Frage von AngelinaAngii, 56

Hund knurrt,bellt JEDEN an?

Hallo leute:) ich habe da ein Problem, wir haben seit zwei wochen einen Hund (kennen ihn aber etwas länger,weil wir bevor wir ihn bekommen haben immer mit ihm gelaufen sind-Tierheim) bevor er in das Tierheim gekommen ist, hat er in Bulgarien gelebt,in einer Hundestation ob er davor auf der Straße war wissen wir nicht (er ist fast zwei jahre alt). Uns ist klar das solche Hunde grade nicht die besten Erfahrungen mit Menschen gemacht haben. Und uns ist aufgefallen das er vorallem ältere leute anbellt/knurrt und häufig auch Männer. Aber als ich heute morgen mit ihm Gassi war hat er wirklich jeden angeknurrt und angebellt...ich habe es dann so gemacht als er den ersten Mann angebellt hat habe ich einfach Umgedreht und bin in die andere Richtung gelaufen. War das so richtig? Ich sage dann auch klar und deutlich "NEIN!" und "ziehe"ihn wieder zu mir. Manchmal jault er auch (da weiß ich aber nicht was es zu bereuten hat) .
Wäre über Tipps/ähnliche Erfahrungen dankbar:)
Ah und er dreht immer total durch wenn er einen anderen Hund sieht (jault extrem und will da hin...)

Antwort
von MuttiSagt, 16

Zwei Wochen ist noch verdammt kurz und er scheint einfach ein paar Erziehungsdefizite zu haben. Hundeschule währe jetzt echt ein muss! Natürlich ist es so, dass er jetzt erst mal einfordert, zu anderen Hunden zu dürfen. Vermutlich ist er alle Freiheiten gewohnt. Ein klares deutliches " nein", welche du mit alles Konsequenz einforderst ist das eine, aber auf der anderen Seite soll er auch erfahren, das eine Zusammenarbeit mit dir viel cooler ist. Trage also Leckerlies oder einen Ball ( je nach dem was er cooler findet bei dir) und gebe ihn das wenn er brav ist. Dazu musst du Situationen finden, also Gebiete aufsuchen wo auch Hunde sind. Und dann beschäftigst du dich mit ihn. Gut sind Körper Nähe Spiele oder Futter. Diese Leberwursttuben zB. Aber das Timing ist wichtig. Gib ihn nichts wenn er Theater macht, nur um ihn abzulenken. Dann denkt er nämlich, du belohnst das.

Antwort
von iluvmidugz, 12

Umdrehen bestätigt den Hund nur, da er denkt, dass er den Mann in die Flucht geschlagen hat. Ich würde ihn absetzen und total still warten lassen, bis der Mann vorbei gegangen ist. Und jedes mal wenn er bellt, nein sagen. An der Leine nicht ziehen, sondern nur rucken. Oder mit dem Finger stupsen. Wenn du ziehst, tust du ihm weh, es soll nur ein kurzer Impuls sein, damit er aus seiner Anspannung gerissen wird. Also kurz und kräftig rucken und nein sagen , belohnen wenn er entspannt. Und selbst entspannt bleiben.

Kommentar von Maro95 ,

"absetzen und total still warten lassen, bis der Mann vorbei gegangen ist. Und jedes mal wenn er bellt, nein sagen."

Meinst du, das ist praktikabel bei einem Hund, der pro Person ein mal ausrastet?

Antwort
von Maro95, 11

Also zunächst mal sollte dieser Hund, so noch nicht geschehen, nur mit einem passenden Geschirr ausgeführt werden. An einem Halsband hat dieser Hund nichts zu suchen.

Zweitens, die Basics: An der Leine rucken, ziehen, zerren etc. hat einen erzieherischen Effekt gleich null (Hundeer"zieh"ung darf man nicht wörtlich nehmen). Den einzigen Schluss, den ein Hund daraus zieht, wenn man doll genug ruckt ist, dass die Leine mega ätzend ist. Diese Maßnahme zieht bei keinem Hund.

Einen Hund auf 180 interessiert das Wort "Nein" in aller Regel nicht. Als Abbruchsignal nutzt sich diese Begrifflichkeit damit nur ab. Wenn man "klar und deutlich" nein sagt und der Hund reagiert nicht unmittelbar darauf - dann spar dir das Schimpfen. Es wird nicht effektiver, im Gegenteil. Viele Hunde fassen selbst diese Form der Aufmerksamkeit noch als Bestätigung für ihr aktuelles (Fehl-)Verhalten auf.

