Frage von lana22, 142

Hund hat Angst vor Männern - wie am besten gewöhnen?

Hallo,

wir adoptieren grade einen Hund (8 monate) aus dem Tierschutzbund. Er kommt aus einer Tötungsstation und hat daher leider Angst vor Männern, denn meistens sind die es die dort arbeiten. Wir haben jetzt mehrere Besuche hinter uns und er war nun am Wochenende einen Tag bei uns zur Probe.

Er liess sich zwar von meinem Mann anfassen, (wenn auch nur sehr geduckt und widerwillig) aber beim Gassigehen gab ich die Leine kurz meinem Mann rüber. Der Hund bekam Panik und konnte sich losreissen (das Geschirr war leider zu groß). Glücklicherweise konnten wir ihn wenige Meter wieder einfangen.

Nun frage ich mich aber wie wir den Hund am besten davon überzeugen können das mein Mann ein netter Mann ist und keiner der bösen die er kennen lernen musste. Das es viel Zeit und Gedult braucht wissen wir. Das ist kein Thema. Nur überlegen wir grade was besser wäre.

Sollte mein Mann ihn in ruhe lassen und ich mache alles bis er sich traut sich meinen Mann von alleine anzunähern? Oder sollte auch mein Mann mal alleine mit ihm rausgehen oder ihn füttern damit er merkt hier passiert nichts schlimmes wenn mein Mann die Finger im Spiel hat?

Was meint ihr was besser wäre? Danke!

Antwort
von bunny0602, 142

Hallo,

auf keinen Fall sollte Dein Mann den Hund bedrängen oder ihn zangsmäßig streicheln. Lasst den Hund alleine kommen, er ist jung, er ist neugierig und wird sich von alleine für Deinen Mann interessieren. Was vielleicht noch sinnvoll wäre, wenn Dein Mann ihn füttert, so das der Hund nur positives mit ihm verknüpft. Anfassen erstmal gar nicht, Gassigehen nur mit Dir zusammen und Mann dabei.

Ich habe auch einen Hund, der große Angst vor Männern hatte, er war bereits erwachsen( 5 Jahre alt) und wurde in seinem Heimatland von Männern misshandelt. Heute ist er Männern gegenüber aufgeschlossen und man würde es nicht glauben, wie er am Anfang war. Frauen wird er immer bevorzugen, das ist auch legitim, aber wie gesagt, er hat keine Panik oder Angst mehr, wenn er fremde Männer sieht, sie ihn ansprechen oder anfassen.

Kommentar von lana22 ,

Danke, dann werden wir das fürs erste so machen. Er füttert ihn, ich bin für Streicheleinheiten und Gassigänge zuständig. Das er Männer wahrscheinlich nie bevorzugen wird oder Frauen gleichstellt wissen wir, das ist auch okay. Solange er im laufe der Zeit keine Angst mehr vor Männern hat ist das in Ordnung. Wir sind eine sehr Männerlastige Familie, daher ist es uns eben sehr wichtig das er sich an Männer gewöhnt. Aber er ist ja auch grade erst 3 Wochen hier in DE, er muss ja auch erstmal schauen.

Antwort
von brandon, 97

Als unsere Hündin aus Bulgarien kam war sie 6 Monate alt sie wurde auf der Strasse geboren, mußte schon fünfmal ihr Zuhause wechseln und war dementsprechend verstört. Sie hatte vor jedem Mensch Angst. Es hat einige Zeit gedauert bis sie mir vertraut hat, meinem Mann traut sie seit nun fast drei Jahren noch nicht 100 prozentig. Das bedeutet das sie sich von meinem Mann füttern lässt und streicheln lässt aber sie möchte nicht mit ihm rausgehen wenn ich nicht dabei bin.

Die Scheu vor fremden Menschen wird sie wohl nicht mehr verlieren, das mußte ich auch erst mal schlucken obwohl ich mir alle Mühe gegeben habe ihr zu helfen.

Es ist schön von Euch das Ihr einem Hund eine Chance gebt den keiner wollte aber stellt Euch darauf ein das so ein Hund auch sehr anstrengend sein kann und das es auch sein kann das Ihr den Hund nicht vollständig von seiner Angst befreien könnt. 

LG

Antwort
von sukueh, 86

Unser Hund aus dem griechischen Tierschutz war 6 Monate, als wir ihn übernommen hatten. Ebenfalls mit großer Angst vor Männern. 

Der Hund war tagsüber mit meinem Mann alleine zu Hause. Er lag auf seinem Plätzchen und hat hauptsächlich geschlafen. Rausgehen ging aber glücklicherweise. So viel Panik, dass er weglaufen wollte, hat(te) er nur bei einem bestimmten Männertyp, dem mein Mann offenbar nicht angehört. 

