Frage von fairybel, 58

Hund hört nicht mehr und macht in die wohnung?

Also mein Freund und ich haben uns vor ca 3 Wochen eine 2 1/2 jährige Boxer-Rigdeback-Mischlingsdame zugelegt. Nachdem sie sich an alles einigermaßen gewöhnt hatte haben wir angefangen sie zu erziehen, sie konnte zwar Grundkommandos aber draußen laufen war eine Katastrophe, sie hat gezogen wie verrückt, das haben wir mit einem erziehungshalsband in den Griff bekommen, auch sonst lief alles recht gut. Aber jetzt seit ca 3 Tagen macht sie was sie will, sie macht Ihre Geschäfte in der Wohnung, wenn wir sie auf ihren Platz schicken fängt sie an zu motzen und die Küchentür kann man keine Sekunde offen lassen weil sie sonst alles frisst was nicht sicher ist. Gestern hat sie sogar hinter unserem Rücken ein Haufen gesetzt. Wir sind echt ratlos, ich selber kenne mich mit Hunden aus, bin mit ihnen groß geworden und hab Tierarzthelferin gelernt. Sie darf überall mit hin wo es geht und ist höchstens mal ne Stunde allein, aber auch nicht jeden Tag. Sie kommt oft genug raus und hat andere Hunde mit denen sie spielen kann, die sieht sie mindestens jeden 2. Tag. Außerdem quietscht sie seit kurzem wenn sie Ärger bekommt. Wir sind echt ratlos und sind kurz davor sie wieder zurück zu geben, dass würde uns verdammt schwer fallen aber wir wissen nicht mehr weiter.

Expertenantwort
von Naninja, Community-Experte für Hund, 10

Ein Wechsel von Bezugsperson und Umfeld ist für einen Hund Stress. Der Kontakt zu vielen Hunden ist für einen Hund Stress. Ein Stachelhalsband ist für einen Hund Strafe und Stress. Fehlverhalten mit "Ärger" zu quittieren ist für den Hund Stress.

Mangelnde Stubenreinheit ist in diesem Zusammenhang ein Zeichen dafür, dass der Hund massiv unter Strom steht, nicht zur Ruhe kommt und der Vorläufer einer Verhaltensstörung. Wenn Du den Hund richig vergurken willst, gehst Du mit ihm zum Training in einen Verein, der Stachelhalsbänder als gewaltfreie Erziehungsmaßnahme verkauft. Übrigens ist der Einsatz solcher Halsbänder aus gutem Grund in Deutschland verboten.

Was die Leinenführigkeit anbelangt: Versetz Dich bitte einen Moment in den Hund. Er sieht etwas Aufregendes, z.B. einen anderen Hund, donnert in die Leine, weil er hin will und bekommt dann Stachel in den Hals gerammt. Das tut irrsinnig weh, probier es einfach mal aus. Was lernt der Hund? Immer, wenn ein anderer Hund auftaucht, habe ich Schmerzen. Du schaffst Dir damit also ein ganz massives Problem, Du trainierst Dir nämlich einen Leinenpöbler heran.

Was den Ärger anbelangt: den Hund zu maßregeln, bis er jault, weil er nicht das gewünschte Verhalten zeigt, ist riesiger Mist. Stell Dir mal vor, Du bist nachts alleine unterwegs, plötzlich springt jemand hinter Dich, hält Dir eine Pistole an den Kopf und zwingt Dich, eine komplizierte Rechenaufgabe zu lösen. Das würdest Du mit Sicherheit nicht schaffen, weil der Menschen- und Hundekörper unter Angst weder aufnahmefähig ist, noch lernen kann. Zusätzlich zerstörst Du Vertrauen und Bindung. Beides brauchst Du aber, um einen Hund gut und sicher führen zu können.

