mitliest, weiß, dass Haustiere für mich Familenmitglieder sind und von daher unendlich wertvoll. Hier geht es aber um Versicherungsrechtliches, d. h., auschließlich um den finanziellen Wert des Tieres, um Schadenersatz zu bekommen, muss ein beziffebarer Schaden (=Wert in Geld) vorliegen)

Moralisch sehe ich die Schuld beim Nachbarn: Kaninchen gehören in ein von allen Seiten ein- und ausbruchsicheres Gehege. Hier hat sich auf schreckliche Weise gezeigt, wie wichtig das ist. Das/die anderen Kaninchen der Nachbarn sind hoffentlich inzwischen tiergerecht untergebracht.

Expertenantwort
von monara1988, Community-Experte für Kaninchen, 27

Hi,

nein, die Hundehalter können nicht haftbar gemacht werden, weil

  • der Hund nur seinem Trieb nachging und auf seinem Grundstück blieb, und
  • die Kaninchenbesitzer nicht nur ihre Aufsichtspflicht verletzt haben, sondern das Tier auf verantwortungsloserweise ungeschützt im Garten laufen ließen (was man niemals tut! Man hält Kaninchen nur in geschützten und ein-/ausbruchsicheren Gehegen!)

Gruß

Expertenantwort
von furbo, Community-Experte für Recht, 31

Grundsätzlich gilt auch hier die Tierhalterhaftung des § 833 BGB. 

Der Hundehalter haftet also. Nun steht die Frage im Raum, inwieweit der Geschädigte den Schaden mit zu verantworten hat. Der Tierhalter wäre in der Pflicht, ein Mitverschulden zu beweisen. 

In dem geschilderten Fall dürfte es recht einfach sein, da der Geschädigte durch die Verletzung eigener Aufsichtspflichten für den Schaden ursächlich ist. Er hätte das Eindringen des Kaninchens in fremdes Territorium verhindern müssen. Eine Haftung des Tierhalters besteht daher m.E. nicht.

Man kann deshalb durchaus sagen:

"Karnickel hat angefangen"

(Friedrich Christoph Förster, „Karnikkeltod“)

Antwort
von xttenere, 16

Kanichen gehören in das Beuteschema eines Hundes. Und wenn das Kaninchen in das Revier des Hundes eindringt ( eingezäunt ) dann ist die Überlebenschance des Kaninchens nicht sehr gross....belangen kann man diesbezüglich den Besitzer des Hundes nicht.

Der Halter des Kaninchen jedoch hätte verhindern müssen ( können ) dass sein Tier ausbricht....wenn's ganz dumm läuft, kriegt dieser Ärger mit dem Tierschutz, da durch ihn und  seine unterlassene Aufsicht über das Kaninchen, dieses zu Tode kam.

Antwort
von berlina76, 41

Auf dem Dorf ist das ein übliches Problem, wenn du statt Kaninchen Katze einsetzt. 

Ein fremdes Tier hat nichts auf dem Nachbargrundstück zu suchen, bzw. nur auf eigene Gefahr.

Der Hundehalter ist nicht regresspflichtig, wenn sein Hund auf seinem Grundstück das Tier eines Nachbarn erlegt, das sich dort ohne Genehmigung  aufhält. 

Anders währ es, wenn der Hundebesitzer das Kaninchen in Pflege nimmt und der Hund es in einem unachtsamen Moment zerfleischt. Dann Ist der Hundehalter regresspflichtig, da er seine Fürsorgepflicht/Aufsichtspflicht verletzt hat

Antwort
von MaggieundSue, 33

Wenn Kaninchen sich auf dem Grundstück der Familie A befindet, kann Familie A plus Hund nichts dafür. Die Frage ist doch eher, wie kommt Kaninchen von B zu A? Wurde da die Aufsichtspflicht - Gehege nicht gut gesichert? 

Kommentar von RebinRebinson ,

Das Kaninchen war nicht in seinem Käfig, die Kinder hatten es zum Spielen draußen und es lief unter dem, für den genannten Hund unüberwindbaren, Zaun hindurch auf das Grundstück von Familie A

Kommentar von MaggieundSue ,

Also kann dein Hund nichts dafür! Es könnte aber auf die Kaninchenbesitzer üble folgen haben. Aufsichtspflicht grob vernachlässigt! 

Antwort
von Kirschkerze, 41

Natürlich sind sie nicht dafür haftbar zu machen...selbst dann wenn sie hätten eingreifen können, aber es nicht getan haben (sofern sie nicht gerade wissen dass es das Kaninchen von Familie B ist.). Ein Hund muss nicht 24/7 so unter Beobachtung stehen dass es keine vermeintlich wilden Tiere reißen könnte..

Antwort
von Lapushish, 45

Nein, das Kaninchen hat auf dem Grundstück von Familie A nichts zu suchen. Aber in der Regel gilt ja selbst bei Einbrechern, dass die Halter bzw der Hund selbst schuldig sind, wenn der Einbrecher auf deren Grund vom Hund verletzt wird...

Antwort
von SusanneV, 27

Natürlich kann Familie A nix dafür. B hätte besser auf das Kaninchen aufpassen müssen.

Antwort
von Miesepriem, 4

Normales Verhalten des Hundes, man nennt es Jagdtrieb. =)

Das Kaninchen hätte "ausbruchsicher" weggesperrt werden müssen.

Meine Freundin sperrt sogar ihre beiden Katzen weg, wenn wir sie besuchen. Obwohl ihre fünf Hunde mit den Katzen leben, würde dann das Rudelverhalten greifen, weil meine angefangen hat würden die anderen mitmachen.

Antwort
von Antwortapparat, 8

ohne jetzt § aus dem BGB zu bemühen, das Karnickel hatte auf dem Nachbargrundstück nichts zu suchen und damit Pech.

Um die Nachbarn zu besänftigen, zahle 50% für eine neues Kaninchen.

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