Frage von Modebloggerin, 105

Hund aus einem Tierheim?

Was gibt es da für negative aspekte? Viele sagen aufgrund der Vergangenheit der Hunde, würden manche 'Schäden' haben, aber das musst doch nicht unbedingt so sein oder?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von dsupper, Community-Experte für Hund, 40

Hallo,

Bitte bedenke immer, dass die Hunde aus dem Tierheim häufig eine
leidvolle Vorgeschichte haben. Es waren zumeist keine "geliebten" Hunde,
denn sonst wären sie nicht im Tierheim gelandet (Ausnahmen bestätigen
wie immer die Regel). Und die Annahme, dass es sich um Hunde handelt, deren Besitzer verstorben ist, ist auch nicht richtig, denn auch das sind nur die allerwenigsten Hunde.

Sie sind oft kaum bis gar nicht erzogen oder völlig falsch erzogen worden, haben häufig Gewalt erlebt, sind verschüchtert oder ängstlich oder mehr oder weniger aggressiv.

NEIN, ich will niemanden davon abhalten, sich einen Hund aus dem
Tierheim zu nehmen - ich habe selbst zwei aus dem Tierschutz. Aber die
Problematik, die jeder Hund mit sich bringt, sollte im Vorfeld ausgiebig
und gründlich mit den Betreuern im Tierheim besprochen werden. Was
erwartest DU von dem Hund - was hast DU dem Tier zu bieten? Wieviel
Erfahrung hast du bereits mit Hunden? Und genau nach diesen Kriterien
muss der für dich (oder deine Familie) passende Hund ausgesucht werden,
nicht nach einer Farbe, oder nach "traurigen Augen" oder langem oder
kurzem Fell, oder weil die Freundin auch so einen hat ....

Dann solltest du dir Zeit nehmen, 2 - 3 Wochen, und mit diesem Hund
ausgiebig spazieren gehen und ihn besuchen. So könnt ihr euch schon
einmal gut kennenlernen.

Und wenn dann noch alle anderen wichtigen Faktoren stimmen (Zeit, Wohnung, Geld etc.) - dann kannst du ihn adoptieren.

Aber bereite dich darauf vor, dass ein Hund aus dem Tierheim eine
ziemlich lange Zeit braucht, bis er wirklich bei dir "angekommen" ist.
Das geht nicht von heute auf morgen und auch nicht in wenigen Wochen.
Bis Hunde wieder Zutrauen zu neuen Menschen fassen und verinnerlichen,
dass man es jetzt gut mit ihnen meint und ihnen nichts Böses mehr droht -
das braucht einfach seine Zeit - und man selbst braucht viel Geduld.
Schwirrt einem doch immer so im Hinterkopf herum: Mensch, der muss doch "dankbar" sein, dass ich ihn dort herausgeholt habe.

Ja, er wird auch "dankbar" sein und dich feste in sein Hundeherz schließen - aber du musst ihm dafür die notwendige Zeit lassen - und diese lässt sich nicht in Wochen, selten sogar in wenigen Monaten messen.

Gutes Gelingen

Daniela

Kommentar von Modebloggerin ,

vielen dank!

Antwort
von Dahika, 33

Gute Tierheime achten sehr darauf, dass Hund und Mensch zusammenpassen.

Ich habe in meinem Leben bis jetzt drei HUnde gehabt. Zwei davon stammen aus der Tierhilfe. Wundervolle Tiere. Den ersten Hund habe ich selbst aus einem span. Straßengraben geholt. Es war ein Straßenköter, verletzt. Der lokale Tierarzt hat ihn zusammengeflickt und geimpft.

Und...psssst. Damit wir ihn mitnehmen konnten - ich konnte ja den Hund nicht mehr aussetzen, nachdem ich ihn erst mal gerettet hatte - hat der örtliche TA das Impfdatum etwas zurückdatiert.  Psssst. ;-)

Alle drei Hunde waren unterschiedlich, aber wunderbare Tiere. Und ich hatte bei meinem ersten Hund, dem Straßengrabenhund, keine Hundeerfahrung gehabt.

Mein Spanier hatte als Macke, dass er nur mit großer Angst, eine Küche betrat. Vermutlich hat er einfach zuviele Tritte abbekommen, wenn er das machte. Auch bei mir zeigte er immer starkes Beschwichtigungsverhalten, wenn ich ihn in die Küche rief. Er hat darum sein Futter immer im Flur bekommen.