Mit der Zeit (man kriegt das selber dann teilweise gar nicht mehr so mit), ist seine Angst immer weniger geworden und heute schmust er teilweise sogar wildfremde Männer an. Was er immer noch nicht mag, wenn sich (wieder mal typabhängig) manche Männer über ihn beugen. Wird er wohl nie mögen. Wir haben ihn jetzt mittlerweile 9 Jahre.

Versucht, normal mit der Situation umzugehen. Also nicht irgendwie deinen Mann beim Hund "anzubiedern", sondern dass er von alleine den Kontakt sucht.

Antwort
von BS3BM, 81

Erstmal freut es mich, dass ihr so einer armen Seele ein Zuhause und eine Familie gibt. Ich habe z. Zt. auch 2 Hunde vom Tierschutz. Unsere erste Hündin war eine "Vermehrerhündin" wenn ihr wisst was das heißt. Angst pur - auch vor meinem Mann. Auch ich musste abwarten, bis sie zu mir Vertrauen fasste und selber zu mir kam. Ich muss heute rückblickend sagen, dass es fast ein Jahr gedauert hat, bis sie zu uns absolutes Vertrauen hatte. Heute ist sie eine wunderbare liebevolle Hündin. Unser zweiter Hund war gar nicht scheu, kam auch vom Ausland aus einer schlechter Haltung und war halb verhungert und todkrank. Heute geht es ihr gut.

Also als Mann ganz ruhig mit ihr umgehen - klein machen, Blick auf die Seite und nur, wenn sie keine Angst zeigt,  seitlich streicheln, nie über den Kopf, das empfinden viele Hunde als Bedrohung, so wie auch das Darüberbeugen über den Hund. Am Anfang füttern von Hand - ruhig mit dem Hund sprechen und einfach abwarten und den Hund selber kommen lassen. Wenn sie Leckerli nimmt, kann man damit sehr viel erreichen. Es ist ja noch ein junger Hund, die Neugierde wird siegen. Einen sicheren Rückzugsplatz anbieten.

Nur Mut, es wird schon. Ihr glaubt gar nicht, wie sich diese Hunde dankbar zeigen und ein Vielfaches dem Hundefreund zurückgeben!

Antwort
von Blindi56, 85

Da bei den allermeisten Hunden viel über Futter geht, sollte Dein Mann ihn regelmäßig füttern. Und nicht zu sehr beachten, sondern den Hund machen lassen. Und mit Belohnungen (Leckerchen/Loben, nicht unbedingt streicheln) für alles, was er gut macht (und sei es nur, herzukommen) motivieren.

Alleine mit dem Hund sollte er am Anfang besser nicht sein, dann würde er sich unsicher fühlen. Er braucht möglichst viel das ganze Rudel.

Kommentar von lana22 ,

Danke, ja so werden wir das machen. Ich gehen Gassi, ab und an auch mal mit Mann und bin für Streicheleinheiten zuständig. Mein Mann füttert ihn.

Allerdings könnte es Abends problematisch werden. Dann ist er mit meinem Mann alleine. Ich fahre um 19Uhr zur Arbeit, bis mein Mann dann schlafen geht wären sie alleine.

Kommentar von Blindi56 ,

Müsste er dann abends mit ihm raus?

Ansonsten einfach in Ruhe lassen und abwarten. der Hund ist ja noch jung, udn wenn sich ihm keiner aufdrängt.... Helfen könnte evtl. auch noch, wenn Dein Mann sich "klein macht", also viel hinhocken, und auf keinen Fall über ihn beugen.

Kommentar von lana22 ,

Nicht unbedingt. Ich könnte um kurz vor 19Uhr noch ne Runde mit ihm rausgehen. Da ich auf Teilzeit Arbeite bin ich immer so gegen 01-02Uhr wieder zu Hause und könnte dann nochmal mit ihm raus.

Aber sie wären eben alleine in der Wohnung. Wobei er hier zwei Plätze für sich hat, im Schlafzimmer und im Wohnzimmer. Er könnte sich also zurück ziehen wenn ihm das mit meinem Mann zuviel wird.

Kommentar von Blindi56 ,

Das wird schon klappen. Ich drück Euch die Daumen!

Ganze evtl. wird sich rauskristallisieren, dass er nur noch vor bestimmten Männern Angst hat, und alle anderen liebt. Meine Schwester hatte auch einen aus Spanien, der hatte nachher nur noch Angst vor Männern mit weißen längeren Haaren. Das blieb auch, dass er sich in solcher Gegenwart nicht wohl fühlte.

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