Natürlich braucht ein Hund Grenzen, natürlich darf er nicht alles machen, wonach ihm der Sinn steht. Aber Hunde müssen erst einmal verstehen, was Du von ihnen willst. Du musst ihnen die Alternative so aufzeigen, dass sie sie verstehen können. Und Hunde machen das, was sich lohnt. Dafür, dass sich das lohnt, was Du von Deinem Hund willst, musst Du sorgen.

Um bei der Leinenführigkeit zu bleiben: Der Hund zieht, weil sein natürliches Lauftempo schneller ist als das menschliche. Und wenn Du ihm bei Zug Schmerz zufügst, zieht er noch mehr, weil er diesem Schmerz entkommen will. Folgerichtig wäre es, dem Hund ein gut sitzendes Geschirr zu kaufen. Zieht der Hund, wirst Du extrem langsam oder bleibst stehen. Du zupfst maximal an der Leine, um den Hund ins Gleichgewicht zu bringen, aber niemals um ihn zu strafen. Lockert der Hund die Leine, gehst Du schneller. Der Hund lernt: wenn ich schnell voran kommen will, muss ich dafür sorgen, dass die Leine locker ist. 

Such Dir bitte einen vernünftigen Trainer, der weiß, was er tut und lass die Finger von dem Verein.

Gute Traienr findest Du unter "Trainieren statt dominieren", im Netzwerk von cumcane oder Easy dogs.

Antwort
von dogmama, 24

Außerdem quietscht sie seit kurzem wenn sie Ärger bekommt. 

vielleicht kann er mit dem Ärger den Ihr ihm bereitet gar nichts anfangen!

daher erst mal herausfinden und auch berücksichtigen wie der Hund bisher gehalten wurde! Dies spielt auch eine große Rolle!

versetzt Euch mal in die Lage des Hundes. 

und innerhalb 3 Wochen schafft es kaum ein Hund sich vollständig ein- und umzugewöhnen! 

dem Hund einfach mehr Zeit geben und nicht zu viel erwarten und verlangen!

Expertenantwort
von jww28, Community-Experte für Hund, 22

Hi,

Ein Rhodesian kann man so nicht erziehen ;) den kann man indem man Souveränität ausstrahlt zur Kooperation bewegen.

Mit Erziehungshalsband und Ärger, wenn der Hund was verkehrt macht erweist man sich als nicht vertrauenserweckend und der Hund stellt dann die Kooperation ein.

Und es lohnt sich jeden Hund der neu ist erstmal nochmal die Stubenreinheit beizubringen, ändert man zb einfach die Zeiten kann der Hund so schnell sich nicht anpassen. 

Ich würde empfehlen mal etwas mehr zum Rhodesian zu lesen um das Wesen dieser Rasse etwas besser zu verstehen. Ist ja nun mal ein Mix aber so wie es sich in drei Wochen hochgeschaukelt hat würde ich da fast auf den Rhodesian tippen der euch nun Mühe bereitet. 

Und geht mal in eine Hundeschule und nimmt die selbstgesetzte Hürde, anstatt vorzeitig aufzugeben ohne daraus auch was gelernt zu haben. Oder soll in Zukunft kein Hund mehr gehalten werden? Manche Probleme werden sich ja immer wieder einstellen, einfach weil man als Mensch ja doch anders denkt als ein Hund. Da sollte man sich nicht scheuen sich ggf auch Hilfe zu holen. 



Kommentar von fairybel ,

Danke für die Antwort, wie oben schon geschrieben geht sie ab nächste Woche in die Hundeschule. Wir wollen sie ungern wieder hergeben, nicht falsch verstehen sie ist ein toller Hund mit viel Potenzial. Aber momentan bringt sie uns an die Grenzen, sie durfte bei ihren Vorbesitzern alles und hatte kaum Erziehung. Wir wollen es wirklich mit ihr versuchen und der letzte Ausweg wäre das sie zurück geht.