Antwort
von vicky2810, 35

Es muss nicht unbedingt so sein, aber es kommt drauf an was der Hund schon alles in seinem Leben durch machen musste. Aber selbst wenn der Hund Schäden hat, kann man eine Bindung zu dem Hund aufbauen und es wäre nach einem Jahr kein Problem mehr wenn man sich aneinander gewöhnt hat.
Wir haben auch einen Hund aus dem Tierheim seit 6-7 Jahren und sie hatte als Welpe einen Autounfall, und läuft seitdem nur auf 3 Beinen. Als wir sie geholt haben war sie total ängstlich und hat auch nicht auf einen gehört z.B. Sitz oder so weil sie noch nicht wusste was das überhaupt ist. Aber wir hatten vor ihr auch schon einen Hund und sie haben beide voneinander gelernt. Sie hat sich toll entwickelt man kann mit ihr toben, ihr kunststücke beibringen und mit ihr kuscheln.
Was ich damit sagen wollte ist selbst wenn so ein Hund einen schaden hat kann man damit umgehen und es lohnt sich echt :)

Antwort
von silberwind58, 60

Stimmt,viele haben ja ein schönes zu hause gehabt und sind nach dem Tod des Besitzers im Tierheim gelandet. Viele sind aus privaten Gründen abgegeben worden ,haben aber eine Erziehung genossen. Natürlich gibt es verhaltens auffällige HUnde,Du solltest Dich genau informieren über das Vorleben des Tieres,soweit bekannt.Ich freue mich für jede Fellnase,die ein neues,liebevolles zu hause bekommt!

Kommentar von brandon ,

Ich freue mich für jede Fellnase,die ein neues,liebevolles zu hause bekommt!

Ich mich auch. 😃

Kommentar von dsupper ,

Stimmt,viele haben ja ein schönes zu hause gehabt und sind nach dem Tod des Besitzers im Tierheim gelandet.

Das trifft nur auf die allerwenigsten Tierheimhunde zu. Denn in solchen Fällen - wenn es sich um geliebte Hunde handelte - dann findet sich zumeist ein Familienmitglied oder sonst jemand, der den Hund des Verstorbenen übernimmt, damit dieser eben NICHT im Tierheim landet.

Und sollte ein Hund aus privaten (????) Gründen das Zuhause verlieren, dann wird bei einem geliebten Hund sicher alles daran gesetzt, ein gutes Zuhause für ihn zu finden und er wird nicht im Tierheim abgegeben (wobei ich mir persönlich nicht einen Grund vorstellen könnte, mich von einem meiner Hunde zu trennen!)

Kommentar von silberwind58 ,

Die eine Familie hat Ihr Haus verkaufen müssen und den Hund ins Tierheim gebracht. Die anderen haben sich scheiden lassen und durch Berufstätigkeit keiner der Beiden zeit für den Hund gehabt,also auch ins Tierheim gebracht. Da gibt es privat ganz viele Schicksale,an die man kaum denkt,wenn man es nicht selber mit bekommt! 

Kommentar von dsupper ,

Wenn man ein Haus verkaufen muss, sucht man sich eine Wohnung, in der auch Hunde erlaubt sind.

Und für mögliche "Scheidungswaisen" sucht man ein neues gutes Zuhause - das sollte einem ein geliebter Hund doch wohl wert sein.

Den Hund einem ungewissen Schicksal im Tierheim zu überlassen (weil es "bequem" ist und man sich keine Mühe mit der Suche nach einem guten Zuhause machen muss) zeugt in meinem Augen von extrem wenig Liebe zu dem Tier und schrecklich wenig Verantwortungsgefühl.

Kommentar von Negreira ,

Du glaubst ja gar nicht, wie viele Leute keinen "Bock" mehr auf ihre Tiere haben. Wenn Du die im Tierheim nicht annimmst, binden sie sie Dir an die Stoßstange Deines Autos oder die Tierheimtür - wenn Du Glück hast. Oder sie drohen Dir damit, sie einfach auszusetzen. Nicht alle sind so verantwortungsvoll und suchen erst mal. Tierheim ist bequem.

