Frage von anny2303999, 56

Hund Leine Bellen Probleme?

Hallo, vielleicht hat ja jemand eine gute Idee. Meine Hündin ist nun 2 Jahre alt. Ich habe sie aus Polen aus einem Tierheim und sie hatte dort einiges mitgemacht. Hat man anfangs gemerkt sie hatte Angst vor allem möglichem. Mittlerweile ist das richtig toll geworden, nur 1 Problem ist geblieben. Früher lief Sie gar nicht an der Leine, durch Training hört sie heute aufs Wort und läuft auch ohne Probleme an der Leine. Aber wenn wir dann beim spazierengehen andere Hunde sehen, dann verfällt sie in eine Art Schockzustand. Sie bellt dann ununterbrochen und wirkt auch total agressiv, dann kann ich auch rufen wie ich lustig bin, das bekommt sie dann einfach nicht mit. Wenn sie trotz der ganzen Bellerei dann aber an dem anderen Hund schnuppert, verhält sie sich unterwürfig und eher ängstlich.

Ich würde Ihr das gerne abgewöhnen aber habe keine Ahnung wie ich auf sie einwirken soll, wenn sie in diesem zustand ist weil sie mich ja dann auch nicht hört- vielleicht hat ja jemand eine Idee?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Starciel, Community-Experte für Hund, 13

Mir ist nicht ganz klar ob Sie das Verhalten an der Leine, im Freilauf oder bei beidem zeigt.

Ferndiagnosen sind meist schwer da man die ganze Körpersprache des Hundes sehen müsste aber grundsätzlich hört es sich an als ob sie aus Unsicherheit bellt. Dafür spricht dass sie bei Kontakt dann passive Demut zeigt und unterwürfig und ängstlich wirkt. Dann wäre das Kläffen ein Versuch den anderen Hund entweder gleich auf Distanz zu halten und loszuwerden oder schonmal dessen Reaktion abzuchecken während er noch weiter weg ist und sie ggf. besser auf Rückzug gehen könnte.

Du könntest mal genau im Auge behalten auf welche Distanz sie anfängt solchen Stress zuhaben. Meistens tritt das nicht abrupt auf sobald ein Hund in 100 Meter Entfernung sichtbar wird sondern dein Hund bleibt erstmal irritiert stehen und fixiert oder wird unruhig.

Dann wäre das die Distanz auf der du zunächst trainieren musst, ohne dass der andere Hund näher rankommt und dein Hund wieder im Totalstress versinkt. Sie sollte den anderen Hund wahrnehmen, dann sprichst du sie an und verlangst ein Alternativverhalten (z.B. Schau mich an) und bestätigst wenn sie sich dir zuwendet und  sich auf dich konzentriert. Als Belohnung (ggf plus Leckerli) gehst du dann in die andere Richtung weg und vergrößerst die Distanz ohne dass sie an dem anderen Hund direkt vorbei muss.

Wenn das auf die Entfernung problemlos klappt so dass sie sich auf eine Ansprache sofort dir zuwendet verkleinerst du die Distanz nach und nach aber immer ohne dass er für den Hund wieder in Stress endet.

Wichtig ist dass du nicht immer näher rangehst bevor der Hund ausrastete er aber trotzdem jedes Mal an dem anderen vorbei muss (dann lernt er nur das länger zu unterdrücken, dass die Begegnung aber trotzdem jedes Mal mit Keifen und Stress einhergeht) sondern abbrichst bevor der Stress zu groß wird.

So kannst du ggf. diese unglückliche Verknüpfung "Anblick anderer Hund" - endet in Gekläffe umpolen auf "Sehe anderen Hund" schaue zu Frauchen und muss nicht mit dem interagieren" umtrainieren.

Kommt in der Trainingsphase doch ein anderer Hund zu nahe ran versuch erst garnicht das Kommando zu geben, sonst verliert sie wieder das vertrauen dass sie sich nicht mit dem auseinandersetzen muss.