Kommentar von jww28 ,

Ah schön, erstmal ein coolen Kopf bewahren, wegen der Stubenreinheit erstmal öfter rausgehen und sie beobachten, wenn unruhig wird halt wieder raus, so das die sicher weiss das ihr auch mit ihr geht, wenn auch zu anderen Zeiten. Küche am besten zum Sperrgebiet erklären, hartnäckig aber ruhig beim kleinsten Ansatz die Küche betreten zu wollen sofort Nein sagen und zurückdrängen (einfach ihr entgegenlaufen). Da auf jeden Fall beständig dran bleiben, über längere Zeit.

Um Vertrauen wieder zu erlangen schaut mal das ihr sie entweder nicht alleine lässt oder jemand holt der dann aufpasst. Sie kennt euch ja noch nicht so wirklich, sie weiss im Grunde nie ob ihr auch wieder kommt, da kann eine Stunde sehr lang werden für ein Hund. 

Rest macht ihr dann noch in der Hundeschule :) Grad wenn man so unerzogene hat muss man manchmal etwas umdenken um sein Ziel zu erreichen. So wäre es am Anfang gut den Hund nur auf den Platz zu schicken wenn die Grundstimmung positiv ist und er es nicht muss, weil er was verkehrt gemacht hat, er soll erstmal sein Platz positiv verknüpfen, das es toll ist da zu liegen. Dann kann man ein Befehl einbauen der den Hund sagt wann er auf diesen tollen Platz darf , so wird der Hund den Befehl eher befolgen und freudig auf Befehl zum Platz stürmen. Im Moment weiss der Hund nicht was ihr von ihr wollt weswegen sie "Antwort" gibt (motzen, quietschen) das zeigt das der Hund auch ratlos ist und es auch den Hund an die Nerven geht. 



Antwort
von SusanneV, 40

Was verstehst Du unter einem Erziehungshalsband?

Geh mit dem Hund unbedingt in eine Hundeschule. Sie ist ein Mix aus zwei Rassen, die nicht einfach sind und hat keinen Respekt vor Euch.

Warum bekommt sie Ärger?

Wenn das nach so kurzer Zeit schon eskaliert und ihr ratlos seid, dann ist es für Euch und den Hund besser, wenn ihr ihn zurückgebt, ausser ihr seid dazu bereit, Euch sofort Hilfe zu holen und sie gewaltfrei und konsequent zu erziehen.

Kommentar von fairybel ,

Es ist ein Stachelhalsband ähnliches Halsband nur das die 'Spitzen' abgestumpft sind. Den Tipp hab ich übrigens von einem Hundesportverein. Dort habe ich angefragt und hab nen Termin gemacht, auf den Hundeplatz geht sie ab nächste Woche. Sie wird gewaltfrei erzogen, hat noch nie, zumindest von uns nicht, Schläge bekommen.

Kommentar von SusanneV ,

Ein Stachelhalsband ist Tierquälerei. Lass Dir sowas nicht einreden. Du bestimmst, was mit Deinem Hund gemacht wird.

Du weißt wahrscheinlich nicht wie es dem Hund ergangen ist, bevor er zu Euch kam. Da ist bestimmt schon viel passiert, was dem Hund nicht gutgetan hat. Viel Glück...

Kommentar von spikecoco ,

Gewaltfrei arbeiten mit einem Stachler? Ich würde dir raten diesen Hundeplatz zu meiden, denn wenn die meinen mit solchen Hilfsmitteln Hunde zu erziehen , kann dies nichts gutes sein. So wie sie sich gibt, scheint sie ziemlichen Stress zu haben. Ridgebacks sind sensibel, mit einer harten Hand erreichst du gar nichts. Der Hund ist 3 Wochen bei euch, sie muss sich neu orientieren, neue Menschen, neue Kommunikation. du überforderst dichund den Hund, führe sie souverän und geduldig und sucht euch bitte eine Hundeschule die es nicht nötig hat, mit Stachler und Co zu arbeiten.

Kommentar von SusanneV ,

Ich denke auch, dass diese Hundeschule nix taugt......

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