Frage von ninak, 247

Hund hat Angst vorm Krallen schneiden?

Wir haben einen sehr ängstlichen Hund. Er macht alles schon ganz prima, nur das Wolfskrallen schneiden mag er gar nicht. War bisher auch nicht nötig, nun aber ist die Kralle so lang, dass sie droht einzuwachsen. Sie MUß ab. Ein Versuch heute endete mit einem versuchten Biß. Unser Hund hat aber ebenso Panik vorm Tierarzt. Meine Frage: was würdet ihr machen, bzw.haltet ihr für besser für Halter und Hund: ich fahre mit ihm zum Tierarzt und laß den das machen (da muß Hundi auch Maulkorb tragen und einer ihn festhalten) oder (um ihm die Tierarzt-Angst zu ersparen) Maulkorb bei uns zu Hause, einer hält ihn fest und ich schneide die Kralle einfach ab? Was ist für den Hund besser? 2. Frage: Wie hart ist eigentlich so ein Kralle? Brauch ich da ordentlich Kraft zu schneiden?

Antwort
von beglo1705, 168

Beim Abzwicken von Krallen wäre ich vorsichtig und würde mich wirklich nur mm-weise vorarbeiten, wenn dein Hund dunkle Krallen hat, wo die Blutgefäße nur sehr schwer zu erkennen sind. Das kann furchtbar schmerzhaft für den Hund werden und blutet auch.

Ich persönlich lasse es beim TA machen, da mir das Risiko einer Verletzung zu groß ist, besonders dann, wenn der Hund eh schon traumatisiert und ängstlich ist.

Eine Alternative, die ich bei unserem vorherigen Hund gemacht habe, wäre die Krallen zu feilen. Da muss der Hund aber brav und freiwillig die Pfote geben, ruhig halten und länger vertrauensvoll aushalten als beim Abzwicken.

Vielleicht könntest du ihm das spielerisch (mit Belohnung z.B.) beibringen, keine Angst mehr zu haben wenn er die Pfote gibt und sie länger bei dir lässt?

Expertenantwort
von YarlungTsangpo, Community-Experte für Hund, 150

Das Problem habe ich bei meinem Tashi auch.

Beim Tierarzt lässt er sich die Krallen schneiden. Bitte nicht Du an Deinem Hund mit Zwang arbeiten.

Abfeilen, während man Entspannungssignal übt wäre eine gute Möglichkeit. Das kann aber dauern.

Eine Sedierung zum Krallen schneiden wäre die Kapitulation, aber allemal besser als den Hund zu traumatisieren weil er zwangsweise festgehalten wird.

Kommentar von beglo1705 ,

Es war mir ein Graus bei meinem Alano die Krallen zu stutzen, ich glaube ich war durch den einmaligen Fehltritt an einer Kralle von ihm selber traumatisiert. Das verfolgt mich heute noch.

Ist dir das auch schon mal passiert?

Kommentar von YarlungTsangpo ,

Bei meinem ersten Hundemädel haben wir zu zweit - jahrelang mit etwas Zwang - die Krallen geschnitten...

Als sie fast 16 jährig war, die Krallen nicht mehr abgelaufen und lang, haben wir ihr versehentlich tief ins Leben geschnitten...

Wir haben ihr wohl furchtbar weh getan und die Blutung ließ sich nicht stillen. Wir hatten es verbunden - ein furchtbarer Fehler mit Blutverlust. Bis wir dann endlich einen Tierarzt erreichten der uns und ihr geholfen hat.

Seitdem bin ich vorsichtig, nie wieder mit Zwang und falsch geschnitten

Kommentar von beglo1705 ,

Ja das ist furchtbar. Da könnte man sich selbst ohrfeigen, wenn dann was passiert ist.

Kommentar von YarlungTsangpo ,

stimmt... Den Vertrauensbruch hebt es nur schwerlich auf

Kommentar von ninak ,

Ja, dann ist Tierarzt wohl besser, obwohl er vor Panik sich weigert die Praxis zu betreten. Ist immer ein großer Akt. Allerdings mußten wir ihn schon öfter festhalten, z.B. um ihm Augentropfen zu geben. Mußte auch mit Maulkorb sein, das läßt er dann über sich ergehen.