Das Gezeter an der Leine resultiert entweder aus einer angreifenden Aggression heraus. Das wäre der schwarze Peter, weil diese Hunde A kreuzgefährlich sind und man ihnen B beibringen muss, dass Passanten kein Freiwild zum Plattmachen sind. Oder aber, und das ist gefühlt in 99 % der Fälle so, der Hund handelt aus Angst aggressiv (Angriff ist die beste Verteidigung). Das ist auch nervig, aber hey, es geht schlimmer.

Zum Austesten könnte man probehalber einen (freiwilligen!) "Passanten", den der Hund nicht kennt, passieren, und zwar so, dass der Hund ihn an der Leine problemlos erreichen kann. Wenn der Hund ihm ausweicht, sich vor ihm aufbaut und bellt oder etwas ähnliches tut, das den Passanten letztlich nicht unmittelbar beeinträchtigt, habt ihr mit ziemlicher Sicherheit einen angstaggressiven Hund. Tackert er dem Passanten den Arm, war es doch der schwarze Peter (Wunde anschließend desinfizieren).

Der Schlüssel zu einem Ausweg aus diesem Terrorverhalten besteht in erfolgreicher Ablenkung. Diese hat mehrere Effekte: Der Hund konzentriert sich auf etwas, das mit euch zu tun hat, nicht mit dem Passanten, es fördert seine Aufmerksamkeit und eure Bindung, der Hund verinnerlicht, dass trotz seiner ausbleibenden Attacke nichts Schlimmes passiert und er entspannt sich so auch mehr.

Was man als Ablenkung nutzen kann, variiert von Hund zu Hund - am Anfang benötigt man einen starken Reiz. Das können ultimative Leckerlies wie Käse, Leberwurst (außer vom Schwein) oder Frischfleisch sein (für Hunde, die es nicht gewohnt sind). Das kann ein Spielzeug sein, ein Suchspiel mit Leckerlie und bei manchen Kuschelmonstern auch eine Kuschel-Attacke (okay, diese Hunde sind selten). Hauptsache, der Hund *vergisst* diesen blöden Passanten. Wenn ein geeignetes Manöver nicht klappt, muss der Abstand zum Passanten beim Üben größer sein.

Über die erfolgreiche Ablenkung kann man dann, wenn diese gut funktioniert, ein Alternativverhalten ins Spiel bringen. Da kommen dann Sachen wie das ruhige Absitzen ins Spiel, das Hinlegen, das Verfolgen eines Leckerlies etc. Das ist aber schon Level 2.

Das zu üben ist im Alltag schwierig zu integrieren, ja. Aber von selbst funktioniert es nicht. Ist eine Übung gerade nicht drin, führt den Hund kommentarlos in möglichst großem Abstand vorbei. Kein Schimpfen, kein Rucken. Das Zurückfallen ins alte Verhaltensmuster (von euch) bedeutet einen Rückschritt.

Viel Erfolg.

Kommentar von AngelinaAngii ,

Danke:) also er hat kein Halsband sondern ein Geschirr. Ich ziehe jetzt auch nicht so wie eine verrückte an der Leine sondern nur so das er merkt das ich da bin meistens sage ich dann noch seinen namen das er zu mir kommt was er dann auch macht aber dann dreht er sich wieder um und macht weiter. Er ist nicht Aggressiv (finde ich) er versucht ja auch nicht zu der Person zukommen er bleibt stehen schaut sie an und fängt dann an zu knurren/bellen. Heute morgen war es einfach "extrem" ansonsten wenn wir spazieren gehen passiert das höchstens einmal oder garnicht. Er hat eigentlich auch kein Problem mit anderen menschen er ignoriert sie und läuft weiter oder geht von sich aus auf sie zu. Ansonsten ist er total lieb er hat mich und meine Familie noch nie angeknurrt oder etwas in der art.

Kommentar von Einafets2808 ,

Wow was für eine Klasse Antwort. 

Zum Leinenruck wollte ich noch hinzufügen. 

Der Leinenruck ist unangenehm für den Hund, und wenn du Pech hast kann der Hund über Umständen die rück mit dem gegenüber negativ verknüpften und du verschlimmerst das Problem nur noch mehr. 

Kommentar von Maro95 ,

Na das klingt schon weniger schlimm - umso einfacher und schneller führen die Übungen zum Erfolg.

Antwort
von Maimaier, 8

Der Hund hat Angst, das Bellen ist nur das Symptom, nicht die Ursache.

Antwort
von froeschliundco, 8

ich bin gleicher meinung wie @muttisagt...und wende dich ans tierheim,die sind da um bei problemen zu helfen

Antwort
von redmonkeykh, 14

das ist normal bei hunden also das mit dem anderen hund ^^ und vlt hat er wenn er auf der strasse wahr schlechte erfahrungen mit älteren männern gemacht

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