@ modebloggerin: Ja, bitte gib einem Tierheimhund eine Chance. Ich habe selbst ein Tierheim gehabt und in all den Jahren nur 2 Hunde wieder zurückbekommen, weil die Leute gar nicht zurecht kamen.

Allerdings kann ich Dir nur die Dinge nochmals an Herz legen, die djsupper schon ausgeführt hat: Nimm Dir Zeit, rechne mit dem Schlimmsten und sei dann anschließend angenehm überrascht. Ich würde für mich selbst immer nur ein älteres Tier aus dem Tierheim nehmen, wenn ich noch könnte. Es lohnt sich wirklich.

Antwort
von anaandmia, 39

Muss nicht, kann aber !
Ich finde es immer super ein Tier aus dem Tierheim zu holen, würde aber davon abraten wenn es deine erste Erfahrung mit Hunden ist, da es eben manchmal Probleme geben kann.
Aber das Tierheim berät einen eigentlich immer gut und würde dir wenn du noch keine Erfahrung hast, wahrscheinlich auch keinen "Problemfall" geben :)

Antwort
von OnkelSchorsch, 49

Da gibt es nicht mehr negative Aspekte als bei einem Kauf beim Züchter.
Mein Tipp: Bevor man sich dazu entschließt, einen Hund in seine Familie aufzunehmen, beim Tierheim vorbeischauen und mehrfach mit dortigen Hunden Gassi gehen. Schon bald wird man merken, mit welchem Hund man zusammenpasst.

Antwort
von rockylady, 37

natürlich nicht. Etliche Hunde leben dort, weil sie den Besitzer verloren haben oder Ähnliches. Man wird dich dort weites gehend aufklären, welche Vorgeschichte der Hund hat. 

Antwort
von HerrDegen, 46

Nein, muss es nicht. Im Tierheim können die eigentlich immer was zum Charakter und zu eventuellen Auffälligkeiten der einzelnen Hunde sagen. Häufig kennen die auch die Vorgeschichte.

Kommentar von friesennarr ,

Die im Tierheim wissen nur das was sie erzählt bekommen haben - wenn überhaupt irgendwas - dann kennen sie das Tier nur wie es sich im Tierheim verhält. Sehr selten knnen die vom Tierheim die echte Vorgeschichte.

Bei unseren Tiereheimen weis keiner irgendwas über die Tiere - die erzählen einen Stuss zusammen - natürlich sind nicht alle Tiereheime so, aber die 3 die bei uns in der Nähe sind und wo ich schon war um ein Tier aufzunemen haben keine Ahnung vom Tier selbst.

Einen Rammler haben sie mir als Zibbe mitgegeben. Endefekt ich hatte Nachwuchs.

Ein Meerschweinchen habe ich nicht bekommen weil ich eine Außenhaltung habe.

Mein Onkel hat einen Hund geholt, der angeblich nicht Beisst - hat aber meine Cousine gebissen - und das ganz ohne Provokation.

Eine Freundin hat einen ruhig gestellten Hund bekommen, der nach 3 Tagen lieb sein aufgewacht ist und die ganze Bude auf den Kopf gestellt hat - weil er im Tierheim Beruhigungsmittel bekommen hatte.

Ich könnte noch etliche solcher Mitteilungen machen.

Antwort
von Maerzkatze, 27

na gut, bei vielen Tieren dort ist es eventuell schon eine Art Lotterie...das solltest du bedenken.

Andererseits kann bei einem jungen Tier manches auch mit guter Haltung, Pflege etc. gewiss wieder gut gemacht werden. Ich würde mich jedenfalls bei Auffälligkeiten so genau wie möglich nach der Herkunft / bisheriger Haltung des Hundes erkundigen.

Antwort
von oxygenium, 30

warum sollen die einen Schaden haben? Du kannst einen Hund auch vom Tierheim erst einmal am Wochenende nach Hause holen und schauen ob ihr zusammen klar kommt.

Finde ich eine gute Idee übrigens sich erst einmal im Tierheim umzuschauen

Antwort
von Caize, 31

Es ist um einiges besser, einen Hund aus einem Tierheim zu holen, als vom Züchter. Die Hunde, die dort landen, sind die, die am ehesten einen neuen Besitzer der sie liebt und sich um sie kümmert brauchen. Natürlich stecken teilweise schwierige Schicksale hinter den Tieren, aber wenn man richtig an die Sache rangeht, kann man einem Hund damit sehr helfen.

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