Antwort
von SabiSafj, 124

Ich schneide alle krallen von meinem hund. Er mag es auch nicht besonders aber mittlerweile akzeptiert er es. Version such es mit ganz viel Leckerlies. Und ich denke daheim statt Tierarzt ist immer besser, da man dem Hund die fahrt erspart und er da schon weiß ohweh da passiert was. Aber daheim denkt er nichts böses.
Man braucht nicht viel kraft beim abschneiden (kann ich aber nur bei einem kleinen Hund beurteilen)

Antwort
von minimuc, 157

Ich würde es unbedingt beim Tierarzt machen lassen, weil man das Leben sehr verletzen kann, wenn man zu viel abnimmt. Mein Hund ist auch sehr ängstlich was das betrifft. Er beißt zwar nicht aber hat panische Angst. Was du probieren könntest ist den Hund alleine mit dem TA ins Zimmer lassen. Oftmals tut die Angst die man selber hat dem Hund noch schwerer. Und der Maulkorb an sich ist ja nicht schlimm. War anfangs bei meinem zur Sicherheit auch dran und jetzt klappt es tadellos

Antwort
von LadyTyrion, 125

Lass es unbedingt erstmal beim Tierarzt machen. Wenn du nicht erfahren bist, kannst du deinem Hund weh tun und dann hat er noch mehr Angst. Lass es dir vom Tierarzt zeigen und leg dir dann eine gute Krallenschere zu. Wenn dein Hund häufig Angst hat, solltest du mit ihm einen guten Trainer aufsucben, damit er gelassener leben kann.

Antwort
von Windlicht2015, 127

Versuche es bei einem Hundefrisör, wenn du dich nicht traust, die Krallen zu schneiden. Der hat Erfahrung mit sowas. Allerdings würde ich dem Hund vorsichtshalber den Maulkorb anlegen.

Kommentar von ninak ,

Doch ich traue mich die Kralle zu schneiden, darum gehts nicht. Ich frage, was für den Hund die bessere Erfahrung wäre, wenn es Frauchen macht oder der Tierarzt. Angst hat er auf alle Fälle.

Kommentar von Windlicht2015 ,

Zu dir hat er größeres Vertrauen! Probiere ob du es schaffst, ansonsten kannst du noch immer die andere Möglichkeit wählen.

Antwort
von ASW19, 124

Hallo ninak,

das mit den Krallen schneiden fängt schon viel früher an. Wir haben seit dem Welpenalter bei unserem Hund darauf hingearbeitet, dass wir und jegliche andere Personen die z.B. Pfoten einfach festhalten dürfen. Das bedeutet, dass der Hund selbst die Pfote gibt, man diese dann kurzzeitig festhält.

Sowas geht nicht von jetzt auf gleich und es dauert, wie so häufig bei der Hundeerziehung, relativ lange, jedoch  wirkt es wahre Wunder.

Kommentar von ninak ,

Das ist mir schon klar.Hätten wir ihn als Welpen bekommen, hätte ich das auch trainieren können. Wir aber haben einen Hund mit schlechter Vorgeschichte übernommen, der praktisch nichts kannte und vor allem Angst hat. Ich kann nicht mehr wochenlang Krallen schneiden über, die Kralle muß JETZT ab, sonst wächst sie ins Fleisch.

Kommentar von ASW19 ,

Falls es wirklich sehr dringend ist, bleibt der Gang zum Tierarzt nicht erspart. Der Veterinär ist ein Profi im Umgang mit (Problem-) Tieren.
Wenn der Hund wirklich aggressiv wird, wenn man versucht die Krallen zu schneiden, dann würde ich persönlich den Gang zum Vet. wirklich empfehlen.

Antwort
von froeschliundco, 100

festhalten ist immer sch...bedeutet hund kann in panik kommen u.in der panik lernt kein lebewesen, da wird nur noch reflexartig erlernte abwehrverhalten gezeigt...schade das ihr bis jetzt verpasst habt dem hund beizubringen das anfassen überall u.in jeder situation von euch aus positiv ist...und das geht eigentlich ganz einfach, hund streicheln, in jeder situation knuddeln...setz dich zu ihm und kraule ihn, auch am bauch, an den beinen, kannst auch mal beim kraulen die zähne angucken oder ohren, pfoten anschauen und immer wieder loslassen, BEVOR der hund sich weigert, einfach ganz cool und ruhig als wärs das normalste der welt...mein kleiner wollte sich von welpe an nicht von fremden anfassen lassen, er flüchtete sich beim tierarzt immer auf meinen arm, hab dem tierarzt gesagt das er geduld haben muss u.zack hats funktioniert, bin dann auch mehrfach zum tierarzt ohne das er eine spritze erhalten hat, nur auf den tisch u.sich anfassen und streicheln lassen, zwischezeitlich findet ers cool u.geht sehr gerne zum tierarzt