Expertenantwort
von Berni74, Community-Experte für Hund, 10

Ich könnte mir gut vorstellen, daß sie Dir in diesen Situationen nicht vollständig vertraut, daß sie Dir nicht zutraut, alle Situationen - also auch eventuelle Probleme mit anderen Hunden - für sie und euch zu regeln. Sowas hat meist auch seinen Grund im allgemeinen Zusammenleben.

Da das ein sehr komplexes Thema ist, würde ich an Deiner Stelle die Hilfe eines guten, gewaltfrei arbeitenden Hundetrainers suchen, der sich Deine Hündin, Dich, Euch als Team und Eure Lebenssituation anschaut und Euch dabei hilft, auch dieses Problem zu meistern.

Ohne den Hund gesehen zu haben, ist es immer sehr schwer, Trainingstipps zu geben, weil man nie 100 %ig sagen kann, wo genau die Ursache für das Verhalten liegt.

Aber, wie Du schreibst, habt Ihr ja schon richtig viel zusammen geschafft - dann bekommt Ihr das auch noch in den Griff!

Antwort
von xttenere, 20

Deine Hündin hat viel negatives erlebt in den ersten beiden Lebensjahren, welches ihr Wesen und Verhalten geprägt hat.

Ich kann Dir nur eines empfehlen: einen guten Hundetrainer, welcher Dich unterstützen kann. Alleine wird`s schwierig werden.

Wir können hier zwar sehen (lesen), was Du schreibst, aber nicht, wie Du auf Deinen Hund einwirkst, wenn er sich wie beschrieben verhält.

Viel Glück

Antwort
von Majatuc88, 33

Ist die Hündin denn an der Leine auch so das sie andere Hunde agressiv anbellt? Wenn ja, ggf. mit Hunden von Freunden/Bekannten/etc. "üben", also mal auf Spaziergang treffen und ggf. ein Stück zusammen gehen.. Vielleicht beruhig sich das Verhalten dadurch..

Kommentar von iselhatnefrage ,

huhu. Falls deine Hündin an der leine bellt einen kurzen Ruck damit sie einen break hat und in der richtigen Millisekunde aus sagen. Das erfordert eine gute hundekenntnis. bzw ein gutes Auge. Aber das wirst du haben wenn du sie so gut hinbekommen hast wie du schreibst :) Ansonsten wenn es in den Freilaufphasen ist, an eine schleppleine die ihrem Radius gerecht wird. Und gassi gehen als wäre keine leine dran. (auf Verletzungen aufpassen, richtige langläufigkeit ist wichtig) Am besten, die Situationen mit Freunden nachstellen. So weißt du wann die Situation kommt und kannst dich voll darauf konzentrieren und entspannt in die Situation gehen, da und deine Gehilfen ja wissen was passiert. Oder nicht passiert. LG

Antwort
von anny2303999, 7

Danke für die Ratschläge.

Was ich beim letzten Spaziergang beobachtet habe, möchte ich einmal kurz schildern.

Es war freie Sicht und ich habe sie im Wald ohne Leine laufen lassen, mein 2. Hund war auch mit dabei (ist noch ein Welpe, 6 Monate ). Auf einmal kamen zwei Hunde auf uns zu und ich wollte man testen ob sie sich ohne Leine vielleicht anders verhält. Sie ist erstmal hingelaufen und die beiden anderen waren ganz ruhige und ältere Genossen. Sie war ganz lieb, hat auch nicht gebellt aber sich direkt unterworfen.

Dann kam ein weiterer Hund auf uns zu als ich sie gerade an die Leine machen wollte, da ist sie erstmal dahin gerannt und der andere Hund war total agressiv. Den hat sie dann angebellt. Naja und mein zweiter Hund ist da immer ganz entspannt, der lässt sich von sowas nicht beeindrucken.

Antwort
von anny2303999, 6

Achja und was ich noch vergessen hatte zu erwähnen.

Ich würde das ja gerne mit bekannten Hunden üben, nur leider kennt sie die alle und freut sich einfach nur wenn sie einen Kumpel triffft. Sie verhält sich nur bei fremden Hunden so komisch.

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