Kommentar von ninak ,

Ja ja, da sind wir bei. Er hat auch viele seiner Ängste bereits verloren. Aber durch sein Vorleben wird er immer ein ansich ängstlicher und zur Panik tendierender Hund bleiben. Und uU auch zubeißen (hat er leider zwei Jahre lang "erfolgreich" praktiziert). Daran ist leider nicht zu rütteln. Er kriegt schon Panik, wenn es mal ganz, ganz wenig beim Bürsten ziept, auch wenn er das Bürsten ansich zumindest hinzunehmen akzeptiert hat. Ist leider so.

Kommentar von froeschliundco ,

du darfst das verhalten nicht mit der vergangenheit entschuldigen, sondern an der gegenwart arbeiten und je ruhiger u.souveräner, gelassener du bist und situationen als völlig selbstverständlich ansiehst, ohne das du ein tamtam drauss machst umso gelassener wird dein hund werden...geh du immer vorneweg,zeig dem hund demonstrativ das ihm keine gefahr droht wen du was machst...spring mal auf eine bank oder mauer, sprich mit dir selber, beweg dich locker, freudig und gelassen, wieder runter und rauf, völlig easy, es ist das normalste auf der welt, sprich dabei NICHT mit dem hund, ausser er kommt zu dir hoch, dann wird er gelobt...braucht geduld,klappt evtl.nicht beim erstenmal aber es ist zwanglos u.vertrauen aufbauend, bindung wird aufgebaut...hey, und denk dran, vergiss die vergangenheit, ihr lebt in der gegenwart😉

Kommentar von ninak ,

Lieb dass Du soviel schreibst. Wir machen das alles und noch viel mehr. Aber glaub mir: er wird nie seine Ängste komplett verlieren und kann immer mal wieder in Panik geraten und auch zubeißen. Das ist leider nicht mehr zu ändern, nur zu verbessern. Unser Schatz ist völlig isoliert und verwahrlost ohne menschlichen uns sonstigen Kontakt aufgewachsen. Wenn er mal einen Menschen sah, gabs Prügel. Der erste Halter kam nicht mit ihm klar - Tierheim. Dort wurden die Ängste noch größer. So ein Hund kommt mit einem Tierhein überhaupt nicht klar. Nun lebt er seit 4 Jahren bei uns und entwickelt sich prima. Aber seine Panikattacken holen ihn immer mal wieder ein. Wir haben mehrere Fachleute dazu befragt. Es ist traurig aber wahr, seine Panik unter der er im Welpenalter bis 2 Jahre leben mußte sind überstark im Hirn verankert und prägen sein Leben.


Kommentar von froeschliundco ,

darf ich fragen in welchen situationen,resp.auslöser diese panikattaken kriegt?

welcher rasse gehört er an?

kann der tierarzt zu dir nach hause kommen?

Kommentar von ninak ,

Also die Auslöser sind vor allem unbekannte Dinge, die er so interpretiert als ginge es um sein Leben. Manches kann man erahnen, das meiste aber nicht. Das Nachsehen der Wolfskralle hat gereicht, da er nicht einschätzen konnte was passiert, um eine Panikattacke auszulösen. Andere Tage aber darf ich nachsehen. Findet er zwar nicht toll, nimmt es aber hin.Verstehst Du was ich sagen will. Seine innere Gemütslage gibt den Ausschlag ob er etwas lebensbedrohlich findet oder hinnehmen kann. Das variiert von Stunde zu Stunde. Tierarzt nach Hause geht gar nicht. Und zwar weil er fremde Menschen zwar gelernt hat hinzunehmen, wenn sie aber unser Haus betreten, gerät er in Panik. Er wird so oder so Angst haben, wenn ihm die Kralle geschnitten wird, selbst wenn er gelernt hat es hinzunehmen. Die Frage ist, wer es macht und wo.

Ach so, er ist eine Mischung aus Collie und Border Collie und leidet unter dem Deprivationssyndrom.

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